{"id":3852,"date":"2026-06-28T16:38:17","date_gmt":"2026-06-28T16:38:17","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-minderjaehrige-erben-auskunftsanspruch-eltern-auskunftsanspruch-der-minderjaehrigen-erben-gegen-ihre-eltern\/"},"modified":"2026-06-28T16:40:05","modified_gmt":"2026-06-28T16:40:05","slug":"erbrecht-minderjaehrige-erben-auskunftsanspruch-eltern-auskunftsanspruch-der-minderjaehrigen-erben-gegen-ihre-eltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=3852","title":{"rendered":"Erbrecht Minderj\u00e4hrige Erben Auskunftsanspruch Eltern | Auskunftsanspruch der minderj\u00e4hrigen Erben gegen Ihre Eltern"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-koblenz-beschluss-vom-26-11-2013-az-11-uf-451-13-auskunftsanspruch-minderjahriger-erben-gegen-eltern\" class=\"wp-block-heading\">OLG Koblenz \u2013 Beschluss vom 26.11.2013 \u2013 Az. 11 UF 451\/13: Auskunftsanspruch minderj\u00e4hriger Erben gegen Eltern<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image282_d9f3a7-64 size-full advgb-dyn-b1886e1f\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kind kann von einem Elternteil auch viele Jahre sp\u00e4ter Auskunft und Rechnungslegung verlangen, wenn dieser w\u00e4hrend der Minderj\u00e4hrigkeit ererbtes Verm\u00f6gen verwaltet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Eltern m\u00fcssen das von Todes wegen erworbene Verm\u00f6gen ihres minderj\u00e4hrigen Kindes ordnungsgem\u00e4\u00df verzeichnen und nach Ende der Verm\u00f6genssorge auf Verlangen Rechenschaft \u00fcber die Verwaltung ablegen. Der Anspruch scheitert nicht schon daran, dass lange Zeit vergangen ist, wenn das Kind von seinen Rechten und den ma\u00dfgeblichen Vorg\u00e4ngen keine Kenntnis hatte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antragstellerin war beim Tod ihrer Mutter noch minderj\u00e4hrig. Ihr Vater hatte das Sorgerecht, nahm den Nachlass in Besitz und verwaltete beziehungsweise verwertete verschiedene Nachlassgegenst\u00e4nde sowie Verm\u00f6genswerte, die der Antragstellerin zustanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Jahre sp\u00e4ter verlangte die inzwischen vollj\u00e4hrige Tochter im Wege eines Stufenantrages Auskunft, Rechnungslegung, Herausgabe von Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nden und Zahlung. Der Vater berief sich unter anderem auf Verj\u00e4hrung, Verwirkung, angebliche Erf\u00fcllung und fehlendes Rechtsschutzinteresse.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG Koblenz best\u00e4tigte im Wesentlichen den Auskunfts- und Rechnungslegungsanspruch der Antragstellerin. Das fr\u00fcher erstellte Nachlassverzeichnis gen\u00fcgte den gesetzlichen Anforderungen nicht, weil wesentliche Angaben zu Hausrat, Wertgegenst\u00e4nden, Konten, Lebensversicherung und Verm\u00f6gensentwicklung fehlten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teilweise gab das Gericht der Beschwerde statt: F\u00fcr die Rechnungslegung \u00fcber einen Grundst\u00fcckskaufpreis aus dem Jahr 1992 war das Familiengericht nicht zust\u00e4ndig, weil die Antragstellerin zu diesem Zeitpunkt bereits vollj\u00e4hrig war und der Anspruch insoweit nicht mehr aus dem Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis herr\u00fchrte. Im \u00dcbrigen waren die Anspr\u00fcche weder verj\u00e4hrt noch verwirkt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-koblenz-beschluss-vom-26-11-2013-az-11-uf-451-13\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG Koblenz \u2013 Beschluss vom 26.11.2013 \u2013 Az.: 11 UF 451\/13<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der Beschluss des Amtsgerichts \u2013 Familiengericht \u2013 Sinzig vom 28. Juni 2013 in seiner Ziffer 3 dahin abge\u00e4ndert, dass der Antrag der Antragstellerin auf Rechenschaftslegung \u00fcber die Verwendung des Kaufpreises aus der Ver\u00e4u\u00dferung der ihr und ihrem Bruder \u2026[A] geh\u00f6renden Grundst\u00fccksparzellen gem\u00e4\u00df notarieller Urkunde des Notars \u2026[B] vom 6.7.1992 \u2013 UR-Nr. 1234\/92 \u2013 als unzul\u00e4ssig verworfen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Die weitergehende Beschwerde des Antragsgegners wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">III. Von den Kosten des Beschwerdeverfahrens tragen der Antragsgegner 9\/10 und die Antragstellerin 1\/10. Im \u00dcbrigen bleibt die Kostenentscheidung der Schlussentscheidung vorbehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">IV. Der Wert des Beschwerdegegenstandes betr\u00e4gt 2.000 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Die Antragstellerin nimmt den Antragsgegner im Wege eines Stufenantrages auf Erteilung von Auskunft, Rechenschaftslegung und Herausgabe von Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nden sowie Zahlung eines Geldbetrages auf der Grundlage der erteilten Ausk\u00fcnfte in Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner ist der Vater der am \u2026 1972 geborenen Antragstellerin. Die Ehe des Antragsgegners mit der Mutter der Antragstellerin (nachfolgend: Erblasserin) wurde durch Urteil des Familiengerichts Bonn vom 5. April 1985 rechtskr\u00e4ftig geschieden. Seinerzeit erhielt der Antragsgegner das Sorgerecht f\u00fcr die Antragstellerin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch notariellen Vertrag vom 24. September 1984 hatten die seinerzeit noch miteinander verheirateten Eheleute ihren gemeinsamen Kindern, n\u00e4mlich der Antragstellerin sowie Herrn \u2026[A], verschiedene Grundst\u00fccksparzellen schenkweise \u00fcbertragen. Ein Teil dieser Parzellen wurde zusammen mit einer dem Antragsgegner geh\u00f6renden Parzelle durch notariellen Vertrag des Notars \u2026[B] vom 6. Juli 1992 zum Kaufpreis von insgesamt 5.968,50 DM ver\u00e4u\u00dfert; der Kaufpreis wurde seinerzeit auf ein Konto des Antragsgegners \u00fcberwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erblasserin beging im September 1985 Selbstmord. Sie hatte vor ihrem Tode ein Testament errichtet, wonach sie ihre drei Kinder, n\u00e4mlich die Antragstellerin und Herr \u2026[A], sowie das aus einer anderen Beziehung stammende Kind \u2026[C] jeweils zu 1\/3 als Erben eingesetzt hatte. \u2026[C] \u00fcbertrug am 25. Mai 1987 seinen Erbanteil nach der Erblasserin auf seine Geschwister.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner hatte den Nachlass nach dem Tode der Erblasserin in Besitz genommen und in der Folgezeit verschiedene Nachlassgegenst\u00e4nde noch vor Vollj\u00e4hrigkeit der Antragstellerin ver\u00e4u\u00dfert. Gegen\u00fcber den im vorliegenden Verfahren geltend gemachten Auskunfts-, Rechnungslegungs-, Herausgabe- sowie Zahlungsanspr\u00fcchen hinsichtlich des von ihm verwalteten Verm\u00f6gens hat er die Einrede der Verj\u00e4hrung erhoben, hilfsweise macht er deren Verwirkung geltend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem angefochtenen Teilbeschluss, auf den zur weiteren Darstellung des Sach- und Streitstandes Bezug genommen wird, hat das Amtsgericht den Antragsgegner im beantragten Umfang zur Auskunfts- und Rechnungslegung verpflichtet und zur Begr\u00fcndung ausgef\u00fchrt, die geltend gemachten Anspr\u00fcche erg\u00e4ben sich aus \u00a7 1640 BGB. Sie seien nicht verj\u00e4hrt, auch sei der Verwirkungseinwand nicht begr\u00fcndet. Die Antragstellerin habe auf die streitgegenst\u00e4ndlichen Anspr\u00fcche auch zu keinem Zeitpunkt verzichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner Beschwerde wendet sich der Antragsgegner gegen diese Entscheidung und macht geltend, die notarielle Urkunde vom 4. August 1988, durch die ein zum Nachlass der Erblasserin geh\u00f6rendes Grundst\u00fcck ver\u00e4u\u00dfert worden sei, enthalte eine vergleichsweise Regelung dahin, dass von den Beteiligten wechselseitig auf die Geltendmachung weiterer Anspr\u00fcche verzichtet worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Geltendmachung von Auskunfts- und Rechnungslegungsanspr\u00fcchen fehle das Rechtsschutzinteresse, weil der Antragstellerin aus dem Nachlassverzeichnis bekannt sei, dass der Nachlass \u00fcberschuldet war und daher keine Zahlungsanspr\u00fcche bestehen k\u00f6nnten. Jedenfalls seien die geltend gemachten Anspr\u00fcche verwirkt, da die Antragstellerin fast 23 Jahre bis zur Geltendmachung des Anspruchs gewartet habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischenzeitlich habe er im \u00dcbrigen weitere Ausk\u00fcnfte erteilt, so dass die Anspr\u00fcche jedenfalls jetzt erf\u00fcllt seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rechnungslegungsanspruch bestehe auch nicht hinsichtlich des Kaufpreises, der aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Grundst\u00fccksparzellen in der Gemarkung \u2026[X] am 6. Juli 1992 erzielt worden sei; seinerzeit sei die Antragstellerin n\u00e4mlich bereits vollj\u00e4hrig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antragstellerin vertritt die Auffassung, dass die Beschwerde unzul\u00e4ssig ist, und tr\u00e4gt im \u00dcbrigen vor, sie habe auf die streitgegenst\u00e4ndlichen Anspr\u00fcche nicht durch die Vereinbarungen gem\u00e4\u00df notarieller Urkunde vom 4. August 1988 verzichtet. Die Anspr\u00fcche seien auch nicht verwirkt. Sie habe die Anspr\u00fcche n\u00e4mlich mehr als sieben Jahre vor Ablauf der urspr\u00fcnglichen Verj\u00e4hrungsfrist geltend gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unmittelbar nach dem Tode der Erblasserin sei sie