{"id":10129,"date":"2026-06-13T05:36:42","date_gmt":"2026-06-13T05:36:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-erbnachweis-testament-kopie-in-begruendeten-ausnahmefaellen-kann-das-erbrecht-auch-durch-die-vorlage-einer-kopie-des-testamentes-nachgewiesen-werden\/"},"modified":"2026-07-03T05:37:17","modified_gmt":"2026-07-03T05:37:17","slug":"erbrecht-erbnachweis-testament-kopie-in-begruendeten-ausnahmefaellen-kann-das-erbrecht-auch-durch-die-vorlage-einer-kopie-des-testamentes-nachgewiesen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=10129","title":{"rendered":"Erbrecht | Erbnachweis Testament Kopie | In begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen kann das Erbrecht auch durch die Vorlage einer Kopie des Testamentes nachgewiesen werden"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-koln-beschluss-vom-02-12-2016-az-2-wx-550-16-testamentskopie-kann-erbrecht-nachweisen\" class=\"wp-block-heading\">OLG K\u00f6ln \u2013 Beschluss vom 02.12.2016 \u2013 Az. 2 Wx 550\/16: Testamentskopie kann Erbrecht nachweisen<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image10129_303a81-00 size-full advgb-dyn-1a6641b4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg\" alt=\"OLG K\u00f6ln: Urteil vom 02-12-2016 - Az 2 Wx 550\/16 | Erbnachweis Testament Kopie | Anwalt Erbrecht K\u00f6ln | In begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen kann das Erbrecht auch durch die Vorlage einer Kopie des Testamentes nachgewiesen werden\" width=\"800\" height=\"600\" class=\"kb-img wp-image-10131 \" srcset=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg 800w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-300x225.jpg 300w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein nicht auffindbares Originaltestament ist nicht automatisch unwirksam; in Ausnahmef\u00e4llen kann auch eine Kopie gen\u00fcgen, wenn die formwirksame Errichtung bewiesen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das OLG K\u00f6ln stellte klar, dass aus dem blo\u00dfen Fehlen des Testamentsoriginals nicht auf einen Widerruf geschlossen werden darf. Wer sich auf ein verschwundenes Testament beruft, muss aber dessen Inhalt und formgerechte Errichtung streng nachweisen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erblasserin und ihr Ehemann hatten 1995 ein notarielles gemeinschaftliches Testament errichtet. Darin setzten sie sich gegenseitig zu Alleinerben ein und bestimmten eine gemeinn\u00fctzige Organisation zum Schlusserben; nach dem Tod der Erblasserin wurde dieser Organisation ein Alleinerbschein erteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter legte der Enkel der Erblasserin die Kopie eines weiteren Testaments aus dem Jahr 2011 vor. Das Original war nicht auffindbar. Er beantragte deshalb, den bereits erteilten Erbschein einzuziehen und ihm selbst einen Alleinerbschein zu erteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG K\u00f6ln hob die Entscheidung des Nachlassgerichts auf und verwies die Sache zur\u00fcck. Das Nachlassgericht durfte die Frage, ob das Testament aus dem Jahr 2011 formwirksam errichtet worden war, nicht offenlassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend war, dass die Unauffindbarkeit eines Testaments keine Vermutung f\u00fcr dessen Vernichtung mit Widerrufswillen begr\u00fcndet. Eine Kopie kann als Nachweis ausreichen, wenn mit ihr die formgerechte Errichtung des Originaltestaments bewiesen werden kann; hierf\u00fcr hielt das OLG K\u00f6ln ein graphologisches Gutachten f\u00fcr erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-koln-beschluss-vom-02-12-2016-az-2-wx-550-16\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG K\u00f6ln \u2013 Beschluss vom 