{"id":4110,"date":"2026-06-07T20:02:44","date_gmt":"2026-06-07T20:02:44","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-pflichtteil-bewertung-verkaufspreis-fuer-die-bewertung-des-verkehrswertes-eines-nachlassgegenstandes-ist-der-tatsaechliche-verkaufspreis-massgeblich\/"},"modified":"2026-06-28T20:05:49","modified_gmt":"2026-06-28T20:05:49","slug":"erbrecht-pflichtteil-bewertung-verkaufspreis-fuer-die-bewertung-des-verkehrswertes-eines-nachlassgegenstandes-ist-der-tatsaechliche-verkaufspreis-massgeblich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4110","title":{"rendered":"Erbrecht Pflichtteil Bewertung Verkaufspreis | F\u00fcr die Bewertung des Verkehrswertes eines Nachlassgegenstandes ist der tats\u00e4chliche Verkaufspreis ma\u00dfgeblich"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-bgh-beschluss-vom-25-11-2010-az-iv-zr-124-09-verkaufspreis-bestimmt-pflichtteilswert\" class=\"wp-block-heading\">BGH \u2013 Beschluss vom 25.11.2010 \u2013 Az. IV ZR 124\/09: Verkaufspreis bestimmt Pflichtteilswert<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image302_a9c4e1-75 size-full advgb-dyn-3f53e46a\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Bewertung von Nachlassgegenst\u00e4nden im Pflichtteilsrecht ist ein zeitnah erzielter tats\u00e4chlicher Verkaufspreis grunds\u00e4tzlich wichtiger als ein blo\u00dfes Wertgutachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Der Pflichtteil wird nach dem Verkehrswert des Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls berechnet. Wird ein Nachlassgrundst\u00fcck bald nach dem Erbfall verkauft, spricht der tats\u00e4chlich erzielte Kaufpreis regelm\u00e4\u00dfig stark daf\u00fcr, welcher Verkehrswert anzusetzen ist. Wer davon abweichen will, muss konkrete Umst\u00e4nde darlegen und beweisen, etwa ver\u00e4nderte Marktverh\u00e4ltnisse oder nachtr\u00e4gliche Ver\u00e4nderungen der Bausubstanz.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin machte Pflichtteils- und Pflichtteilserg\u00e4nzungsanspr\u00fcche geltend. Zum Nachlass geh\u00f6rten mehrere Grundst\u00fccke beziehungsweise Grundst\u00fccksanteile, deren Bewertung zwischen den Parteien streitig war. F\u00fcr einzelne Objekte lagen Gutachten mit h\u00f6heren Wertans\u00e4tzen vor; sp\u00e4ter wurden die Grundst\u00fccke jedoch zu niedrigeren Kaufpreisen verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Berufungsgericht hatte weitgehend auf die tats\u00e4chlichen Verkaufspreise abgestellt und Anspr\u00fcche der Kl\u00e4gerin abgewiesen. Die Kl\u00e4gerin r\u00fcgte unter anderem, dass das Gericht ihren Vortrag zu nachtr\u00e4glichen Sch\u00e4den, unterlassener Instandhaltung und abweichenden Grundst\u00fcckswerten nicht ausreichend aufgekl\u00e4rt habe.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesgerichtshof best\u00e4tigte zun\u00e4chst den Grundsatz, dass ein tats\u00e4chlich erzielter Verkaufspreis bei zeitnaher Ver\u00e4u\u00dferung regelm\u00e4\u00dfig ein wesentlicher Anhaltspunkt f\u00fcr den Verkehrswert ist. Dies gilt nicht nur, wenn ein Grundst\u00fcck \u00fcber dem gesch\u00e4tzten Wert verkauft wird, sondern auch bei einem Verkauf unterhalb eines Gutachtenwertes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig stellte der BGH klar, dass der Pflichtteilsberechtigte den Gegenbeweis f\u00fchren darf. Wird substantiiert vorgetragen, dass der Verkaufspreis wegen nachtr\u00e4glicher Sch\u00e4den oder wegen eines anderen tats\u00e4chlichen Verkehrswertes nicht ma\u00dfgeblich sein kann, muss das Gericht diesem Vortrag nachgehen. Weil das Berufungsgericht dies teilweise unterlassen hatte, wurde die Revision insoweit zugelassen und die Sache zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-bgh-beschluss-vom-25-11-2010-az-iv-zr-124-09\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: BGH \u2013 Beschluss vom 25.11.2010 \u2013 Az.: IV ZR 124\/09<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf die Beschwerde der Kl\u00e4gerin wird die Revision gegen das Urteil des 19. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 14. Mai 2005 zugelassen, soweit das Berufungsgericht den von der Kl\u00e4gerin geltend gemachten Anspruch auf Zahlung weiterer 22.233,52 \u20ac abgewiesen hat.<\/li>\n\n\n\n<li>In diesem Umfang und im Kostenpunkt wird das Urteil gem\u00e4\u00df \u00a7 544 Abs. 7 ZPO aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Im \u00dcbrigen wird die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision zur\u00fcckgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Kl\u00e4gerin tr\u00e4gt die Kosten des Beschwerdeverfahrens, soweit es ohne Erfolg geblieben ist. Insoweit betr\u00e4gt der Wert des Beschwerdegegenstandes f\u00fcr die Gerichtskosten 5.014,65 \u20ac und f\u00fcr die au\u00dfergerichtlichen Kosten 27.248,27 \u20ac mit der Ma\u00dfgabe, dass diese im Verh\u00e4ltnis zu den Beklagten nur in H\u00f6he von 18% anzusetzen sind (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2003 \u2013 V ZR 343\/02, NJW 2004, 1048)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Die Kl\u00e4gerin macht gegen die Beklagten Pflichtteils- und Pflichtteilserg\u00e4nzungsanspr\u00fcche geltend. Die Erblasserin Emma S. hatte ihre beiden Kinder, die Kl\u00e4gerin und den Beklagten zu 3, testamentarisch als Vorerben sowie die Beklagten zu 1 und 2, S\u00f6hne des Beklagten zu 3, als Nacherben und Ersatzerben der Vorerben eingesetzt. Nach dem Tod der Erblasserin am 14. Januar 2001 schlug die Kl\u00e4gerin die Erbschaft aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Nachlass der Erblasserin fallen u.a. drei Grundst\u00fccke bzw. Anteile daran, um deren Bewertung die Parteien streiten. Die Erblasserin war Alleineigent\u00fcmerin eines Grundst\u00fccks in A. , dessen Verkehrswert vom Gutachterausschuss der Stadt A. zum 1. Mai 2001 auf 499.500 DM gesch\u00e4tzt wurde. Die Beklagten ver\u00e4u\u00dferten dieses Hausgrundst\u00fcck am 21. Oktober 2002 f\u00fcr 175.000 \u20ac. Ferner war die Erblasserin Miterbin zu 1\/2 am Nachlass einer vorverstorbenen Schwester.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen fiel zum einen eine Eigentumswohnung in F. , die am 18. Februar 2003 f\u00fcr 105.000 \u20ac ver\u00e4u\u00dfert wurde. Das Ortsgericht F. Mitte hatte sie am 3. Dezember 2001 auf 220.000 DM gesch\u00e4tzt. Zum anderen geh\u00f6rte zu diesem Nachlass ein bebautes Grundst\u00fcck in M. , das am 28. Juli 2004 f\u00fcr 296.000 \u20ac verkauft wurde. F\u00fcr dieses Grundst\u00fcck gibt es drei verschiedene Gutachten. Das Ortsgericht M. hatte am 25. Februar 2002 den Verkehrswert auf 490.000 \u20ac festgesetzt. Der Sachverst\u00e4ndige J.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">hatte in einem Teilungsversteigerungsverfahren mit Gutachten vom 7. M\u00e4rz 2003 den Verkehrswert mit 355.000 \u20ac ermittelt. Schlie\u00dflich hatte der Gutachterausschuss des O. -Kreises f\u00fcr M. am 26. August 2004 den Wert des Grundst\u00fccks zum 14. Januar 2001 mit 301.400 \u20ac bemessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beklagten zahlten an die Kl\u00e4gerin bis zum Erlass des landgerichtlichen Urteils 121.607,65 \u20ac. Das Landgericht verurteilte die Beklagten zur Zahlung weiterer 11.956,82 \u20ac zuz\u00fcglich Zinsen. Nach Erlass des Urteils zahlten die Beklagten an die Kl\u00e4gerin 36.797,36 \u20ac. Mit ihrer Berufung verfolgt die Kl\u00e4gerin weiterhin ihren Zahlungsanspruch von 38.165,65 \u20ac nebst Zinsen sowie einen Feststellungsantrag hinsichtlich weiterer Zahlungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Berufungsgericht hat die Beklagten verurteilt, an die Kl\u00e4gerin 11.979,88 \u20ac nebst Zinsen abz\u00fcglich am 18. M\u00e4rz 2009 gezahlter 36.797,36 \u20ac zu zahlen und der Feststellungsklage teilweise stattgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Die Abweisung der Klage durch das Berufungsgericht ohne weitere Beweisaufnahme zum Wert der Grundst\u00fccke A. und M. verletzt den Anspruch der Kl\u00e4gerin auf Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs (Art. 103 Abs. 1 GG) in entscheidungserheblicher Weise und gebietet daher die Zulassung der Revision gem\u00e4\u00df \u00a7 543 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Alt. 2 ZPO.