{"id":4325,"date":"2026-06-07T04:59:18","date_gmt":"2026-06-07T04:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-abwesenheitspfleger-schadenersatz-haftung-eines-abwesenheitspflegers-nach-dem-erbfall-gegenueber-der-erbengemeinschaft\/"},"modified":"2026-06-29T04:59:36","modified_gmt":"2026-06-29T04:59:36","slug":"erbrecht-abwesenheitspfleger-schadenersatz-haftung-eines-abwesenheitspflegers-nach-dem-erbfall-gegenueber-der-erbengemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4325","title":{"rendered":"Erbrecht Abwesenheitspfleger Schadenersatz | Haftung eines Abwesenheitspflegers nach dem Erbfall gegen\u00fcber der Erbengemeinschaft"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-brandenburg-urteil-vom-04-11-2014-az-3-u-156-11-abwesenheitspfleger-haftet-fur-grundstucksverkauf\" class=\"wp-block-heading\">OLG Brandenburg \u2013 Urteil vom 04.11.2014 \u2013 Az. 3 U 156\/11: Abwesenheitspfleger haftet f\u00fcr Grundst\u00fccksverkauf<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image320_e7c9a2-58 size-full advgb-dyn-703892f3\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Abwesenheitspfleger haftet der Erbengemeinschaft auf Schadensersatz, wenn er ein Grundst\u00fcck ohne eigenes F\u00fcrsorgeinteresse des Abwesenden pflichtwidrig verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Ein Abwesenheitspfleger muss die Verm\u00f6gensinteressen des Abwesenden treuh\u00e4nderisch wahren und darf Grundst\u00fccke nicht allein deshalb verkaufen, weil ein Dritter sie erwerben m\u00f6chte. Auch eine vormundschaftsgerichtliche Genehmigung entlastet ihn nicht automatisch, wenn er selbst h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen, dass der Verkauf nicht im Interesse des Abwesenden lag.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod des Erblassers bestand eine ungeteilte Erbengemeinschaft. F\u00fcr den Erblasser war zuvor ein Abwesenheitspfleger bestellt worden. Dieser ver\u00e4u\u00dferte im Jahr 2001 mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts ein zum Nachlass geh\u00f6rendes Grundst\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Miterbe verlangte vom Abwesenheitspfleger Schadensersatz an die Erbengemeinschaft. Er machte geltend, der Verkauf sei pflichtwidrig gewesen, weil kein F\u00fcrsorgebed\u00fcrfnis des Abwesenden bestanden habe und die Ver\u00e4u\u00dferung allein im Interesse der P\u00e4chterin erfolgt sei, die das Grundst\u00fcck erwerben wollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-urteilsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Urteilsgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG Brandenburg gab der Klage weitgehend statt. Der Abwesenheitspfleger habe seine Pflicht zur treuen und gewissenhaften Amtsf\u00fchrung verletzt, weil er das Grundst\u00fcck verkauft habe, obwohl der Abwesende hieran kein eigenes schutzw\u00fcrdiges Interesse hatte. Das Grundst\u00fcck brachte Pachteinnahmen, es drohte kein Wertverlust und es bestand kein dringender Anlass f\u00fcr eine Ver\u00e4u\u00dferung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte handelte nach Auffassung des Gerichts auch schuldhaft. Als Rechtsanwalt h\u00e4tte er erkennen m\u00fcssen, dass der Verkauf nicht vom F\u00fcrsorgezweck der Abwesenheitspflegschaft gedeckt war. Der ersatzf\u00e4hige Schaden umfasste nicht nur den damaligen Wert, sondern auch die bis zur letzten m\u00fcndlichen Verhandlung eingetretene Wertsteigerung des Grundst\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-urteil-olg-brandenburg-urteil-vom-04-11-2014-az-3-u-156-11\" class=\"wp-block-heading\">Urteil: OLG Brandenburg \u2013 Urteil vom 04.11.2014 \u2013 Az.: 3 U 156\/11<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf die Berufung des Kl\u00e4gers wird der Beklagte unter Ab\u00e4nderung des Urteils des Landgerichts Potsdam vom 23.11.2011 verurteilt, an die Erbengemeinschaft nach dem am 02.07.1947 verstorbenen G.S.,<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">bestehend