durch die Selbstt\u00f6tung ihrer Mutter traumatisiert gewesen; ihre in den Folgejahren gestellten Fragen zum Tod und dem Verm\u00f6gen der Mutter habe der Antragsgegner stets abgeblockt, ab dem Jahre 2005 sei dann der Kontakt zum Antragsgegner abgebrochen. Erst \u00fcber das Nachlassgericht und infolge anwaltlicher Beratung habe sie von dem Testament ihrer Mutter und den Anspr\u00fcchen gegen\u00fcber dem Antragsgegner erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bestehe auch ein Rechtsschutzinteresse an der Geltendmachung der Anspr\u00fcche, denn das Nachlassverzeichnis sei nicht dazu geeignet, eine \u00dcberschuldung des Nachlasses zu belegen. Die geltend gemachten Anspr\u00fcche seien auch nicht durch die im laufenden Verfahren erteilten Ausk\u00fcnfte erf\u00fcllt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Die Beschwerde des Antragsgegners ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 58ff. FamFG zul\u00e4ssig, insbesondere ist der Beschwerdewert (vgl. \u00a7 61 Abs.1 FamFG) erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle der Einlegung eines Rechtsmittels gegen die Verurteilung zur Auskunft oder zur Rechnungslegung ist nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der sich der Senat anschlie\u00dft, f\u00fcr die Bemessung der Beschwer \u2013 abgesehen von etwaigen Geheimhaltungsinteressen, die im Streitfall keine Rolle spielen \u2013 auf den Aufwand an Zeit und Kosten abzustellen, den die Erf\u00fcllung des zuerkannten Anspruchs erfordert (vgl. BGH, Beschluss vom 22.5.2013, Az. X ZR 49\/11, recherchiert in juris mit zahlreichen weiteren Nachweisen). Dieser Aufwand \u00fcbersteigt vorliegend den Betrag von 600 \u20ac ma\u00dfgeblich; der Senat legt insoweit einen Betrag von 2.000 \u20ac zu Grunde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem angefochtenen Teilbeschluss des Amtsgerichts Sinzig ist der Antragsgegner verpflichtet, der Antragstellerin Auskunft \u00fcber den Bestand des Nachlasses der verstorbenen Frau \u2026[D] zu erteilen und dar\u00fcber hinaus Rechnung zu legen \u00fcber die Verwaltung des Verm\u00f6gens der Antragstellerin w\u00e4hrend der Zeit von September 1984 bis zu deren Vollj\u00e4hrigkeit am 25. Januar 1990; schlie\u00dflich wurde der Antragsgegner in der angefochtenen Entscheidung dazu verpflichtet, Rechenschaft \u00fcber die Verwendung des Kaufpreises aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Grundbesitz, der ehemals im Miteigentum der Antragstellerin und ihres Bruders \u2026[A] stand und durch notarielle Urkunde vom 6. Juli 1992 verkauft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erf\u00fcllung dieser Anspr\u00fcche erfordert einen hohen Zeitaufwand, da der Antragsgegner hiernach verpflichtet ist, \u00fcber einen relativ langen Zeitraum, n\u00e4mlich einen solchen von 6 Jahren, Rechnung zu legen; vor allem aber liegt dieser Zeitraum viele Jahre zur\u00fcck, so dass es f\u00fcr den Antragsgegner einen erheblichen Aufwand bedeutet, die f\u00fcr die Rechnungslegung erforderlichen Unterlagen (Kontounterlagen, Vertr\u00e4ge etc.) zu beschaffen und die erforderlichen Daten zusammenzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mithin zul\u00e4ssige Rechtsmittel des Antragsgegners ist allerdings nur in geringem Umfang begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beschwerde des Antragsgegners ist begr\u00fcndet, soweit sie sich gegen die Verpflichtung zur Rechnungslegung \u00fcber die Verwendung des Kaufpreises wendet, der aus der Ver\u00e4u\u00dferung des ihr und ihrem Bruder \u2026[A] geh\u00f6renden Grundbesitzes gem\u00e4\u00df notarieller Urkunde des Notars \u2026[B] vom 6. Juli 1992 erzielt wurde. Zu der Entscheidung \u00fcber diesen Anspruch ist das Familiengericht nicht zust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich bei dem insoweit geltend gemachten Anspruch nicht allein deshalb, weil der Antragsgegner der Vater der Antragstellerin ist, um einen solchen aus einem Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis im Sinne von \u00a7 266 Abs. 1 Nummer 4 FamFG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Anspruchsgrundlage f\u00fcr einen Anspruch auf Rechnungslegung und gegebenenfalls Zahlung des seinerzeit erzielten Kaufpreises kommen hier \u2013 da die Antragstellerin zum Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung des Grundbesitzes bereits vollj\u00e4hrig war \u2013 lediglich solche aus dem Schuldrecht in Betracht, etwa ein Anspruch aufgrund eines Auftragsverh\u00e4ltnisses (\u00a7\u00a7 666, 667 BGB).