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Zutreffend ist das Berufungsgericht zun\u00e4chst allerdings noch von den Grunds\u00e4tzen zur Wertbemessung ausgegangen. Gem\u00e4\u00df \u00a7 2311 Abs. 1 Satz 1 BGB werden bei der Berechnung des Pflichtteils der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalles zugrunde gelegt. Der Pflichtteilsberechtigte ist wirtschaftlich so zu stellen, als sei der Nachlass beim Tod des Erblassers in Geld umgesetzt worden (BGHZ 14, 368, 376; Senatsurteile vom 14. Oktober 1992 \u2013 IV ZR 211\/91, NJW-RR 1993, 131 unter I 2 a; vom 13.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00e4rz 1991 \u2013 IV ZR 52\/90, NJW-RR 1991, 900). Abzustellen ist mithin auf den so genannten gemeinen Wert, der dem Verkaufswert im Zeitpunkt des Erbfalles entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da derartige Sch\u00e4tzungen mit Unsicherheiten verbunden sind, entspricht es der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des Senats, dass sich die Bewertung von Nachlassgegenst\u00e4nden, die bald nach dem Erbfall ver\u00e4u\u00dfert worden sind, von au\u00dfergew\u00f6hnlichen Verh\u00e4ltnissen abgesehen, grunds\u00e4tzlich an dem tats\u00e4chlich erzielten Verkaufspreis orientieren muss (Senatsurteile vom 14. Oktober 1992 und 13. M\u00e4rz 1991 aaO; vom 24. M\u00e4rz 1993 \u2013 IV ZR 291\/91, NJW-RR 1993, 834 unter 2; vom 17. M\u00e4rz 1982 \u2013 IVa ZR 27\/81, NJW 1982, 2497).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Erfolg h\u00e4lt demgegen\u00fcber die Kl\u00e4gerin die Frage der Verteilung der Beweislast f\u00fcr unver\u00e4nderte Marktverh\u00e4ltnisse und die Ver\u00e4nderung der Bausubstanz zwischen Erbfall und Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks f\u00fcr grunds\u00e4tzlich, wenn das Grundst\u00fcck nicht \u00fcber, sondern \u2013 wie hier \u2013 unter dem Sch\u00e4tzwert verkauft wird. Diese Frage ist durch die Rechtsprechung des Senats bereits gekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst ist die Ma\u00dfgeblichkeit des Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6ses nicht auf die F\u00e4lle beschr\u00e4nkt, in denen der Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s \u00fcber dem Sch\u00e4tzwert des Gutachters liegt. Vielmehr hat der Senat bereits in dem Urteil vom 14. Oktober 1992 (IV ZR 211\/91, NJW-RR 1993, 131 unter I 2 a) ausgef\u00fchrt, dass der tats\u00e4chlich erreichte Preis ein wesentlicher Anhaltspunkt f\u00fcr die Sch\u00e4tzung des Verkehrswerts gem\u00e4\u00df \u00a7 287 ZPO ist, auch wenn er niedriger ausf\u00e4llt als anhand allgemeiner Erfahrungswerte zu erwarten gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darlegungs- und beweispflichtig f\u00fcr alle Tatsachen, von denen der Grund und die H\u00f6he des von ihm erhobenen Anspruchs abh\u00e4ngen, ist der Pflichtteilsberechtigte (BGHZ 7, 134, 136; zuletzt Senatsurteil vom 10. M\u00e4rz 2010 \u2013 IV ZR 264\/08, WM 2010, 1084 unter II 1 a).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Berechnung des Verkehrswerts der Verkaufserl\u00f6s zugrunde zu legen, so trifft den Pflichtteilsberechtigten auch die Darlegungs- und Beweislast daf\u00fcr, dass der Verkaufserl\u00f6s nicht dem Verkehrswert im Zeitpunkt des Erbfalles entspricht. Hierzu muss der Pflichtteilsberechtigte darlegen und beweisen, dass sich bei einer Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks unter dem Sch\u00e4tzwert die Marktverh\u00e4ltnisse seit dem Zeitpunkt des Erbfalles ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend trifft ihn umgekehrt bei einer Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks \u00fcber dem Sch\u00e4tzwert die Beweislast