{"id":27102,"date":"2026-06-28T08:01:35","date_gmt":"2026-06-28T08:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=27102"},"modified":"2026-06-28T08:34:53","modified_gmt":"2026-06-28T08:34:53","slug":"betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=27102","title":{"rendered":"Betreuung Testierf\u00e4higkeit Regelvermutung | Aus einer hinsichtlich des Erblassers angeordneten Betreuung ergibt sich nicht dessen Testierunf\u00e4higkeit | OLG Rostock vom 11.04.2023 &#8211; 3 W 74-21"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-rostock-beschluss-vom-11-04-2023-az-3-w-74-21-betreuung-begrundet-keine-testierunfahigkeit\" class=\"wp-block-heading\">OLG Rostock \u2013 Beschluss vom 11.04.2023 \u2013 Az. 3 W 74\/21: Betreuung begr\u00fcndet keine Testierunf\u00e4higkeit<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image157_3f6a8d-28 size-full advgb-dyn-c190cd86\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit-1440px.jpg\" alt=\"Betreuung Testierf\u00e4higkeit Regelvermutung | Aus einer hinsichtlich des Erblassers angeordneten Betreuung ergibt sich nicht dessen Testierunf\u00e4higkeit - OLG Rostock vom 11.04.2023 Az 3 W 74\/21\" width=\"1440\" height=\"810\" class=\"kb-img wp-image-27110 \" srcset=\"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit-1440px.jpg 1440w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit-1440px-300x169.jpg 300w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit-1440px-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/betreuung-testierfaehigkeit-regelvermutung-aus-einer-hinsichtlich-des-erblassers-angeordneten-betreuung-ergibt-sich-nicht-dessen-testierunfaehigkeit-1440px-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Betreuung oder eine kognitive Einschr\u00e4nkung reicht allein nicht aus, um die Testierunf\u00e4higkeit eines Erblassers festzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das OLG Rostock stellt klar, dass auch betreute Personen grunds\u00e4tzlich testierf\u00e4hig sind, solange ihre Testierunf\u00e4higkeit nicht sicher bewiesen ist. Wer ein Testament wegen Testierunf\u00e4higkeit angreift, muss konkrete medizinisch tragf\u00e4hige Anhaltspunkte daf\u00fcr vortragen und beweisen, dass der Erblasser im Zeitpunkt der Testamentserrichtung seinen Willen nicht frei bilden konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erblasser hatte als Kind eine Hirnsch\u00e4digung erlitten und litt sp\u00e4ter unter kognitiven Einschr\u00e4nkungen sowie einer erheblichen Schwerh\u00f6rigkeit. F\u00fcr ihn war zeitweise eine Betreuung angeordnet; gleichwohl errichtete er im M\u00e4rz 2020 drei nahezu gleichlautende handschriftliche Testamente, in denen er eine Frau als Alleinerbin einsetzte und sein Auto einer weiteren Person zuwandte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod des Erblassers beantragten seine gesetzlichen Erben einen Erbschein auf Grundlage gesetzlicher Erbfolge und beriefen sich darauf, der Erblasser sei wegen seiner Beeintr\u00e4chtigungen nicht testierf\u00e4hig gewesen. Die testamentarische Erbin beantragte demgegen\u00fcber einen Alleinerbschein; nachdem das Nachlassgericht zun\u00e4chst zugunsten der gesetzlichen Erben entschieden hatte, musste das OLG Rostock \u00fcber die Beschwerde der testamentarischen Erbin entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG Rostock gab der Beschwerde statt und sah sowohl einen Testierwillen als auch die Testierf\u00e4higkeit des Erblassers als nicht widerlegt an. Entscheidend war, dass das eingeholte psychiatrische Sachverst\u00e4ndigengutachten keine tragf\u00e4higen Anhaltspunkte f\u00fcr eine fehlende freie Willensbildung im Zeitpunkt der Testamentserrichtung ergab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechtlich st\u00fctzte das Gericht seine Entscheidung insbesondere auf \u00a7 2229 Abs. 4 BGB und die Grundregel, dass Testierf\u00e4higkeit vermutet wird. Die Anordnung einer Betreuung, fr\u00fchere \u00e4rztliche Stellungnahmen aus Betreuungsverfahren und allgemeine Zweifel an der geistigen Leistungsf\u00e4higkeit gen\u00fcgen danach nicht, wenn sie nicht konkret die F\u00e4higkeit betreffen, ein Testament mit freiem Willen zu errichten.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-rostock-beschluss-vom-11-04-2023-az-3-w-74-21\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG Rostock \u2013 Beschluss vom 11.04.2023 \u2013 Az.: 3 W 74\/21<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf die Beschwerde der Beteiligten zu 6) wird der Beschluss des Amtsgerichts Neubrandenburg vom 10.05.2021 abge\u00e4ndert:<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a. Der Erbscheinsantrag der Beteiligten zu 1) bis 4) vom 18.05.2020 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b. Es wird festgestellt, dass die Voraussetzungen f\u00fcr die Erteilung des am 17.06.2020 von der Beteiligten zu 6) beantragten Erbscheins vorliegen, der die Beteiligte zu 6) als Alleinerbin ausweist.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens tragen die Beteiligten zu 1) bis 4). Eine Erstattung notwendiger Aufwendungen findet nicht statt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Gesch\u00e4ftswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 100.000,- \u20ac festgesetzt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Der Erblasser errichtete am 26.03.2020 drei gleichlautende, mit \u201eTestament\u201c \u00fcberschriebene Schriftst\u00fccke, die er jeweils mit einer Unterschrift versehen hat und die sp\u00e4ter an unterschiedlichen Orten aufgefunden worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die drei Schriftst\u00fccke haben (mit leichten Unterschieden in den Schreib- und Darstellungsweisen) folgenden Inhalt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eHier imt Verf\u00fcge ich UP geboren am 20.10.1961 dass nach meiner Ableben Frau UM geboren am 9.1.1964 als alleinige Erbin f\u00fcr mein Haus in Mabilar und mein Grundst\u00fcck MKG 131436 3 FLURST-NR 76 in F. OT C. C.-Str. einsetze. Mein Auto vererbe ich VS. Ich bin im vollen Besitz meine geistiger Kr\u00e4fte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit anwaltlichem Schreiben ihres Verfahrensbevollm\u00e4chtigten vom 18.05.2020 haben die Beteiligten zu 1) bis 4) die Erteilung eines Erbscheins dahingehend beantragt, dass der Erblasser von der Beteiligten zu 1) zu 1\/2 und den Beteiligten zu 2), 3) und 4) jeweils zu 1\/6 nach gesetzlicher Erbfolge beerbt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit notarieller Urkunde der Notarin H. H. aus N. vom 17.06.2020 zu deren Urkundenrolle-Nr. 967\/2020 hat die Beteiligte zu 6) die Erteilung eines Erbscheins dahingehend beantragt, dass der Erblasser von ihr als Alleinerbin kraft letztwilliger Verf\u00fcgung beerbt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beteiligten zu 1) bis 4) halten die Testamente vom 26.03.2020 f\u00fcr unwirksam, da der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung der Testamente nicht testierf\u00e4hig gewesen sei. Der Erblasser habe unter einer fr\u00fchkindlichen Hirnsch\u00e4digung mit zerebralem Residualsyndrom mit Intelligenzminderung gelitten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anl\u00e4sslich der Untersuchung zur Einrichtung einer Betreuung im Jahr 2007 habe der beauftragte Gutachter deutliche Konzentrations- und Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen des Erblassers, besonders bei emotional st\u00e4rker besetzten Inhalten, beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erblasser sei danach vermehrt irritabel, erfasse gestellte Fragen nur ungenau und schwer, eine chronologische und inhaltliche Strukturierung des Gespr\u00e4chs sei dem Erblasser nur schwer m\u00f6glich, er neige zu pl\u00f6tzlichen Gedankenspr\u00fcngen und fernliegenden Themen, eine realistische Einsch\u00e4tzung zur eigenen Situation oder Perspektive