02.12.2016 \u2013 Az.: 2 Wx 550\/16<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf die Beschwerde des Beteiligten zu 2) vom 07.10.2016 wird der am 13.09.2016 erlassene Beschluss des Amtsgerichts \u2013 Nachlassgerichts \u2013 Bonn vom 07.09.2016, 34 VI 623\/15, aufgehoben und die Sache unter Aufhebung des Verfahrens zur erneuten Entscheidung \u00fcber die Antr\u00e4ge des Beteiligten zu 2) vom 23.03.2016, ihm einen Alleinerbschein nach der Erblasserin zu erteilen, und vom 25.04.2016, den dem Beteiligten zu 1) erteilten Alleinerbschein vom 15.03.2016 einzuziehen, an das Amtsgericht \u2013 Nachlassgericht \u2013 Bonn zur\u00fcckverwiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden nicht erhoben. Eine Erstattung au\u00dfergerichtlicher Kosten findet nicht statt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Am 16.04.2015 verstarb Frau N G (im Folgenden: Erblasserin). Ihr Ehemann H G ist am 25.02.2014 vorverstorben. Die Erblasserin hinterlie\u00df ein Kind, die Beteiligte zu 4). Der Beteiligte zu 2) ist ihr Enkel. Der Beteiligte zu 3) ist der Sohn ihres Ehemannes. Die Erblasserin errichtete verschiedene Verf\u00fcgungen von Todes wegen, einen Erbvertrag vom 04.07.1968, einen Erbvertrag vom 16.12.1975, einen Erbvertrag vom 09.05.1977, ein gemeinschaftliches Testament vom 15.03.1979, einen Erbvertrag vom 11.12.1985, einen Erbvertrag vom 25.04.1990 und ein gemeinschaftliches Testament vom 13.09.1993. Ein weiteres gemeinschaftliches Testament vom 09.02.1995 \u2013 UR.Nr. XXX\/1995 des Notars C in N2 -, das die Erblasserin gemeinsam mit ihrem Ehemann errichtete, hat u.a. folgenden Inhalt (Bl. 65 ff. d. Beiakte 34 IV 321\/14):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie erkl\u00e4ren, ein gemeinschaftliches, wechselbez\u00fcgliches Testament (hervorgehoben im Original) errichten zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026 Wir nehmen Bezug auf den Erbvertrag vom 25.04.1990 \u2026 sowie auf die diesbez\u00fcgliche Erg\u00e4nzungsverhandlung vom 13.09.1993 \u2026 Die vorbezeichneten letztwilligen Verf\u00fcgungen heben wir hiermit auf. Wir nehmen gleichzeitig Bezug auf die Erbverzichtsvertr\u00e4ge mit Abfindungsvereinbarung, die ich, der Erschienene, Dr. med. H G, mit meinem Sohn B G, \u2026 , und ich, Frau N G \u2026 mit meiner Tochter S B, \u2026, geschlossen haben. Wir widerrufen \u00e4u\u00dferst vorsorglich auch jede eventuelle andere heute nicht erw\u00e4hnte fr\u00fcher errichtete letztwillige Verf\u00fcgung gleich welcher Art und erkl\u00e4ren unseren letzten Willen nunmehr wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir setzen uns gegenseitig, der Erstversterbende den \u00dcberlebenden, zum alleinigen Erben ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 2<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu unserem Erben nach dem Tode des L\u00e4ngstlebenden von uns berufen wir beide die E L e.V. in C2 bzw. deren eventuelle NachfolHanisationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 3<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Anordnungen treffen wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026\u201c Zuvor hatten die Erblasserin mit der Beteiligten zu 4) und der Ehemann der Erblasserin mit dem Beteiligten zu 3) jeweils Erbverzichtsvertr\u00e4ge mit Abfindungsvereinbarungen geschlossen. Am 30.05.2014 errichtete die Erblasserin ein weiteres Testament \u2013 UR.Nr. XXXX\/2014 des Notars Dr. M in C2 -, das u.a. folgenden Inhalt hat (Bl. 115 d. Beiakte 34 IV 321\/14):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.)    