daf\u00fcr, dass die Marktverh\u00e4ltnisse seit dem Erbfall im Wesentlichen unver\u00e4ndert geblieben sind (so ausdr\u00fccklich Senatsurteil vom 14. Oktober 1992 aaO). Ein Grund daf\u00fcr, hinsichtlich der Beweislast danach zu differenzieren, ob das Grundst\u00fcck \u00fcber oder unter dem Sch\u00e4tzwert verkauft wurde, besteht nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso trifft den Pflichtteilsberechtigten die Beweislast f\u00fcr erfolgte oder unterbliebene bauliche Ver\u00e4nderungen des Grundst\u00fccks nach dem Erbfall. Auch der Senat hat im Urteil vom 14. Oktober 1992 lediglich ausgef\u00fchrt, der sp\u00e4tere h\u00f6here Verkaufspreis sei auch dann ausschlaggebend, wenn der Erbe nicht wesentliche Ver\u00e4nderungen der Bausubstanz darlegen k\u00f6nne. Hierbei geht es aber ausschlie\u00dflich um die Darlegungslast, w\u00e4hrend sich an der Beweislast des Pflichtteilsberechtigten nichts \u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt gerade auch in einem Fall wie dem vorliegenden, in dem die Kl\u00e4gerin behauptet, die Erben h\u00e4tten das Grundst\u00fcck und das Haus nach dem Erbfall \\\u201cverkommen\\\u201c lassen, so dass es erst nach dem Erbfall zu einer Wertminderung gekommen sei.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf dieser Grundlage hat die Kl\u00e4gerin bez\u00fcglich des Grundst\u00fccks A zun\u00e4chst nicht den Nachweis zu f\u00fchren vermocht, dass nach dem Erbfall eine grundlegende Ver\u00e4nderung der Marktverh\u00e4ltnisse eingetreten ist, so dass nicht der Verkaufserl\u00f6s vom 21. Oktober 2002 in H\u00f6he von 175.000 \u20ac, sondern der im Gutachten vom 9. August 2001 angesetzte Wert von 255.390,29 \u20ac zugrunde gelegt werden m\u00fcsse. Die Feststellungen des Berufungsgerichts hierzu sind revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demgegen\u00fcber hat das Berufungsgericht den Anspruch der Kl\u00e4gerin auf rechtliches Geh\u00f6r gem\u00e4\u00df Art. 103 Abs. 1 GG in entscheidungserheblicher Weise verletzt, soweit es um die Ver\u00e4nderung des baulichen Zustandes des Grundst\u00fccks zwischen Erbfall und Ver\u00e4u\u00dferung geht. Die Beklagten hatten in ihrer Eidesstattlichen Versicherung vom 20. April 2006 anl\u00e4sslich ihrer Verurteilung zur Auskunftserteilung erkl\u00e4rt, es seien noch spezifizierte Renovierungsarbeiten in H\u00f6he von 28.000 \u20ac bis 38.000 \u20ac angefallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist indessen nicht ersichtlich, auf welche Renovierungsarbeiten sich diese Kosten beziehen und ob es sich hierbei um Renovierungsarbeiten handelt, die bereits auf dem Zustand des Hauses im Zeitpunkt des Erbfalles beruhen oder sich erst nachtr\u00e4glich ergeben haben. Der von den Beklagten als Makler eingeschaltete Zeuge Jo. hat hierzu bekundet, er habe dem Beklagten zu 3) wegen des Problems des Flachdachs auch Bilder von Schadstellen im Haus geschickt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bereich des Kamins seien im Deckenbereich Wasserflecken zu sehen gewesen, die darauf hindeuteten, dass es von oben her undicht sei. Auch im Hausflur nach unten sowie in zwei R\u00e4umen unten h\u00e4tten sich Wasserflecken gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit das Berufungsgericht darauf abstellt, es sei nicht ansatzweise ersichtlich, dass die Anlage f\u00fcr diese M\u00e4ngel nicht bereits im Zeitpunkt des Erbfalles vorhanden gewesen sei, \u00fcbergeht es Vortrag der Kl\u00e4gerin. Diese hat zum einen darauf hingewiesen, dass der Zeuge Jo. erstmals im Februar 2002 mit der Vermarktung des Objektes beauftragt war, sich also fr\u00fchestens ein Jahr nach dem Erbfall im Haus befunden haben kann. Vor allem hat die Kl\u00e4gerin aber auf das Gutachten des Gutachterausschusses der Stadt A.