aus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(18 Erben) \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">32.136,40 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz seit dem 12.06.2011 zu zahlen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf die Klageerweiterung wird der Beklagte verurteilt, an die oben genannte Erbengemeinschaft weitere 178.465,32 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz seit dem 05.07.2014 zu zahlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die weitergehende Klage wird abgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Kosten des Rechtsstreits beider Instanzen tr\u00e4gt der Beklagte. Die Kosten der Nebenintervention tr\u00e4gt der Nebenintervenient.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Urteil ist vorl\u00e4ufig vollstreckbar.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Beklagte kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in H\u00f6he von 110 % des jeweils beizutreibenden Betrages abwenden, wenn nicht der Kl\u00e4ger zuvor Sicherheit in gleicher H\u00f6he leistet.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Revision wird nicht zugelassen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Der Kl\u00e4ger verlangt vom Beklagten als Mitglied der ungeteilten Erbengemeinschaft nach dem am 02.07.1947 verstorbenen G.S. Zahlung von Schadensersatz an die Erbengemeinschaft wegen des Verkaufs eines zum Nachlass geh\u00f6renden Grundst\u00fccks, dass der Beklagte in seiner Eigenschaft als Abwesenheitspfleger am 30.05.2001 mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes zu einem Preis von 152.000 DM (77.716,73 \u20ac) ver\u00e4u\u00dfert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger ist der Auffassung, der Beklagte habe durch den Verkauf seine ihm als Abwesenheitspfleger obliegenden Pflichten verletzt, so dass er der Erbengemeinschaft zum Schadensersatz verpflichtet sei. Die H\u00f6he des Schadensersatzes orientiere sich an der Wertsteigerung des Grundst\u00fcckes, den er erstinstanzlich mit mindestens 43.885,15 \u20ac beziffert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte meint, eine Pflichtverletzung sei ihm nicht vorzuwerfen. Dar\u00fcber hinaus fehle es an einem ersatzf\u00e4higen Schaden, da er das Grundst\u00fcck zu einem den damaligen Verh\u00e4ltnissen angemessenen Preis verkauft habe. Zudem erhebt der Beklagte die Einrede auf Verj\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts wird auf den Tatbestand des angefochtenen Urteils Bezug genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger hat erstinstanzlich zuletzt beantragt,<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>den Beklagten zu verurteilen, an die ungeteilte Erbengemeinschaft einen Betrag in H\u00f6he von 38.035,25 \u20ac nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz seit dem 11.06.2011 zu zahlen;<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">festzustellen, dass der Beklagte verpflichtet ist, unter Anrechnung aller seit dem 29.05.2011 anfallenden Sparbuchzinsen des zu Aktenzeichen 52 HL 95\/02 beim AG Potsdam hinterlegten Sparbuchs der ungeteilten Ebengemeinschaft alle Sch\u00e4den zu ersetzen, die seit dem Tag der Eintragung des G\u2026 J\u2026, als Eigent\u00fcmer anstelle des G\u2026 S\u2026 im Grundbuch von H\u2026, Blatt 413 des Amtsgerichts H\u2026 [Flur 7, Flurst\u00fcck 442\/358, 103.654 m\u00b2 gro\u00df, und Flur 28, Flurst\u00fcck 12, 8940 m\u00b2 gro\u00df] dadurch eingetreten sind und k\u00fcnftig noch eintreten werden, dass den Mitgliedern der ungeteilten Erbengemeinschaft durch Verlust des Eigentums an dem von ihnen ererbten Grundbesitz die bisher entstandenen und k\u00fcnftigen Wertsteigerungen entgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Landgericht hat mit Urteil vom 23.11.2011 die Klage abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Begr\u00fcndung hat es ausgef\u00fchrt, eine Pflichtverletzung aus \u00a7\u00a7 1915, 1833 BGB sei dem Beklagten nicht vorzuwerfen. Dem Beklagten sei vom Vormundschaftsgericht