sei nicht erfragbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gutachter sei seinerzeit deshalb von einer intellektuellen Minderbegabung mit betr\u00e4chtlicher praktischer Intelligenz ausgegangen.Zu einer \u00e4hnlichen Einsch\u00e4tzung sei ein anderer Gutachter anl\u00e4sslich einer Untersuchung im Betreuungs(verl\u00e4ngerungs)verfahren 2014 gekommen. Danach sei der Erblasser mit logischer und abstrakter Denkleistung \u00fcberfordert gewesen und habe mehrschichtige Zusammenh\u00e4nge nicht erfassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Betreuerin des Erblassers habe deshalb damals die Erweiterung der Aufgabenkreise (auch Verm\u00f6genssorge und Aufenthaltsbestimmung) angeregt. Zum 19.03.2018 sei die Betreuung nur deshalb aufgehoben worden, weil ausreichend famili\u00e4re Hilfen gew\u00e4hrleistet worden seien. Der Erblasser habe jedoch auch nach der Aufhebung der Betreuung den Alltag nicht allein bew\u00e4ltigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Schwester habe ihm die W\u00e4sche gemacht und die verordneten Medikamente vorbereitet, das Essen gekocht und ihn bei beh\u00f6rdlichen Angelegenheiten unterst\u00fctzt. Der Schwager habe die hygienische Unterst\u00fctzung (Duschen, Finger- und Fussn\u00e4gel schneiden) \u00fcbernommen. Seit 2006 habe der Erblasser im Winter bei seiner Schwester und im Sommer in seinem eigenen Haus gelebt. Der Erblasser habe infolge seiner Geistesschw\u00e4che eine Erbfolge oder die Wirkungen eines Testaments nicht \u00fcberblicken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend der Schilderungen einer Nachbarinhabe es sich beim Erblasser um einen gutm\u00fctigen, leicht beeinflussbaren Menschen gehandelt, der auf dem Stand eines 5 \u2013 6 J\u00e4hrigen gewesen sei. Das Testament wirke wie \u201enach Vorschreibung abgeschrieben\u201c. Hierf\u00fcr spreche insbesondere die Verwendung des Gemarkungsschl\u00fcssels des Geoportals M-V. Dieser k\u00f6nne nur computergest\u00fctzt ermittelt werden, einen Computer habe der Erblasser aber gar nicht genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In anderen Grundst\u00fccksunterlagen des Erblassers sei der Gemarkungsschl\u00fcssel nicht enthalten gewesen. Die zeitgleiche Erstellung von drei Originalen und die Aush\u00e4ndigung an unterschiedliche Personen sei ungew\u00f6hnlich. W\u00e4re Sicherheit gewollt gewesen, h\u00e4tte diese durch eine gerichtliche Hinterlegung erreicht werden k\u00f6nnen. Der Erblasser sei ohne Berufsabschluss gewesen, er habe als Hilfsarbeiter im Gartenbau gearbeitet. Trotz Fahrerlaubnis habe er immer wieder kleinere Unf\u00e4lle erlitten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Selbstverwaltung des Geldes des Erblassers sei \u00fcber Dauerauftr\u00e4ge erleichtert worden. Bei einem Bankenwechsel h\u00e4tten Dritte f\u00fcr den Erblasser \u201edie notwendigen G\u00e4nge\u201c erledigt. Nach \u00e4rztlicher Einsch\u00e4tzung w\u00fcrden die Testamente nicht auf einem selbstbestimmten Entschluss des Erblasser beruhen. Das Testament und die damit verbundene \u00c4nderung der Erbfolge erfordere logische und abstrakte Denkleistungen, zu denen der Erblasser gerade nicht f\u00e4hig gewesen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das reine Abschreiben bedeute keine Inhaltserfassung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beteiligte zu 6)h\u00e4lt die Testamente f\u00fcr wirksam. Der Erblasser und sie h\u00e4tten in einem engen freundschaftlichen Verh\u00e4ltnis gestanden und gemeinsam mit dem Ausbau des Wohnhauses des Erblassers zur Einrichtung eines Souvenir- und Gebrauchtwarenladens begonnen. Beide h\u00e4tten sich auf einem Flohmarkt kennengelernt und dann oft gemeinsam Flohm\u00e4rkte besucht. Die Erl\u00f6se h\u00e4tten die finanzielle Situation des Erblassers verbessert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie habe ihren Wohnwagen auf dem Grundst\u00fcck des Erblassers abstellen und dort h\u00e4ufig mit ihrem Enkel Urlaub machen d\u00fcrfen. Im Herbst 2019 habe der Erblasser die Idee gehabt, die Veranda zu einem Gebrauchtwarenladen umzubauen. Hieraus h\u00e4tten beide dann ein wirtschaftliches Vorhaben entwickelt. Dabei h\u00e4tten sich das handwerkliche Geschick des Erblassers und ihre eigenen Erfahrungen mit dem Handel von Gebrauchtwaren erg\u00e4nzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ideen und Planungen h\u00e4tten darin gem\u00fcndet, auch kostenintensivere Ma\u00dfnahmen umzusetzen und letztlich einen gemeinsamen Altersruhesitz zu schaffen. Wegen der begrenzten finanziellen Verh\u00e4ltnisse des Erblassers sei sie es gewesen, die tats\u00e4chlich investiert habe. Ihre Investitionen h\u00e4tten im Grundbuch abgesichert werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei dann auch ihre Idee gewesen, sich neben der Eintragung ins Grundbuch wechselseitig durch Testamente abzusichern. Ein f\u00fcr den 21.04.2020 vereinbarter Notartermin sei wegen des Todes des Erblassers nicht mehr zustande gekommen. Allerdings habe der Erblasser der Beteiligten zu 6) bereits am 27.03.2020 eines der Testamente \u00fcbergeben, damit sie wegen ihrer vielen Hilfe schon abgesichert sei. Der Erblasser sei auch voll gesch\u00e4fts- und testierf\u00e4hig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die urspr\u00fcnglich eingerichtete Betreuung, die nie f\u00fcr die Verm\u00f6genssorge gegolten habe, sei 2018 aufgehoben worden, weil der Erblasser mit der Betreuerin unzufrieden gewesen sei. Er habe sich schon zuvor selbst versorgt. Er sei Inhaber einer Fahrerlaubnis und Eigent\u00fcmer eines Neuwagens gewesen und habe ehrenamtlich im Ort und bei der Feuerwehr mitgewirkt. Beim Ausf\u00fcllen von Unterlagen h\u00e4tten ein Freund und eine Nachbarin geholfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechtsgesch\u00e4fte rund um das Auto habe der Erblasser selbst erledigt, auch den Ankauf eines Elektrofahrrades. Er habe eigenst\u00e4ndig einen Kontowechsel vorgenommen und auch eigenst\u00e4ndig im Bauamt wegen der beabsichtigten Verandaumbauten vorgesprochen. Im Fr\u00fchjahr 2020 habe er die Gewerbeanmeldung selbst geregelt. Der Erblasser sei zwar gutm\u00fctig, aber nicht leicht beeinflussbar gewesen, sonst w\u00e4re es nicht zu Unstimmigkeiten mit seiner Betreuerin gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den drei Testamenten habe der Erblasser gerade die ihm vertrauten und helfenden Personen bedenken wollen. Seine Mutter und seine Geschwister habe er ausdr\u00fccklich als Erben ausschlie\u00dfen wollen. Mit der Mehrfertigung habe er schlicht einem Verlust vorbeugen wollen, auch aus der Erfahrung des Verlusts eines fr\u00fcher geschriebenen Testaments. Diese Mehrfachtestierung belege, dass der Erblasser von der Bedeutung eines Testaments gewusst habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Inhalt der Testamente habe keiner komplexen, logischen oder abstrahierenden Denkleistung bedurft. Mit seiner Mutter habe er aufgrund schlechter Kindheitserfahrungen (Alkohol und Heim) nichts mehr zu tun haben wollen. Der Erblasser habe sogar die Schl\u00f6sser austauschen lassen, damit seine Mutter und seine Geschwister keinen Zutritt zu seinem Haus mehr gehabt h\u00e4tten. Die Geodatenangaben im Testament k\u00f6nne der Erblasser auf verschiedene Weise erlangt haben, z.B. durch Bekannte oder durch das Katasteramt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er habe das Grundst\u00fcck auch postalisch benannt, weshalb der Gemarkungsschl\u00fcssel v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig gewesen sei. Dass der Erblasser ihn gleichwohl irgendwo abgeschrieben habe, sei der Beweis daf\u00fcr, dass der Erblasser das Testament unbedingt habe \u201ewasserdicht\u201c machen wollen. Der wesentliche, ihm verst\u00e4ndliche Teil sei dem Erblasser ausreichend leicht von der Hand gegangen, weil er insoweit gewusst und geschrieben habe, was er gewollt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erblasser habe zwar an einer leichten Intelligenzminderung und erheblicher Schwerh\u00f6rigkeit, nicht aber an einer psychischen Krankheit gelitten. Der Erblasser habe lesen und schreiben k\u00f6nnen, den Beruf eines G\u00e4rtners erlernt, eine Fahrerlaubnis besessen, selbst mit der Geldkarte Geld am Automaten abgeholt, B\u00fccher besessen und seine Medikation selbst organisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amtsgericht hat den Hausarzt des Erblassers, Herrn J. K.