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">vom 9. August 2001 Bezug genommen, in dem es ausdr\u00fccklich hei\u00dft, dass keine sichtbaren baulichen M\u00e4ngel vorhanden seien. Die Kl\u00e4gerin hat unter Beweisantritt vorgetragen, dass es beim Erbfall keinen Renovierungsbedarf gegeben habe, sondern die Beklagten sich nachtr\u00e4glich nicht um das Objekt gek\u00fcmmert und dieses vernachl\u00e4ssigt h\u00e4tten. Diesem \u00fcbergangenen Vortrag muss nachgegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten die Sch\u00e4den am Haus erst nach dem Erbfall aufgetreten sein, so w\u00e4re dies bei der Bewertung zu ber\u00fccksichtigen und es k\u00f6nnte nicht ohne weiteres der Verkaufspreis zugrunde gelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>a) Bez\u00fcglich des Grundst\u00fccks in M. sieht die Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst zu Unrecht die Frage als rechtsgrunds\u00e4tzlich an, ob auf den Verkaufserl\u00f6s auch dann noch abgestellt werden kann, wenn zwischen Erbfall und Verkauf ein Zeitraum von dreieinhalb Jahren liegt. Auch diese Frage ist bereits beantwortet. Im Urteil vom 14.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oktober 1992 (IV ZR 21\/91, NJW-RR 1993, 131) hat der Senat selbst einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren zwischen Erbfall und Ver\u00e4u\u00dferung als noch hinnehmbar f\u00fcr die Ma\u00dfgeblichkeit des Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6ses betrachtet, wenn (dort im Fall einer Ver\u00e4u\u00dferung zu einem h\u00f6heren Preis) der Pflichtteilsberechtigte beweist, dass die Marktverh\u00e4ltnisse seit dem Erbfall im Wesentlichen unver\u00e4ndert geblieben sind und die Erben auch keine wesentliche Ver\u00e4nderung der Bausubstanz darlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grundgedanke, dass eine Bewertung, die an einen konkreten Verkauf des betreffenden Gegenstandes ankn\u00fcpfen kann, den Vorzug vor einer Sch\u00e4tzung verdient, die sich nur an allgemeinen Erfahrungswerten orientiert, ist grunds\u00e4tzlich auch bei einem gr\u00f6\u00dferen zeitlichen Abstand zwischen Erbfall und Ver\u00e4u\u00dferung g\u00fcltig. Das zeigt sich auch hier geradezu exemplarisch, weil f\u00fcr das Grundst\u00fcck drei verschiedene Gutachten eingeholt wurden, die zu v\u00f6llig unterschiedlichen Werten kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Mit Erfolg r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin dagegen, dass das Berufungsgericht davon ausgegangen ist, die Kl\u00e4gerin sei mit dem in zweiter Instanz angebotenen Sachverst\u00e4ndigenbeweis f\u00fcr den Wert des Grundst\u00fccks gem\u00e4\u00df \u00a7 531 Abs. 2 Ziff. 3 ZPO ausgeschlossen. Das Unterlassen der Beweisaufnahme beruht auf einer Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs der Kl\u00e4gerin (Art. 103 Abs. 1 GG).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar kann es in Betracht kommen, dass ein Beweismittelf\u00fchrer, der einen in erster Instanz angeforderten Kostenvorschuss f\u00fcr eine Beweisaufnahme nicht zahlt, hiermit im Berufungsverfahren nach \u00a7 531 Abs. 2 Ziff. 3 ZPO ausgeschlossen ist. Ein derartiger Fall liegt bez\u00fcglich des Objekts M. aber nicht vor. Zwar hat die Kl\u00e4gerin erstinstanzlich erkl\u00e4rt, wegen der bereits eingeholten drei Gutachten mache aus ihrer Sicht ein viertes Gutachten keinen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann als Verweigerung der Vorschusszahlung gesehen werden, die das Landgericht mit dem Beweisbeschluss vom 13. April 2003 angeordnet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Berufungsgericht hat aber \u00fcbersehen, dass die Kl\u00e4gerin in erster Instanz einen Wert des Grundst\u00fccks in M. von 490.000 \u20ac auf der Grundlage des Gutachtens des Ortsgerichts M vom 25. Februar 2002 behauptet hatte. Diese durch Sachverst\u00e4ndigenbeweis zu kl\u00e4rende Frage ist auch im Beweisbeschluss des Landgerichts unter Ziff. 2 ausdr\u00fccklich aufgef\u00fchrt. Im Berufungsverfahren hat die Kl\u00e4gerin an dieser Behauptung aber nicht mehr festgehalten, sondern ihrer Berechnung des Pflichtteils nunmehr das Gutachten J.