{"id":26245,"date":"2026-06-30T10:04:27","date_gmt":"2026-06-30T10:04:27","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=26245"},"modified":"2026-06-28T10:05:12","modified_gmt":"2026-06-28T10:05:12","slug":"nottestament-todeszeitpunkt-notarerreichbarkeitzur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22-06-2022-az-6-w-7-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=26245","title":{"rendered":"Zur Unwirksamkeit eines Nottestamentes &#8211; KG Berlin Beschluss vom 22.06.2022 Az: 6 W 7\/21"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-kg-berlin-beschluss-vom-22-06-2022-az-6-w-7-21-nottestament-scheitert-ohne-unmittelbare-todesgefahr\" class=\"wp-block-heading\">KG Berlin \u2013 Beschluss vom 22.06.2022 \u2013 Az. 6 W 7\/21: Nottestament scheitert ohne unmittelbare Todesgefahr<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image168_f2a9c7-36 size-full advgb-dyn-81b02599\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22.06.2022-az_-6-w-7_21-rechtsanwalt-und-fachanwalt-fuer-erbrecht-detlev-balg-koeln-1.jpg-1440px.jpg\" alt=\"Nottestament - Todeszeitpunkt - Notarerreichbarkeit | Zur Unwirksamkeit eines Nottestamentes - KG Berlin Beschluss vom 22.06.2022 Az_ 6 W 7\/21 Rechtsanwalt und Fachanwalt f\u00fcr Erbrecht Detlev Balg K\u00f6ln\" width=\"1440\" height=\"810\" class=\"kb-img wp-image-26250 \" srcset=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22.06.2022-az_-6-w-7_21-rechtsanwalt-und-fachanwalt-fuer-erbrecht-detlev-balg-koeln-1.jpg-1440px.jpg 1440w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22.06.2022-az_-6-w-7_21-rechtsanwalt-und-fachanwalt-fuer-erbrecht-detlev-balg-koeln-1.jpg-1440px-300x169.jpg 300w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22.06.2022-az_-6-w-7_21-rechtsanwalt-und-fachanwalt-fuer-erbrecht-detlev-balg-koeln-1.jpg-1440px-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zur-unwirksamkeit-eines-nottestamentes-kg-berlin-beschluss-vom-22.06.2022-az_-6-w-7_21-rechtsanwalt-und-fachanwalt-fuer-erbrecht-detlev-balg-koeln-1.jpg-1440px-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Nottestament vor drei Zeugen ist unwirksam, wenn am Errichtungstag noch ein Notar oder B\u00fcrgermeister rechtzeitig erreichbar gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das KG Berlin betont, dass ein Nottestament nur in einer echten Ausnahmesituation zul\u00e4ssig ist. Eine schwere unheilbare Erkrankung gen\u00fcgt nicht, wenn der Tod nicht so unmittelbar bevorsteht, dass eine notarielle oder b\u00fcrgermeisterliche Beurkundung voraussichtlich nicht mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kinderlose und verwitwete Erblasserin befand sich wegen eines Pankreaskarzinoms in station\u00e4rer Behandlung. Am 24.10.2019 wurde im Krankenhaus ein maschinenschriftliches, von der sp\u00e4ter beg\u00fcnstigten Nachbarin vorbereitetes Schriftst\u00fcck mit der \u00dcberschrift \u201eMein letzter Wille\u201c erstellt, vorgelesen und von der Erblasserin sowie drei Zeugen unterschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antragsteller, die in diesem Schriftst\u00fcck zu Erben eingesetzt waren, beantragten einen gemeinschaftlichen Erbschein. Das Nachlassgericht wies den Antrag zur\u00fcck, weil die Voraussetzungen eines Nottestaments nicht vorgelegen h\u00e4tten; hiergegen legten die Antragsteller Beschwerde zum KG Berlin ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das KG Berlin best\u00e4tigte die Entscheidung des Nachlassgerichts. Das maschinenschriftliche Schriftst\u00fcck erf\u00fcllte nicht die Anforderungen an ein eigenh\u00e4ndiges Testament, weil die Erblasserin den Text nicht selbst geschrieben hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch als Nottestament nach \u00a7 2250 Abs. 2 BGB war die Erkl\u00e4rung unwirksam. Entscheidend war, dass am 24.10.2019 weder objektiv noch nach \u00fcbereinstimmender \u00dcberzeugung der Zeugen eine so nahe Todesgefahr bestand, dass ein Notar oder B\u00fcrgermeister nicht mehr h\u00e4tte hinzugezogen werden k\u00f6nnen; die Erblasserin verstarb erst zw\u00f6lf Tage sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-kg-berlin-beschluss-vom-22-06-2022-az-6-w-7-21\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: KG Berlin \u2013 Beschluss vom 22.06.2022 \u2013 Az.: 6 W 7\/21<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Beschwerde der Beschwerdef\u00fchrer vom 16.12.2020 gegen den Beschluss des Amtsgerichts Neuk\u00f6lln vom 23.11.2020 (AZ. 65 VI S 122\/20) wird auf ihre Kosten zur\u00fcckgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Beschwerdewert wird auf 292.770 \u20ac festgesetzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Rechtsbeschwerde wird nicht zugelassen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Die am \u2026 1932 geborene Erblasserin verstarb am fr\u00fchen Morgen des 5.11.2019 zwischen 05.00 Uhr und 07.00 Uhr kinderlos und verwitwet. Sie hatte gemeinsam mit ihrem am \u2026 2015 vorverstorbenen Ehemann unter dem 17.01.2004 handschriftlich ein gemeinschaftliches Testament verfasst, in welchem die Eheleute sich gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt hatten. Die Erblasserin war alleinige Berechtigte an einem Erbbaurecht an dem Grundst\u00fcck E-weg, (\u2026) Berlin. Am 15.10.2019 wurde die Erblasserin in das (\u2026) Klinikum Neuk\u00f6lln eingeliefert, wo sie sich anschlie\u00dfend bis zu ihrem Tod in station\u00e4rer Behandlung befand, nachdem bei ihr ein organ\u00fcberschreitendes Pankreaskopfkarzinom festgestellt wurde. In einer Interdisziplin\u00e4ren Tumorkonferenz in dieser Klinik am 29.10.2019 stellten die behandelnden \u00c4rzte fest, die 87-j\u00e4hrige Patientin sei wach, ansprechbar und orientiert. Sie habe einen klaren Therapiewunsch. Aus chirurgischer Sicht sei der Tumor m\u00f6glicherweise operabel, es wurden als weitere Schritte histologische Untersuchungen und die Besprechung der Therapieoptionen mit der Patientin und den Angeh\u00f6rigen mit anschlie\u00dfender Wiedervorstellung vorgesehen. Wegen der weiteren Einzelheiten zu den medizinischen Befunden wird auf den Arztbericht des (\u2026) Klinikum Neuk\u00f6lln vom 29.10.2019 (Anlage 01, \u2026) Bezug genommen. Die Antragsteller waren Nachbarn der Erblasserin. Am 24.10.2019 gegen 16 Uhr wurde in der Klinik in Anwesenheit dreier Zeugen und der Antragstellerin