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein solcher Anspruch nebst dem zu Grunde liegenden Rechtsverh\u00e4ltnis k\u00f6nnte gleicherma\u00dfen zwischen nicht verwandtschaftlich verbundenen Personen bestehen. Demgegen\u00fcber gen\u00fcgt ein blo\u00dfer Zusammenhang mit der Eltern-Kind-Beziehung der Beteiligten f\u00fcr \u00a7 266 Abs. 1 Nr. 4 FamFG nicht; dies ergibt sich schon aus der Gegen\u00fcberstellung mit \u00a7 266 Abs. 1 Nr. 1 und 3 FamFG, wo jeweils ausdr\u00fccklich ein Zusammenhang als ausreichend bezeichnet ist, w\u00e4hrend in \u00a7 266 Abs. 1 Nr. 4 FamFG die Anspr\u00fcche \u201caus\u201c dem Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis \u201cherr\u00fchren\u201c m\u00fcssen (ebenso: Z\u00f6ller\/Lorenz, ZPO, 30. Aufl., \u00a7 266 FamFG, Rz. 19; Keidel\/Giers, FamFG, 17. Aufl., \u00a7 266, Rz. 17f.; OLG Hamm, Beschluss vom 20.9.2012, Az. 14 WF 177\/12, FamRZ 2013, 574, recherchiert in juris).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zutreffend geht das Familiengericht davon aus, dass der Antragstellerin ein Anspruch auf Auskunftserteilung \u00fcber den Bestand des Nachlasses nach ihrer im September 1985 verstorbenen Mutter zusteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem\u00e4\u00df \u00a7 1640 BGB haben die Eltern das ihrer Verwaltung unterliegende Verm\u00f6gen, welches das Kind von Todes wegen erwirbt, zu verzeichnen und die Richtigkeit und Vollst\u00e4ndigkeit ihrer Angaben zu versichern. Der Antragsgegner hat diese ihm obliegende Verpflichtung nicht durch die Einreichung des Nachlassverzeichnisses vom 16. September 1986 erf\u00fcllt. Die Vorschrift des \u00a7 1640 BGB verpflichtet den Elternteil, alle Gegenst\u00e4nde aufzuf\u00fchren, die zu dem erworbenen Verm\u00f6gen geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde sind so detailliert zu kennzeichnen, dass ihre Identit\u00e4t einwandfrei feststeht. Bei Forderungen m\u00fcssen zum Beispiel au\u00dfer dem Grund, dem Betrag und dem Rechtsgrund auch die Urkunden, durch welche diese Verm\u00f6gensrechte nachgewiesen werden, angeben werden, z.B. Sparb\u00fccher, Versicherungspolicen, \u2013 jeweils mit Konto- bzw. Vertragsnummer -.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Haushaltsgegenst\u00e4nden gen\u00fcgt demgegen\u00fcber die Angabe des Gesamtwerts; der Vorlage einer Einzelaufstellung bedarf es in der Regel nicht, \u00a7 1640 Abs.1 Satz 3 BGB. Wertvolle Einzelgegenst\u00e4nde, zum Beispiel Kunstwerke, m\u00fcssen jedoch einzeln verzeichnet werden. Schlie\u00dflich m\u00fcssen die Eltern auch den Wert der einzelnen Gegenst\u00e4nde angeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuzumuten ist es ihnen, insoweit Sachverst\u00e4ndige zu befragen; daher gen\u00fcgt es, wenn der Wert angegeben wird, der dem betreffenden Gegenstand ihrer eigenen Sch\u00e4tzung nach zukommt (vgl. M\u00fcnchner Kommentar \/ Huber BGB, 6. Aufl., \u00a7 1640 Randziffer 12 ff; Staudinger \/ Engler, BGB 2009, \u00a7 1640, Rz. 17f). Diesen Anforderungen wird das Nachlassverzeichnis vom 16. September 1986 nicht in vollem Umfang gerecht. Zwar erscheinen die Angaben des Antragsgegners zum vorhandenen Grundbesitz ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Nachlassverzeichnis enth\u00e4lt allerdings keinerlei Angaben zu Hausrat, Kunstgegenst\u00e4nden und Schmuck. Der Antragsgegner wird daher den gesch\u00e4tzten Gesamtwert des Hausrats mitzuteilen haben. Soweit im Nachlass einzelne Wertgegenst\u00e4nde, zum Beispiel antike Schr\u00e4nke, Kunstwerke (D\u00fcrer-Kupferstiche ! etc.) vorhanden waren, werden diese im einzelnen zu bezeichnen und ihr gesch\u00e4tzter Wert anzugeben sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">N\u00e4here Angaben zu Schmuckst\u00fccken der Erblasserin sind jedoch nicht mehr erforderlich, da zwischen den Beteiligten unstreitig ist, dass die Antragstellerin s\u00e4mtlichen Schmuck ihrer Mutter erhalten hat; im Nachlassverzeichnis kann daher auf die bereits erfolgte \u00dcbergabe des Schmucks Bezug genommen werden. Die Erblasserin hat eine Gastst\u00e4tte und ein Kunstgewerbe betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit einzelne ihrer Konten zum Stichtag f\u00fcr das Nachlassverzeichnis ein Guthaben \u2013 wenngleich in geringem Umfang \u2013 aufgewiesen haben sollten, sind insoweit Angaben zum Kreditinstitut, zur Kontonummer und zur H\u00f6he des Guthabens erforderlich. Hinsichtlich der Lebensversicherung bedarf es noch der Mitteilung der Versicherungsgesellschaft sowie der Versicherungsvertragsnummer. S\u00e4mtliche Angaben sind in einem neuen Nachlassverzeichnis \u00fcbersichtlich darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner ist allerdings nicht verpflichtet, Angaben zu den Passiva im Nachlass zu machen, wenngleich solche Angaben ratsam erscheinen (vgl. MK \/ Huber, aaO; Staudinger, aaO).