Vorbemerkung Ich habe gemeinsam mit meinem inzwischen verstorbenen Ehemann \u2026 ein gemeinschaftliches Testament errichtet, das in \u00a7 2 die Einsetzung der E L e.V. in C2 als unseren Erben nach dem Tod des L\u00e4ngstlebenden von meinem Ehemann und mir vorsieht. Damit sollte allerdings keine Einschr\u00e4nkung meiner Testierf\u00e4higkeit nach dem Tode meines Ehemannes verf\u00fcgt werden. Wenn mein Ehemann und ich dies gewollt h\u00e4tten, h\u00e4tten wir dies in dem notariellen Testament so ausdr\u00fccklich bestimmt. Auch verweise ich auf die Rechtsprechung, wonach bei der Einsetzung einer gemeinn\u00fctzigen oder caritativen Organisation als Schlusserbe von einer Wechselbez\u00fcglichkeit dieser Erbeinsetzung nicht ausgegangen werden kann \u2026 2.)    Dies vorausgeschickt errichte ich heute f\u00fcr den Fall meines Todes folgendes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Testament:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Widerruf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verf\u00fcgung in \u00a7 2 des vorgenannten Testamentes hebe ich hiermit vollst\u00e4ndig auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Erbeinsetzung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich setze hiermit meinen Enkelsohn B3 B \u2026 zu meinem Alleinerben ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026\u201c Mit notarieller Urkunde vom 10.07.2015 \u2013 UR.Nr. XXX\/2015 des Notars Dr. L2 in C2 \u2013 hat der Beteiligte zu 1) die Erteilung eines Alleinerbscheins auf der Grundlage des gemeinschaftlichen Testamentes vom 09.02.1995 beantragt (Bl. 1 ff. d. A.). Er hat die Auffassung vertreten, die Erblasserin habe das gemeinschaftliche Testament der Ehegatten vom 09.02.1995 nicht mehr widerrufen k\u00f6nnen, weil es sich bei der Schlusserbeneinsetzung um eine wechselbez\u00fcgliche Verf\u00fcgung handele. Der Beteiligte zu 2) hat dagegen die Auffassung vertreten, die Erblasserin habe die Einsetzung des Beteiligten zu 1) in dem Testament vom 09.02.1995 durch das sp\u00e4tere Testament vom 30.05.2014 wirksam widerrufen. Die Einsetzung des Beteiligten zu 1) sei nicht wechselbez\u00fcglich gewollt gewesen, was sich ausdr\u00fccklich aus dem Testament vom 30.05.2014 ergebe. Durch am 17.11.2015 erlassenen Beschluss vom 16.11.2015 hat das Nachlassgericht die Tatsachen, die zur Begr\u00fcndung des Antrags des Beteiligten zu 1) erforderlich sind, f\u00fcr festgestellt erachtet (Bl. 78 ff. d. A.). Zur Begr\u00fcndung hat es ausgef\u00fchrt, dass der Wortlaut der \u00dcberschrift in dem gemeinschaftlichen Testament vom 09.02.1995 \u201egemeinschaftliches, wechselbez\u00fcgliches Testament\u201c daf\u00fcr spreche, dass die nachfolgenden Verf\u00fcgungen bindend gewollt seien. Hinzu komme, dass die Eheleute durch den Hinweis im Testament auf die Erbverzichtsvertr\u00e4ge und Abfindungsvereinbarungen mit ihren Kindern deutlich gemacht h\u00e4tten, dass die Kinder nicht am Erbe beteiligt werden sollten. Die Beschwerde des Beteiligten zu 2) gegen diesen Beschluss des Nachlassgerichts hat der Senat durch Beschluss vom 21.01.2016 zur\u00fcckgewiesen und sich zur Begr\u00fcndung im Wesentlichen der Auffassung des Nachlassgerichts angeschlossen (Bl. 103 ff. d. A.). Die gegen diesen Beschluss gerichtete Geh\u00f6rsr\u00fcge des Beteiligten zu 2) hat der Senat durch Beschluss vom 11.02.2016 als unzul\u00e4ssig verworfen, weil sie im Wesentlichen nur auf neues Vorbringen, u.a. ein bis zu diesem Zeitpunkt unbekanntes Testament, gest\u00fctzt worden ist (Bl. 128 ff. d. A.). Daraufhin hat das Nachlassgericht am 15.03.2016 einen Erbschein erteilt, der den Beteiligten zu 1) als Alleinerben ausweist (Bl. 139 d. A.). Mit notarieller Urkunde vom 23.03.2016 \u2013 UR.Nr. XXX\/2016 des Notars Dr. S2 in I \u2013 hat der Beteiligte zu 2) die Erteilung eines Erbscheins beantragt, der ihn