die Abwesenheitspflegschaft mit dem Wirkungskreis \u201eVerkauf des Grundst\u00fcckes\u201c \u00fcbertragen worden. Der Kaufpreis sei angemessen gewesen und habe dem damaligen Bodenrichtwert entsprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er habe es auch nicht pflichtwidrig unterlassen, nach dem Aufenthaltsort des Abwesenden zu forschen. Der Kl\u00e4ger habe nicht konkret vorgetragen, welche Nachforschungen der Beklagte unterlassen habe. Die Rechtsprechung betreffend die Abwesenheitspflegschaften in der ehemaligen DDR sei auf den hiesigen Sachverhalt nicht anwendbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Entscheidung des LG Potsdam (Beschluss vom 23.10.2005, 5 T 473\/08), nach der f\u00fcr eine Anordnung einer Abwesenheitspflegschaft dann kein Raum sei, wenn sie allein Interessen Dritter diene, f\u00fchre zu keiner anderen Beurteilung. Letztlich sei der Verkauf wirtschaftlich sinnvoller gewesen, als das deutlich weniger lukrative Pachtverh\u00e4ltnis fortzusetzen, so dass auch insoweit kein fahrl\u00e4ssiger Versto\u00df gegen die Interessen des Erblasser bzw. der Erbengemeinschaft zu erkennen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen dieses ihm am 29.11.2011 zugestellte Urteil hat der Kl\u00e4ger am 27.12.2011 Berufung eingelegt und diese am 13.01.2012 begr\u00fcndet. Die Berufungsbegr\u00fcndung war nicht unterschrieben, allerdings wiesen die am selben Tag eingereichten beglaubigten Abschriften f\u00fcr den Beklagten und den Streithelfer einen vom Kl\u00e4gervertreter eigenh\u00e4ndig unterschriebenen Beglaubigungsvermerk auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger r\u00fcgt mit seiner Berufung, das Landgericht habe nicht beachtet, dass vorliegend eine Abwesenheitspflegschaft mit dem Wirkungskreis \u201eVerkauf des Grundbesitzes\u201c gar nicht h\u00e4tte eingerichtet werden d\u00fcrfen, da kein F\u00fcrsorgeinteresse bestanden habe. Es sei bereits durch den Abschluss des Pachtvertrages hinreichend f\u00fcr die Sicherung der Verm\u00f6gensinteressen gesorgt worden. Dies h\u00e4tte der Beklagte, gerade auch als Rechtsanwalt, erkennen k\u00f6nnen und m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er h\u00e4tte unter diesen Umst\u00e4nden das Grundst\u00fcck nicht verkaufen d\u00fcrfen. Darauf, dass das Vormundschaftsgericht sp\u00e4ter den Verkauf genehmigt habe, k\u00f6nne er sich zu seiner Entlastung nicht berufen. Auch das Vormundschaftsgericht habe gegen die anerkannten Grunds\u00e4tze der Abwesenheitspflegschaft gehandelt und hafte neben dem Beklagten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte habe es auch pflichtwidrig unterlassen, Nachforschungen \u00fcber den Verbleib des Abwesenden anzustellen. Der Abwesenheitspfleger habe anhand der Grundakten zu ermitteln. Er h\u00e4tte in den Grundakten auch auf das Geburtsdatum des Erblassers sto\u00dfen m\u00fcssen (16.11.1878) und darauf kommen m\u00fcssen, dass dieser im Jahr 1999 bereits 120 Jahre alt h\u00e4tte sein m\u00fcssen. Dann h\u00e4tte er einen Antrag auf Aufhebung der Abwesenheitspflegschaft stellen m\u00fcssen und eine Nachlasspflegschaft anregen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verkauf sei auch nicht wirtschaftlich sinnvoll gewesen, was sich an der zwischenzeitlich eingetretenen Wertsteigerung zeige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wertsteigerung sei ein nach \u00a7 249 Abs. 1 BGB ersatzf\u00e4higer Schaden der Erbengemeinschaft. Entgegen der Auffassung des Streithelfers handele es sich nicht um eine nach \u00a7 252 BGB zu beurteilende blo\u00dfe Gewinnchance. Auf die Frage, ob der Kaufpreis im Jahr 2001 angemessen gewesen sei, komme es angesichts der unstreitigen Wertsteigerung nicht an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Anspruch sei auch nicht verj\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst durch die Ermittlung des Zeugen Sp\u2026, der ab dem 07.10.2010 als Erbe des urspr\u00fcnglichen Miterben K\u2026 W\u2026 zur Erbengemeinschaft geh\u00f6rt