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit einem Wert von 355.000 \u20ac zugrunde gelegt. Dazu hat die Kl\u00e4gerin sich ausdr\u00fccklich auf Sachverst\u00e4ndigenbeweis berufen. Auf den nicht gezahlten Vorschuss erster Instanz kann die Nichteinholung eines Sachverst\u00e4ndigenbeweises im Berufungsverfahren mithin schon deshalb nicht gest\u00fctzt werden, weil die Kl\u00e4gerin ihre urspr\u00fcngliche Behauptung zum Wert des Grundst\u00fcckes mit 490.000 \u20ac hat fallen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur hierauf konnte sich die Vorschussanforderung beziehen und nicht auf die von der Kl\u00e4gerin im Berufungsverfahren (nur noch) aufgestellte Behauptung, es sei von einem Grundst\u00fcckswert von 355.000 \u20ac auszugehen. Dem Beweisantritt der Kl\u00e4gerin muss daher nachgegangen werden. Dem Pflichtteilsberechtigten kann es nicht verwehrt werden nachzuweisen, dass der Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s nicht dem tats\u00e4chlichen Verkehrswert entspricht.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Hinsichtlich des Grundst\u00fccks in F. und des Pflichtteilserg\u00e4nzungsanspruchs sind die Feststellungen des Berufungsgerichts revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Revision ist mithin eingeschr\u00e4nkt zuzulassen, soweit das Berufungsgericht den von der Kl\u00e4gerin geltend gemachten Anspruch auf Zahlung weiterer 22.233,52 \u20ac wegen der Grundst\u00fccke A. und M. abgewiesen hat. Dieser Betrag ergibt sich wie folgt:<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundst\u00fcck A. : von der Kl\u00e4gerin zuletzt geltend gemachter Wert von 234.434,49 \u20ac abz\u00fcglich Verkaufserl\u00f6s von 175.000 \u20ac = 59.434,49 \u20ac, davon Pflichtteil 1\/4 = 14.858,62 \u20ac. Grundst\u00fcck M. : von der Kl\u00e4gerin zuletzt geltend gemachter Wert von 355.000 \u20ac abz\u00fcglich Verkaufserl\u00f6s von 296.000 \u20ac = 59.000 \u20ac, davon Miteigentumsanteil 1\/2 = 29.500 \u20ac, davon Pflichtteil 1\/4 = 7.375 \u20ac<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id4110_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane4110_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Welcher Wert z\u00e4hlt beim Pflichtteil: Gutachten oder Verkaufspreis?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird ein Nachlassgegenstand zeitnah nach dem Erbfall verkauft, ist der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis regelm\u00e4\u00dfig ein besonders wichtiger Anhaltspunkt f\u00fcr den Verkehrswert. Ein Gutachten tritt dann oft zur\u00fcck.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane4110_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Gilt das auch, wenn der Verkaufspreis niedriger ist als das Gutachten?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Der Bundesgerichtshof stellt klar, dass der Verkaufspreis auch dann ma\u00dfgeblich sein kann, wenn er unter dem gesch\u00e4tzten Wert liegt. Entscheidend ist, ob er den Verkehrswert im Zeitpunkt des Erbfalls zuverl\u00e4ssig widerspiegelt.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane4110_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wer muss beweisen, dass der Verkaufspreis nicht stimmt?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pflichtteilsberechtigte muss darlegen und beweisen, dass der Verkaufserl\u00f6s nicht dem Verkehrswert zum Erbfall entspricht. Das kann etwa durch ver\u00e4nderte Marktverh\u00e4ltnisse oder nachtr\u00e4gliche bauliche Ver\u00e4nderungen begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane4110_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wie lange nach dem Erbfall darf ein Verkauf noch ber\u00fccksichtigt werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BGH hielt in seiner Rechtsprechung bei Immobilien sogar einen Zeitraum von bis zu f\u00fcnf Jahren noch f\u00fcr m\u00f6glich, wenn die ma\u00dfgeblichen Markt- und Objektverh\u00e4ltnisse entsprechend ber\u00fccksichtigt werden. Je l\u00e4nger der Abstand ist, desto genauer muss gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane4110_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum wurde die Sache teilweise zur\u00fcckverwiesen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Berufungsgericht hatte entscheidenden Vortrag der Pflichtteilsberechtigten \u00fcber m\u00f6gliche nachtr\u00e4gliche Sch\u00e4den und einen abweichenden Grundst\u00fcckswert nicht ausreichend aufgekl\u00e4rt. Deshalb musste es die Sache insoweit erneut verhandeln.