als Alleinerben ausweist (Bl. 140 ff. d. A.), und die Kopie eines weiteren auf den 26.04.2011 datierten Testamentes zu den Akten gereicht, das am 04.04.2016 er\u00f6ffnet worden ist und auf dessen Inhalt Bezug genommen wird (Bl. 142-144 d. Beiakte 34 IV 334-336\/16). Mit Schriftsatz vom 25.04.2016 hat der Beteiligten zu 2) die Einziehung des Erbscheins vom 15.03.2016 angeregt (Bl. 159 d. A.). Zur Begr\u00fcndung seines Antrags auf Erteilung eines Alleinerbscheins und Einziehung des Erbscheins vom 15.03.2016 hat der Beteiligte zu 2) vorgetragen, dass das Testament vom 26.04.2011 seine Einsetzung als Alleinerben beinhalte und damit zugleich einen Widerruf der Einsetzung des Beteiligten zu 1) durch das gemeinschaftliche Testament der Erblasserin und ihres Ehemannes vom 09.02.1995. Das Testament sei von der Erblasserin geschrieben und unterschrieben worden; ihr Ehemann habe durch seine Unterschrift die Zustimmung zu ihren Verf\u00fcgungen erteilt. Der Wirksamkeit des Testamentes stehe nicht entgegen, dass das Original nicht aufzufinden sei, weil ein Vernichtungswille der Erblasserin und ihres Ehemannes jedenfalls nicht feststellbar sei. Im \u00dcbrigen sei das Testament vom 09.02.1995 entgegen der Auffassung des Nachlassgerichts und des Senates aber auch durch das Einzeltestament der Erblasserin vom 30.05.2014 wirksam widerrufen worden, weil die Schlusserbeneinsetzung der Beteiligten zu 1) nicht wechselbez\u00fcglich gewollt gewesen sei. Bez\u00fcglich der Einzelheiten seines Vorbringens wird auf den Inhalt der notariellen Urkunde vom 23.03.2016 sowie der Schrifts\u00e4tze vom 08.07.2016 (Bl. 168 ff. d. A.) und 26.07.2016 (Bl. 173 f. d. A.) Bezug genommen. Die Beteiligte zu 1) ist diesem Antrag entgegengetreten und hat vorgetragen, dass Gr\u00fcnde daf\u00fcr sprechen w\u00fcrden, dass entweder die Unterschrift des Ehemannes der Erblasserin nachtr\u00e4glich von Dritten unter das Testament gesetzt oder das Testament von den Eheleuten nachtr\u00e4glich wieder vernichtet worden sei. Bez\u00fcglich der weiteren Einzelheiten der Begr\u00fcndung wird auf den Inhalt des Schriftsatzes vom 07.04.2016 (Bl. 156 f. d. A.) Bezug genommen. Durch am 13.09.2016 erlassenen Beschluss vom 07.09.2016 hat das Nachlassgericht die Antr\u00e4ge des Beteiligten zu 2) auf Einziehung des Erbscheins vom 15.03.2016 und auf Erteilung eines Alleinerbscheins zur\u00fcckgewiesen (Bl. 179 ff. d. A.). Bez\u00fcglich der Einzelheiten der Begr\u00fcndung wird auf den Inhalt des am 13.09.2016 erlassenen Beschlusses Bezug genommen. Gegen diesen dem Beteiligten zu 2) am 16.09.2016 zugestellten Beschluss richtet sich seine am 10.10.2016 beim Amtsgericht Bonn eingegangene Beschwerde vom 07.10.2016 (Bl. 186 f. d. A.), die er mit Schriftsatz vom 14.11.2016, auf dessen Inhalt Bezug genommen wird, begr\u00fcndet hat (Bl. 224 ff. A.). Das Nachlassgericht hat der Beschwerde durch am 17.11.2016 erlassenen Beschluss vom 16.11.2016 nicht abgeholfen und die Sache dem Oberlandesgericht zur Entscheidung vorgelegt (Bl. 235 f. d. A.). II. Die zul\u00e4ssige Beschwerde des Beteiligten zu 2) hat in der Sache einen vorl\u00e4ufigen Erfolg und f\u00fchrt zur Aufhebung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das Nachlassgericht zur erneuten Behandlung und Entscheidung in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang. Nach \u00a7 69 Abs. 1 S. 2 FamFG kommt eine Zur\u00fcckverweisung der Sache ohne Antrag von Amts wegen in Betracht, wenn das Gericht des ersten Rechtszuges in der Sache \u00fcberhaupt noch keine Entscheidung oder noch nicht in der gebotenen Weise umfassend getroffen hat (Keidel\/Sternal, FamFG, 18. Aufl. 2014, \u00a7 69 Rn. 14; Schulte-Bunert\/Unger\/Ro\u00dfmann, FamFG, 5. Aufl. 