habe, h\u00e4tten der Kl\u00e4ger und die \u00fcbrigen Mitglieder der Erbengemeinschaft von den den Grundst\u00fccksverkauf betreffenden Tatsachen erfahren. Im Nachlass des K\u2026 W\u2026 habe sich ein Zettel mit einem handschriftlichem Vermerk gefunden, aus dem eine Frage nach den Parzellen in H\u2026 hervorgegangen sei, von deren Zugeh\u00f6rigkeit zum Nachlass des G\u2026 S\u2026 er und sein Bruder, Dr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u2026 W\u2026 (Miterbe zu 6.) gewusst h\u00e4tten. Die Unterrichtung \u00fcber diesen Zettel habe den Zeugen Sp\u2026 veranlasst, beim Grundbuchamt Unterlagen betreffend den Grundbesitz anzufordern. Daraufhin habe der Kl\u00e4ger am 23.11.2010 die Vormundschaftsakte eingesehen, aus der sich der Verkauf ergebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es habe auch keine Veranlassung und auch vor Erteilung eines den heutigen Anforderungen entsprechenden Erbscheins, der erst seit dem 15.06.2011 vorliege, keine M\u00f6glichkeit gegeben, das Grundbuch berichtigen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Berufung hat der Kl\u00e4ger zun\u00e4chst unter Bezugnahme auf das erst seit dem 28.11.2011 vorliegenden Sparbuch der H\u2026bank unter Anrechnung des sich aus dem Sparbuch ergebenden Zinsvorteils der Kaufpreishinterlegung in H\u00f6he von 11.746,75 \u20ac, der von dem urspr\u00fcnglichen Klagebetrag abzusetzen sei, den Schadensersatzanspruch auf 32.136,40 \u20ac nebst Rechtsh\u00e4ngigkeitszinsen beziffert und beantragt, den Beklagten unter Ab\u00e4nderung des Urteils des Landgerichts Potsdam zur Zahlung dieses Betrages nebst Rechtsh\u00e4ngigkeitszinsen zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ferner hat der Kl\u00e4ger weiterhin die Feststellung der Ersatzpflicht f\u00fcr bereits eingetretene, \u00fcber den oben genannten Betrag hinausgehende, k\u00fcnftige aus dem Verlust des Eigentums herr\u00fchrende Sch\u00e4den begehrt. Nach Hinweis des Senates hat er klargestellt, dass dieser Antrag sich nur auf die Wertsteigerung bis zum Schluss der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung beziehen solle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Berufungsinstanz hat der Kl\u00e4ger die Klage unter Berufung auf das vom Senat eingeholte Sachverst\u00e4ndigengutachten auf insgesamt 211.366,88 \u20ac nebst Rechtsh\u00e4ngigkeitszinsen erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er beantragt zuletzt, teilweise klageerweiternd,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">den Beklagten unter Ab\u00e4nderung des Urteils des Landgerichts Potsdam vom 23.11.2011 zur Zahlung von 211.366,88 \u20ac nebst Rechtsh\u00e4ngigkeitszinsen zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte und der Streithelfer beantragen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die Berufung zur\u00fcckzuweisen und die Klage, soweit sie erweitert wurde, abzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Feststellungsantrag haben die Parteien in der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem Senat am 30.09.2014 \u00fcbereinstimmend f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte beruft sich darauf, dass ohne sein Zutun auf Dr\u00e4ngen der damals zum Kauf des Grundst\u00fcckes bereiten P\u00e4chterin sein Pflegekreis erweitert worden sei, damit das Grundst\u00fcck verkauft werde. Er habe darauf keinen Einfluss genommen. Es sei auch nicht seine Aufgabe gewesen, selbst Recherchen nach dem Erblasser zu t\u00e4tigen. Er habe dessen Verm\u00f6gen wahren sollen und dies habe er auch getan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erbengemeinschaft sei kein Schaden entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Streithelferin beruft sich, wie schon erstinstanzlich, im Wesentlichen darauf, dass die vom Kl\u00e4ger behauptete Wertsteigerung keinen ersatzf\u00e4higen Schaden darstelle. Es handele sich um eine nicht ersatzf\u00e4hige blo\u00dfe k\u00fcnftige Gewinnchance, die nicht unter \u00a7 252 BGB