-F., schriftlich zu dessen Gesundheitszustand befragt. Der Hausarzt, der den Erblasser vom 04.12.2001 bis zum 16.03.2020 (Abholung eines Rezepts) behandelt hat, hat in Beantwortung dieser Anfrage in seinem Schreiben vom 18.03.2021 hierzu wie folgt ausgef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e \u2026 Wir haben keine speziellen Untersuchungen zur Hirnleistungsf\u00e4higkeit durchgef\u00fchrt. Die Intelligenzminderung, zusammen mit einer hochgradigen Schwerh\u00f6rigkeit f\u00fchrte zu ausgepr\u00e4gten Problemen in der Bew\u00e4ltigung des allt\u00e4glichen Lebens. So musste der Pflegedienst zum Medikamente stellen geschickt werden, weil er nicht richtig lesen konnte und die Medikamente verwechselte. Er hat auch nicht alles verstanden, was ihm gesagt wurde, aber trotzdem \u201eJa\u201c gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er konnte kaum schreiben und lesen und demzufolge nur sehr bedingt kommunizieren. Das Erfassen komplexer Lebenssachverhalte war f\u00fcr ihn nach meiner Meinung kaum m\u00f6glich und er ben\u00f6tigte hier umfangreiche Hilfe. Herr P. war leicht beeinflussbar, auch hilfsbereit und konnte sicher auch schnell manipuliert werden. Es f\u00e4llt mir schwer zu glauben, dass Herr P. ein solches Testament selbst verfasst und aufgesetzt hat. Er ist zu bezweifeln, dass er die volle Tragweite der Verf\u00fcgung erfasst hat. \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Ber\u00fccksichtigung der Feststellungen der \u00e4rztlichen Gutachter im Betreuungsverfahren, d.h. von Dr. med. S. aus dem Jahr 2007 und Dr. med. V.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">aus dem Jahr 2014, hat das Amtsgericht mit Beschluss vom 10.05.2021 sodann die zur Begr\u00fcndung des Antrags der Beteiligten zu 1) bis 4) vom 18.05.2020 auf Erteilung eines Erbscheins erforderlichen Tatsachen f\u00fcr festgestellt und die Voraussetzungen f\u00fcr die Erteilung eines Erbscheins aufgrund des Antrages der Beteiligten zu 6) vom 19.06.2020 als nicht gegeben erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amtsgericht hat dies im Wesentlichen damit begr\u00fcndet, dass unter Zugrundelegung der Einsch\u00e4tzungen der drei \u00c4rzte ein Testierwille des Erblassers im Zusammenhang mit der Erstellung der drei Testamentsexemplare nicht festgestellt werden k\u00f6nne. Es best\u00fcnden vielmehr gewichtige Zweifel am Testierwillen des Erblassers. Die Darlegungen der Beteiligten zu 6) h\u00e4tten diese Zweifel nicht ausger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen der Einzelheiten der amtsgerichtlichen Entscheidung wird auf den Beschluss des Amtsgerichts vom 10.05.2021 (Az.: Bd. II, Bl. 26 d.A. 502 VI 501\/20) verwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hiergegen hat die Beteiligte zu 6) fristgerecht Beschwerde eingelegt. Zweifel an der Testierf\u00e4higkeit w\u00fcrden entgegen der Auffassung des Amtsgerichts nicht ausreichen, um einen fehlenden Testierwillen zu unterstellen, denn ein Erblasser sei solange als testierf\u00e4hig anzusehen, wie seine Testierunf\u00e4higkeit nicht zur vollen Gewissheit des Gerichts nachgewiesen worden sei. Intelligenzdefizite w\u00fcrden eine freie Willensbestimmung nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einsch\u00e4tzung des Hausarztes m\u00f6ge leichte Zweifel begr\u00fcnden, reiche aber \u2013 schon mangels Facharztwissen \u2013 nicht zum Nachweis der Testierunf\u00e4higkeit aus. Beim Erblasser sei nur eine leichte Intelligenzminderung vorhanden gewesen. Wie der Hausarzt zu der Behauptung gelangt sei, dass der Erblasser leicht zu beeinflussen sei, erschlie\u00dfe sich nicht und ergebe sich auch nicht aus dessen Ausf\u00fchrungen. Der Inhalt der Testamente gebe keinen Anlass zu Zweifeln. Das Testament sei einfach verfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verf\u00fcgung \u00fcber seine beiden Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde h\u00e4tten keine komplexen logischen und abstrahierenden Denkleistungen erfordert. Die Bedeutung eines Testaments sei dem Erblasser bekannt gewesen. Dies ergebe sich schon daraus, dass er drei Exemplare gefertigt und diese an unterschiedlichen Orten aufbewahrt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beteiligten zu 1) bis 4) verteidigen die amtsgerichtliche Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amtsgericht hat der Beschwerde nicht abgeholfen und diese dem Oberlandesgericht zur Entscheidung vorgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Senat hat mit Beschluss vom 05.04.2022 Beweis erhoben \u00fcber die Frage, ob der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung der Testamente testierf\u00e4hig gewesen sei, durch Einholung eines schriftlichen Sachverst\u00e4ndigengutachtens. Zum Sachverst\u00e4ndigen wurde Dr. med. T. \u2013 Facharzt f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie \u2013 bestimmt. Auf das Ergebnis des psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. T. vom 29.12.2022 und die Stellungnahmen der Parteien hierzu wird insoweit verwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Die nach \u00a7\u00a7 58 ff. FamFG zul\u00e4ssige Beschwerde hat auch in der Sache Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amtsgericht \u2013 Nachlassgericht \u2013 hat zu Unrecht die Tatsachen zur Erteilung des von den Beteiligten zu 1) bis 4) beantragten Erbscheins f\u00fcr festgestellt erachtet und den von der Beteiligten zu 6) begehrten Erbschein abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entgegen der amtsgerichtlichen Auffassung steht zur \u00dcberzeugung des Senat unter Ber\u00fccksichtigung aller erheblichen, auch au\u00dferhalb der Urkunde liegenden Umst\u00e4nde und der allgemeinen Lebenserfahrung bei gebotener Auslegung (\u00a7 133 BGB) fest, dass die in den drei Testamenten niedergelegten Erkl\u00e4rungen mit Testierwillen des Erblassers abgegeben worden sind, also auf dem ernsthaften Willen des Erblassers beruhen, ein Testament zu errichten und rechtsverbindliche Anordnungen \u00fcber sein Verm\u00f6gen nach seinem Tode zu treffen (vgl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">hierzu: Gr\u00fcneberg\/ Weidlich, BGB, 82. Aufl., \u00a7 2247 Rn. 5). Hierauf lassen insbesondere die Ausf\u00fchrungen des Sachverst\u00e4ndigen Dr. med. T. schlie\u00dfen. Auch wenn dieser sich in seinem Gutachten vornehmlich mit der Frage nach der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers zum Zeitpunkt der Errichtung der drei Testamente befassen sollte, hat der Sachverst\u00e4ndige hierin auch Aussagen zum Testierwillen des Erblassers getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einholung des Sachverst\u00e4ndigengutachtens war dabei notwendig, da der amtsgerichtliche Beschluss zwar vermeintlich allein auf den angeblich fehlenden Testierwillen des Erblassers abstellt, die inhaltliche Begr\u00fcndung des Beschlusses hierzu aber vielfach die Testierf\u00e4higkeit des Erblassers betrifft. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die \u00dcbernahme des Inhalts der drei \u00e4rztlichen Stellungnahmen\/Gutachten, die das Amtsgericht zur Grundlage seiner Entscheidung gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Argumentation der Beteiligten zu 1) bis 4) richtet sich eher gegen eine Testierf\u00e4higkeit des Erblassers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen Dr. med. T hat der Erblasser aber \u00fcber zumindest ausreichende F\u00e4higkeiten in allen relevanten Lebensbereichen verf\u00fcgt und ist selbst komplexeren intellektuellen Anforderungen \u2013 wenn auch zum Teil mit Hilfe und Unterst\u00fctzung \u2013 gewachsen gewesen. Hinweise auf leichte Beeinflussbarkeit, abnorm verst\u00e4rkte Suggestibilit\u00e4t und Manipulierbarkeit h\u00e4tten sich nicht ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist deshalb nicht ersichtlich, warum der Erblasser nicht in der Lage gewesen sein soll, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Gerade der Umstand, dass der Erblasser eine F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung bestanden hat und mit seinem eigenen Fahrzeug am Stra\u00dfenverkehr teilnehmen sowie finanzielle Angelegenheiten zumindest zum Teil alleine regeln konnte, spricht f\u00fcr den Senat daf\u00fcr, dass er auch in der Lage gewesen ist, mit dem Willen zu handeln, drei Testamente zu errichten und deren Inhalt zu bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Erblasser vorliegend drei Testamente mit (fast) gleichen Wortlaut errichtet und daf\u00fcr gesorgt hat, dass diese an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden, spricht nach Auffassung des Senats ebenfalls daf\u00fcr, dass er sich dar\u00fcber im Klaren gewesen ist, hiermit letztwillige Verf\u00fcgungen zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da er hierdurch offensichtlich daf\u00fcr sorgen wollte, dass seinem Testierwillen auch entsprochen wird, steht f\u00fcr den Senat fest, dass der Erblasser in dem Bewusstsein gehandelt hat, eigene letztwillige Verf\u00fcgungen zu erstellen. Der \u201efehlergespickte\u201c Text der drei Testamente stellt zudem zumindest ein Indiz daf\u00fcr dar, dass der Erblasser nicht einfach nur einen vorgegebenen Text abgeschrieben hat. Trotz Schreibfehler ist der vom Erblasser hierin ge\u00e4u\u00dferte Wille dabei eindeutig erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schreibfehler stehen dabei mit der unstreitigen (erheblichen) Schreib- und Leseschw\u00e4che des Erblassers im Einklang. F\u00fcr den Senat steht daher au\u00dfer Zweifel, dass die drei Testamente vom Erblasser eigenh\u00e4ndig mit Testierwillen gefertigt worden sind.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auch eine Testierunf\u00e4higkeit des Erblassers vermag der Senat nicht zu erkennen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich gilt in diesem Zusammenhang, dass ein Erblasser bis zum Beweis des Gegenteils als testierf\u00e4hig anzusehen ist, da die St\u00f6rung der Geistest\u00e4tigkeit die Ausnahme bildet. Dies gilt selbst dann, wenn der Erblasser unter Betreuung steht. Die Testierunf\u00e4higkeit muss also zur vollen Gewissheit des Gerichts feststehen (vgl. Gr\u00fcneberg\/Weidlich, BGB, 82. Aufl., \u00a7 2229 Rn. 11; Staudinger\/Baumann, BGB (2022), \u00a7 2229 Rn. 14 m.w.N., Rn. 103 m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine formelle Beweislast gibt es im Erbscheinsverfahren nicht. Da grunds\u00e4tzlich aber von einer Testierf\u00e4higkeit auszugehen ist (s.o.), tr\u00e4gt die Feststellungslast f\u00fcr die Testierunf\u00e4higkeit als eine das individuelle Erbrecht vernichtende Tatsache derjenige, der sich auf die darauf beruhende Unwirksamkeit des Testaments beruft; Zweifel gehen zu seinen Lasten (allg.M.; vgl. Staudinger\/Baumann, a.a.O., Rn. 113 m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem\u00e4\u00df \u00a7 2229 Abs. 4 BGB ist testierunf\u00e4hig, wer wegen krankhafter St\u00f6rungen der Geistest\u00e4tigkeit, wegen Geistesschw\u00e4che oder wegen Bewusstseinsst\u00f6rungen nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserkl\u00e4rung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ma\u00dfgeblich ist in diesem Zusammenhang, ob der Testierende noch in der Lage ist, sich \u00fcber die Tragweite seiner Anordnungen ein klares Urteil zu bilden und dann frei von den Einfl\u00fcssen etwaiger interessierter Dritter zu handeln oder nicht (vgl. Gr\u00fcneberg\/Weidlich, a.a.O., \u00a7 2229 Rn. 8; OLG Celle, Urteil v. 07.01.2021 \u2013 6 U 22\/20 -, zit. n. juris, Rn. 38 m.w.N.; OLG Hamm, Beschluss v. 26.10.2020 \u2013 15 W 26\/19 -, zit. n. juris Rn. 13).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Betreuung als solche ber\u00fchrt die Testierf\u00e4higkeit dabei nicht; auch f\u00fcr den Betreuten besteht die Vermutung der Testierf\u00e4higkeit (vgl. OLG Celle, a.a.O., Rn. 41; Gr\u00fcneberg\/Weidlich, a.a.O., Rn. 5). Auch St\u00f6rungen der Geistest\u00e4tigkeit f\u00fchren f\u00fcr sich genommen noch nicht zwangsl\u00e4ufig zur Testierunf\u00e4higkeit. Auch insoweit gilt vielmehr, dass der Erblasser so lange als testierf\u00e4hig anzusehen ist, wie seine Testierunf\u00e4higkeit nicht zur \u00dcberzeugung des Gerichts nachgewiesen ist (vgl. OLG Celle, a.a.O., Rn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">39, 40; Gr\u00fcneberg\/Weidlich, a.a.O., Rn. 10). Gerade der Problematik der sogenannten \u201elichten Momente\u201c kommt dabei besondere Bedeutung zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im \u2013 wie hier \u2013 Erbscheinsverfahren hat das Nachlassgericht deshalb konkret dargelegte auff\u00e4llige Verhaltensweisen des Erblassers im Zeitraum der Testamentserrichtung aufzukl\u00e4ren, sich Klarheit \u00fcber medizinische Befunde zu schaffen und die hieraus zu ziehenden Schl\u00fcsse zu pr\u00fcfen. Zweifel an der Testierf\u00e4higkeit sind dabei regelm\u00e4\u00dfig durch Gutachten eines psychiatrischen oder nerven\u00e4rztlichen Sachverst\u00e4ndigen zu kl\u00e4ren (allg.M.; vgl. Gr\u00fcneberg\/Weidlich, a.a.O., Rn. 12 m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist erforderlich, weil in aller Regel nur ein psychiatrischer oder nerven\u00e4rztlicher Sachverst\u00e4ndiger zur Beurteilung der Testierf\u00e4higkeit in der Lage ist. Ohne nerven\u00e4rztliches und\/oder psychiatrisches Gutachten wird das Gericht die Voraussetzungen des \u00a7 2229 Abs. 4 BGB regelm\u00e4\u00dfig nicht bejahen k\u00f6nnen. Die Auswahl eines nicht hinreichend qualifizierten Sachverst\u00e4ndigen ist ein wesentlicher Verfahrensfehler, der selbst den Anspruch der Nachlassbeteiligten auf rechtliches Geh\u00f6r tangiert (vgl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">hierzu: Staudinger\/Baumann, a.a.O., Rn. 106 m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Nachlassgericht hat vorliegend kein psychiatrisches oder nerven\u00e4rztliches Gutachten eingeholt, weil es der Auffassung gewesen ist, dass es bereits an einem Testierwillen des Erblassers fehlt. Grundlage der Entscheidung des Amtsgerichts sind allerdings drei \u00e4rztliche Stellungnahmen\/Gutachten, die sich eher mit den grunds\u00e4tzlich kognitiven F\u00e4higkeiten des Erblassers befassen. Hierzu geh\u00f6rt u.a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">eine eingeholte \u00e4rztliche Auskunft des den Erblasser behandelnden Hausarzt, die inhaltlich aus neun S\u00e4tzen besteht und, soweit es um die Fragen nach dem Testierwillen und der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers geht, wenig aussagekr\u00e4ftig ist, zumal sich der Hausarzt selbst in seinen wenigen Ausf\u00fchrungen eigentlich nicht wirklich positioniert (\u201ckaum\u201c, \u201eschwer zu glauben\u201c, \u201ees ist zu bezweifeln\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit das Amtsgericht seine Entscheidung zudem auf im Rahmen des Betreuungsverfahrens des Erblassers eingeholte \u00e4rztliche Stellungnahmen st\u00fctzt, ist darauf hinzuweisen, dass diese \u00e4rztlichen Stellungnahmen sich \u00fcberhaupt nicht mit der Frage von Testierwillen und Testierf\u00e4higkeit, sondern mit der Frage nach der Notwendigkeit einer Betreuung des Erblassers besch\u00e4ftigen, es sich bei Dr. med. Vogler um einen Allgemeinmediziner handelt und die Einsch\u00e4tzung von Dr. med.