ein mit den Worten \u201eMein letzter Wille\u201c \u00fcberschriebenes, maschinenschriftliches Testament erstellt, welches die Antragstellerin zu 1.) zuvor vorbereitet, ausgedruckt und mitgebracht hatte. Unter Ziff. 1 \u201eErbeinsetzung\u201c werden dort beide Antragsteller zu gleichen Teilen zu alleinigen Erben der Erblasserin bestimmt. Das Dokument weist mit 5 Ziffern auf zwei DIN-A4-Seiten Regelungen zur Erbeinsetzung, zu Ersatzerben, Testamentsvollstreckung , Schiedsklausel und Rechtswahl auf und ist auf beiden Seiten von der Erblasserin, sowie auf Seite 2 sowohl von der Antragstellerin zu 1.) als auch von den Zeugen F, G und H unterschrieben, wobei es f\u00e4lschlich auf den 24.11.2019 datiert ist. Wegen der Einzelheiten wird auf das Testament Bl. 19 f. der Testamentsakte Bezug genommen. Die Antragsteller haben mit vor dem Notar J (UR-Nr\u2026.) beurkundetem Antrag vom 11.02.2020 die Erteilung eines gemeinschaftlichen Erbscheins zu je \u00bd als Erben der Erblasserin beantragt. Sie berufen sich auf das zu ihren Gunsten errichtete Testament vom 24.10.2019. Dieses sei von der Erblasserin als Nottestament errichtet worden. Sie tragen vor, alle drei Zeugen seien der Auffassung gewesen, dass zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes der Erblasserin unmittelbare Todesgefahr bestanden habe. Die Erblasserin sei nicht mehr in der Lage gewesen, das Testament pers\u00f6nlich zu schreiben. Die Bem\u00fchungen, einen Notar hinzuzuziehen, seien vergeblich gewesen, insbesondere sei nach Errichtung des Nottestaments, besonders am 4.11.2019, versucht worden, einen Notar in das Krankenhaus Neuk\u00f6lln zu bestellen. Es seien insgesamt 20 Berliner Notare angerufen worden, jedoch habe keiner von ihnen kurzfristig Zeit f\u00fcr eine Testamentsbeurkundung im Krankenhaus Neuk\u00f6lln gehabt, auch der Notar J nicht. Das Nachlassgericht hat am 06.07.2020 die Antragsteller pers\u00f6nlich angeh\u00f6rt und gem\u00e4\u00df Beweisbeschluss vom selben Tage (Bl. 42 d.A.) die Zeugen F, G und H \u00fcber die Umst\u00e4nde der Testamentserrichtung als Zeugen vernommen. Auf das Protokoll des Anh\u00f6rungstermins vom 06.07.2020 (Bl. 39 d.A.) wird Bezug genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 22.07.2020 zeigte der Verfahrensbevollm\u00e4chtigte der Antragsteller dem Nachlassgericht deren anwaltliche Vertretung an. Mit Beschluss vom 23.11.2020 (AZ 65 VI S 122\/20) hat das Nachlassgericht den Erbscheinsantrag zur\u00fcckgewiesen. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrt das Nachlassgericht aus, die Voraussetzungen eines Nottestaments nach \u00a7 2250, 2251 BGB h\u00e4tten nicht vorgelegen, da weder die objektive noch die subjektiv angenommene nahe Todesgefahr bestanden habe, noch k\u00f6nne die mangelnde Errichtungsm\u00f6glichkeit vor einem B\u00fcrgermeister oder Notar bejaht werden. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den Beschluss des Nachlassgerichts vom 23.11.2020 (Bl. 63 der Akten) Bezug genommen. Mit der am 16.12.2020 bei dem Nachlassgericht eingegangenen Beschwerde bringen die Antragsteller unter anderem vor, es habe aufgrund des Gesundheitszustandes der Erblasserin eine objektive nahe Todesgefahr bestanden. Das Nachlassgericht habe zudem nicht ausreichend gew\u00fcrdigt, dass bei der Anfrage bei diversen Notaren nach dem 24.10.2019 kein Notar kurzfristig zu einer Beurkundung am Krankenbett bereit gewesen sei, was sich auch durch die geringen erzielbaren Geb\u00fchren erkl\u00e4re. Das B\u00fcrgermeistertestament gem. \u00a7 2249 BGB komme bei einer Gro\u00dfstadt wie Berlin realistisch nicht in Frage, die Regelung sei nur f\u00fcr l\u00e4ndliche Gemeinden gedacht. Das Amtsgericht hat sich mit Verf\u00fcgung vom 3.2.2021 mit dem Beschwerdevorbringen auseinandergesetzt und der Beschwerde nicht abgeholfen (Bl. 88 d.A.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Akten des Amtsgerichts Neuk\u00f6lln \u00fcber Verf\u00fcgungen von Todes wegen der Erblasserin und ihres Ehemannes (AZ. 65 IV S 23\/20) haben dem Senat im Beschwerdeverfahren vorgelegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen des Sachverhalts im \u00dcbrigen wird auf die Darstellung in dem angefochtenen Beschluss Bezug genommen. II. Die gem. \u00a7\u00a7 58 ff. FamFG zul\u00e4ssige, insbesondere fristgem\u00e4\u00df eingelegte (\u00a7 63 Abs. 1 FamFG) Beschwerde der Beschwerdef\u00fchrer bleibt in der Sache aus den im vollen Umfang zutreffenden Gr\u00fcnden des angefochtenen Beschlusses und der Entscheidung \u00fcber die Nichtabhilfe ohne Erfolg. Das Nachlassgericht hat den Erbscheinsantrag der Antragsteller vom 11.02.2020 zu Recht zur\u00fcckgewiesen, denn die Antragsteller sind nicht Erben der Erblasserin geworden, weil das sie beg\u00fcnstigende Testament vom 24.10.2019 keine formwirksame letztwillige Verf\u00fcgung der Erblasserin darstellt. Das Nachlassgericht geht zun\u00e4chst zutreffend davon aus, dass der Regelfall eines ordentlichen Testaments im Sinne des \u00a7 2231 BGB nicht vorliegt; das Testament wurde weder zur Niederschrift eines Notars (\u00a7 2231 Nr. 1 BGB) noch durch eine vom Erblasser nach \u00a7 2247 BGB als eigenh\u00e4ndiges Testament abgegebene Erkl\u00e4rung (\u00a7 2231 Nr. 2 BGB) errichtet. Letzteres w\u00fcrde nicht nur die hier von der Erblasserin am 24.10.2019 selbst geleistete Unterschrift, sondern auch das eigenh\u00e4ndige Verfassen des gesamten Inhalts des Testaments voraussetzen, der hierf\u00fcr von der Erblasserin pers\u00f6nlich in der ihr eigenen Schrift niedergeschrieben sein m\u00fcsste, um die Nachpr\u00fcfung der Echtheit auf Grund der individuellen Merkmale der Handschrift zu erm\u00f6glichen (M\u00fcnchener Kommentar zum BGB, 8. Auflage 2020 (M\u00fcKoBGB), BGB \u00a7 2247 Rn. 17). Hier hat die Erblasserin das von den Antragstellern maschinenschriftlich bzw. am Computer vorbereitete und ausgedruckte, zwei Din-A-4-Seiten und f\u00fcnf Regelungen umfassende Dokument mit ihrem Nachnamen, n\u00e4mlich dem Schriftzug \u201eZ \u201e, auf beiden Seiten klar lesbar unterschrieben, nicht aber die Erkl\u00e4rung als solche, auch nicht teilweise, eigenh\u00e4ndig geschrieben. Selbst wenn mit diesem Dokument der zuvor ge\u00e4u\u00dferte Wille der Erblasserin inhaltlich wiedergegeben w\u00e4re, gen\u00fcgt allein die von der Erblasserin geleistete Unterschrift mit ihrem Nachnamen den