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragstellerin steht gegen\u00fcber dem Antragsgegner auch ein Anspruch auf Rechnungslegung \u00fcber die Verwaltung ihres Verm\u00f6gens bis zu ihrer Vollj\u00e4hrigkeit am 25. Januar 1990 zu. Gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 Abs. 1 BGB haben die Eltern nach Beendigung der Verm\u00f6genssorge (aufgrund Eintritt der Vollj\u00e4hrigkeit) ihrem Kind n\u00e4mlich dessen Verm\u00f6gen herauszugeben und auf Verlangen \u00fcber die Verwaltung des Verm\u00f6gens Rechenschaft abzulegen. Gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 Abs. 2 BGB ist auch \u00fcber die Nutzungen des Kindesverm\u00f6gens Rechenschaft abzulegen, sofern dargelegt ist, dass Grund zu der Annahme besteht, dass die Eltern die Nutzungen entgegen den Vorschriften des \u00a7 1649 BGB f\u00fcr sich und nicht f\u00fcr das Kind verwendet haben. Diese Voraussetzungen liegen hier vor. Die Antragstellerin hat Auskunft \u00fcber die Verwaltung ihres Verm\u00f6gens bis zum Eintritt der Vollj\u00e4hrigkeit vom Antragsgegner verlangt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie hat auch hinreichend dargelegt, dass Anhaltspunkte f\u00fcr eine Verwendung der Nutzungen ihres Verm\u00f6gens entgegen den Vorschriften des \u00a7 1649 BGB vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies gilt schon deshalb, weil aus der Ver\u00e4u\u00dferung des Grundbesitzes in \u2026[Y] ein Kaufpreis in H\u00f6he von mehr als 100.840 DM erzielt wurde, die Antragstellerin in Abrede gestellt hat, den ihr zustehenden Anteil erhalten zu haben und der Antragsgegner zu der von ihm behaupteten \u00dcberweisung des Kaufpreisanteils an die Antragstellerin keine detaillierten Angaben gemacht und auch keine Belege vorgelegt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rechnungslegungsanspruch der Antragstellerin ist nicht deshalb als erf\u00fcllt anzusehen, weil der Antragsgegner im vorliegenden Verfahren Angaben zu der Ver\u00e4u\u00dferung verschiedener Grundst\u00fccksparzellen gemacht und insoweit notarielle Vertr\u00e4ge vorgelegt hat. F\u00fcr die Verpflichtung des Antragsgegners zur Rechnungslegung gelten die Vorschriften der \u00a7\u00a7 259,261 BGB.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erforderlich ist danach eine \u00fcbersichtliche, aus sich heraus verst\u00e4ndliche Zusammenstellung aller Einnahmen und Ausgaben in Bezug auf das zu verwaltende Verm\u00f6gen. Die Aufstellung muss nicht nur den derzeitigen Zustand, sondern auch die Entwicklung des Verm\u00f6gens zu ihm aufzeigen. Die Angaben m\u00fcssen so verst\u00e4ndlich sein, das die Antragstellerin ohne fremde Hilfe in der Lage ist, ihre (etwaigen) Herausgabeanspr\u00fcche gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 BGB nach Grund und H\u00f6he festzustellen (vgl. Staudinger\/Coester, BGB 2006, \u00a7 1698, Rz. 7ff; MK \/ Olzem, aaO, \u00a7 1698, Rz. 6f.). An einer solchen Aufstellung fehlt es hier. Der Antragsgegner hat \u00fcber die Entwicklung des gesamten, der Antragstellerin nach ihrer Mutter zustehenden Nachlasses sowie den Verbleib des Verm\u00f6gens, das ihr durch den 24. September 1984 vor dem Notar \u2026[E] geschlossenen Schenkungsvertrag \u00fcbertragen worden ist, Rechenschaft abzulegen, bezogen auf den Zeitraum bis zum Eintritt ihrer Vollj\u00e4hrigkeit am \u2026 1990.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mithin ist Rechnung zu legen \u00fcber den Verbleib des Hausrats sowie sonstiger wertvoller Gegenst\u00e4nde; der Antragsgegner wird auch Rechnung zu legen haben \u00fcber den Verbleib des auf die Antragstellerin entfallenden Kaufpreisanteils, der aus der Ver\u00e4u\u00dferung einzelner, in ihrem Miteigentum beziehungsweise Gesamthandseigentum stehenden Grundst\u00fccke erzielt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit einzelne Grundst\u00fccke belastet wurden, wird der Antragsgegner mitzuteilen haben, wann und aus welchen Gr\u00fcnden dies erfolgt ist; mitzuteilen ist daher etwa, weshalb der Grundbesitz in \u2026[Z] durch notarielle Urkunde des Notars \u2026[E] vom 10. Februar 1987 zu Gunsten der \u2026[F]bank \u2026[X] mit einer Grundschuld von 88.000 DM belastet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich wird auch Rechnung zu legen sein \u00fcber die Entwicklung und den Verbleib etwaiger Bank- und Sparguthaben sowie sonstiger Verm\u00f6genswerte (Lebensversicherungen, etc.) in dem hier ma\u00dfgeblichen Zeitraum. Diese Angaben sind dem Antragsgegner auch nicht unm\u00f6glich; notarielle Vertr\u00e4ge, Grundbuchausz\u00fcge und Versicherungsvertr\u00e4ge pp., sind auch f\u00fcr diesen Zeitraum noch vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Erfolg macht der Antragsgegner demgegen\u00fcber geltend, f\u00fcr die Geltendmachung des Auskunfts- und Rechnungslegungsanspruchs bestehe kein Rechtsschutzinteresse, da sich bereits aus dem beim Nachlassgericht ein gereichten Nachlassverzeichnis die \u00dcberschuldung des Nachlasses ergebe. Das Rechtsschutzinteresse f\u00fcr die geltend gemachten Anspr\u00fcche w\u00fcrde nur dann fehlen, wenn von vornherein feststehen w\u00fcrde, dass Herausgabeanspr\u00fcche gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 BGB nicht mehr bestehen (vgl. jurisl-PK\/ Breuer, \u00a7 259, Rz.8).