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stein aus dem Jahr 2007 stammt, damit dreizehn Jahre vor Errichtung des Testaments gefertigt wurde, und deshalb allenfalls erg\u00e4nzend zur Beantwortung der Frage nach dem Testierwillen und der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers herangezogen werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da nach den Ausf\u00fchrungen der Beteiligten zu 1) bis 4) aber auch die Testierf\u00e4higkeit des Erblassers in Zweifel gezogen wird (s.o.) und sich die obigen Stellungnahmen\/Gutachten eher mit den kognitiven F\u00e4higkeiten des Erblassers besch\u00e4ftigen (s.o.), hat der Senat den Sachverst\u00e4ndigen Dr. med. T., Facharzt f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines Gutachtens zur Testierf\u00e4higkeit des Erblassers beauftragt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser ist in seinem Gutachten vom 29.12.2022 zu dem Ergebnis gelangt, dass es keine Anhaltspunkte daf\u00fcr gebe, die dagegensprechen w\u00fcrden, dass der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments die F\u00e4higkeit besessen habe, seinen Willen frei und unbeeinflusst von Dritten in einem Testament zu artikulieren und dieses auch selbst\u00e4ndig zu verfassen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments testierf\u00e4hig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der Erblasser irgendwann unter einer psychischen Krankheit im engeren psychiatrischen Sinne gelitten haben k\u00f6nnte, insbesondere nicht unter einer Geistes- oder Gem\u00fctskrankheit. Es spreche auch nichts f\u00fcr eine neurotische und\/oder Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung sowie eine Abh\u00e4ngigkeitserkrankung. Es l\u00e4gen auch keine Hinweise daf\u00fcr vor, dass bei dem Erblasser, \u00fcber eine angenommene (leichte) Geistesschw\u00e4che hinaus, zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments vor\u00fcbergehend bzw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">kurzfristig andere psychische St\u00f6rungen bzw. Krankheiten dazugekommen seien. Soweit es die formalen intellektuellen bzw. kognitiven F\u00e4higkeiten des Erblassers betreffe, habe dieser \u00fcber zumindest ausreichende F\u00e4higkeiten in allen relevanten Lebensbereichen verf\u00fcgt und sei selbst komplexeren intellektuellen Anforderungen \u2013 wenn auch zum Teil mit erbetener und\/oder institutioneller Hilfe und Unterst\u00fctzung \u2013 ohne Selbstsch\u00e4digungstendenz gewachsen gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinweise auf leichte Beeinflussbarkeit, abnorm verst\u00e4rkte Suggestibilit\u00e4t und Manipulierbarkeit h\u00e4tten sich nicht ergeben, im \u00dcbrigen aber auch nicht auf unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig starrsinniges, potentiell selbst\u00e4ndiges Beharren auf eigenen Ansichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Sachverst\u00e4ndigengutachten unterliegt nach Auffassung des Senats keinen Bedenken. Der Sachverst\u00e4ndige hat sich insbesondere ausf\u00fchrlich mit den in der Nachlassakte und der Betreuungsakte des Amtsgerichts Prenzlau (Az.: 9 XVII 53\/17) befindlichen Krankenunterlagen des Erblassers auseinandergesetzt und diese ausgewertet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei hat er sich mit zahlreichen Ereignissen vor und nach dem Zeitpunkt der Errichtung der Testamente besch\u00e4ftigt und ist auch umf\u00e4nglich auf die \u00e4rztlichen \u00c4u\u00dferungen und Stellungnahmen eingegangen, die das Amtsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat. In diesem Zusammenhang hat sich der Sachverst\u00e4ndige auch mit den vom Amtsgericht f\u00fcr nicht nachvollziehbar gehaltenen Begleitumst\u00e4nden um die Testamentserrichtung befasst und m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen hierf\u00fcr abgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit es die Nichtber\u00fccksichtigung der Familie im Testament betrifft, hat er f\u00fcr den Senat plausibel dargelegt, dass dies \u2013 trotz Unterst\u00fctzung durch die Beteiligte zu 4) \u2013 mit einem distanzierten emotionalen Verh\u00e4ltnis zu seinen Geschwistern sowie einem gest\u00f6rten Verh\u00e4ltnis zu seiner Mutter, u.a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wuchs der Erblasser bei seiner Gro\u00dfmutter auf, zu tun gehabt haben k\u00f6nnte, wobei der Senat darauf verweist, dass der Erblasser offenbar eine emotionale Bindung zu der Beteiligten zu 6) hatte, so dass es bereits deshalb ohnehin nicht ungew\u00f6hnlich erscheint, dass er diese allein bedacht hat. Soweit es die Fertigung von drei Testamentsexemplaren betrifft, hat der Sachverst\u00e4ndige nachvollziehbar ausgef\u00fchrt, dass dies u.a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">etwas damit zu tun haben k\u00f6nnte, dass ihm aufgrund des Todes seiner Gro\u00dfmutter, die ihn in ihrem Testament als Erben noch vor ihren eigenen Kindern bedacht hatte, die Bedeutung eines Testaments und dessen Auffindbarkeit bewusst gewesen sei, da er seitdem ein eigenes Haus besessen habe, in dem er miet- und schuldenfrei habe leben k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr w\u00fcrde sprechen, dass der Erblasser jeweils eines der Testamentsexemplare den hieran bedachten Beteiligten zu 5) und 6) zur Verwahrung \u00fcbergeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit es den Umstand betrifft, dass der Erblasser drei Testamentsexemplare trotz anstehenden Notartermins errichtet hat, hat der Sachverst\u00e4ndige erkl\u00e4rbar vorgetragen, dass dies aufgrund der deutlich begrenzten Lebenserwartung des Erblassers durchaus etwas mit einer Vorahnung\/Bef\u00fcrchtung seines bevorstehenden Todes zu tun gehabt haben k\u00f6nnte, wof\u00fcr auch nach Auffassung des Senats durchaus spricht, dass der Erbfall kurz nach Errichtung der Testamente dann auch tats\u00e4chlich eingetreten ist und der Erblasser eines der Testamentsexemplare im Pkw mit sich f\u00fchrte, was ansonsten nur als \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlich anzusehen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Erblasser im Testament den \u201eGeoportal-Gemarkungsschl\u00fcssel\u201c verwendete, hat der Sachverst\u00e4ndige verst\u00e4ndlich damit erkl\u00e4rt, dass der Erblasser sich beim Verfassen des Testaments Hilfe geholt haben d\u00fcrfte, um alles richtig zu machen, wof\u00fcr nach Auffassung des Senats sprechen w\u00fcrde, dass sich aus dem gesamten Akteninhalt ergibt, dass sich der Erblasser nicht davor gescheut hat, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn er solcher bedurfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sachverst\u00e4ndige kritisiert auch f\u00fcr den Senat nachvollziehbar die amtsgerichtliche Entscheidung dahingehend, dass es nicht m\u00f6glich sei, von einer im Rahmen einer ungewohnten Untersuchungssituation nicht zufriedenstellenden \u201eLeseprobe\u201c auf fehlende F\u00e4higkeiten des Erblassers zu schlie\u00dfen, einen Erkl\u00e4rungsinhalt als selbst gewollte Erkl\u00e4rung zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Ergebnis des Sachverst\u00e4ndigengutachtens sprechen zur \u00dcberzeugung des Senats zudem insbesondere die Ausf\u00fchrungen des Sachverst\u00e4ndigen zu den Lebensumst\u00e4nden des Erblassers. Der Senat teilt die Auffassung des Sachverst\u00e4ndigen, dass es nicht nachvollziehbar ist, dass jemand, der eine F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung besteht und am Stra\u00dfenverkehr teilnimmt, nicht in der Lage sein soll, eigenverantwortlich ein Testament zu errichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei weist der Sachverst\u00e4ndige auch beanstandungsfrei darauf hin, dass auch die Umst\u00e4nde, dass der Erblasser grunds\u00e4tzlich in der Lage gewesen ist, dieses Fahrzeug selbst\u00e4ndig anzuschaffen und es dann ebenso wie seine Immobilie nebst Nebenkosten selbst\u00e4ndig zu unterhalten, sich grunds\u00e4tzlich selbst zu versorgen, mit wenig Geld haushalten zu k\u00f6nnen sowie offenbar den \u00dcberblick \u00fcber seine Rente und sein Arbeitsentgelt gehabt zu haben, sogar eher f\u00fcr eine Testierf\u00e4higkeit sprechen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Einwendungen der Beteiligten zu 1) bis 4) hiergegen vermag der Senat nicht zu folgen. Dem Sachverst\u00e4ndigen war auferlegt worden, sich insbesondere mit den in der Verfahrensakte befindlichen Stellungnahmen der \u00c4rzte Dipl. med. K.