2016, \u00a7 69 Rn. 15, 16). Hiervon ist auch dann auszugehen, wenn sich das erstinstanzliche Gericht infolge einer zur Begr\u00fcndetheit des Antrags geh\u00f6renden, jedoch aus seiner Sicht vorrangigen Frage an einer n\u00e4heren Befassung mit der Sache selbst gehindert gesehen hat (OLG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 03.06.2016 \u2013 3 Wx 268\/14, MDR 2016, 1094, 1095). So liegt der Fall auch hier. Das Nachlassgericht ist nicht davon \u00fcberzeugt gewesen, \u201edass das Testament vom 26.04.2011 noch Geltung haben soll\u201c, und ist deshalb auf die Frage, ob das Testament vom 26.04.2011 wirksam errichtet worden ist, gar nicht eingegangen. Es ist offenbar davon ausgegangen, dass die Erblasserin und ihr Ehemann das Testament vom 26.04.2011 mit Aufhebungswillen vernichtet haben, weil das Original nicht auffindbar ist. Dem ist indes nicht zu folgen. Ein nicht mehr vorhandenes Testament ist nicht allein wegen seiner Unauffindbarkeit ung\u00fcltig (Palandt\/Weidlich, BGB, 75. Aufl. 2016, \u00a7 2255 Rn. 9). Es besteht im Falle der Unauffindbarkeit eines Testamentes auch keine Vermutung daf\u00fcr, dass es vom Erblasser vernichtet worden und deshalb gem. \u00a7 2255 BGB als widerrufen anzusehen ist (OLG Schleswig, Beschluss vom 12.08.2013 \u2013 3 Wx 27\/13, NJW-RR 2014, 73-76; M\u00fcKo-BGB\/Hagena, 6. Aufl. 2013, \u00a7 2255 Rn. 16; Staudinger\/Baumann, BGB, Neubearb. 2012, \u00a7 2255 Rn. 34). Die vom Nachlassgericht genannten Gr\u00fcnde sprechen nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine mit Aufhebungsabsicht erfolgte gemeinschaftliche Vernichtung des \u2013 angeblich wirksam errichteten \u2013 Testamentes vom 26.04.2011 durch die Erblasserin und ihren Ehemann. Die vom Beteiligten zu 2) geschilderten Umst\u00e4nde zum Auffinden der vorliegenden Kopie eines Testamentes sind nicht derart ungew\u00f6hnlich, dass sie eine gemeinschaftliche Vernichtung des Originals durch die Eheleute nahelegen. Denn auch (Original-) Testamente werden unbeabsichtigt verlegt oder entsorgt. Es ist auch nicht lebensfremd, dass Testamente oder Kopien von Testamenten auch bei sorgf\u00e4ltiger Suche nach dem Tod einer Person zun\u00e4chst nicht, sp\u00e4ter aber zuf\u00e4llig an einem Ort gefunden werden, wo mit einem Testament oder einer Kopie eines Testamentes nicht unbedingt zu rechnen war. Dass die Erblasserin in dem notariell errichteten Testament vom 30.05.2014 nur auf das notarielle Testament vom 09.02.1995 Bezug genommen hat, nicht aber auf ein Testament vom 26.04.2011, kann auf vielen Gr\u00fcnden beruhen. Dieser Umstand allein spricht jedenfalls nicht daf\u00fcr, dass das Testament vom 26.04.2011 bereits wirksam widerrufen war, als die Erblasserin am 30.05.2014 erneut ein Testament errichtete. Soweit das Nachlassgericht noch darauf abstellt, dass die Erblasserin die Verf\u00fcgungen in dem Testament vom 26.04.2011 in der Ich-Form geschrieben und ihr Ehemann nur unterschrieben hat, st\u00fcnde dies \u2013 unterstellt, die Unterschriften stammen von der Erblasserin und ihrem Ehemann und sind nicht blo\u00df unter das Schriftst\u00fcck vom 26.04.2011 kopiert worden \u2013 einem gemeinsamen Testierwillen der Eheleute nicht entgegen. Dadurch, dass die Erblasserin in dem Schriftst\u00fcck vom 26.04.2011 auf das gemeinschaftlich errichtete Testament vom 09.02.1995 ausdr\u00fccklich Bezug nimmt und der Ehemann das Originalschriftst\u00fcck \u2013 angeblich \u2013 mit unterschrieben hat, geht der gemeinsame Testierwille der Eheleute hinreichend deutlich aus dem Testament vom 26.04.2011 hervor. Die Vorfrage, ob das Testament vom 26.04.2011 wirksam errichtet worden ist, durfte das Nachlassgericht daher nicht offen lassen. Diese Frage