zwingenden Formerfordernissen eines privatschriftlichen Testaments nach \u00a7 2247 BGB jedenfalls nicht. Dies stellen die Antragsteller auch nicht in Frage und berufen sich allein auf das Vorliegen eines Nottestaments in der Form des Notlagentestaments vor drei Zeugen gem\u00e4\u00df \u00a7 2250 Abs. 2 BGB. Das Nachlassgericht hat insoweit jedoch zu Recht und mit zutreffender Begr\u00fcndung entschieden, dass die Voraussetzungen eines solchen Testaments nicht vorlagen. Der angefochtene Beschluss spricht dem zu Gunsten der Antragsteller errichteten Testament vom 24.10.2019 daher zu Recht die Wirksamkeit ab. Der Beschluss tr\u00e4gt auch unter Ber\u00fccksichtigung des Vorbringens in der Beschwerde, insbesondere der Schwere der Erkrankung der Erblasserin und des mit der Beschwerdeschrift vorgelegten medizinischen Befundberichts (Bericht der interdisziplin\u00e4ren Tumorkonferenz des \u2026 Klinikums Neuk\u00f6lln vom 29.10.2019, Anlage 01) den tats\u00e4chlichen Gegebenheiten des vorliegenden Falles vollumf\u00e4nglich Rechnung und ist aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht zu beanstanden. Die strengen Anforderungen, die das Nachlassgericht im angefochtenen Beschluss an die Wirksamkeit eines Notlagentestaments gem. \u00a7 2250 Abs. 2 BGB als besonderer Ausnahmevorschrift errichteten Testaments stellt, stehen vielmehr in Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (Senatsbeschluss vom 29.12.2015,- 6 W 93\/15 -, juris), an welcher dieser weiterhin festh\u00e4lt, und der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung (etwa BGH, Urteil vom 15.11.1951 \u2013 IV ZR 66\/51 -, BGHZ 3, 372-381 zu \u00a7 24 TestG; ders, Urteil vom 1.6.1970 \u2013 III ZB 4\/70, BGHZ 54, 89, Rz. 22 und 23). Dabei ist das Nachlassgericht zu Recht davon ausgegangen, dass die formellen Voraussetzungen der Errichtung eines Nottestaments im Sinne dieser Vorschrift eng auszulegen sind (vergl. OLG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 6. Januar 2022 \u2013 I-3 Wx 216\/21 -, Rn. 10, juris, m.w.N.). Denn \u00a7 2250 BGB ist bereits eine Ausnahmevorschrift und regelt die Zul\u00e4ssigkeit abweichend von den ihrerseits bereits strengen Formvorschriften der \u00a7\u00a7 2231, 2247 BGB und der weiteren Ausnahmevorschrift des \u00a7 2249 BGB (Nottestament vor dem B\u00fcrgermeister). Gem\u00e4\u00df \u00a7 2250 Abs. 2 BGB kann ein Erblasser, der sich in so naher Todesgefahr befindet, dass er seinen letzten Willen voraussichtlich nicht mehr vor einem Notar oder dem B\u00fcrgermeister beurkunden lassen kann, sein Testament durch m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung vor drei Zeugen errichten. Die Bedeutung des \u00a7 2250 BGB und der dort normierten Errichtung vor drei Zeugen liegt darin, dass durch m\u00f6glichst klare und unmissverst\u00e4ndliche Wiedergabe der Erkl\u00e4rungen des Erblassers dessen letzter Wille sowohl zum Ausdruck als auch zur Geltung gebracht werden soll. Welche Anforderungen aber erf\u00fcllt werden m\u00fcssen, damit die statt vor einem Notar oder einem B\u00fcrgermeister vor Laien niedergelegten Erkl\u00e4rungen des Erblassers als rechtsverbindliche Wiedergabe seines in naher Todesgefahr ge\u00e4u\u00dferten Willens gewertet werden k\u00f6nnen, steht nicht im Ermessen des Gerichts, sondern ist im einzelnen gesetzlich vorgeschrieben (vergl. OLG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 6. Januar 2022 a.a.O. m.w.N.). Daher verhilft es dem Testament auch nicht zur Wirksamkeit, und erm\u00f6glicht auch keine Aufweichung der zwingenden Formanforderungen, dass sich aus den in der Testamentsakte (Bl. 21 f der Testamentsakte, Az. 65 IV S 23\/20) enthaltenen beiden eidesstattlichen Versicherungen der Zeuginnen G und F ebenso wie aus dem Inhalt der Anh\u00f6rung vor dem Nachlassgericht vom 6.07.2020 entnehmen l\u00e4sst, dass die Erblasserin gegen\u00fcber den Antragstellern und gegen\u00fcber den genannten Zeuginnen in der Vergangenheit mehrfach mitgeteilt hat, die Antragsteller als Alleinerben einsetzen zu wollen. Denn es reicht nicht aus, wenn das Testament dem tats\u00e4chlichen Willen des Erblassers entspricht, sofern die Voraussetzungen zwingender Formvorschriften \u2013 wie hier \u2013 nicht eingehalten sind. Zwar wurde, wie \u00a7 2250 Abs. 2 BGB dies voraussetzt, die Erkl\u00e4rung vor drei Zeugen errichtet. Dass die Antragstellerin zu 1.) bei der Errichtung pers\u00f6nlich mitgewirkt, n\u00e4mlich insbesondere das Schriftst\u00fcck verfasst, den Ausdruck hergestellt, eine Zeugin herbeigeschafft, und das Testament schlie\u00dflich auch selbst verlesen und unterschrieben hat, obgleich sie nach \u00a7\u00a7 2250 Abs. 3 S. 2 BGB i.V.m. \u00a7\u00a7 27, 7 Nr. 1 und 2 entspr. BeurkG, von der Zeugenmitwirkung durch Gesetz ausgeschlossen war, weil die letztwillige Verf\u00fcgung sie selbst und ihren Ehemann durch eine Einsetzung als Alleinerben beg\u00fcnstigt, f\u00fchrt f\u00fcr sich genommen nicht zu einem Wirksamkeitsmangel, weil an der Errichtung drei weitere, nicht ausgeschlossene Personen als Zeugen mitgewirkt haben. Denn die Beteiligung der drei Testamentszeugen G, F und H ist in dieser Hinsicht rechtlich unbedenklich. Dass ein vierter Zeuge bei der Testamentserrichtung mitgewirkt hat, in dessen Person \u2013 wie hier wegen dessen eigener Beg\u00fcnstigung \u2013 ein Ausschlussgrund vorliegt, ist auch dann unsch\u00e4dlich, wenn dessen Anwesenheit die Testamentserrichtung beeinflussen k\u00f6nnte; denn es ist anzunehmen, dass die Anwesenheit von drei unbefangenen Zeugen eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Testamentserrichtung gew\u00e4hrleistet (vergl. Staudinger\/Baumann (2018) BGB \u00a7 2250, Rn. 33; auch OLG M\u00fcnchen, Beschluss vom 12. Mai 2015 \u2013 31 Wx 81\/15 -, Rn. 39, juris m.w.N.)). Es f\u00fchrt auch nicht f\u00fcr sich genommen zur Unwirksamkeit der Niederschrift, dass die von der Erblasserin unterschriebene Testamentsurkunde nichts \u00fcber den Vorgang der Erkl\u00e4rungsabgabe als solchen besagt (vgl. dazu BGH, Urteil vom 4. April 1962 \u2013 V ZR 110\/60 -, BGHZ 37, 79 ff, 85, 86), im Text die mitwirkenden Testamentszeugen nicht bezeichnet (vgl. \u00a7\u00a7 9, 10 BeurkG) und weder Angaben zu der Testierf\u00e4higkeit der Erblasserin noch der nahen Todesgefahr und der Unerreichbarkeit eines Notars oder B\u00fcrgermeisters enth\u00e4lt. Zu