-F., Dr. med. V. und Dr. med. S. auseinanderzusetzen, die die Grundlage der amtsgerichtlichen Entscheidung gebildet haben. Dies hat der Sachverst\u00e4ndige \u2013 wie sich seinem Gutachten entnehmen l\u00e4sst \u2013 ausf\u00fchrlich getan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Gutachten l\u00e4sst sich ferner entnehmen, dass sich der Sachverst\u00e4ndige mit Akribie auch mit dem Betreuungsverfahren an sich intensiv befasst hat. Nachfragen bei den obigen \u00c4rzten waren ihm anheimgestellt, jedoch nicht auferlegt worden. Die Befragung von Nachbarn und Bekannten des Erblassers ist nicht Aufgabe des Sachverst\u00e4ndigen. Die Beteiligten zu 1) bis 4) gehen dabei bereits fehlerhaft davon aus, dass der Sachverst\u00e4ndige die Testierf\u00e4higkeit des Erblassers bejaht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Richtig ist jedoch, dass der Sachverst\u00e4ndige (nur) zu dem Ergebnis gelangt ist, dass es keine Anhaltspunkte daf\u00fcr gebe, dass dies vorliegend nicht der Fall gewesen sei. Dies ist etwas anderes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine diesbez\u00fcgliche Auffassung beruht dabei gerade nicht auf Vermutungen, vielmehr hat er sich dezidiert mit den Ausf\u00fchrungen der obigen \u00c4rzte auseinandergesetzt, deutlich deren Schwachstellen aufgezeigt und substantiiert dargelegt, was gegen eine Testierunf\u00e4higkeit des Erblassers zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments spricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit es eine diagnostizierte Intelligenzminderung betrifft, hat er entgegen der Behauptung der Beteiligten zu 1) bis 4) lediglich eine mittelgradige Intelligenzminderung bzw. eine sogenannte Imbezillit\u00e4t ausgeschlossen. Nicht richtig ist auch die Behauptung, dass der Sachverst\u00e4ndige (fehlerhaft) zur \u00dcberzeugung gelangt sei, dass beim Erblasser keine Intelligenzminderung vorgelegen habe, da seine Schw\u00e4chen auf seine Schwerh\u00f6rigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sachverst\u00e4ndige weist in der zitierten Fundstelle allein darauf hin, dass die beim Erblasser vorhandenen Schw\u00e4chen h\u00e4tten abgemildert werden k\u00f6nnen, wenn man sich fr\u00fch mit seiner Schwerh\u00f6rigkeit besch\u00e4ftigt h\u00e4tte. Der Sachverst\u00e4ndige hat eine Intelligenzminderung auch nicht aufgrund fehlender Tests verneint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen davon, dass der Sachverst\u00e4ndige keine Intelligenzminderung verneint hat (s.o.), hat er nur aufgezeigt, dass die obigen \u00c4rzte zwar eine leichte Intelligenzminderung unterstellt h\u00e4tten, sich aus den Unterlagen aber nicht ergebe, wie sie hierauf eigentlich kommen w\u00fcrden, da offenbar insoweit gar keine Tests vorgenommen worden seien. Eine mittelgradige Intelligenzminderung hat der Sachverst\u00e4ndige nachvollziehbar u.a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit der Argumentation abgelehnt, dass der Erblasser dann nicht in der Lage gewesen w\u00e4re, eine Fahrerlaubnis zu erwerben. Soweit die Beteiligten zu 1) bis 4) nunmehr aufgrund dessen pl\u00f6tzlich behaupten, dass Geld f\u00fcr das Bestehen der Fahrpr\u00fcfung geflossen sei, also eine Bestechung erfolgt sei, h\u00e4lt der Senat dies f\u00fcr nicht nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fchrerscheinpr\u00fcfungen werden nur von amtlich anerkannten Sachverst\u00e4ndigen bestimmter Organisationen abgenommen und der Senat unterstellt, dass sich kein Sachverst\u00e4ndiger des Risikos aussetzen wird, sich z.B. im Falle eines Unfalls rechtfertigen zu m\u00fcssen, wie ein (dann) mittelgradig Intelligenzgeminderter bei ihm die F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung bestehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entgegen der Behauptung der Beteiligten zu 1) bis 4) hat der Sachverst\u00e4ndige auch keine Probleme im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme des Erblassers negiert. Er hat nur deutlich gemacht, dass dies auch bei \u00e4lteren, normintelligenten Menschen vorkomme und der Erblasser immerhin in der Lage gewesen sei, die ihm vorbereitenden Medikamente entsprechend einzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass dem Erblasser sein Bargeld von der Beteiligten zu 4) und deren Ehemann nunmehr pl\u00f6tzlich \u201ezugeteilt\u201c worden sei, ist ebenfalls neu und steht im Widerspruch zum bisherigen eigenen Vortrag der Beteiligten zu 1) bis 4), wonach der Erblasser sein Geld selbst verwaltet habe, auch wenn wiederkehrende Verbindlichkeiten durch Dauerauftr\u00e4ge geregelt gewesen seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Erblasser letztlich aber offenbar sogar in der Lage war \u2013 wenn gegebenenfalls auch mit Hilfe Dritter \u2013 sein Kreditinstitut zu wechseln und einen Darlehensvertrag zur Finanzierung seines Pkw`s aufzunehmen, macht deutlich, dass die Beteiligte zu 4) und ihr Ehemann jedenfalls die finanziellen Angelegenheiten des Erblassers nicht geregelt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Erblasser in den Wintermonaten bei der Beteiligten zu 4) gelebt haben mag, \u00e4ndert nichts daran, dass er zumindest in den Sommermonaten eigenverantwortlich sein eigenes Haus bewohnt hat, wobei allein dieser Umstand ohnehin wenig Aussagekraft zur Frage nach der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die subjektive Schilderung aus dem Jahr 1998, wonach der Erblasser nicht in der Lage gewesen sein soll, Inhalte selbst\u00e4ndig zu erfassen und wiederzugeben, hat nach Auffassung des Senats keine Aussagekraft zur Testierf\u00e4higkeit des Erblassers zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umstand, dass die streitbefangene Testamente des Erblassers \u201efehlergespickt\u201c sind, spricht zur \u00dcberzeugung des Senats eher daf\u00fcr, dass der Erblasser gerade nicht ein vorgefertigtes Testament lediglich abgeschrieben hat (s.o.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausf\u00fchrungen des praktischen Arztes Dipl. med. K.-F. sind nicht geeignet, den Senat zu einem anderen Ergebnis kommen zu lassen. Bei Dipl. med. K.-F. handelt es sich bereits um keinen Arzt, der im psychiatrischen oder nerven\u00e4rztlichen Bereich praktiziert. Damit sind seine Ausf\u00fchrungen nach den von der Rechtsprechung aufgestellten Grunds\u00e4tzen (s.o.) schon nicht verwertbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkrete Untersuchungen zur Hirnleistungsf\u00e4higkeit hat er beim Erblasser nach eigenen Angaben dementsprechend nicht vorkommen, ebenso wenig einen Intelligenztest. Die Stellungnahme des Hausarztes beschr\u00e4nkt sich zudem auf gerade einmal neun S\u00e4tze, in denen er sich noch nicht einmal wirklich positioniert (\u201ckaum\u201c, \u201eschwer zu glauben\u201c, \u201ees ist zu bezweifeln\u201c). Auch inhaltlich unterliegt die knappe Stellungnahme erheblichen Bedenken. So teilt der Senat die Auffassung des Sachverst\u00e4ndigen Dr. med.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">T., dass sich schon nicht erschlie\u00dft, warum der Erblasser nach Auffassung des Dipl. med. K.