konnte entgegen der Auffassung des Beschwerdef\u00fchrers im \u00dcbrigen auch nicht deshalb offen bleiben, weil die Erblasserin die Einsetzung des Beteiligten zu 1) im Testament vom 09.02.1995 durch das Testament vom 30.05.2014 widerrufen hat. Denn der Senat h\u00e4lt an seiner im Beschluss vom 21.01.2016 ge\u00e4u\u00dferten Rechtsauffassung fest, wonach die Erbeinsetzung des Beteiligten zu 1) durch das Testament vom 09.02.1995 wechselbez\u00fcglich gewollt und deshalb bindend war. Ein einseitiger Widerruf dieser Einsetzung durch die Erblasserin war nach dem Tod ihres Ehemannes daher nicht mehr m\u00f6glich (\u00a7 2271 Abs. 2 BGB). Das Nachlassgericht wird daher zu ermitteln haben, ob das Testament vom 26.04.2011 formwirksam errichtet worden ist. Wer sich \u2013 wie hier der Beteiligte zu 2) \u2013 auf ein unauffindbares Testament beruft, muss die formg\u00fcltige Errichtung und den Inhalt des Testaments beweisen und tr\u00e4gt im Verfahren auf Erteilung eines Erbscheins insoweit die Feststellungslast. An den Nachweis sind wegen der f\u00fcr die Errichtung des Testaments geltenden Formvorschriften strenge Anforderungen zu stellen (OLG Schleswig, Beschluss vom 12.08.2013 \u2013 3 Wx 27\/13, NJW-RR 2014, 73-76; BayObLG FamRZ 2005, 138 f; OLG M\u00fcnchen NJW-RR 2009, 305; OLG Saarbr\u00fccken, FamRZ 2001, 1313 ff.). Eine Kopie des Originaltestamentes kann als Nachweis aber ausreichen, wenn mit ihr die formgerechte Errichtung des Originaltestamentes nachgewiesen werden kann. Durch das Nachlassgericht wird daher zu kl\u00e4ren sein, ob das Testament vom 26.04.2011 im Original von der Erblasserin und ihrem Ehemann unterschrieben worden ist. Hierzu ist ein graphologisches Gutachten eines Sachverst\u00e4ndigen einzuholen. Ob der Sachverst\u00e4ndige zu der Beweisfrage Feststellungen wird treffen k\u00f6nnen, wird der Sachverst\u00e4ndige zu bewerten haben und nicht \u2013 wie im angefochtenen Beschluss geschehen \u2013 das Nachlassgericht. III. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 21 GNotKG, \u00a7 81 Abs. 1 S. 1 FamFG. Die Rechtsbeschwerde ist nicht zuzulassen, weil die Voraussetzungen nicht vorliegen (\u00a7 70 Abs. 2 FamFG). (Erbnachweis Testament Kopie)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id10129_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane10129_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Kann eine Testamentskopie als Erbnachweis gen\u00fcgen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, in besonderen Ausnahmef\u00e4llen kann eine Kopie ausreichen. Voraussetzung ist aber, dass Inhalt und formgerechte Errichtung des Originaltestaments bewiesen werden. An diesen Nachweis stellt das Gericht strenge Anforderungen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane10129_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Ist ein Testament ung\u00fcltig, wenn das Original fehlt?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Ein Testament ist nicht allein deshalb ung\u00fcltig, weil es nicht mehr auffindbar ist. Aus der Unauffindbarkeit folgt auch keine automatische Vermutung, dass der Erblasser das Testament widerrufen wollte.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane10129_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wer muss die Wirksamkeit des verschwundenen Testaments beweisen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beweislast tr\u00e4gt derjenige, der sich auf das nicht mehr auffindbare Testament beruft. Er muss beweisen, dass das Testament formg\u00fcltig errichtet wurde und welchen Inhalt es hatte. Gelingt dieser Nachweis nicht, kann daraus kein Erbrecht hergeleitet werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane10129_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war ein graphologisches Gutachten erforderlich?