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist jedoch nicht der Fall. Wie bereits dargelegt wurde, ist das am 16. September 1986 erstellte Nachlassverzeichnis unvollst\u00e4ndig. Dar\u00fcber hinaus ist zwischen den Beteiligten unstreitig, dass die in jenem Verzeichnis angegebenen Wertangaben jedenfalls zum Teil unzutreffend waren. So wurde der Anteil der Antragstellerin an dem Grundbesitz in \u2026[Y] in dem Nachlassverzeichnis vom 16. September 1986 mit 10.000 DM bewertet; letztlich erbrachte die Ver\u00e4u\u00dferung eines Teils jenes Grundbesitzes im Jahre 1989 jedoch einen Erl\u00f6s von 100.840 DM; auf die Antragstellerin entfiel davon die H\u00e4lfte, also ein Betrag von 50.420 DM. Demgegen\u00fcber bestanden zu jenem Zeitpunkt keinerlei Nachlassverbindlichkeiten mehr, die zu tilgen waren, sodass Herausgabeanspr\u00fcche gem\u00e4\u00df \u00a7 1685 BGB jedenfalls nicht schon im Hinblick auf die Wertangaben im Nachlassverzeichnis aus dem Jahre 1986 auszuschlie\u00dfen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antragstellerin hat auch nicht auf die Auskunfts- und Rechnungslegungsanspr\u00fcche verzichtet. Die notarielle Urkunde des Notars \u2026[E] vom 4. August 1988 (UR-Nr. 1313\/88) enth\u00e4lt schon nach ihrem Wortlaut eine vergleichsweise Regelung nur insoweit, als Anspr\u00fcche der Antragstellerin und ihres Bruders auf den Kaufpreisanteil von 65.000 DM an sich bestanden haben, der Betrag jedoch dem Antragsgegner im Hinblick auf dessen Anspr\u00fcche gegen den Nachlass verbleiben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner hat in jener Urkunde dar\u00fcber hinaus erkl\u00e4rt, dass er im Hinblick auf den Erhalt des Betrages von 65.000 DM weitergehende Anspr\u00fcche gegen den Nachlass nicht geltend machen will und hierauf verzichtet. Demgegen\u00fcber enth\u00e4lt die notarielle Urkunde selbst keinerlei Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass die Antragstellerin und ihr Bruder noch auf weitere Anspr\u00fcche verzichten wollten. Schon deshalb scheidet eine Auslegung des Inhalts jener Urkunde in dem vom Antragsgegner erstrebten Sinne aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass die Anspr\u00fcche der Antragstellerin auf Auskunft und Rechnungslegung gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 BGB zum Zeitpunkt des Abschlusses des notariellen Vertrages vom 4. August 1988 noch nicht entstanden waren; jene Anspr\u00fcche entstanden vielmehr erst mit dem Eintritt der Vollj\u00e4hrigkeit der Antragstellerin am \u2026 1990.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anspr\u00fcche der Antragstellerin sind auch nicht verj\u00e4hrt. F\u00fcr die hier geltend gemachten Anspr\u00fcche galt urspr\u00fcnglich die 30 j\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist gem\u00e4\u00df \u00a7 197 Abs. 1 Nr.2 BGB a.F. Diese Vorschrift wurde zum 1. Januar 2010 aufgehoben, so dass seither die regelm\u00e4\u00dfige dreij\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist einschl\u00e4gig ist, \u00a7 195 BGB. Diese begann am 1. Januar 2010 und w\u00e4re an sich am 31. Dezember 2012 abgelaufen (Art. 229 EGBGB \u00a7 23). Die Verj\u00e4hrungsfrist wurde jedoch durch den mit Schriftsatz vom 20. Dezember 2012 im vorliegenden Verfahren erhobenen Antrag gem\u00e4\u00df \u00a7 204 Nr.1 BGB gehemmt. Zwar erfolgte die Zustellung der Antragsschrift erst am 29. Januar 2013. Dies ist jedoch als ausreichend anzusehen, da die Zustellung als \u201edemn\u00e4chst\u201c iSd \u00a7 167 ZPO anzusehen ist; sie wirkt daher auf den Zeitpunkt der Antragseinreichung zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antragstellerin hatte n\u00e4mlich nach der hier erforderlichen Festsetzung des Verfahrenswerts durch das Familiengericht und Anforderungen des Kostenvorschusses gem\u00e4\u00df Verf\u00fcgung vom 17. Januar 2013 die Gerichtskosten am 23. Januar 2013 gezahlt und damit alles ihr zumutbare f\u00fcr eine alsbaldige Zustellung getan (vgl. hierzu Z\u00f6ller\/Greger, ZPO, 30. Aufl., \u00a7 167 ZPO, Rz.10 mwN).