{"id":10033,"date":"2026-06-13T05:59:51","date_gmt":"2026-06-13T05:59:51","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-totenfuersorge-urnenumbettung-die-totenfuersorge-berechtigt-beim-umzug-nicht-zur-umbettung-des-verstorbenen\/"},"modified":"2026-07-03T06:00:35","modified_gmt":"2026-07-03T06:00:35","slug":"erbrecht-totenfuersorge-urnenumbettung-die-totenfuersorge-berechtigt-beim-umzug-nicht-zur-umbettung-des-verstorbenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=10033","title":{"rendered":"Erbrecht &#124; Totenf\u00fcrsorge Urnenumbettung &#124; Die Totenf\u00fcrsorge berechtigt beim Umzug nicht zur Umbettung des Verstorbenen"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-vg-ansbach-urteil-vom-03-08-2016-az-an-4-k-16-00882-umzug-erlaubt-keine-urnenumbettung\" class=\"wp-block-heading\">VG Ansbach \u2013 Urteil vom 03.08.2016 \u2013 Az. AN 4 K 16.00882: Umzug erlaubt keine Urnenumbettung<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image10033_6582a3-c4 size-full advgb-dyn-2c4437ad\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung.jpg\" alt=\"VG Ansbach: Urteil vom 03.08.2016 - Az: AN 4 K 16.00882 - Totenf\u00fcrsorge Urnenumbettung | Die Totenf\u00fcrsorge berechtigt beim Umzug nicht zur Umbettung des Verstorbenen\" width=\"1600\" height=\"1200\" class=\"kb-img wp-image-10035 \" srcset=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung.jpg 1600w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung-300x225.jpg 300w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung-768x576.jpg 768w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VG-Ansbach-Urteil-vom-03.08.2016-Az-AN-4-K-16.00882-Totenfuersorge-Urnenumbettung-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Umzug des Totenf\u00fcrsorgeberechtigten rechtfertigt grunds\u00e4tzlich keine Umbettung einer bereits beigesetzten Urne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das VG Ansbach stellte den Schutz der Totenruhe \u00fcber das nachvollziehbare Bed\u00fcrfnis der Angeh\u00f6rigen, das Grab leichter besuchen und pflegen zu k\u00f6nnen. Eine Umbettung kommt vor Ablauf der Ruhefrist nur bei ganz besonderen Gr\u00fcnden in Betracht, etwa bei einem sicher feststellbaren Willen des Verstorbenen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin wollte die Urne ihrer verstorbenen Mutter von einem Friedhof an ihren neuen Wohnort \u00fcberf\u00fchren lassen. Sie war altersbedingt und aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden umgezogen und machte geltend, sie k\u00f6nne das Grab aufgrund der Entfernung von rund 270 km nicht mehr ausreichend besuchen und pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Friedhofsverwaltung lehnte die Urnenumbettung ab. Die Kl\u00e4gerin berief sich darauf, die Verstorbene habe f\u00fcr den Fall eines R\u00fcckzugs in die fr\u00fchere Heimat gewollt, mitgenommen zu werden; au\u00dferdem unterst\u00fctzten Angeh\u00f6rige dieses Anliegen durch schriftliche Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-urteilsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Urteilsgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht wies die Klage ab. Eine Umbettung oder \u00dcberf\u00fchrung einer Urne bedarf der Zustimmung des Friedhofstr\u00e4gers, weil dieser den die Totenruhe sichernden Gewahrsam aus\u00fcbt und das Grabnutzungsrecht keinen vorbehaltlosen Anspruch auf Umbettung vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ausdr\u00fccklicher oder hinreichend sicher feststellbarer mutma\u00dflicher Wille der Verstorbenen zur sp\u00e4teren Umbettung lag nicht vor. Auch die erschwerte Grabpflege wegen des Umzugs gen\u00fcgte nicht, weil die Totenruhe aus Art. 1 Abs. 1 GG regelm\u00e4\u00dfig Vorrang vor dem Totenf\u00fcrsorgerecht der Angeh\u00f6rigen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-urteil-vg-ansbach-urteil-vom-03-08-2016-az-an-4-k-16-00882\" class=\"wp-block-heading\">Urteil: VG Ansbach \u2013 Urteil vom 03.08.2016 \u2013 Az.: AN 4 K 16.00882<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Klage wird abgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Kl\u00e4gerin tr\u00e4gt die Kosten des Verfahrens.