falle. Im Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung habe der Kaufpreis dem Wert des Grundst\u00fccks entsprochen; die behauptete Wertsteigerung sei erst nach dem sch\u00e4digenden Ereignis erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr\u00fcber hinaus sei der Anspruch verj\u00e4hrt. Der Kl\u00e4ger w\u00e4re gehalten gewesen, weitere Nachforschungen anzustellen oder gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 82, \u00a7 82 a GBO die Berichtigung des Grundbuchs entsprechend dem Erbschein vom 23.12.1947 zu beantragen. Er h\u00e4tte auch Nachforschungen bei dem f\u00fcr die Ackerfl\u00e4chen zust\u00e4ndigen Landkreis H\u2026 anstellen m\u00fcssen. Dann w\u00e4re ihm bekannt geworden, dass eine Verpachtung der Ackerfl\u00e4che erfolgt und eine Abwesenheitspflegschaft eingerichtet worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt liege jedenfalls eine grob fahrl\u00e4ssige Unkenntnis der den Anspruch begr\u00fcndenden Umst\u00e4nde und der Person des Schuldners vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Senat hat Beweis erhoben durch Einholung eines schriftlichen Sachverst\u00e4ndigengutachtens des Gutachterausschusses f\u00fcr Grundst\u00fcckswerte in Sachsen Anhalt beim Landesamt f\u00fcr \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Akte des Amtsgerichts Potsdam 2 VIII 151\/94 war beigezogen und Gegenstand der m\u00fcndlichen Verhandlung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Die Berufung ist zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Nachdem feststeht, dass zwar die Berufungsbegr\u00fcndung nicht unterschrieben war, wohl aber die gleichzeitig eingegangenen, an den Streithelfer und die Berufungsbeklagte \u00fcbersandten beglaubigten Abschriften einen vom Kl\u00e4gervertreter eigenh\u00e4ndig unterschriebenen Beglaubigungsvermerk aufwiesen, liegt ein fristgerecht begr\u00fcndetes Rechtsmittel vor.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes reicht die Unterschrift unter dem Beglaubigungsvermerk auf den mit dem nicht unterschriebenen Originalschriftsatz gleichzeitig eingereichten Abschriften aus, um eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Rechtsmittelschrift anzunehmen (BGH Urteil vom 25.09.1979, VI ZR 79\/79; vergl. auch Z\u00f6ller\/He\u00dfler, ZPO, 30. Aufl., \u00a7 520 Rn. 7).<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Berufung hat, ebenso wie die Klageerweiterung, auch in der Sache bis auf einen geringf\u00fcgigen Teil Erfolg.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erbengemeinschaft nach G\u2026 S\u2026 hat einen Schadensersatzanspruch gegen den Beklagten, den der Kl\u00e4ger als Mitglied der Erbengemeinschaft nach \u00a7 2039 BGB in gesetzlicher Prozessstandschaft in eigenem Namen geltend machen kann (Palandt\/Weidlich, BGB, 73. Aufl., \u00a7 2039 Rn. 6).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Der Beklagte hat durch den Verkauf des Grundst\u00fccks seine Pflicht als Abwesenheitspfleger verletzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Haftung des Abwesenheitspflegers richtet sich nach \u00a7\u00a7 1911, 1915, 1833 BGB.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter einer Pflichtverletzung im Sinne von \u00a7 1833 BGB ist jeder Versto\u00df gegen das Gebot treuer und gewissenhafter Amtsf\u00fchrung zu verstehen; sie kann in einem Tun oder Unterlassen liegen, in der Abgabe oder Unterlassung einer Willenserkl\u00e4rung, in der Vornahme oder Nichtvornahme beliebiger Rechtshandlungen oder Realakte. Nicht n\u00f6tig ist ein Versto\u00df gegen gesetzliche Vorschriften oder gegen eine Anordnung des Vormundschaftsgerichts (Wagenitz in: M\u00fcnchener Kommentar zum BGB, 6. Aufl., \u00a7 1833 Rn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3; Engler in: Staudinger, BGB \u2013 Neubearbeitung 2004, \u00a7 1833 Rn. 12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellte man f\u00fcr die Frage, ob der Pfleger pflichtgem\u00e4\u00df gehandelt hat, allein darauf ab, ob der Verkauf des Grundst\u00fcckes