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es musste gekl\u00e4rt werden, ob das Originaltestament tats\u00e4chlich von der Erblasserin und ihrem Ehemann unterschrieben worden war. Diese Frage durfte das Nachlassgericht nicht selbst vorwegnehmen. Ob sich aus der Kopie ausreichende Feststellungen treffen lassen, musste ein Sachverst\u00e4ndiger bewerten.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane10129_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum wurde die Sache an das Nachlassgericht zur\u00fcckverwiesen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Nachlassgericht hatte nicht ausreichend gepr\u00fcft, ob das Testament vom 26.04.2011 wirksam errichtet worden war. Diese Vorfrage war aber entscheidend f\u00fcr die beantragte Erbscheinserteilung und die Einziehung des bisherigen Erbscheins. Deshalb musste das Nachlassgericht erneut ermitteln und entscheiden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image10129_303a81-00 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id10129_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id10129_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id10129_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-bottom:5px solid 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Aus diesem Ehegattentestament ging eine gemeinn\u00fctzige Organisation als Schlusserbe hervor. Die Ehegatten hatten sich selbst wechselseitig zu Alleinerben bestimmt.<br \/>\nDie Erblasserin errichteten nach dem Tod ihres Ehemanns ein weiteres Testament, indem sie erkl\u00e4rte, dass die Schlusserbeneinsetzung der gemeinn\u00fctzigen Organisation als Schlusserbe im notariellen Testament nicht wechselbez\u00fcglich gewesen sei. Weiter setzte die Erblasserin ihren Enkel als ihren Alleinerben ein.<br \/>\nNach dem Tod der Erblasserin beantragte die gemeinn\u00fctzige Organisation einen Alleinerbschein, der ihr erteilt wurde. Der Enkel legte dem Nachlassgericht eine Kopie des 2. Testamentes der Erblasserin vor. Das Original des 2. Testamentes war nicht mehr auffindbar. Er beantragte den Erbschein zugunsten der gemeinn\u00fctzigen Organisation einzuziehen und ihm einen Alleinerbschein zu erteilen. Das Nachlassgericht wies die Antr\u00e4ge des Enkels zur\u00fcck. Hiergegen erhob der Enkel Beschwerde.<br \/>\nDas OLG K\u00f6ln entsprach der Beschwerde des Enkels. Dem Enkel war der beantragte Alleinerbschein zu erteilen. Diesbez\u00fcglich f\u00fchrte das OLG K\u00f6ln aus, dass das Nachlassgericht sich nicht mit der Frage besch\u00e4ftigt hat, ob das Originaltestament, welches aus der Testamentskopie hervorgeht, wirksam errichtet wurde.<br \/>\nAus der Tatsache, dass das Originaltestament nicht aufgefunden werden kann, kann nicht geschlossen werden, dass die Erblasserin das Testament mit der Absicht vernichtet hat, das Testament zu widerrufen. Eine solche Vermutung ergibt sich aus \u00a7 2255 BGB nicht. Allerdings muss derjenige, der sich auf ein nicht mehr auffindbar ist Testament beruft, beweisen, dass dieses Testament formwirksam errichtet wurde. Im vorliegenden Fall ging das OLG K\u00f6ln davon aus, dass dem Antragsteller dieser Beweis durch die Vorlage der Kopie des Testamentes gelungen war, da aus der Kopie alle Elemente abgeleitet werden konnten, die ein formwirksames handschriftlich errichtete Testament ausmachen. F\u00fcr die Kl\u00e4rung der Frage, ob die Unterschrift, die der Kopie des Testamentes zu entnehmen war, tats\u00e4chlich die Unterschrift der Erblasserin war, ist die sachverst\u00e4ndige Stellungnahme eines Schriftsachverst\u00e4ndigen erforderlich.