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin begehrt die \u00dcberf\u00fchrung der Urne ihrer verstorbenen Mutter Frau \u2026 aus einer Urnennische des Friedhofes \u2026 auf den \u2026-friedhof in \u2026 Die Kl\u00e4gerin ist im Dezember 1988 aus der damaligen DDR in die Bundesrepublik umgesiedelt und ist zun\u00e4chst in \u2026 und sp\u00e4ter in \u2026 ans\u00e4ssig geworden. Im Mai 1989 holte die Kl\u00e4gerin ihre Mutter von \u2026 nach \u2026 und sp\u00e4ter \u2026 nach. Frau \u2026 wurde am \u20261912 in \u2026 geboren und ist am \u2026 2010 in \u2026 verstorben. Die Urne mit ihrer Asche wurde am 27. September 2010 auf dem Friedhof \u2026 in \u2026beigesetzt. Die Ruhefrist endet am 26. September 2020. Am 14. M\u00e4rz 2016 stellte die Kl\u00e4gerin einen Antrag auf \u00dcberlassung einer Grabst\u00e4tte der Grabart Urnenwahlgrab auf dem \u2026-friedhof \u2026 zur Beisetzung von Frau \u2026 Mit Schreiben vom 23. M\u00e4rz 2016 beantragte die Kl\u00e4gerin bei der Friedhofsverwaltung \u2026 die Umbettung der Urne ihrer verstorbenen Mutter vom Friedhof\u2026 in \u2026 zum \u2026-friedhof in \u2026 Sie sei im Dezember 2015 mit ihrem Ehemann aus Altergr\u00fcnden nach \u2026 verzogen. Es sei ihr ein Herzensbed\u00fcrfnis, auch die Asche ihrer Mutter auf dem \u2026-friedhof bestatten zu lassen, um dort das Grab pflegen zu k\u00f6nnen. Mit Bescheid vom 12. Mai 2016 lehnte die Beklagte die beantragte \u201eUrnen-Umbettung\u201c entsprechend der einstimmigen Beschlussfassung des Friedhofsausschusses der Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde \u2026 vom 12. Mai 2016 ab. Nach der religi\u00f6sen und sittlichen Anschauung des Volkes und nach allgemeinem Piet\u00e4tsempfinden d\u00fcrfe ein Toter, der einmal beigesetzt worden ist, in seiner Ruhe nicht mehr gest\u00f6rt werden, es sei denn, dass ganz besondere Gr\u00fcnde gegeben seien, hinter denen selbst die Achtung der Totenruhe zur\u00fcckzutreten habe. Ein solcher Grund sei vorliegend nicht ersichtlich. Nach der Rechtsprechung stelle die sp\u00e4tere Ver\u00e4nderung der Lebensumst\u00e4nde durch einen Umzug des Nutzungsberechtigten oder eines mit der Grabpflege beauftragten Angeh\u00f6rigen keinen ausreichenden Grund f\u00fcr eine Umbettung dar. Mit beim Bayerischen Verwaltungsgericht Ansbach am 24. Mai 2016 eingegangenem Schriftsatz vom 21. Mai 2016 erhob die Kl\u00e4gerin Klage und lie\u00df zuletzt durch ihre Bevollm\u00e4chtigten beantragen, den Bescheid der Beklagten vom 12. Mai 2016 aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, der Umbettung der Urne der verstorbenen Frau \u2026 vom \u2026 zum \u2026-friedhof in \u2026 zuzustimmen. Zur Begr\u00fcndung wurde vorgetragen, dass die Urne in einer offenen Nische stehe. Von einer Umbettung k\u00f6nne daher keine Rede sein, da sie nicht ausgegraben werden m\u00fcsse. Als sich die Kl\u00e4gerin vor dem Umzug nach \u2026 bei der Friedhofsverwaltung erkundigt habe, sei ihr von der Verwaltungsangestellten Frau \u2026 gesagt worden, dass es keine Probleme diesbez\u00fcglich gebe und lediglich in \u2026 eine Grabstelle nachgewiesen werden solle sowie der Antrag zur \u00dcberf\u00fchrung vom Friedhof \u2026 erfolgen m\u00fcsse. Aufgrund der Entfernung zwischen \u2026 und \u2026 und der Tatsache, dass die Kl\u00e4gerin nicht mehr in der Lage sei, einen PKW selbst zu f\u00fchren, k\u00f6nne die Kl\u00e4gerin der Totenf\u00fcrsorge nicht mehr ausreichend nachkommen. Der Wegzug zur\u00fcck nach \u2026 sei aus altersbedingten, gesundheitlichen Gr\u00fcnden und aufgrund der Tatsache, dass der Sohn der Kl\u00e4gerin sich in \u2026 um die Kl\u00e4gerin k\u00fcmmern k\u00f6nne, erfolgt. Wichtiger sei jedoch, dass die \u00dcberf\u00fchrung der Urne dem tats\u00e4chlichen Willen der Verstorbenen, der Totenf\u00fcrsorgeberechtigten und aller anderen nahen Angeh\u00f6rigen entspreche. Es sei der Wunsch der Mutter gewesen, dass die Asche \u2013 im Falle eines R\u00fcckzugs in ihre Heimat \u2013 nach \u2026 mitgenommen werde. Die Verstorbene habe gewollt, dass in diesem Fall in \u2026 ein gemeinsames Familiengrab bestehen solle. Dies habe die Verstorbene auch noch zu Lebzeiten gegen\u00fcber ihren Angeh\u00f6rigen ge\u00e4u\u00dfert. Dieser Wunsch sei angesichts der besonderen Umst\u00e4nde, die vor der politischen Wende zu der Ausreise aus der damaligen DDR gef\u00fchrt h\u00e4tten, auch nachvollziehbar. Die Beklagte beantragte mit Schriftsatz ihrer Prozessbevollm\u00e4chtigen vom 9. Juni 2016, die Klage abzuweisen. Da kein wichtiger Grund vorliege, der ausnahmsweise die durch Art. 1 Abs. 1 GG gesch\u00fctzte Totenruhe \u00fcberwiege, habe die Kl\u00e4gerin keinen Anspruch auf Zustimmung zur Umbettung der Urne. Es seien keine Tatsachen oder Umst\u00e4nde vorgetragen oder erkennbar, aus denen sich ein Wille der Verstorbenen ergeben w\u00fcrde, die letzte Ruhest\u00e4tte in \u2026 zu finden. Ein Umzug Hinterbliebener aufgrund ver\u00e4nderter Lebensumst\u00e4nde stelle nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung keinen wichtigen Grund f\u00fcr eine Umbettung dar. Auch eine eingeschr\u00e4nkte Totenf\u00fcrsorge, die aufgrund der geringen Entfernung durchaus zumutbar sei, rechtfertige nicht die St\u00f6rung der Totenruhe. Mit Schriftsatz vom 15. Juli 2016 reichten die Kl\u00e4gerbevollm\u00e4chtigten drei schriftliche Erkl\u00e4rungen von Angeh\u00f6rigen der Verstorbenen ein, die deren Wunsch best\u00e4tigen sollen, dass ihre Urne f\u00fcr den eventuell anstehenden R\u00fcckzug der Familie nach \u2026 dorthin \u00fcberf\u00fchrt werden solle. Hierauf erwiderte die Beklagtenseite, dass ein wichtiger Grund f\u00fcr eine Urnenumbettung auch nach den erg\u00e4nzenden Ausf\u00fchrungen nicht vorliege. Der angebotene Zeugenbeweis k\u00f6nne nicht gen\u00fcgen, um den mutma\u00dflichen Willen der Verstorbenen zu belegen. Die Totenruhe und damit einhergehende W\u00fcrde des Verstorbenen bestehe auch unabh\u00e4ngig von der Bestattungsart. Nach Ablauf der Ruhefrist im Jahre 2020 k\u00f6nne \u00fcber den Antrag auf Urnenumbettung erneut, voraussichtlich positiv, entschieden werden. Mit bei Gericht am 2. August 2016 eingegangenem Schreiben \u00fcbersandten die Angeh\u00f6rigen der Verstorbenen, Herr \u2026 und Frau \u2026, eine mit den bereits von Angeh\u00f6rigenseite eingereichten Erkl\u00e4rungen wortgleiche Best\u00e4tigung des behaupteten Willens der Verstorbenen. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts wird auf die Beh\u00f6rdenakte und die Gerichtsakte Bezug genommen. F\u00fcr den Verlauf der m\u00fcndlichen Verhandlung am 3. August 2016 wird auf die Sitzungsniederschrift verwiesen. Entscheidungsgr\u00fcnde: Die auf die Verpflichtung der Beklagten gerichtete Klage, der Umbettung der Urne der verstorbenen Frau \u2026 vom \u2026 zum \u2026-friedhof in \u2026 zuzustimmen, ist zul\u00e4ssig, jedoch in der Sache unbegr\u00fcndet. Der Bescheid der Beklagten vom 12. Mai 2016 ist rechtm\u00e4\u00dfig und verletzt die Kl\u00e4gerin nicht in ihren Rechten, da ihr kein Anspruch auf die begehrte Zustimmung zur \u00dcberf\u00fchrung der Urne ihrer verstorbenen Mutter zusteht (\u00a7 113 Abs. 1 Satz 1, Abs. 5 Satz 1 VwGO). Da der Friedhofstr\u00e4ger den die Totenruhe sichernden Gewahrsam an einer Leiche, Leichtenteilen bzw. den Aschenresten Verstorbener im Sinne von \u00a7 168 StGB aus\u00fcbt, schlie\u00dft das Grabnutzungsrecht der Hinterbliebenen einen Anspruch auf Umbettung bzw. \u00dcberf\u00fchrung einer Leiche oder einer Urne an einen anderen Bestattungsort nicht vorbehaltlos ein. Vielmehr bedarf es f\u00fcr die Umbettung der ausdr\u00fccklichen Erlaubnis des Friedhofstr\u00e4gers, vorliegend der Beklagten. Dies gilt auch dann, wenn in der Friedhofs- und Bestattungssatzung \u2013 wie vorliegend \u2013 ein solcher Erlaubnisvorbehalt nicht ausdr\u00fccklich vorgesehen ist (vgl. Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 10. Auflage 2010, Kapitel 6 Rn. 4; Klingshirn, Drescher, Thimet, Bestattungsrecht in Bayern, Lieferung 27 2013, Kapitel B 10 Rn. 14). Die Zustimmung des Friedhofstr\u00e4gers ist auch bei einer begehrten Umsetzung einer Aschenurne erforderlich, und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob die Urne in einem Urnengrab unter oder \u00fcber der Erde, in einem Urnenhain oder einer Urnenhalle beigesetzt ist (vgl. Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 10. Auflage 2010, Kapitel 6 Rn. 7). Bei der Entscheidung der Frage, ob der Anspruch auf Umbettung gerechtfertigt und somit die Zustimmung zu erteilen ist, ist durch Abw\u00e4gung der jeweiligen Umst\u00e4nde ein gerechter Ausgleich zwischen dem Gebot der Totenruhe einerseits und dem Bed\u00fcrfnis der Angeh\u00f6rigen im Hinblick auf die Totenf\u00fcrsorge andererseits zu suchen. Der Grundsatz der Totenruhe, deren Schutz strafbewehrt ist (\u00a7 168 StGB), ist Ausfluss der durch Art. 1 Abs. 1 GG gew\u00e4hrten unantastbaren W\u00fcrde des Menschen, die \u00fcber dessen Tod hinauswirkt (vgl. Klingshirn, Drescher, Thimet, Bestattungsrecht in Bayern, Lieferung 27 2013, Kapitel B 10 Rn. 1 m. w. N.). Dieser Schutz der Totenruhe genie\u00dft angesichts des Art. 79 Abs. 3 GG nicht nur h\u00f6chsten Verfassungsrang, sondern entspricht dar\u00fcber hinaus allgemeinem Sittlichkeits- und Piet\u00e4tsempfinden. Ger\u00e4t er in Konflikt mit dem Totenf\u00fcrsorgerecht, das als Recht der hinterbliebenen Angeh\u00f6rigen verfassungsrechtlich in Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 101 BV wurzelt und somit von vorneherein unter dem Vorbehalt des Sittengesetzes und der Schranken der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Gesetze steht, so genie\u00dft der Schutz der Totenruhe regelm\u00e4\u00dfig Vorrang. Aufgrund dieses grunds\u00e4tzlichen Rangverh\u00e4ltnisses zwischen dem Schutz der Totenruhe und dem Recht auf Totenf\u00fcrsorge ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass die Umbettung einer einmal beigesetzten Leiche vor Ablauf der Ruhefrist nur aus ganz besonderen Gr\u00fcnden beansprucht werden kann (vgl. Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 10. Auflage 2010, Kapitel 6 Rn. 2; Klingshirn, Drescher, Thimet, Bestattungsrecht in Bayern, Lieferung 27 2013, Kapitel B 10 Rn. 15 ff.). Die mit der Umbettung verbundene St\u00f6rung der Totenruhe kann nach den von der Rechtsprechung entwickelten Fallgruppen erstens gerechtfertigt sein, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten sein ausdr\u00fcckliches Einverst\u00e4ndnis mit der Umbettung erkl\u00e4rt hat. Fehlt ein solches, kann zweitens auch ein entsprechender mutma\u00dflicher Wille beachtlich sein. Die Anerkennung setzt insoweit voraus, dass zumindest Tatsachen und Umst\u00e4nde gegeben sind, aus denen der diesbez\u00fcgliche Wille des Verstorbenen mit hinreichender Sicherheit gefolgert werden kann. L\u00e4sst sich ein Einverst\u00e4ndnis des Verstorbenen mit der Umbettung nicht feststellen, kommt es drittens unter Ber\u00fccksichtigung aller sonstigen Umst\u00e4nde des Einzelfalls drauf an, ob das Interesse des Totenf\u00fcrsorgeberechtigten an der Umbettung nach allgemeiner Verkehrsauffassung schutzw\u00fcrdig ist und seine Gr\u00fcnde so gewichtig sind, dass die Achtung der Totenruhe zur\u00fccktreten muss. Ein wichtiger Grund kann demnach im Einzelfall auch vorliegen, wenn das Recht auf Totenf\u00fcrsorge in unzumutbarer Weise erschwert oder gar unm\u00f6glich gemacht wird. Denn in diesem Fall kann auch die W\u00fcrde des Verstorbenen, die sich auch auf die Totenf\u00fcrsorge, wie Grabpflege und Totengedenken, bezieht, nicht hinreichend zu Geltung kommen (vgl. zu den von der Rspr. entwickelten Fallgruppen: OVG NRW, B. v. 29.4.2008 \u2013 19 A 2896\/07, juris, Rn. 27 ff.). Da das Bestattungsgesetz eine Unterscheidung hinsichtlich der Wahrung der Totenruhe bez\u00fcglich der Bestattungsarten nicht vorsieht, hat sich auch die \u00dcberf\u00fchrung einer Urne an den Grunds\u00e4tzen des Vorliegens eines wichtigen Grundes messen zu lassen (vgl. BayVGH, B. v. 27.7.2005 \u2013 4 ZB 04.2986, juris, Rn. 8; VG Berlin, U. v. 2.11.2010 \u2013 21 K 294.10; VG Minden, U. v. 21.9.2015 \u2013 11 K 103\/15, juris, Rn. 30; Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 10. Auflage 2010, Kapitel 6 Rn. 2). In Anwendung dieser Grunds\u00e4tze ist ein wichtiger Grund f\u00fcr das Umbettungsbegehren der Kl\u00e4gerin nicht gegeben. Weder liegt ein tats\u00e4chliches oder mutma\u00dfliches Einverst\u00e4ndnis der verstorbenen Frau \u2026 mit einer Umbettung vor (1.) noch ist es der Kl\u00e4gerin unzumutbar, ihr Recht auf Totenf\u00fcrsorge am Urnengrab ihrer verstorbenen Mutter auf dem \u2026 in \u2026 wahrzunehmen (2.).<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Es kann zun\u00e4chst nicht davon ausgegangen werden, dass die verstorbene Mutter der Kl\u00e4gerin mit der \u00dcberf\u00fchrung ihrer sterblichen \u00dcberreste aus der von ihr selbst gew\u00e4hlten Urnennische auf dem Friedhof \u2026 in ein Urnengrab auf dem \u2026-friedhof in \u2026 tats\u00e4chlich oder mutma\u00dflich einverstanden war und die Umbettung ihre W\u00fcrde deshalb besser wahren w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass sich die verstorbene Frau \u2026 zu Lebzeiten in diesem Sinne ausdr\u00fccklich ge\u00e4u\u00dfert hat, hat die Kl\u00e4gerin zuletzt nicht mehr behauptet und ist auch aus dem Zusammenhang ihres Vorbringens in der m\u00fcndlichen Verhandlung nicht ersichtlich. Die Kl\u00e4gerin f\u00fchrte zwar zun\u00e4chst noch aus, sie k\u00f6nne ganz sicher sagen, dass ihre verstorbene Mutter nicht nur die Ein\u00e4scherung, sondern auch die Umbettung der Urne nach \u2026 gew\u00fcnscht habe. Auf gerichtliche Nachfrage r\u00e4umte sie jedoch ein, dass \u00fcber die Frage, was mit der Urne im Falle eines Umzugs der Familie geschehen solle, nie konkret gesprochen worden sei. Auch bei den Verhandlungen mit dem Bestattungsinstitut in \u2026 sei nicht \u00fcber die Frage gesprochen worden, ob die Urne zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt umgebettet werden solle. Die Zeugin Frau \u2026, die die Verstorbene Frau \u2026 rund zehn Jahre lang seelsorgerisch begleitet hat, gab auf Befragung ebenfalls an, mit der Verstorbenen \u00fcber die Frage einer etwaigen Umbettung der Urne nicht ausdr\u00fccklich gesprochen zu haben. Nach Auffassung des Gerichts spricht daher \u00dcberwiegendes daf\u00fcr, dass sich die Mutter der Kl\u00e4gerin zu der Frage, ob im Falle eines Umzugs ihrer Tochter eine Umbettung ihrer sterblichen \u00dcberreste in Betracht kommt, keinen tats\u00e4chlichen Willen gebildet, sie hat einen solchen jedenfalls nicht erkennbar ge\u00e4u\u00dfert. Das Gericht vermag auch das mutma\u00dfliche Einverst\u00e4ndnis der Verstorbenen Frau \u2026 mit einer Umbettung ihrer sterblichen \u00dcberreste im Falle des Umzugs ihrer Tochter, der Kl\u00e4gerin, nicht mit der gebotenen hinreichenden Sicherheit festzustellen. Welche Einstellung die Verstorbene zu der Frage einer Umbettung hatte, l\u00e4sst sich aus den von der Kl\u00e4gerin angef\u00fchrten Umst\u00e4nden nicht verl\u00e4sslich ableiten. Tatsachen und Umst\u00e4nde, aus denen der diesbez\u00fcgliche Wille der Verstorbenen mit hinreichender Sicherheit gefolgert werden kann, hat sie nicht aufgezeigt. Es ist zwar nachvollziehbar und glaubhaft, wenn die Kl\u00e4gerin angibt, ihre verstorbene Mutter habe, wenn es um einen etwaigen Wegzug aus \u2026 gegangen sei, immer gesagt: \u201eIhr nehmt mich doch dann mit.