den zwingenden Erfordernissen f\u00fcr den Errichtungsakt geh\u00f6rt eine Niederschrift (\u00a7 2250 Abs. 3 Satz 1 BGB), die von den Zeugen unterschrieben werden muss (\u00a7 2250 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. \u00a7 13 Abs. 3 Satz 1 BeurkG, \u00a7 2249 Abs. 1 S. 5 BGB). Zwar sollte sich aus der Niederschrift ergeben, dass die in ihr niedergelegten Willenserkl\u00e4rungen vor den Urkundspersonen unter Anwesenden abgegeben wurden, somit die inhaltliche \u00dcbereinstimmung zwischen der abgegebenen und der niedergelegten Erblassererkl\u00e4rung nachgewiesen wird, verbunden mit der Feststellung, dass die Errichtung eines Nottestaments vor dem B\u00fcrgermeister wegen naher Todesgefahr nicht m\u00f6glich sei (M\u00fcKoBGB\/Sticherling, 8. Aufl. 2020, BGB \u00a7 2250 Rn. 15). Die vorgenannten fehlenden Angaben in der Niederschrift bedingen jedoch nicht zwingend die Unwirksamkeit der Beurkundung (\u00a7 2249 Abs. 6 BGB i.V.m. \u00a7 2250 Abs. 3 Satz 2 BGB) (vergl. OLG M\u00fcnchen, Beschluss vom 12. Mai 2015 \u2013 31 Wx 81\/15 -, Rn. 40, juris). Auch der Umstand, dass die Errichtung der Niederschrift nicht etwa in der Weise erfolgt ist, dass die Erblasserin ihren Willen m\u00fcndlich mitgeteilt h\u00e4tte und dies sodann in der Niederschrift in den eigenen Worten der Erblasserin aufgeschrieben wurde, steht der Wirksamkeit des Testaments nicht per se entgegen. Die Antragsteller haben in der Anh\u00f6rung angegeben, die Vorlage f\u00fcr das Testament \u201eim Internet recherchiert\u201c zu haben. Sie haben die Erkl\u00e4rung sodann formuliert, ausgedruckt, und der Erblasserin vorgelesen. Der letzte Wille ist jedoch auch dann im Sinne des \u00a7 2250 Abs. 2 BGB m\u00fcndlich erkl\u00e4rt, wenn ein Testamentsentwurf von einem Testamentszeugen auf der Basis fr\u00fcherer \u00c4u\u00dferungen des Erblassers zuvor schriftlich formuliert wird und der Erblasser zustimmt, so dass die m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung des letzten Willens mit der Verlesung und Genehmigung der Testamentsniederschrift in einem Vorgang zusammengefasst werden (vergl. OLG M\u00fcnchen, Beschluss vom 12. Mai 2015 \u2013 a.a.O., Rn. 38, juris m.w.N.). Daher ist es f\u00fcr die Wirksamkeit des Testaments auch nicht entscheidend, dass der Inhalt des Testaments hier mit dem von den Zeugen und der Antragstellerin zu 1.) wiedergegebenen Willen der Erblasserin nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbereinstimmt. Denn die Erblasserin hatte \u2013 was in dem Dokument indes keine Erw\u00e4hnung findet \u2013 zus\u00e4tzlich beabsichtigt, auch der Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge und der Kirche einen Betrag als Verm\u00e4chtnis zu hinterlassen, wie sowohl die Antragstellerin in ihrer Anh\u00f6rung, als auch die eidesstattliche Versicherung der Zeugin F (Bl. 22 der Testamentsakte) ergibt. Stattdessen haben eine Regelung zu Ersatzerben, eine Testamentsvollstreckung, eine Schiedsklausel oder eine Rechtswahl Eingang in das Dokument gefunden, von denen nicht ersichtlich ist, dass die Erblasserin zuvor selbst und pers\u00f6nlich ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte, derartiges letztwillig regeln zu wollen. Dementsprechend beschr\u00e4nkte sich, zum Vergleich, auch das zuvor gemeinsam mit ihrem Ehemann errichtete gegenseitige Testament auf einen handschriftlich verfassten kurzen Satz und eine entsprechend kurze Best\u00e4tigung. Der Wille der Erblasserin richtete sich laut den Bekundungen der Zeugen vor allem darauf, die Antragsteller als Erben einsetzen zu wollen, weil sie keine lebenden Angeh\u00f6rigen hatte. Diese weiteren Regelungen haben vielmehr auf Initiative der Antragsteller aufgrund einer Vorlage aus dem Internet Eingang in das Testament gefunden. Dennoch kann hier davon ausgegangen werden, dass die Zustimmung der Erblasserin im Sinne des \u00a7 2250 Abs. 2 BGB noch als m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung ihres letzten Willens gelten kann, weil die Antragstellerin zu 1), wie sie selbst und alle Zeugen in der m\u00fcndlichen Anh\u00f6rung best\u00e4tigt haben, den zuvor am Computer verfassten und ausgedruckten Text in der Klinik in Gegenwart der drei Zeugen der Erblasserin vollst\u00e4ndig vorgelesen hat. Die Zustimmung der Erblasserin zu dem schriftlich verfassten Text kann sodann dadurch noch als eigene m\u00fcndliche Erkl\u00e4rung gewertet werden, weil die Erblasserin nach dem Verlesen des Textes gesagt habe \u201eJa, das ist so richtig\u201c. Das Nachlassgericht hat jedoch zu Recht befunden, dass die Voraussetzungen der Errichtung eines Notlagentestaments vor drei Zeugen nach \u00a7 2250 Abs. 2 BGB nicht vorlagen, weil die Erblasserin sich weder objektiv noch nach der \u00fcbereinstimmenden \u00dcberzeugung der Zeugen in so naher Todesgefahr befunden hat, dass voraussichtlich weder die Errichtung eines Testaments vor einem Notar (\u00a7 2232 BGB) noch vor einem B\u00fcrgermeister (\u00a7 2249 BGB) m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Eine jederzeit drohende Testierunf\u00e4higkeit steht der Todesgefahr gleich, wenn sie voraussichtlich durchg\u00e4ngig bis zum Tode fortdauert. Die derart nahe Gefahr des Todes oder der Testierunf\u00e4higkeit muss dabei entweder objektiv vorliegen, oder es muss bei allen drei Zeugen \u00fcbereinstimmend die Besorgnis tats\u00e4chlich vorhanden sein und vom Standpunkt ihres pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessens aus angesichts der objektiven Sachlage auch als gerechtfertigt angesehen werden, dass eine solche Gefahrenlage best\u00fcnde (Senatsbeschluss vom 29. Dezember 2015 \u2013 6 W 93\/15 -, Rn. 28, juris; BGHZ 3, 372; M\u00fcKo BGB a.a.O. \u00a7 2250 Rn. 7 f; Staudinger\/Baumann (2018) BGB \u00a7 2250, Rn. 19; OLG M\u00fcnchen, Beschluss vom 14. Juli 2009 \u2013 31 Wx 141\/08 -, Rn. 10, juris). Zwar befand sich die Erblasserin zum Zeitpunkt der Errichtung mit einer schweren, unheilbaren Erkrankung in station\u00e4rer Behandlung und konnte sich zu diesem Zeitpunkt daher selbst nicht in die R\u00e4umlichkeiten eines Notars begeben. Dies reicht jedoch nicht aus, weil \u00a7 2250 BGB voraussetzt, dass eine so nahe Todesgefahr objektiv oder nach \u00fcbereinstimmender Auffassung der Zeugen besteht, dass ein Notar oder B\u00fcrgermeister nicht noch erreicht werden kann, um die Beurkundung