-F. lediglich bedingt habe kommunizieren k\u00f6nnen, nur weil er \u201ekaum\u201c habe schreiben und lesen k\u00f6nnen, zumal bereits die Verwendung des Begriffs \u201ekaum\u201c wenig aussagekr\u00e4ftig ist. Soweit Dipl. med. K.-F.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sich dahingehend ge\u00e4u\u00dfert hat, dass der Erblasser (oft) \u201eJa\u201c gesagt habe, obwohl er eigentlich nicht verstanden habe, was ihm gesagt worden sei, h\u00e4lt der Senat den Hinweis des Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr nachvollziehbar, dass dies nicht \u00fcberbewertet werden d\u00fcrfe, da Schwerh\u00f6rige, wenn sie etwas nicht richtig verstanden h\u00e4tten, bekannterma\u00dfen tendenziell eher hierzu neigen w\u00fcrden, um nicht in Widerspruch zu ihrem Gespr\u00e4chspartner zu geraten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Umstand, dass der Erblasser im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten der Hilfestellung bedurfte, hat der Sachverst\u00e4ndige nachvollziehbar damit erkl\u00e4rt, dass auch normintelligente, \u00e4ltere, aber unge\u00fcbte Personen hiermit Probleme h\u00e4tten. Mit den Lebensumst\u00e4nden des Erblassers, dass dieser zum Beispiel im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen ist und \u2013 wenn auch teilweise mit Unterst\u00fctzung \u2013 selbst\u00e4ndig gelebt hat, hat sich Dipl. med. K.-F. hingegen \u00fcberhaupt nicht auseinandergesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gutachten des Dr. med. V. vom 13.10.2014 ist ebenfalls von keinem Facharzt f\u00fcr Psychiatrie bzw. Neurologie verfasst worden, so dass auch dieses Gutachten schon insoweit nicht verwertbar ist. Dr. med. Vogler hat sich in seinem Gutachten zudem nicht mit der Frage nach der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers auseinandergesetzt, sondern sich allein mit der Frage nach der Notwendigkeit einer Betreuung f\u00fcr den Erblasser in beh\u00f6rdlichen und gesundheitlichen Angelegenheiten befasst. Zwar f\u00fchrt auch Dr. med. V.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">in seinem Gutachten aus, dass der Erblasser nur schlecht lesen und schreiben habe k\u00f6nnen und sich dessen Denkvorg\u00e4nge offenbar auf sehr einfachen Niveau vollzogen h\u00e4tten, gleichwohl attestierte Dr. med. V. dem Erblasser nur eine leichte Intelligenzminderung und stellte fest, dass Kritik- und Urteilsverm\u00f6gen gemindert, jedoch nicht aufgehoben seien. (dort Seite 7). Berechtigt weist der Sachverst\u00e4ndige allerdings insoweit darauf hin, dass Dr. med. V.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zwar von einer leichten Intelligenzminderung ausgehe, sich aber bereits nicht ergebe, ob und wann \u00fcberhaupt ein Intelligenztest durch ihn durchgef\u00fchrt worden sei. Auch wenn Dr. med. V.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">einsch\u00e4tzt, dass der Erblasser nicht ausreichend in der Lage sei, seine Beh\u00f6rdenangelegenheiten und die Gesundheitsvorsorge eigenst\u00e4ndig ad\u00e4quat zu regeln, geht er letztlich davon aus, dass die Ablehnung einer Betreuung durch den Erblasser auf einer verantwortlichen freien Willensentscheidung durch diesen beruht und eine fehlende Betreuung zumindest keine schwerwiegende Nachteile f\u00fcr Gesundheit und Leben mit sich bringen w\u00fcrde, weshalb nach seiner Auffassung gegen den Willen des Erblassers eine Betreuungsanordnung nicht ausreichend begr\u00fcndbar sei (dort Seite 9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Senat teilt zudem die Auffassung des Sachverst\u00e4ndigen, dass das Gutachten des Dr. med. V. insbesondere darunter leidet, dass dieser zwar die Lebensumst\u00e4nde des Erblassers zum Teil richtig eingeordnet, sich mit diesen dann aber im Zusammenhang mit seinen Feststellungen nicht weiter auseinandergesetzt habe. Wie auch bereits Dipl. med. K.-F. geht auch Dr. med.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vogler n\u00e4mlich nicht substantiiert darauf ein, inwieweit Lebensumst\u00e4nde des Erblassers, wie die Erlangung des F\u00fchrerscheins und durchaus vorhandene Kompetenzen im Bereich der Regelung seiner finanziellen Angelegenheiten, in Einklang zu bringen sind mit seinem vermeintlich geminderten Urteils- oder Denkverm\u00f6gen. F\u00fcr den Senat nachvollziehbar f\u00fchrt der Sachverst\u00e4ndige zudem aus, dass die \u201efast schon diplomatischen Reaktionen des Erblassers\u201c auf die Versuche des Dr. med.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">V., ihn von der Notwendigkeit einer Betreuung zu \u00fcberzeugen, mit der Behauptung einer geminderten Kritik- und Urteilsf\u00e4higkeit nicht vereinbar seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Erblasser laut Gutachten erkl\u00e4rt haben soll, der Anregung der Behindertenwerkstatt zun\u00e4chst folgen und das Gespr\u00e4ch mit dem (Betreuungs-) Gericht abwarten zu wollen sowie sich aktuell weder f\u00fcr noch gegen eine Betreuung entscheiden zu k\u00f6nnen, wobei f\u00fcr seine Entscheidung die Frage, wer die Kosten hierf\u00fcr trage, ma\u00dfgeblich sei, weil er sparsam mit seinem Geld umgehen m\u00fcsse, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu k\u00f6nnen, weshalb er auch arbeiten gehe, weil er die dortigen Eink\u00fcnften hierf\u00fcr br\u00e4uchte (dort Seite 5), dann spricht dieses n\u00e4mlich nicht f\u00fcr eine geminderte Kritik- und Urteilsf\u00e4higkeit, sondern nach Auffassung des Senats sogar eher daf\u00fcr, dass der Erblasser in der Lage war, Sachverhalte zu \u00fcberschauen und selbst gewollte Erkl\u00e4rungen abzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die \u00e4rztliche Stellungnahme des Facharztes f\u00fcr Neurologie Dr. med. S. vom 26.02.2007 leidet darunter, dass es hierin inhaltlich um eine Betreuungsanordnung, nicht jedoch um die Frage nach der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers \u2013 die seinerzeit auch keine Rolle spielte \u2013 ging. Dr. med. S. attestierte dabei ebenfalls nur eine leichte Intelligenzminderung, empfahl aber gleichwohl eine Betreuung in verschiedenen Bereichen. Einen Intelligenztest hatte Dr. med. S. dabei offenbar ebenfalls nicht durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Recht verweist der Sachverst\u00e4ndige Dr. med. T. darauf, dass sich dies den entsprechenden Unterlagen bzw. Ausf\u00fchrungen des Dr. med. S. jedenfalls nicht entnehmen l\u00e4sst. Zudem setzt sich auch Dr. med. S. in keiner Weise mit wichtigen Lebensumst\u00e4nden des Erblassers auseinander, wie, dass der Erblasser zum Beispiel in der Lage gewesen ist, eine F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung abzulegen. Entscheidend, und dies wird vom Sachverst\u00e4ndigen Dr. med. T.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">nach Auffassung des Senats zu Recht als schwerwiegender Mangel gew\u00fcrdigt, geht Dr. med. S. mit keinem Wort in seiner \u00e4rztlichen Stellungnahme auf die erhebliche Schwerh\u00f6rigkeit des Erblassers ein, die viele Probleme des Erblassers im Rahmen der Untersuchung durch Dr. med. S. in den Bereichen \u201eVerstehen\u201c und \u201eSprechen\u201c erkl\u00e4rt bzw. ihm seinerzeit h\u00e4tten erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Offensichtlich ist dies von Dr. med. S.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">nicht diagnostiziert worden, weshalb seine \u00e4rztliche Stellungnahme schon allein deshalb als unbrauchbar anzusehen ist. Ber\u00fccksichtigt man dies n\u00e4mlich bei den (vermeintlichen) Feststellungen des Dr. med. S., wird deutlich, dass diese ganz andere Gr\u00fcnde haben k\u00f6nnen. Zutreffend weist der Sachverst\u00e4ndige dementsprechend darauf hin, dass Dr. med. S.