wirtschaftlich sinnvoll war, so k\u00f6nnte dies, jedenfalls aus damaliger Sicht, zu bejahen sein. Die Zinsen aus dem Verkauf des Grundst\u00fcckes waren h\u00f6her als die Einnahmen aus dem Pachtvertrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierauf kommt es aus Sicht des Senates aber nicht entscheidend an. Diese Sichtweise ber\u00fccksichtigt n\u00e4mlich nicht, dass durch den Verkauf dem Abwesenden bzw. dessen Erben das Eigentum entzogen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob eine zum Schadensersatz f\u00fchrende Pflichtverletzung vorliegt, richtet sich grunds\u00e4tzlich danach, welche Aufgaben der Abwesenheitspfleger wahrzunehmen hat und welchen Pflichten er hierbei unterliegt. Der Abwesenheitspfleger hat die Verm\u00f6gensangelegenheiten des Abwesenden \u2013 im Rahmen seines Wirkungskreises \u2013 in dessen Interesse treuh\u00e4nderisch wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regelm\u00e4\u00dfig ist er hierbei, wie der Nachlassverwalter, nur zu Rechtsgesch\u00e4ften befugt, die die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Sicherung, Erhaltung und Verwaltung des Verm\u00f6gens des Abwesenden im Auge haben (f\u00fcr den Nachlasspfleger vergl. Firsching\/Graf, Nachlassrecht, 9. Aufl., Rn. 4.653). Der Nachlasspfleger ist zu Verf\u00fcgungen \u00fcber Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde zwar erm\u00e4chtigt, muss sich aber grunds\u00e4tzlich davon leiten lassen, das Verm\u00f6gen in seinem urspr\u00fcnglichen Zustand zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies hat auch f\u00fcr den Abwesenheitspfleger zu gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Nachlasspflegschaft gilt weiter, dass der Gesichtspunkt der Erhaltung des Nachlasses unter Umst\u00e4nden auch die Ver\u00e4u\u00dferung von Nachlassgegenst\u00e4nden zweckm\u00e4\u00dfig erscheinen lassen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Grundst\u00fccksverkauf wird aber nur dann als zweckm\u00e4\u00dfig und im Interesse der Erben liegend angenommen, wenn besondere Voraussetzungen vorliegen, es sich zum Beispiel um ein nur lastenbringendes Grundst\u00fcck handelt oder ein Grundst\u00fccksverkauf zur Deckung von dringenden Schulden als vorteilhaft erscheint (Beispiele bei Firsching\/Graf, a.a.O.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Verfahren gegen einen Verm\u00f6genspfleger hat der Bundesgerichtshof die Pflichtwidrigkeit eines Grundst\u00fccksverkaufes etwa in einem Fall verneint, in dem es notwendig war, wegen des Alters und des Gesundheitszustandes des Pfleglings eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse herbeizuf\u00fchren und das Verm\u00f6gen m\u00f6glichst rasch zugunsten des Pfleglings einzusetzen (BGH, Urteil vom 22.02.1967, MDR 1967, 473).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Voraussetzungen, die auch auf die T\u00e4tigkeit des Abwesenheitspflegers \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, liegen hier nicht vor. Durch den Pachtvertrag brachte das Grundst\u00fcck dem Abwesenden regelm\u00e4\u00dfige Eink\u00fcnfte ein. Es war auch nicht etwa so, dass ein erheblicher Wertverlust drohte, so dass ein Verkauf zur Erhaltung des Verm\u00f6gens notwendig war. Aus Sicht des Abwesenden gab es kein besonderes Interesse an dem Verkauf des Grundst\u00fcckes zum damaligen Zeitpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass der Abwesenheitspfleger schon nach der Regelung des \u00a7 1911 Abs. 1 BGB grunds\u00e4tzlich nur t\u00e4tig werden soll, soweit eine Verm\u00f6gensangelegenheit des Abwesenden der F\u00fcrsorge bedarf und dass auch nur unter dieser Voraussetzung ein Abwesenheitspfleger bestellt werden kann. Voraussetzung ist also ein Bed\u00fcrfnis zur F\u00fcrsorge in Verm\u00f6gensangelegenheiten des Abwesenden, wobei der Wirkungskreis des Pflegers sich nach dem F\u00fcrsorgebed\u00fcrfnis richtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Frage, ob ein F\u00fcrsorgebed\u00fcrfnis besteht, ist nach h.M. nur auf den Abwesenden abzustellen. Ein ausschlie\u00dfliches Interesse eines Dritten reicht nicht aus, die Abwesenheitspflegschaft kann aber neben den eigenen Interessen des Abwesenden auch Dritten dienlich sein (Schwab in: M\u00fcnchener Kommentar zum BGB, 6. Aufl. \u00a7 1911, Rn 14; Palandt\/Diederichsen, BGB, 72. Aufl., \u00a7 1911 Rn. 6).