im Krankenhaus vorzunehmen. Ist der Erblasser nur k\u00f6rperlich zu schwach, um ein eigenh\u00e4ndiges Testament errichten zu k\u00f6nnen, wird beim Fehlen der \u00fcbrigen Voraussetzungen der Tatbestand des \u00a7 2250 BGB nicht erf\u00fcllt (M\u00fcKoBGB a.a.O. \u00a7 2250 Rn. 9; OLG M\u00fcnchen a.a.O.). Insofern reicht f\u00fcr die Annahme einer Gefahr im Sinne des \u00a7 2250 BGB der Umstand nicht aus, dass die Erblasserin hier nach Angaben der Antragstellerin zu 1.) in der Anh\u00f6rung vor dem Nachlassgericht, nicht mehr schreiben konnte, weil ihre Arme im Rahmen der station\u00e4ren Behandlung mit einem Zugang versorgt und \u201eganz zerstochen\u201c waren. Dies mag allenfalls \u2013 wenn auch nicht restlos \u2013 erkl\u00e4ren, warum sie auch eine sehr kurze inhaltliche Erbenbestimmung (\u00e4hnlich der ihrer vormaligen handschriftlichen letztwilligen Verf\u00fcgung vom 17.01.2004) nicht mehr eigenh\u00e4ndig verfassen konnte, obgleich sie zu einer deutlich leserlichen Unterschrift noch in der Lage war. F\u00fcr die Frage ihrer medizinischen Verfassung im Sinne einer nahen Todesgefahr ist dieser Umstand unerheblich. Zu Unrecht gehen die Beschwerdef\u00fchrer davon aus, dass ein B\u00fcrgermeistertestament lediglich in kleinen l\u00e4ndlichen Gemeinden in Betracht kommt, nicht aber in einer Gro\u00dfstadt wie Berlin. Vielmehr ist, wie das Nachlassgericht in dem angefochtenen Beschluss zu Recht angenommen hat, schon nach dem eindeutigen Wortlaut des \u00a7 2250 Abs. 2 BGB stets die Vorrangigkeit auch des B\u00fcrgermeistertestaments zu beachten (Staudinger\/Baumann (2018) BGB \u00a7 2250, Rn. 19). Dabei ist \u2013 worauf das Nachlassgericht ebenfalls zutreffend eingeht \u2013 nicht auf die Erreichbarkeit des Regierenden B\u00fcrgermeisters von Berlin, sondern auf diejenige des Ortsb\u00fcrgermeisters oder seines Vertreters abzustellen. Dass vergeblich versucht worden w\u00e4re, den B\u00fcrgermeister oder einen Vertreter zur Errichtung eines Testaments nach \u00a7 2249 Abs. 1 S. 1 BGB zu erreichen, ist schon nicht ersichtlich und haben die Antragsteller selbst nicht vorgetragen. Auch dies w\u00fcrde indes zun\u00e4chst die Nichterreichbarkeit eines Notars voraussetzen. Das fragliche Testament wurde hier am Donnerstag, den 24.10.2019, gegen 16 Uhr in der Klinik errichtet, in der die Erblasserin in station\u00e4rer Behandlung war. Die Tatsache, dass die Erblasserin letztlich am Morgen des 5.11.2019, einem Dienstag, verstorben ist, nachdem erst zeitlich nach der Errichtung des Testaments vom 24.10.2019, insbesondere am Montag dem 4.11.2019 versucht worden war, einen Notar zur Beurkundung zu erreichen, und dass dadurch am 5.11.2019 ein \u00f6ffentliches Testament gem. \u00a7\u00a7 2231 Nr. 1 i.V.m. 2232 BGB durch den Notar J\u2026 oder einen anderen Notar nicht mehr errichtet werden konnte, f\u00fchrt nicht im R\u00fcckschluss dazu, dass am Donnerstag, den 24.10.2019 oder sp\u00e4testens am folgenden Werktag, also Freitag, den 25.10.2019, ein Notar nicht mehr h\u00e4tte hinzugezogen werden k\u00f6nnen. Teilweise wird vertreten, die Besorgnis der Unerreichbarkeit eines Notars sei immer dann begr\u00fcndet, wenn das Nottestament deutlich au\u00dferhalb der \u00fcblichen B\u00fcrozeiten eines Notariats errichtet wird (Staudinger\/Baumann (2018) BGB \u00a7 2250, Rn. 19); dies war hier jedoch nicht der Fall, die Errichtung erfolgte an einem Donnerstag, einem gew\u00f6hnlichen Werktag, gegen 16 Uhr. In gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten mit mehreren Notaren wird allgemein angenommen werden k\u00f6nnen, dass an einem Werktag zu den \u00fcblichen B\u00fcrozeiten ein Notar ohne Weiteres jedenfalls am n\u00e4chsten, wenn nicht gar am Nachmittag des gleichen Werktages erreichbar sein d\u00fcrfte und h\u00e4tte beigezogen werden k\u00f6nnen (vergl. M\u00fcKo BGB\/Sticherling, 8. Aufl. 2020, BGB \u00a7 2249 Rn. 5). Dies ist schon f\u00fcr eine Stadt wie M\u00fcnchen mit rund 80 in der Stadt t\u00e4tigen Notaren anzunehmen, wie das OLG M\u00fcnchen befunden hat (vergl. OLG M\u00fcnchen a.a.O., Rn. 12, juris), wobei es richtigerweise auch nicht darauf ankommt, ob die Erblasserin einen Notar pers\u00f6nlich oder namentlich kannte; die \u00f6rtlichen Notare lassen sich jedem Telefonbuch entnehmen (vergl. OLG M\u00fcnchen a.a.O. ). F\u00fcr Berlin gilt dies noch in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe, weil hier die Anzahl der Notare erheblich h\u00f6her ist. Der Senat hat insoweit mit Beschluss vom 29.12.2015 (Senatsbeschluss, 6 W 93\/15, Rn. 30- juris) f\u00fcr das Jahr 2013 festgestellt, dass im Lande Berlin im Jahre 2013 circa 1000 Notare (die zugleich Rechtsanw\u00e4lte sind und \u00fcber ein eigenes B\u00fcro verf\u00fcgen, in dem sogar an einem Samstag gearbeitet werden kann und teilweise gerichtsbekannt gearbeitet wird) zugelassen waren, die im Allgemeinen bereit sind, eine Beurkundung im Krankenhaus vorzunehmen, was tats\u00e4chlich \u2013 wie dem Senat ebenfalls gerichtsbekannt ist aufgrund seiner Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Nachlasssachen \u2013 in Berlin nicht selten geschieht. Es w\u00e4re daher schon unwahrscheinlich, dass an einem Samstagmittag oder Samstagnachmittag in ganz Berlin oder der Umgebung Berlins kein Notar h\u00e4tte gefunden werden k\u00f6nnen, der noch am selben Tag ein Testament im Krankenhaus beurkundet (KG Berlin, Beschluss vom 29. Dezember 2015 \u2013 6 W 93\/15 -, Rn. 30, juris), weil selbst f\u00fcr einen Samstag anerkannt ist, dass die Erreichbarkeit eines Notars zwar erschwert, aber nicht ausgeschlossen ist (vergl. OLG Hamm 10. 2. 