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Kanzlei Balg | Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht

Der Nachlasswert

Beim Pflichtteilsanspruch handelt es sich um einen Zahlungsanspruch, der sich gegen die Erben richtet und sich der Höhe nach aus dem Nachlasswert ergibt. Damit der Pflichtteil geltend gemacht werden kann, muss folglich der Pflichtteilsanspruch als Zahlungsanspruch der Höhe nach beziffert werden. Als Pflichtteilsberechtigter müssen Sie den Erben gegenüber genau angeben, in welcher Höhe Sie zum Ausgleich Ihrer Pflichtteilsansprüche eine Zahlung erwarten

Die Höhe des Pflichtteilsanspruches ist abhängig vom Wert des Nachlasses. Da der Pflichtteilsanspruch wertmäßig der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs entspricht, muss folglich der tatsächlich Wert des Nachlasses im Ganzen zum Zeitpunkt des Erbfalls (Stichtag) ermittelt werden. Veränderungen des Nachlasswertes, die sich nach dem Stichtag einstellen, wirken sich auf die Höhe des Pflichtteils im Regelfall nicht mehr aus.

Der Wert des Nachlasses wird ermittelt, indem alle wertbildenden Vermögenbestandteile des Nachlasses um den Wert der Nachlassverbindlichkeiten gekürzt werden.

Zu den wertbildenden Vermögensbestandteilen des Nachlasses gehören insbesondere:

  • Bankguthaben des Erblassers
  • Immobilien des Erblassers
  • Aktien des Erblassers
  • GmbH-Anteile des Erblassers
  • Beteiligungen des Erblassers an Handelsunternehmen

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Vermögensbestandteile des Nachlasses:

Erbrecht-Pflichtteil-Nachlasswert

Kanzlei Balg | Der Nachlasswert - Berechnungsgrundlage des Pflichtteils

Die Nachlassverbindlichkeiten

Um den Wert des Nachlasses ermittel zu können, ist es weiter erforderlich alle Verbindlichkeiten festzustellen, mit denen der Nachlass belastet ist, die sogenannten Nachlassverbindlichkeiten.

Die Nachlassverbindlichkeiten werden in zwei unterschiedliche Arten von Verbindlichkeiten zugeordnet:

  • Die Erblasserschulden
  • Die Erbfallschulden

Die Erblasserschulden

Unter Erblasserschulden werden die Schulden verstanden, die bereits zu Lebzeiten des Erblassers entstanden sind. Da die Erben die Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers sind, müssen diese Schulden von den Erben ausgeglichen werden.

Bei den Erblasserschulden handelt es sich im Wesentlichen um folgende Verbindlichkeiten.

 

Erblasserschulden:

  • Nicht beglichene Rechnungen
  • Offene Forderungen aus Vertragsverhältnissen
  • Verbindlichkeiten aus Darlehensverträgen
  • Steuerschulden
  • Ev. Unterhaltsverpflichtungen
  • Beitragspflichten

Die Erbfallschulden

Bei den Erbfallschulden handelt es sich um Verbindlichkeiten, die anlässlich des Erbfalls entstanden sind. Den Erbfallschulden sind die folgenden Verbindlichkeiten zuzurechnen.

Erbfallschulden:

  • Aufwendungen für eine angemessene Bestattung des Erblassers
  • Kosten der Nachlassverwaltung
  • Kosten der Ermittlung des Wertes des Nachlasses
  • Kosten der Feststellung des Nachlassbestandes

Die Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit

In der Rechtsprechung und der juristischen Literatur ist es umstritten, ob die Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit zu behandeln ist. Die Darstellung dieser Diskussion würde den Rahmen dieser Web-Seite sprengen. Insbesondere, da die Oberlandesgerichte hierzu unterschiedliche Auffassungen vertreten. Im konkreten Fall kommt es daher darauf an, in welchem OLG-Bezirk ein ev. Rechtsstreit zu führen ist, bei dem es auf diese Rechtsfrage ankommt.

In der weiteren Darstellung wird aber davon ausgegangen, dass die Erbschaftsteuer keine Nachlassverbindlichkeit darstellt.

Die Nachlassverbindlichkeiten:

Erbrecht-Pflichtteil-Nachlassverbindlichkeiten | Fachanwalt für Erbrecht Detlev Balg * Köln

Kanzlei Balg | Der Nachlasswert - Berechnungsgrundlage des Pflichtteils

Nicht zu berücksichtigende Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten, die weder Erblasserschulden noch Erbfallschulden sind, werden bei der Ermittelung des Nachlasswertes nicht berücksichtigt. Insbesondere die folgenden Kosten mindern den Nachlasswert nicht und haben folglich keine Reduzierung des Pflichtteilsanspruches zur Folge.

Nicht zu berücksichtigende Kosten der Erben

  • Kosten des Erbscheinsverfahrens
  • Die von den Erben geschuldete Erbschaftsteuer
  • Kosten des Testamentsvollstreckung, soweit diese nicht auch im Interesse des Pflichtteilsberechtigten liegt
  • Unangemessen hohe Bestattungskosten

Nicht zu berücksichtigende Verbindlichkeiten:

rbrecht-Pflichtteil-Nicht-zu-berücksichtigende-Nachlassverbindlichkeiten | Fachanwalt für Erbrecht Detlev Balg * Köln

Kanzlei Balg | Der Nachlasswert - Berechnungsgrundlage des Pflichtteils

Feststellung der Erbquote


Nachdem der wirtschaftliche Wert des Nachlasses ermittelt werden konnte, muss festgestellt werden, in welchem Umfang der Pflichtteilsberechtigte am Erbe beteiligt wäre, wenn er aufgrund der gesetzlichen Erbfolge selbst Erbe geworden wäre. Es ist somit die fiktive Erbquote des Pflichtteisberechtigten zu berechnen.

Berechnung der fiktiven Erbquote:

Erbrecht-Pflichtteil-Pflichtteilsberechnung | Fachanwalt für Erbrecht Detlev Balg * Köln

Die fiktive Erbquote muss halbiert werden, da der Pflichtteilsanspruch wertmäßig der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs entspricht. In Höhe des Wertes dieses Anteils am Erbe sind die Erben verpflichtet, an Sie zu zahlen, um Ihren Pflichtteilsanspruch auszugleichen.

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