\u201c. Jedoch folgt hieraus noch nicht \u2013 jedenfalls nicht mit der erforderlichen hinreichenden Sicherheit -, dass die Verstorbene auch nach ihrem Ableben die N\u00e4he zu ihren Angeh\u00f6rigen unbedingt gew\u00fcnscht und deshalb gewollt h\u00e4tte, dass ihre Urne unter St\u00f6rung ihrer Totenruhe umgebettet w\u00fcrde. Ebenso gut kann die Bitte der Verstorbenen Frau \u2026 als Wunsch dahingehend verstanden werden, ihre Angeh\u00f6rigen sollten sie zu Lebzeiten bei einem etwaigen Umzug mitnehmen. Daran vermag auch der Vortrag der Kl\u00e4gerin, wonach es in ihrer Familie selbstverst\u00e4ndlich gewesen w\u00e4re, dass man seine Mutter im Falle eines Umzugs mitnimmt, nichts zu \u00e4ndern, da das wiederholte Bitten der Verstorbenen auch auf eine unbegr\u00fcndete Angst zur\u00fcckzuf\u00fchren sein kann. Da in den im Laufe des Verfahrens vorgelegten Erkl\u00e4rungen der Angeh\u00f6rigen der \u00dcberf\u00fchrungswunsch der verstorbenen Mutter der Kl\u00e4gerin nur rein pauschal behauptet wurde, die Erkl\u00e4rungen inhaltsgleich von dem Sohn der Kl\u00e4gerin vorformuliert wurden und die Kl\u00e4gerin \u00fcberdies im Rahmen der m\u00fcndlichen Verhandlung angab, ihre Mutter habe \u00fcber Fragen ihrer Bestattung ausschlie\u00dflich und alleine mit ihr gesprochen, dr\u00e4ngte sich eine weitere Beweisaufnahme durch Einvernahme der Angeh\u00f6rigen als Zeugen nicht auf, sie wurde von Kl\u00e4gerseite auch nicht in der m\u00fcndlichen Verhandlung beantragt. Die Kl\u00e4gerin kann auch nicht mit Erfolg geltend machen, dass ihre Mutter in Kenntnis der ver\u00e4nderten Lebensumst\u00e4nde infolge ihres Umzugs nach \u2026 der Umbettung ihrer Urne zugestimmt h\u00e4tte, damit die Grabpflege durch die Kl\u00e4gerin pers\u00f6nlich gew\u00e4hrleistet ist. Nach dem derzeitigen Piet\u00e4tsempfinden darf nicht davon ausgegangen werden, dass der Verstorbene vermutlich mit der Umbettung seiner Urne einverstanden w\u00e4re, wenn dem mit der Grabpflege betrauten Angeh\u00f6rigen aufgrund einer Ortsver\u00e4nderung der Weg zur bisherigen Ruhest\u00e4tte zu weit wird (vgl. VG Karlsruhe, U. v. 15.11.2005 \u2013 11 K 1007\/05, juris, Rn. 22 f.). Mit der Achtung des \u00fcber den Tod hinaus fortwirkenden Grundrechts der Menschenw\u00fcrde w\u00e4re es unvereinbar, einen hypothetischen Willen der Verstorbenen f\u00fcr den Fall der Ver\u00e4nderung der Lebensumst\u00e4nde der Angeh\u00f6rigen zu ermitteln und diesem hypothetischen Willen gegen\u00fcber der einmal mit Sicherheit getroffenen Grabwahl in einer bestimmten Urnennische in \u2026 Vorrang einzur\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auch der von der Kl\u00e4gerin im Rahmen der Klagebegr\u00fcndung geltend gemachte Umstand, ihr Recht auf Totenf\u00fcrsorge sei durch ihren Umzug in das ca. 270 km entfernte \u2026 erheblich eingeschr\u00e4nkt, begr\u00fcndet keinen wichtigen Grund, welcher der durch Art. 1 Abs. 1 GG gesch\u00fctzten Totenruhe ihrer verstorbenen Mutter vorgehen w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Kl\u00e4gerin aufgrund ihres Umzugs das Grab ihrer verstorbenen Mutter nicht in einer ihren Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen entsprechenden Weise besuchen und pflegen kann, stellt einen f\u00fcr sie gewichtigen und nachvollziehbaren Aspekt dar, der sich jedoch gegen\u00fcber dem Schutz der Totenruhe nicht durchsetzen kann. Ein Umzug aufgrund ver\u00e4nderter Lebensumst\u00e4nde \u2013 wie altersbedingter Gesundheitsverschlechterungen oder des verst\u00e4ndlichen Wunsches, den Lebensabend bei den Kindern zu verbringen \u2013 stellt f\u00fcr sich genommen regelm\u00e4\u00dfig keinen wichtigen Grund f\u00fcr die Umbettung vorverstorbener Angeh\u00f6riger dar (vgl. OVG NRW, U. v. 29.4.2008 \u2013 19 A 2896\/07, juris Rn. 36; VG Berlin, U. v. 2.11.2010 \u2013 21 K 194.10, juris, Rn. 17). Anderenfalls liefe der grunds\u00e4tzlich und im Regelfall gebotene Schutz der Totenruhe weitgehend leer. Denn es stellt sich nicht etwa als Ausnahmefall, sondern