2017 \u2013 15 W 587\/15, ErbR 2017, 348 Rn 37; Staudinger\/Baumann (2018) BGB \u00a7 2250, Rn. 21). F\u00fcr einen Wochentag \u2013 wie hier einen Donnerstag \u2013 nachmittags um 16 Uhr, jedenfalls aber mit einem Vorlauf bis zum n\u00e4chsten Werktag, n\u00e4mlich dem Folgetag (Freitag, dem 25.10.2019), durfte das Nachlassgericht richtigerweise annehmen, dass einer dieser zahlreichen Notare h\u00e4tte gewonnen werden k\u00f6nnen, sich in die Klinik zu begeben und die \u00f6ffentliche Errichtung eines Testaments gem\u00e4\u00df \u00a7 2232 BGB vorzunehmen. Das Nachlassgericht hat die Unerreichbarkeit eines Notars zu Recht nicht aus dem Umstand abgeleitet, dass die Antragsteller nach dem 24.10.2019 versucht haben, \u201ealle m\u00f6glichen\u201c Notare zu erreichen, die s\u00e4mtlich gesagt h\u00e4tten, sie h\u00e4tten f\u00fcr eine Beurkundung keine Zeit und keine Termine. Dass die Erblasserin oder die Antragsteller vor dem 24.10.2019 versucht h\u00e4tten, einen Notar zu erreichen, tragen sie selbst nicht vor, vielmehr ist im Erbscheinsantrag bereits angegeben, dass \u201enach der Errichtung des Nottestaments, insbesondere am 04.11.2019\u201c versucht worden sei, einen Notar zur Beurkundung in das Krankenhaus Neuk\u00f6lln zu bestellen, und insgesamt 20 Berliner Notare angerufen worden seien. Die eidesstattliche Versicherung der Zeugin G\u2026 ergibt, dass letztlich am 05.11.2019 ein Notar in die Klinik gekommen sei. Dies belegt bereits, dass auch nach dem Vorbringen der Antragsteller schon bei intensivierten telefonischen Anfragen bei nur einem Bruchteil der Berliner Notare ein kurzfristiger Termin vereinbart werden konnte. Hinzu kommt, dass ein Notar, insbesondere wenn ihm eine nahe Todesgefahr beschrieben w\u00fcrde, seine notariellen Dienstpflichten verletzen w\u00fcrde, wenn er dieser Bitte, soweit es in seinen M\u00f6glichkeiten steht, nicht nachk\u00e4me. Daher kommt es auch nicht darauf an, dass die hierdurch zu erzielenden Geb\u00fchren gemessen an dem f\u00fcr einen Krankenhausbesuch erforderlichen Aufwand aus Sicht der Notare wirtschaftlich nicht rentabel seien, wobei f\u00fcr die Argumentation ein hier offensichtlich nicht zutreffender Nachlasswert von 86.000 Euro zugrunde gelegt wurde. Da mithin davon auszugehen ist, dass einer der zahlreichen Notare aus Berlin hier noch am selben Tag, sp\u00e4testens aber am Folgetag h\u00e4tte hinzugezogen werden k\u00f6nnen, um die Beurkundung vorzunehmen, bestimmt dies auch den Ma\u00dfstab daf\u00fcr, ob in dieser Zeitspanne entweder objektiv oder zumindest nach der durch objektive Umst\u00e4nde gerechtfertigten subjektiven \u00fcbereinstimmenden \u00dcberzeugung die Todesgefahr derart nah gewesen w\u00e4re, dass der Tod der Erblasserin vor dem Eintreffen des Notars oder B\u00fcrgermeisters zu bef\u00fcrchten gewesen w\u00e4re. Dies w\u00fcrde mithin eine so nahe objektive oder subjektive Todesgefahr voraussetzen, dass damit zu rechnen gewesen w\u00e4re, dass die Erblasserin noch an dem 24.10.2019 oder am Folgetag versterben k\u00f6nnte. F\u00fcr die objektive Todesgefahr im Sinne des \u00a7 2250 Abs. 2 BGB ist ma\u00dfgebend, ob aufgrund konkreter Umst\u00e4nde der Tod des Erblassers vor dem Eintreffen des Notars oder B\u00fcrgermeisters zu bef\u00fcrchten ist. Nicht ausreichend ist deshalb, dass der Erblasser wegen einer fortgeschrittenen nicht mehr heilbaren Erkrankung nur noch kurze Zeit zu leben hat (vergleiche OLG M\u00fcnchen a.a.O. Rn. 14, juris). Todesgefahr liegt objektiv vor, wenn von einem klinischen Zustand einer unmittelbar bevorstehenden Endphase des Lebens ausgegangen werden kann, wie beispielsweise beginnenden kleinen Organausf\u00e4llen (Senatsbeschluss vom 29. Dezember 2015 \u2013 6 W 93\/15 -, Rn. 28, juris; auch Saarl\u00e4ndisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10.10.2012 \u2013 5 U 59\/11, Rz. 43, juris). Ob es im Einzelfall ein Indiz f\u00fcr eine das Warten auf den Notar oder B\u00fcrgermeister nicht zulassende nahe Todesgefahr darstellt, wenn der Erblasser einen Tag (vgl. BayObLGZ 1990, 294\/ 297) oder zwei Tage (vgl. LG M\u00fcnchen I FamRZ 2000, 855; kritisch Staudinger\/Baumann \u00a7 2250 Rn. 19, 21) nach der Testamentserrichtung verstirbt, kann hier dahinstehen, denn bei dem hier vorliegenden Zeitraum von 12 Tagen zwischen Testamentserrichtung und Tod kann eine solche Indizwirkung keinesfalls angenommen werden (vergl. OLG M\u00fcnchen a.a.O., Rn. 14, juris f\u00fcr den Zeitraum von \u201emehr als zwei Wochen\u201c). Selbst eine b\u00f6sartige metastasierende Grunderkrankung, aufgrund derer der Erblasser laut behandelndem Arzt innerhalb von ein bis zwei Tagen versterben k\u00f6nnte, reicht nicht aus, wenn \u2013 wie hier bejaht (s.o.) \u2013 innerhalb dieser Frist noch ein Notar erreichbar w\u00e4re (OLG Hamm 10. 2. 2017 \u2013 15 W 587\/15, ErbR 2017, 348). Dass ein behandelnder Arzt hier eine derartig unmittelbar bevorstehende Todesgefahr geschildert h\u00e4tte, ist zudem hier nicht ersichtlich und auch von den Antragstellern nicht vorgetragen. Die Antragsteller schildern in der Anh\u00f6rung vor dem Nachlassgericht, die \u00c4rzte h\u00e4tten ihnen mitgeteilt, eine Heilung sei nicht m\u00f6glich, es k\u00f6nne aber nicht gesagt werden, ob die Erblasserin noch ein Jahr, drei Monate oder drei Wochen zu leben habe. Dementsprechend zeigt auch der Befundbericht der Tumorkonferenz vom 29.10.2019 (Anlage 01 \u2026) zwar eine b\u00f6sartige, sich ausbreitende Tumorerkrankung, jedoch stellt der Bericht auch zu diesem Zeitpunkt, einige Tage nach der Errichtung des Nottestaments, noch fest, die Patientin sei \u201ewach, ansprechbar und orientiert\u201c, habe einen \u201eklaren Therapiewunsch\u201c, der Tumor sei \u201eaus chirurgischer Sicht m\u00f6glicherweise operabel\u201c. Es wird die weitergehende Untersuchung anvisiert (\u201eim n\u00e4chsten Schritt \u2026 Versuch der endosonographischen Histologiegewinnung\u201c), und es sollten die Therapieoptionen mit der Patientin und ihren Angeh\u00f6rigen besprochen werden, \u201eanschlie\u00dfend Wiedervorstellung\u201c. Solcherart weitere \u2013 auch belastende wie eine Operation \u2013 Untersuchungen und Behandlungen w\u00e4ren nicht in Betracht gezogen worden, wenn die behandelnden \u00c4rzte bereits am 24.10.2019 einen nahen Tod innerhalb der n\u00e4chsten Stunden oder des n\u00e4chsten Tages vorausgesagt h\u00e4tten. Insofern ist auch eine Anh\u00f6rung der behandelnden \u00c4rzte als Zeugen, wie mit der Beschwerde eingefordert wird, nicht geboten; es ist insbesondere nicht ersichtlich, dass diese als Zeugen vor dem erkennenden Senat nunmehr eine andere Aussage \u00fcber die nahe Todesgefahr treffen w\u00fcrden, als in dem vorgenannten Bericht eingehend schriftlich niedergelegt ist. Dass, wie die Beschwerdef\u00fchrer nun betonen, eine Behandlung (Punktion) zeitlich vor dem Nottestament vorgenommen werden sollte, aber mehrfach gescheitert sei, l\u00e4sst keinen Schluss darauf zu, dass am 24.10.2019 von einer objektiv voraussichtlich unmittelbar bevorstehenden Todesgefahr auszugehen gewesen w\u00e4re. Schlie\u00dflich