<br \/>\nDa das OLG K\u00f6ln davon ausging, dass der Antragsteller durch die Vorlage der Kopie des Testamentes nachweisen konnte, dass die Erblasserin das behauptet Testament urspr\u00fcnglich formwirksam errichtet hatte, war der Enkel der Erblasserin zu deren Alleinerbe geworden.<br \/>\nDie Entscheidung des OLG K\u00f6ln muss aus praktischen Gr\u00fcnden kritisch gesehen werden. Eine Reihe renommierter Schriftsachverst\u00e4ndigen geht davon aus, dass anhand von blo\u00dfen Fotokopien nicht der Nachweis gef\u00fchrt werden kann, dass eine bestimmte Unterschrift tats\u00e4chlich von der Person stammt, die die Unterschrift geleistet haben soll. Folgt man dieser Einsch\u00e4tzung, so ergibt sich, dass eben die Frage der Unterschriftsleistung durch den Erblass bei der Vorlage einer blo\u00dfen Fotokopie sich letztlich nicht kl\u00e4ren l\u00e4sst. Kann aber nicht der Nachweis gef\u00fchrt werden, dass die aus der vorgelegten Kopie hervorgehende Unterschrift tats\u00e4chlich die Unterschrift des Erblassers ist, kann letztlich auch nicht der Nachweis gef\u00fchrt werden, dass der Erblasser das in Kopie vorgelegte Testament formwirksam errichtet hat. In vergleichbaren F\u00e4llen wird man sich daher intensiv mit der Frage besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, inwieweit die Herkunft der Unterschrift aufgrund der vorgelegten Fotokopie \u00fcberhaupt beweisbar ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10131,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"qubely_global_settings":"","qubely_interactions":"","_uag_custom_page_level_css":"","advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"categories":[13,19,41],"tags":[],"class_list":["post-10129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erbrecht","category-erbschein","category-testament"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"acf":[],"qubely_featured_image_url":{"full":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"landscape":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"portraits":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-540x320.jpg",540,320,true],"thumbnail":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-300x225.jpg",300,225,true],"medium_large":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-768x576.jpg",768,576,true],"large":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"1536x1536":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"2048x2048":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"qubely_landscape":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",800,600,false],"qubely_portrait":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-540x320.jpg",540,320,true],"qubely_thumbnail":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie-140x100.jpg",140,100,true],"gform-image-choice-sm":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",300,225,false],"gform-image-choice-md":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",400,300,false],"gform-image-choice-lg":["https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/OLG-Koeln-Beschluss-vom-02-12-2016-Az-2-Wx-550-16-Erbnachweis-Testament-Kopie.jpg",600,450,false]},"qubely_author":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"qubely_comment":0,"qubely_category":"<a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=13\" rel=\"category\">Erbrecht<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=19\" rel=\"category\">Erbschein<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=41\" rel=\"category\">Testament<\/a>","qubely_excerpt":"In begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen kann das Erbrecht auch durch die Vorlage einer Kopie des Testamentes nachgewiesen werden. 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