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">daher gar nicht gepr\u00fcft habe, ob Schwierigkeiten beim Erfassen gestellter Fragen oder das pl\u00f6tzliche Ansprechen vermeintlich fernliegender Themen nicht einfach auf die massive Schwerh\u00f6rigkeit des Erblassers zur\u00fcckzuf\u00fchren gewesen sind. Gleiches gelte u.a. f\u00fcr die von Dr. med. Stein vermeintlich festgestellte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschw\u00e4che und angebliches missverst\u00e4ndliches Verhalten des Erblassers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung des Senats k\u00f6nnen die Ausf\u00fchrungen der \u00c4rzte Dipl. med. K.-F., Dr. med. V. und Dr. med. S. daher (auch) nicht belegen, dass der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments nicht mehr testierf\u00e4hig gewesen ist. Abgesehen davon, dass es sich bei den beiden erstgenannten \u00c4rzten schon um keine Fach\u00e4rzte im Bereich Psychiatrie \/ Neurologie handelt, leiden die drei \u00e4rztlichen Stellungnahmen \/ Gutachten insbesondere darunter, dass ihnen kein Intelligenztest bzw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">eine Untersuchung zur Hirnleistungsf\u00e4higkeit betreffend den Erblasser zugrunde liegt und sich keines der Gutachten im Zusammenhang mit seinen Feststellungen konkret mit den Lebensumst\u00e4nden des Erblassers und den sich hieraus ergebenden F\u00e4higkeiten (s.o.) auseinandergesetzt hat. Soweit es die \u00e4rztlichen Stellungnahmen \/ Gutachten der \u00c4rzte Dr. med. V. und Dr. med. S.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">betrifft, die ohnehin nur eine leichte Intelligenzminderung beim Erblasser attestiert haben, ist zudem darauf hinzuweisen, dass diese sich hierin jeweils \u00fcberhaupt nicht mit der Frage nach der Testierf\u00e4higkeit des Erblassers auseinandergesetzt haben. Bei deren Ausf\u00fchrungen ging es vielmehr allein um die Frage nach der Notwendigkeit einer Betreuung f\u00fcr den Erblasser, der zu jenem Zeitpunkt noch am Leben war. Allein aus einer Betreuung kann indes nicht auf eine Testierunf\u00e4higkeit geschlossen werden (s.o.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00e4rztliche Stellungnahme des Dr. med. S. ist im \u00dcbrigen schon deshalb als nicht verwertbar anzusehen, da diesem offenbar noch nicht einmal die massive Schwerh\u00f6rigkeit des Erblassers aufgefallen war und seine vermeintlichen Feststellungen angesichts dessen nicht aussagekr\u00e4ftig sind.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Soweit der Erblasser in seinen Testamenten sein Auto an den Beteiligten zu 5) \u201evererbt\u201c, geht der Senat davon aus, dass es sich hierbei um ein Verm\u00e4chtnis handelt (\u00a7 1939 BGB). Bei einem Verm\u00e4chtnis handelt es sich um eine Zuwendung von Einzelgegenst\u00e4nden, wenn der Erblasser nur \u00fcber diesen konkreten Gegenstand verf\u00fcgen wollte, den Bedachten also nicht an seinem Verm\u00f6gen als Ganzes zu einer bestimmten Quote beteiligen wollte (vgl. Gr\u00fcneberg\/Weidlich, a.a.O., \u00a7 2087 Rn. 8).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist dem Bedachten \u2013 wie hier \u2013 nur ein einzelner Gegenstand zugewendet worden, ist im Zweifel dabei bereits nicht anzunehmen, dass er Erbe sein sollte (\u00a7 2087 Abs. 2 BGB), wenn kein anderer Erblasserwille feststellbar ist. Dies ist hier indes nicht der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umstand, dass die Beteiligte zu 6) im vorangegangenen Testamentstext als \u201ealleinige Erbin\u201c bezeichnet wird und das ihr vererbte Haus mit Grundst\u00fcck das wesentliche Verm\u00f6gen des Erblassers ausmachte, ist bei verst\u00e4ndiger Auslegung des Erblasserwillens davon auszugehen, dass die Beteiligte zu 6) die Alleinerbin des Erblassers sein und der Beteiligte zu 5) lediglich dessen Auto als Verm\u00e4chtnis erhalten sollte.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 81 FamFG.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Gesch\u00e4ftswert des Beschwerdeverfahrens ist \u00a7 61 Abs. 1 GNotKG ma\u00dfgeblich. Zur Bestimmung des Gegenstandswerts ist dementsprechend auf den umstrittenen Teil der Nachlassbeteiligung der Beteiligten zu 1) bis 4) abzustellen (vgl. OLG Hamm, Beschluss v. 05.08.2015 \u2013 15 W 341\/14 -, zit. n. juris, Rn. 7; OLG Dresden, Beschluss v. 19.01.2016 \u2013 17 W 1275\/15 -, zit. n. juris, Rn. 6; OLG D\u00fcsseldorf, Beschluss v. 22.01.2016 \u2013 3 Wx 20\/15 -, zit. n. juris, Rn. 26).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorliegend ist der reine Nachlasswert von den Beteiligten zu 1) bis 4) und 6) mit 60.000,- \u20ac angegeben. Dies h\u00e4lt der Senat angesichts der pr\u00e4destinierten Lage des Grundst\u00fccks zwischen C. See, D.-see und S. L. indes trotz des Zustands des Geb\u00e4udes f\u00fcr zu niedrig angesetzt und geht deshalb von einem Nachlasswert in H\u00f6he von 100.000,- \u20ac aus. Ausgehend von den Erbscheinsantr\u00e4gen der Antragsteller, die den Nachlass jeweils f\u00fcr sich (allein) begehren, ist dieser Betrag auch als Gesch\u00e4ftswert festzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id27102_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane27102_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Macht eine Betreuung automatisch testierunf\u00e4hig?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Eine Betreuung allein sagt noch nicht, dass der Betroffene kein wirksames Testament errichten kann. Auch betreute Personen gelten grunds\u00e4tzlich als testierf\u00e4hig, solange ihre Testierunf\u00e4higkeit nicht sicher bewiesen ist.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane27102_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wer muss die Testierunf\u00e4higkeit beweisen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich auf die Unwirksamkeit eines Testaments beruft, muss die Testierunf\u00e4higkeit nachweisen. Blo\u00dfe Zweifel reichen nicht aus. Die Testierunf\u00e4higkeit muss zur vollen \u00dcberzeugung des Gerichts feststehen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane27102_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reichen \u00e4ltere Betreuungsgutachten als Beweis?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel nicht, wenn sie sich nicht konkret mit der Testierf\u00e4higkeit befassen. Gutachten aus einem Betreuungsverfahren pr\u00fcfen meist nur, ob Hilfe im Alltag oder in bestimmten Angelegenheiten n\u00f6tig ist. F\u00fcr die Testierf\u00e4higkeit kommt es aber auf die F\u00e4higkeit zur freien Willensbildung bei der Testamentserrichtung an.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane27102_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war das Testament trotz Schreibfehlern wirksam?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schreibfehler passten nach Ansicht des Gerichts zu den bekannten Lese- und Schreibschwierigkeiten des Erblassers. Sie sprachen eher dagegen, dass er nur einen fremden Text sauber abgeschrieben hatte. Entscheidend war, dass sein Wille in den Testamenten eindeutig erkennbar war.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane27102_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wann ist jemand nach \u00a7 2229 BGB testierunf\u00e4hig?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Testierunf\u00e4higkeit liegt vor, wenn jemand wegen einer krankhaften St\u00f6rung der Geistest\u00e4tigkeit, Geistesschw\u00e4che oder Bewusstseinsst\u00f6rung die Bedeutung seiner Erkl\u00e4rung nicht erkennen oder nicht nach dieser Einsicht handeln kann. Es kommt auf den Zeitpunkt der Testamentserrichtung an. Allgemeine Schw\u00e4chen oder Unterst\u00fctzungsbedarf im Alltag gen\u00fcgen daf\u00fcr nicht automatisch.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image157_3f6a8d-28 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id27102_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id27102_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id27102_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, 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