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image302_a9c4e1-75 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id4110_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id4110_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id4110_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-bottom:5px solid var(--theme-palette-color-8, 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Verkaufspreis f\u00fcr einen zum Nachlass geh\u00f6renden Gegenstandes f\u00fcr dessen Bewertung hat, wenn dieser Verkaufspreis von den Feststellungen eines zuvor eingeholten Wertgutachtens abweicht.<br \/>\nDer Bundesgerichtshof geht davon aus, dass f\u00fcr die Bewertung des Nachlasses der Verkehrswert der zum Nachlass geh\u00f6renden Verm\u00f6genswerte von entscheidender Bedeutung ist. Weicht der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis der H\u00f6he nach von den Feststellungen ab, die hinsichtlich des Verkehrswertes im Rahmen eines Wertgutachtens getroffen wurden, so ist der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis f\u00fcr die Bewertung ma\u00dfgeblich. Etwas anderes kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur gelten, wenn der Pflichtteilsberechtigte darlegen und beweisen kann, dass der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis der Immobilie nicht dem Verkehrswert entspricht. Dies stellt den Pflichtteilsberechtigten im Regelfall vor erhebliche Beweisschwierigkeiten.<br \/>\nIn der Praxis ist allerdings zu beachten, dass zwischen der Wertermittlung und dem Verkauf des Nachlassgegenstandes maximal ein Zeitraum von 5 Jahren liegen darf. Dies gilt f\u00fcr Immobilien. Bei anderen Nachlassgegenst\u00e4nden kann ein k\u00fcrzerer Zeitraum anzunehmen sein. Erfolgt die Ver\u00e4u\u00dferung nach diesem Zeitraum, ist von den Wertfeststellungen im Wertgutachten auszugehen, da sich aufgrund des Zeitablaufes die Marktbedingungen seit dem Stichtag wahrscheinlich ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"qubely_global_settings":"","qubely_interactions":"","_uag_custom_page_level_css":"","advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"categories":[13,14],"tags":[],"class_list":["post-4110","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erbrecht","category-pflichtteil"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"acf":[],"qubely_featured_image_url":null,"qubely_author":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"qubely_comment":0,"qubely_category":"<a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=13\" rel=\"category\">Erbrecht<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=14\" rel=\"category\">Pflichtteil<\/a>","qubely_excerpt":"Die vorliegende Entscheidung des Bundesgerichtshofes besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis f\u00fcr einen zum Nachlass geh\u00f6renden Gegenstandes f\u00fcr dessen Bewertung hat, wenn dieser Verkaufspreis von den Feststellungen eines zuvor eingeholten Wertgutachtens abweicht. 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Um eine Beratung auf h\u00f6chstem juristischem Niveau zu garantieren, beschr\u00e4nkt sich unsere Kanzlei am exklusiv auf ausgew\u00e4hlte Kernbereiche und verzichtet bewusst auf die \u00dcbernahme fachfremder Mandate. Im Arbeitsrecht erfolgt die hochqualifizierte Betreuung durch eine Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht. Die T\u00e4tigkeit konzentriert sich im Kern auf den K\u00fcndigungsschutz, die Durchf\u00fchrung von K\u00fcndigungsschutzklagen sowie das strategische Verhandeln von Abfindungen. Das Erbrecht wird durch einen Fachanwalt f\u00fcr Erbrecht vertreten. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Erbscheinsverfahren, der rechtlichen Begleitung von Erbengemeinschaften, komplexen Nachlassauseinandersetzungen sowie Fragen der Erbenhaftung. Zudem umfasst unser Spektrum die Durchsetzung oder Abwehr von Pflichtteilsanspr\u00fcchen, Teilungsversteigerungen und die allgemeine erbrechtliche Beratung. 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Weiter ist Rechtsanw\u00e4ltin Willerscheid aufgrund ihrer vormaligen T\u00e4tigkeit als Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Steuerberaterkammer K\u00f6ln auf das Berufsrecht der Steuerberater spezialisiert.","legalName":"Kanzlei Balg und Willerscheid","foundingDate":"1996-03-05","numberOfEmployees":{"@type":"QuantitativeValue","minValue":"1","maxValue":"10"},"address":{"@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4110#local-main-place-address"},"geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"50.965517","longitude":"6.954948099999999"},"telephone":["+49 221 991 40 29"],"openingHoursSpecification":[{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],"opens":"09:00","closes":"18:00"},{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Saturday","Sunday"],"opens":"00:00","closes":"00:00"}],"email":"kanzlei@ra-b-w.de","areaServed":"Rheinland","currenciesAccepted":"\u20ac","paymentAccepted":"Rechnung"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/#\/schema\/person\/47a9212a8f17f7dc8bf70f5579e7b31b","name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","caption":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln"},"description":"Text","sameAs":["https:\/\/ra-balg.de"]},{"@type":"PostalAddress","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4110#local-main-place-address","streetAddress":"Yorckstra\u00dfe 12, (Eckeingang)","addressLocality":"K\u00f6ln","postalCode":"50733","addressRegion":"NRW","addressCountry":"DE"},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4110#local-main-organization-logo","url":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","contentUrl":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","width":240,"height":240,"caption":"Rechtsanw\u00e4lte Balg und Willerscheid | K\u00f6ln"}]},"geo.placename":"K\u00f6ln","geo.position":{"lat":"50.965517","long":"6.954948099999999"},"geo.region":"Deutschland"},"author_meta":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"featured_img":null,"taxonomy_info":{"category":[{"value":13,"label":"Erbrecht"},{"value":14,"label":"Pflichtteil"}]},"featured_image_src_large":false,"author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"comment_info":0,"category_info":[{"term_id":13,"name":"Erbrecht","slug":"erbrecht","term_group":0,"term_taxonomy_id":13,"taxonomy":"category","description":"","parent":0,"count":643,"filter":"raw","cat_ID":13,"category_count":643,"category_description":"","cat_name":"Erbrecht","category_nicename":"erbrecht","category_parent":0},{"term_id":14,"name":"Pflichtteil","slug":"pflichtteil","term_group":0,"term_taxonomy_id":14,"taxonomy":"category","description":"","parent":13,"count":104,"filter":"raw","cat_ID":14,"category_count":104,"category_description":"","cat_name":"Pflichtteil","category_nicename":"pflichtteil","category_parent":13}],"tag_info":false,"uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"qubely_landscape":false,"qubely_portrait":false,"qubely_thumbnail":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Die vorliegende Entscheidung des Bundesgerichtshofes besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung der tats\u00e4chlich erzielte Verkaufspreis f\u00fcr einen zum Nachlass geh\u00f6renden Gegenstandes f\u00fcr dessen Bewertung hat, wenn dieser Verkaufspreis von den Feststellungen eines zuvor eingeholten Wertgutachtens abweicht. 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