w\u00fcrde es f\u00fcr die nahe Todesgefahr im Sinne des \u00a7 2250 Abs. 2 BGB zwar auch ausreichen, wenn bei allen drei Zeugen \u00fcbereinstimmend die Besorgnis tats\u00e4chlich vorhanden gewesen w\u00e4re und vom Standpunkt ihres pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessens aus angesichts der objektiven Sachlage auch als gerechtfertigt h\u00e4tte angesehen werden m\u00fcssen, dass eine solche Gefahrenlage best\u00fcnde. Das Nachlassgericht hat sich daher im Anh\u00f6rungstermin am 6.07.2020 \u00fcber die Motivation der Antragsteller zur Errichtung des Testaments gerade am 24.10.2019 im Rahmen von deren Anh\u00f6rung, und \u00fcber das entsprechende Bewusstsein der Zeugen bei Testamentserrichtung eingehend ein Bild verschafft. Es hat das Ergebnis der Beweiserhebung zutreffend dahin gew\u00fcrdigt, dass eine solche \u00fcbereinstimmende \u00dcberzeugung nicht Anlass der Errichtung des Testaments zu diesem Zeitpunkt war. Auf die weiterhin vollumf\u00e4nglich zutreffende Begr\u00fcndung des Nachlassgerichts wird Bezug genommen. Ebenfalls war das Nachlassgericht nicht gehalten, die Anh\u00f6rung in Gegenwart des erst nach diesem Anh\u00f6rungstermin zum Verfahrensbevollm\u00e4chtigten der Antragsteller bestellten Rechtsanwalts zu wiederholen; auch vor dem erkennenden Senat ist dies nicht geboten. Das Protokoll des Anh\u00f6rungstermins vom 6.07.2020 gibt die Fragen und Antworten eingehend wieder und erlaubt es, die Erw\u00e4gungen des Nachlassgerichts zu \u00fcberpr\u00fcfen; gegen die Beweisw\u00fcrdigung des Nachlassgerichts bestehen keine Bedenken. Danach lag eine \u00fcbereinstimmende \u00dcberzeugung der nahen Todesgefahr bei den Zeugen hier am 24.10.2019 nicht vor. Die Antragsteller selbst haben in ihrer Anh\u00f6rung bekundet, die Errichtung habe auch an einem anderen Tag, etwa dem 25.10.2019 oder dem 26.10.2019 erfolgen k\u00f6nnen. Die Behauptung der Antragsteller, alle drei Zeugen seien der Auffassung gewesen, dass zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung wegen des schlechten Gesundheitszustandes der Erblasserin unmittelbare Todesgefahr bestanden habe, hat sich in der Vernehmung der drei Zeugen im Anh\u00f6rungstermin nicht best\u00e4tigt. Eine solche einheitliche Feststellung aller drei Zeugen k\u00f6nnte nur so getroffen werden, dass die drei Zeugen sich entweder \u00fcber das Vorhandensein der Besorgnis bei einem jeden von ihnen ausdr\u00fccklich verst\u00e4ndigen, zum Beispiel durch eine entsprechende gemeinsame Erkl\u00e4rung in der Niederschrift, oder in der Weise, dass jeder Zeuge sich seiner eigenen Besorgnis bewusst ist und nach dem Verhalten der anderen annimmt, dass bei ihnen die gleiche Bef\u00fcrchtung besteht, wie er sie hat. Unterbleibt eine Feststellung, so kann das f\u00fcr die G\u00fcltigkeit des Testaments nur dann unsch\u00e4dlich sein, wenn mindestens feststeht, dass sie h\u00e4tte getroffen werden k\u00f6nnen, weil die gleiche \u00dcberzeugung von dem Vorliegen einer nahen Todesgefahr bei allen drei Zeugen vorhanden war (BGHZ 3, 372, Rz. 27, 31). Dies ist hier nicht der Fall. Denn auch insofern w\u00e4re es erforderlich, dass die Zeugen zumindest subjektiv von der Nichterreichbarkeit eines Notars innerhalb der n\u00e4chsten zwei Tage ausgegangen w\u00e4ren, und ferner davon \u00fcberzeugt gewesen w\u00e4ren, dass die Erblasserin innerhalb dieser Zeit versterben werde. Demgegen\u00fcber ist keiner der drei Zeugen davon ausgegangen, dass die Krankheit bereits so weit fortgeschritten sei und sich in einer finalen Phase befinde, dass die Gefahr best\u00fcnde, dass die Erblasserin m\u00f6glicherweise die n\u00e4chste Nacht oder den n\u00e4chsten Tag nicht mehr \u00fcberleben werde. Die Zeugen waren nicht auf Anraten der \u00c4rzte hin in die Klinik gekommen, um sich etwa noch von der Erblasserin zu verabschieden, sondern um diese zu besuchen und sich mit ihr zu unterhalten, und im Fall des Zeugen H\u2026, um sich f\u00fcr einen Transport einen Autoschl\u00fcssel abzuholen. Die Zeugen haben sich in der Anh\u00f6rung im Gegenteil \u00fcberrascht gezeigt, wie schnell sich der Zustand der Erblasserin in der Folge nach der Testamentserrichtung verschlechtert habe; die Zeugin F, die am 24.10.2019 bei der Erblasserin zu Besuch war und sich noch mit ihr unterhalten hat, ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die Erblasserin noch f\u00fcr weitere Untersuchungen im Krankenhaus bleiben m\u00fcsse, dann aber zu Hause weiter behandelt werden k\u00f6nne. Der Zeuge H\u2026 hat angegeben, es sei zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen gewesen, dass die Erblasserin sterben werde, insbesondere habe sie keinen verwirrten Eindruck gemacht. Die Zeugin G\u2026 hat ausgesagt, alle seien \u00fcber das schnelle Versterben der Erblasserin schockiert gewesen, auch wenn man gesehen habe, dass es ihr zusehends schlechter gegangen sei. Man habe nicht gedacht, dass sie jetzt verstirbt. Dass die Zeugen Kenntnis von der fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Erkrankung gehabt h\u00e4tten, w\u00e4re auch f\u00fcr die subjektive \u00dcberzeugung im Sinne des \u00a7 2250 BGB nicht ausreichend. Keiner der Zeugen hat ausgesagt, dass sie subjektiv von einem klinischen Zustand einer unmittelbar bevorstehenden Endphase des Lebens ausgegangen seien oder sich hier\u00fcber und \u00fcber die Annahme, dass der Tod vor Eintreffen eines Notares eintreten w\u00fcrde, verst\u00e4ndigt h\u00e4tten. Eine Feststellung des \u00fcbereinstimmenden Willens oder der nahen Todesgefahr enth\u00e4lt auch die Niederschrift gerade nicht, ebenso wenig \u00fcber die die Unerreichbarkeit eines Notars oder B\u00fcrgermeisters, und die Umst\u00e4nde der Testamentserrichtung; im Gegenteil. Die Niederschrift enth\u00e4lt keinen Anhaltspunkt auf eine Errichtung in der von \u00a7 2250 Abs. 2 BGB vorgesehenen Ausnahmesituation der Testamentserrichtung. Das maschinenschriftliche Dokument ist nicht etwa als \u201eNottestament\u201c, sondern lediglich mit \u201eMein letzter Wille\u201c \u00fcberschrieben und verf\u00fcgt \u00fcber eine Fu\u00dfzeile \u201eSeite 1 von 2\u2026\u201c bzw. \u201eSeite 2 von 2 des Testaments von Z\u201c. Letztlich beruhte die Errichtung des Testaments daher auch aus Sicht der Zeugen nicht auf der Erw\u00e4gung, dass ein \u00f6ffentliches Testament oder ein B\u00fcrgermeistertestament