als typisches Ph\u00e4nomen dar, dass \u00e4ltere Menschen, die nicht mehr willens oder im Stande sind alleine zu leben, ihren bisherigen Wohnsitz aufgeben und entweder in die N\u00e4he ihrer Kinder oder sonstiger naher Verwandten ziehen oder sich in eine (vom bisherigen Wohnort ggf. weit entfernt liegende) Seniorenunterkunft begeben (m\u00fcssen). Auch im vorliegenden Einzelfall begr\u00fcndet der Umzug der Kl\u00e4gerin nach \u2026 keinen wichtigen Grund im Sinne der o.g. Rechtsprechung. Denn ihr Recht auf Totenf\u00fcrsorge wird ohne \u00dcberf\u00fchrung der Urne ihrer verstorbenen Mutter nur in einem Ma\u00dfe eingeschr\u00e4nkt, welches ihr noch zumutbar ist (vgl. zu einer Entfernung von ca. 250 km: OVG NRW, B. v. 29.4.2008 \u2013 19 A 2896\/07, juris, Rn. 35 ff.). Dass die Entfernung zwischen ihrem jetzigen Wohnort \u2026 und dem Grab ihrer Mutter in \u2026 die Grabbesuche und die Grabpflege g\u00e4nzlich ausschlie\u00dft, hat sie weder vorgetragen noch ist dies sonst ersichtlich. Die Kl\u00e4gerin hat nicht nachgewiesen, dass sie altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, eine solche Reise von wenigen Stunden Dauer zu bew\u00e4ltigen. Selbst wenn es ihr nicht mehr m\u00f6glich sein sollte, alleine nach \u2026 zum Urnengrab ihrer verstorbenen Mutter zu reisen, ist ihr zumutbar, den Grabbesuch in Begleitung z. B. ihres Sohnes durchzuf\u00fchren. Entsprechendes gilt f\u00fcr die Grabpflege, wobei sich die Kl\u00e4gerin hierf\u00fcr zus\u00e4tzlich der (Mit-)Hilfe Dritter (etwa einer Friedhofsg\u00e4rtnerei) bedienen kann (vgl. OVG NRW B. v. 29.4.2008 \u2013 19 A 2896\/07, juris, Rn. 38). Der verst\u00e4ndliche und durch Art. 2 Abs. 1 GG gesch\u00fctzte Wunsch der Kl\u00e4gerin, das Grab ihrer Mutter selbst pflegen und m\u00f6glichst oft besuchen zu k\u00f6nnen, muss daher gegen\u00fcber der Totenruhe der Verstorbenen Frau \u2026 aus Art. 1 Abs. 1 GG zur\u00fcckstehen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Es kann schlie\u00dflich dahingestellt bleiben, ob der Kl\u00e4gerin von der Kirchenverwaltung in \u2026 telefonisch die problemlose M\u00f6glichkeit der \u00dcberf\u00fchrung der Urne ihrer verstorbenen Mutter auf einen anderen Friedhof in Aussicht gestellt wurde. Mangels Rechtsverbindlichkeit kann ein Anspruch der Kl\u00e4gerin gegen\u00fcber der Beklagten auf Erteilung der Zustimmung zur begehrten Umbettung hieraus jedenfalls nicht abgeleitet werden (vgl. Art. 38 Abs. 1 Satz 1 BayVwVfG).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach alledem war die Klage somit mit der auf \u00a7\u00a7 161 Abs. 1, 154 Abs. 1 VwGO beruhenden Kostenfolge abzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h5 id=\"h-totenfursorge-urnenumbettung\" class=\"wp-block-heading\">(Totenf\u00fcrsorge Urnenumbettung)<\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id10033_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane10033_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Darf eine Urne wegen eines Umzugs umgebettet werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel nein. Ein Umzug der Angeh\u00f6rigen ist f\u00fcr sich genommen kein wichtiger Grund, der die Totenruhe verdr\u00e4ngt. Das gilt auch dann, wenn Grabbesuche und Grabpflege dadurch deutlich schwieriger werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane10033_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Welche Rolle spielt die Totenruhe?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Totenruhe ist Ausdruck der Menschenw\u00fcrde und wirkt \u00fcber den Tod hinaus. Sie genie\u00dft deshalb sehr hohen verfassungsrechtlichen Schutz. Gegen\u00fcber dem Wunsch der Angeh\u00f6rigen nach leichterer Grabpflege hat sie regelm\u00e4\u00dfig Vorrang.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane10033_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wann kann eine Umbettung ausnahmsweise zul\u00e4ssig sein?