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Erfolg macht der Antragsgegner auch geltend, die Anspr\u00fcche seien verwirkt. Ein Recht ist nur dann als verwirkt anzusehen, wenn der Berechtigte es l\u00e4ngere Zeit hindurch nicht geltend gemacht hat und er sich darauf eingerichtet hat und sich nach dem gesamten Verhalten des Berechtigten auch darauf einrichten durfte, dass dieser das Recht nicht mehr geltend machen werde. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Vorliegen des sogenannten Zeitmoments besteht vorliegend zwar kein Zweifel, da seit der Entstehung des Anspruchs im Jahre 1990 bis zu seiner Geltendmachung ein Zeitraum von nahezu 23 Jahren verstrichen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings hat der f\u00fcr die Tatbestandsmerkmale der Verwirkung darlegungs- und beweispflichtige Antragsgegner nicht ausreichend dargelegt und unter Beweis gestellt, dass er sich auf Grund des Verhaltens der Antragstellerin darauf eingerichtet hat und auch darauf einrichten durfte, sie werde ihre Anspr\u00fcche nicht mehr geltend machen. In diesem Zusammenhang kann sich der Antragsgegner nicht auf die Regelungen in dem notariellen Vertrag vom 4. August 1988 berufen, da die Antragstellerin \u2013 wie oben dargelegt \u2013 in jenem Vertrag auf die hier streitgegenst\u00e4ndlichen Anspr\u00fcche gerade nicht verzichtet hat. Zum Zeitpunkt des Abschlusses jenes Vertrages war sie 16 Jahre alt, hatte keine Kenntnis von der H\u00f6he des Nachlasses und war ersichtlich in die Gestaltung jenes Vertrages nicht eingebunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anspr\u00fcche aus \u00a7 1698 BGB waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht entstanden, so dass der Antragsgegner erst recht nicht davon ausgehen konnte, die Antragstellerin werde k\u00fcnftig solche Anspr\u00fcche \u2013 deren H\u00f6he sie damals auch nicht ansatzweise h\u00e4tte einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen \u2013 nicht geltend machen. Im \u00dcbrigen sind zwar vorliegend an das \u201eUmstandsmoment\u201c geringe Anforderungen zu stellen, weil der zwischen Anspruchsentstehung und seiner Geltendmachung verstrichene Zeitraum sehr lang ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings entspricht es gerade in F\u00e4llen wie dem vorliegenden, in dem familienrechtliche Anspr\u00fcche gem\u00e4\u00df \u00a7 1698 BGB geltend gemacht werden, eher dem Normalfall, wenn Kinder ihre Anspr\u00fcche gegen die Eltern zun\u00e4chst nicht gerichtlich durchsetzen; daher sind solche Anspr\u00fcche selbst dann nicht als verwirkt anzusehen, wenn sie trotz \u2013 hier nicht vorliegender \u2013 positiver Kenntnis des Anspruchstellers von der H\u00f6he des Anspruchs \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Jahren nicht geltend gemacht werden (vgl. zum Ganzen Staudinger\/Coester, aaO, Rz. 12; OLG M\u00fcnchen NJW 1974,703). Im \u00dcbrigen kann die Verwirkung eines Anspruchs nur dann angenommen werden, wenn das Vertrauen des Schuldners in die Nichtgeltendmachung des Rechts auch schutzw\u00fcrdig ist. Daran fehlt es, wenn der Berechtigte von seinen Rechten keine Kenntnis hat und der andere Teil dies zu vertreten hat (vgl. Staudinger \/ Loschelders \/ Olzen, \u00a7 242, Rz. 308ff, 311). Letzteres macht die Antragstellerin hier mit Erfolg geltend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach ihren \u2013 nicht widerlegten \u2013 Darlegungen hat sie erst in j\u00fcngerer Zeit durch Nachfragen beim Nachlassgericht und Einschaltung ihres Verfahrensbevollm\u00e4chtigten Kenntnis von dem Testament ihrer Mutter und evtl. Herausgabeanspr\u00fcchen erlangt. Insoweit macht sie vor allem geltend, sie habe bis zur Einleitung dieses Verfahrens keinerlei Kenntnis von dem Vertrag betreffend die Ver\u00e4u\u00dferung des Grundbesitzes in \u2026[Y] zu einem Kaufpreis von mehr als 100.000 DM gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn aber der Antragsgegner tats\u00e4chlich der Antragstellerin den ihr aus der Ver\u00e4u\u00dferung jenes Grundbesitzes zustehenden Kaufpreiserl\u00f6s entgegen seinen Behauptungen nicht \u00fcberlassen hat, w\u00e4re sein etwaiges Vertrauen in die Nichtgeltendmachung der hier streitgegenst\u00e4ndlichen Anspr\u00fcche nicht schutzw\u00fcrdig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner ist mithin zur Auskunftserteilung \u00fcber den Nachlass der Mutter der Antragstellerin und zur Rechnungslegung \u00fcber das Verm\u00f6gen der Antragstellerin bis zum 25.Januar 1990 verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a7 81, 84 FamFG.