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist darauf abzustellen, ob dem Abwesenden irgendwelche Nachteile drohen, wenn kein Pfleger bestellt wird und ob die Bestellung eines Pflegers gegen\u00fcber etwa drohenden Nachteilen das kleinere \u00dcbel darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Eigeninteressen des Abwesenden werden dabei etwa die Vermeidung einer \u00f6ffentlichen Zustellung, durch die der Betroffene schlechter st\u00fcnde, die Vermeidung einer Todeserkl\u00e4rung durch Bestellung eines Abwesenheitspflegers, die K\u00fcndigung der f\u00fcr die Familie nicht ben\u00f6tigten Wohnung des Abwesenden, um unn\u00f6tige Mietkosten zu vermeiden, oder die Erteilung einer L\u00f6schungsbewilligung, um die Hinterlegung von Geld abzuwenden, genannt (M\u00fcnchener Kommentar, a.a.O., \u00a7 1911, Rn, 14).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als allein im Drittinteresse liegend und damit abgelehnt wurde die Anordnung einer Abwesenheitspflegschaft f\u00fcr den Verkauf eines Grundst\u00fccks allein aufgrund einer intensiven Nutzung des Grundst\u00fccks durch Dritte. Ein solche stelle einen unzul\u00e4ssigen Eingriff in Art. 14 GG dar (LG Potsdam, 5 T 473\/08).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorliegend l\u00e4sst sich unter Ber\u00fccksichtigung dieser Grunds\u00e4tze ein F\u00fcrsorgebed\u00fcrfnis, das die Anordnung einer Abwesenheitspflegschaft zum Verkauf des Grundst\u00fccks rechtfertigt, nicht feststellen. Wie sich aus der beigezogenen Pflegschaftsakte ergibt, erfolgte die Bestellung des Abwesenheitspflegers offenbar allein auf die Anfrage der P\u00e4chterin, die das Grundst\u00fcck gerne kaufen wollte. Ein Interesse des Pfleglings am Verkauf l\u00e4sst sich nicht feststellen. Nachteile drohten nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach alldem lag im Verkauf des Grundbesitzes ein pflichtwidriges Handeln des Beklagten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Der Beklagte handelte auch schuldhaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verschulden entf\u00e4llt nicht dadurch, dass das Vormundschaftsgericht die Pflegschaft genau mit dem Wirkungskreis \u201eVerkauf\u201c angeordnet hat und den Verkauf dann auch genehmigt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abwesenheitspfleger haftet f\u00fcr jeden Grad von Fahrl\u00e4ssigkeit, wobei auch ber\u00fccksichtigt wird, welche Sorgfalt in den Lebenskreisen, denen er angeh\u00f6rt, ge\u00fcbt wird und dort billigerweise erwartet werden kann (Engler in: Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2004, \u00a7 1833 Rn. 13; Wagenitz in: M\u00fcnchener Kommentar zum BGB, 6. Aufl., \u00a7 1833, Rn. 4).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kann sich grunds\u00e4tzlich nicht darauf berufen, dass das Vormundschaftsgericht die Handlung des Vormundes (Abwesenheitspflegers) genehmigt hat oder dieser auf Anregung des Vormundschaftsgerichtes gehandelt hat. Die Erteilung der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung nimmt dem Vormund nicht die Verpflichtung ab, das Rechtsgesch\u00e4ft selbst auf Vorteile und Nachteile hin gewissenhaft zu pr\u00fcfen, die es dem M\u00fcndel bringt oder nach den Erfahrungen des t\u00e4glichen Lebens bringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kann aber dann entlastet sein, wenn er nach der besondere Lage des Falles die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes f\u00fcr ma\u00dfgebend und sie seiner Entschlie\u00dfung zugrunde legen durfte (Staudinger\/Engler, a.a.O., \u00a7 1833, Rn, 15; Palandt\/G\u00f6tz, a.a.O., \u00a7 1833, Rn. 4 unter Berufung auf BGH FamRZ 1964, 199).