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Umbettung kann in Betracht kommen, wenn der Verstorbene sie ausdr\u00fccklich gewollt hat. Auch ein sicher feststellbarer mutma\u00dflicher Wille kann ausreichen. Fehlt ein solcher Wille, m\u00fcssen besonders gewichtige Gr\u00fcnde vorliegen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane10033_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reicht der Wunsch nach besserer Grabpflege aus?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, nach dieser Entscheidung reicht dieser Wunsch nicht aus. Angeh\u00f6rige k\u00f6nnen gegebenenfalls Hilfe durch Dritte, etwa eine Friedhofsg\u00e4rtnerei, in Anspruch nehmen. Auch begleitete Besuche k\u00f6nnen zumutbar sein.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane10033_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Braucht man f\u00fcr eine Urnen\u00fcberf\u00fchrung die Zustimmung des Friedhofstr\u00e4gers?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Auch bei einer Urne ist die Zustimmung des Friedhofstr\u00e4gers erforderlich. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, ob die Urne unter der Erde, \u00fcber der Erde, in einer Urnenhalle oder in einer Urnennische beigesetzt ist.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image10033_6582a3-c4 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id10033_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id10033_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id10033_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid 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Die Erbin war zur Totenf\u00fcrsorge befugt.<br \/>\nEinige Zeit nach der Bestattung war die Erbin gezwungen, umzuziehen. Der neue Wohnort lag ca. 270 km vom alten Wohnort und damit von der Grabst\u00e4tte des Erblassers entfernt. Um die Grabst\u00e4tte des Erblassers auch weiterhin regelm\u00e4\u00dfig besuchen zu k\u00f6nnen, beantragte die Erbin die Umbettung des Erblassers. Die zust\u00e4ndige Friedhofsbeh\u00f6rde lehnte dies ab. Gegen diese Entscheidung der Friedhofsbeh\u00f6rde erhob die Erbin beim Verwaltungsgericht Klage.<br \/>\nDas Verwaltungsgericht wies die Klage zur\u00fcck. Die Totenruhe ist von der Verfassung garantiert und gesch\u00fctzt. Die Tatsache, dass der zur Totenf\u00fcrsorge berechtigte Angeh\u00f6rige des Erblassers umzieht hat nicht zur Folge, dass dieser Angeh\u00f6rige aufgrund der Totenf\u00fcrsorge berechtigt ist, den Verstorbenen umbetten zu lassen.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich geht die Totenruhe der Verf\u00fcgungsgewalt der zur Totenf\u00fcrsorge berechtigten Person vor. Nur wenn sich aus dem letzten Willen des Erblassers ergibt, dass dieser die gew\u00fcnschte Umbettung selbst gewollt hat, ist die Umbettung zul\u00e4ssig. Ansonsten darf ein entsprechender Wille des Erblassers nicht im Wege der Vermutung dem Erblasser unterstellt werden. 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Um eine Beratung auf h\u00f6chstem juristischem Niveau zu garantieren, beschr\u00e4nkt sich unsere Kanzlei am exklusiv auf ausgew\u00e4hlte Kernbereiche und verzichtet bewusst auf die \u00dcbernahme fachfremder Mandate. Im Arbeitsrecht erfolgt die hochqualifizierte Betreuung durch eine Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht. Die T\u00e4tigkeit konzentriert sich im Kern auf den K\u00fcndigungsschutz, die Durchf\u00fchrung von K\u00fcndigungsschutzklagen sowie das strategische Verhandeln von Abfindungen. Das Erbrecht wird durch einen Fachanwalt f\u00fcr Erbrecht vertreten. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Erbscheinsverfahren, der rechtlichen Begleitung von Erbengemeinschaften, komplexen Nachlassauseinandersetzungen sowie Fragen der Erbenhaftung. Zudem umfasst unser Spektrum die Durchsetzung oder Abwehr von Pflichtteilsanspr\u00fcchen, Teilungsversteigerungen und die allgemeine erbrechtliche Beratung. 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