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id3852_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane3852_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">K\u00f6nnen Kinder sp\u00e4ter Auskunft \u00fcber geerbtes Verm\u00f6gen verlangen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Wenn Eltern w\u00e4hrend der Minderj\u00e4hrigkeit ererbtes Verm\u00f6gen des Kindes verwaltet haben, kann das Kind nach Vollj\u00e4hrigkeit Auskunft und Rechnungslegung verlangen. Das gilt auch noch viele Jahre sp\u00e4ter, wenn die Anspr\u00fcche nicht verj\u00e4hrt oder verwirkt sind.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane3852_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Was m\u00fcssen Eltern in einem Nachlassverzeichnis angeben?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eltern m\u00fcssen die zum ererbten Verm\u00f6gen geh\u00f6renden Gegenst\u00e4nde so genau bezeichnen, dass ihre Identit\u00e4t feststeht. Dazu k\u00f6nnen Angaben zu Konten, Versicherungen, Wertgegenst\u00e4nden, Hausrat und gesch\u00e4tzten Werten geh\u00f6ren.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane3852_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Muss auch die Verwaltung des Kindesverm\u00f6gens erkl\u00e4rt werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Nach Ende der Verm\u00f6genssorge m\u00fcssen Eltern auf Verlangen Rechenschaft \u00fcber die Verwaltung des Verm\u00f6gens ablegen. Die Aufstellung muss Einnahmen, Ausgaben und die Entwicklung des Verm\u00f6gens nachvollziehbar darstellen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane3852_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Sind solche Anspr\u00fcche nach \u00fcber 20 Jahren automatisch verwirkt?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Ein langer Zeitraum allein gen\u00fcgt nicht f\u00fcr Verwirkung. Entscheidend ist zus\u00e4tzlich, ob der Elternteil schutzw\u00fcrdig darauf vertrauen durfte, dass das Kind seine Rechte nicht mehr geltend macht.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane3852_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war das Vertrauen des Vaters hier nicht gesch\u00fctzt?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tochter hatte nach ihren unwiderlegten Angaben erst sp\u00e4ter durch das Nachlassgericht und anwaltliche Beratung von Testament und m\u00f6glichen Anspr\u00fcchen erfahren. Wenn der Vater ihr wesentliche Informationen vorenthalten hatte, durfte er nicht darauf vertrauen, dass sie keine Anspr\u00fcche mehr erhebt.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image282_d9f3a7-64 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id3852_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id3852_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id3852_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid 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Der Vater der Erbin \u00fcbernahm die Verwaltung des Nachlasses. Nachdem die Erbin vollj\u00e4hrig geworden war, verschwieg der Vater der Erbin gegen\u00fcber das Testament der Mutter. Nach \u00fcber 20 Jahren erlangte die Erbin vom Inhalt des Testamentes Kenntnis und nahm den Vater durch Erhebung einer Stufenklage auf Auskunft in Anspruch.<br \/>\nDie Entscheidung stellt klar, dass ein minderj\u00e4hriger Erbe gegen\u00fcber seinen Eltern, die den Nachlass verwalten, auch nach \u00fcber 20 Jahren noch einen Auskunftsanspruch hat, wenn dem Erben das Testament verschwiegen wird. Die Unkenntnis des Erben beruht in diesem Fall nicht auf einem Verschulden des Erben. Die Entscheidung pr\u00e4zisiert weiter die Anforderungen an das von den Erltern zu erstellende Nachlassverzeichnis, wenn diese f\u00fcr ihre Kinder den Nachlass verwalten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"qubely_global_settings":"","qubely_interactions":"","_uag_custom_page_level_css":"","advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"categories":[13,61,41],"tags":[],"class_list":["post-3852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erbrecht","category-nachlassverzeichnis","category-testament"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"acf":[],"qubely_featured_image_url":null,"qubely_author":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"qubely_comment":0,"qubely_category":"<a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=13\" rel=\"category\">Erbrecht<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=61\" rel=\"category\">Nachlassverzeichnis<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=41\" rel=\"category\">Testament<\/a>","qubely_excerpt":"Die Entscheidung besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Erbe, der zum Zeitpunkt des Erbfalls minderj\u00e4hrig war, gegen die Eltern hinsichtlich des Erbfalls Auskunftsanspr\u00fcche geltend machen kann, wenn die Eltern f\u00fcr den minderj\u00e4hrigen Erben den Nachlass verwaltet haben. 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