nicht mehr errichtet werden k\u00f6nnte, weil die Erblasserin schon in den n\u00e4chsten Stunden oder Tagen zu versterben drohte. Vielmehr zeigt sowohl der Geschehensablauf vor Errichtung des Testaments durch dessen Vorbereitung am Computer der Beg\u00fcnstigten, als auch dessen Inhalt, dass dieses nicht in einer Notsituation eines sich pl\u00f6tzlich dramatisch verschlechternden Gesundheitszustandes und naher Todesgefahr aufgesetzt werden musste, sondern dass das vorbereitete Dokument bei der Gelegenheit der Anwesenheit von drei Zeugen am 24.10.2019 in der Klinik vorsorglich errichtet wurde, um schon einmal die Nachlassangelegenheiten geregelt zu haben. Darauf, dass die Zeugen als medizinische Laien nicht in der Lage gewesen seien, den weiteren Verlauf zutreffend zu prognostizieren, kommt es entgegen der Auffassung der Beschwerdef\u00fchrer nicht entscheidend an; die Regelung legt vielmehr mit der M\u00f6glichkeit, auf die subjektive \u00dcberzeugung der Zeugen abzustellen, gerade auch zugrunde, dass die von objektiven Anhaltspunkten getragene subjektive Einsch\u00e4tzung von Zeugen auch dann ausreichen kann, wenn eine solche Prognose nicht eintritt. Weder die behandelnden Mediziner noch die Zeugen als medizinische Laien haben hier jedoch zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung bereits eine solche unmittelbare Todesgefahr gesehen. Wenn \u2013 wie hier zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung \u2013 die weitere Dauer einer unheilbaren Krankheit noch ungewiss ist, liegen die Voraussetzungen des \u00a7 2250 BGB nicht vor. III.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 84 FamFG, wonach im Regelfall die Kosten des ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels dem Beschwerdef\u00fchrer auferlegt werden sollen. Anlass, die Kostenfolge nach billigem Ermessen im Rahmen der M\u00f6glichkeit des \u00a7 81 Abs. 1 FamFG abweichend zu bestimmen, besteht hier nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Rechtsbeschwerde ist nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des \u00a7 70 Abs. 2 S. 1 FamFG nicht vorliegen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Festsetzung des Gesch\u00e4ftswertes f\u00fcr das Erbscheinsverfahren beruht auf \u00a7 40 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GNotKG. Nach Mitteilung des Finanzamts Sch\u00f6neberg vom 26.11.2020 geh\u00f6ren zum Nachlass einerseits ein Kapitalverm\u00f6gen von 92.770,- \u20ac und ein Grundverm\u00f6gen im Wert von 250.000 \u20ac bez\u00fcglich des Grundst\u00fccks im E-weg, (\u2026) Berlin. Da es sich bei diesem Grundbesitz den Angaben im Erbscheinsantrag vom 11.02.2020 zufolge um ein Erbbaurecht an dem Grundst\u00fcck handelt, ist der Wert gem. \u00a7 49 Abs.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 GNotKG mit 80 % des Grundst\u00fcckswertes anzusetzen, hier mithin in H\u00f6he von 200.000,- \u20ac. Soweit im Erbscheinsantrag lediglich ein Wert von 86.000,- \u20ac als Wert des nach Abzug aller Erblasserverbindlichkeiten verbleibenden Reinnachlasses im Zeitpunkt des Erbfalles angegeben wird, ist nicht ersichtlich, welche Erblasserverbindlichkeiten hier in Abzug gebracht werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id26245_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane26245_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wann ist ein Nottestament vor drei Zeugen m\u00f6glich?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Nottestament vor drei Zeugen kommt nur in Betracht, wenn der Erblasser sich in so naher Todesgefahr befindet, dass ein Notar oder B\u00fcrgermeister voraussichtlich nicht mehr rechtzeitig erreichbar ist. Es reicht nicht aus, dass der Erblasser schwer krank ist. Die Situation muss eine echte Notlage f\u00fcr die Testamentserrichtung sein.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane26245_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war das Testament hier unwirksam?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schriftst\u00fcck war kein eigenh\u00e4ndiges Testament, weil die Erblasserin den Text nicht selbst geschrieben hatte. Als Nottestament war es ebenfalls unwirksam, weil keine unmittelbare Todesgefahr bestand. Zudem w\u00e4re nach Ansicht des Gerichts ein Notar in Berlin noch erreichbar gewesen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane26245_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reicht eine schwere Krankheit f\u00fcr ein Nottestament aus?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Auch eine unheilbare und fortgeschrittene Erkrankung gen\u00fcgt nicht automatisch. Entscheidend ist, ob der Tod so unmittelbar bevorsteht, dass vor seinem Eintritt kein Notar oder B\u00fcrgermeister mehr hinzugezogen werden kann.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane26245_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">M\u00fcssen alle drei Zeugen an die nahe Todesgefahr glauben?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, wenn keine objektiv nahe Todesgefahr vorliegt, m\u00fcssen alle drei Zeugen \u00fcbereinstimmend und aufgrund objektiver Umst\u00e4nde gerechtfertigt von einer solchen Gefahr ausgehen. Im entschiedenen Fall ergab die Beweisaufnahme gerade keine solche gemeinsame \u00dcberzeugung. Die Zeugen waren vielmehr \u00fcberrascht, wie schnell sich der Zustand sp\u00e4ter verschlechterte.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane26245_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Was sollten Angeh\u00f6rige im Krankenhaus beachten?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald eine testamentarische Regelung gew\u00fcnscht wird, sollte m\u00f6glichst sofort ein Notar oder gegebenenfalls der zust\u00e4ndige B\u00fcrgermeister kontaktiert werden. Ein vorbereitetes maschinenschriftliches Dokument mit Unterschriften ersetzt die gesetzlichen Formen nicht. Wer sich auf ein Nottestament verl\u00e4sst, tr\u00e4gt ein hohes Risiko der sp\u00e4teren Unwirksamkeit.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image168_f2a9c7-36 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id26245_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id26245_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id26245_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, 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