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorliegend ist dem Beklagten jedenfalls leichte Fahrl\u00e4ssigkeit vorzuwerfen. Er handelte zwar entsprechend dem Bestellungsbeschluss des Vormundschaftsgerichts, das den Verkauf auch genehmigt hat. Er h\u00e4tte aber, jedenfalls unter Ber\u00fccksichtigung seiner Kenntnisse und F\u00e4higkeiten als Rechtsanwalt, selbst pr\u00fcfen m\u00fcssen und k\u00f6nnen, ob das F\u00fcrsorgebed\u00fcrfnis f\u00fcr einen Verkauf vorlag und dem Abwesenden ohne einen Verkauf Nachteile drohten, die einen Eigentumsverlust rechtfertigten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er h\u00e4tte auch erkennen k\u00f6nnen, dass Grund f\u00fcr den Verkauf allein der Wunsch der P\u00e4chterin war, das Grundst\u00fcck zu erwerben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Der Erbengemeinschaft ist ein Schaden in H\u00f6he von 210.601,72 \u20ac entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">aa) Soweit der Kl\u00e4ger diesen klagerweiternd in der Berufungsinstanz geltend macht, ist diese Klageerweiterung zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich um einen Fall des \u00a7 264 Nr. 2 ZPO, d.h. um eine Erweiterung des Klageantrages in der Hauptsache ohne \u00c4nderung des Klagegrundes (vergl. Z\u00f6ller\/Greger, a.a.O., \u00a7 264 Rn. 3 a). Diese ist nicht an die Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzung der Sachdienlichkeit, die allerdings zu bejahen w\u00e4re, gebunden (Z\u00f6ller\/H\u00e4\u00dfler, a.a.O., \u00a7 533, Rn. 3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Voraussetzungen des \u00a7 529 ZPO liegen vor. Die Geltendmachung des erh\u00f6hten Anspruches geht auf das vom Senat eingeholte Sachverst\u00e4ndigengutachten, das Gegenstand des Berufungsverfahrens ist, zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">bb) Der Umfang der Ersatzpflicht des Abwesenheitspflegers richtet sich nach \u00a7\u00a7 249 ff BGB.Der Gesch\u00e4digte, hier die Erbengemeinschaft, ist so zu stellen, als ob das sch\u00e4digende Ereignis, d.h. der Verkauf und damit der Eigentumsverlust nicht eingetreten w\u00e4re (\u00a7 249 Abs. 1 BGB). H\u00e4tte der Beklagte das Grundst\u00fcck nicht verkauft, w\u00e4re der eingetretene Wertzuwachs des Grundst\u00fccks der Erbengemeinschaft ungeschm\u00e4lert zugeflossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum ausgleichspflichtigen Schaden geh\u00f6rt damit der gesamte bis zur letzten m\u00fcndlichen Verhandlung \u2013 dem aus prozessualen Gr\u00fcnden letztm\u00f6glichen Beurteilungszeitpunkt \u2013 eingetretene Wertzuwachs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schaden bemisst sich nach der Summe, den der Kl\u00e4ger im Zeitpunkt der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht zur Beschaffung eines vergleichbaren Grundst\u00fccks h\u00e4tte aufwenden m\u00fcssen, also nach dem Verkehrswert des Grundst\u00fcckes zu diesem Zeitpunkt (BGH, Urteil vom 12.07.1996, V ZR 117\/95, NJW 1996, 2652; vergl. auch BGH, Urteil vom 21.02.1974, VII ZR 52\/72, BeckRS 1974, 31125333).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle einer Wertsteigerung bemisst sich der Schadensersatzanspruch nach dem derzeitigen Wert, wenn der Gesch\u00e4digte das Recht heute noch h\u00e4tte. Dies gilt auch dann, wenn eine Wiederherstellung (wie hier) nicht m\u00f6glich ist (Palandt\/Gr\u00fcneberg, BGB, a.a.O., Vorb v \u00a7 249, Rn. 127; Oetker in: M\u00fcnchener Kommentar zum BGB, \u00a7 249 Rn. 311 ff; BGH NJW 1996, 2652).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte und der Streithelfer k\u00f6nnen sich danach nicht darauf berufen, dass, da der Verkaufspreis dem damaligen Wert des Grundst\u00fccks entsprach, ein Schaden nicht eingetreten sei. Die Wertsteigerung geh\u00f6rt zum ersatzf\u00e4higen Schaden. Der Kl\u00e4ger macht entgegen der Auffassung des Beklagten nicht einen Anspruch auf entgangenen Gewinn nach \u00a7 252 BGB, bzw. eine blo\u00dfe Gewinnerwartung geltend. Es handelt sich vielmehr um einen Anspruch aus \u00a7 251 Abs. 1 BGB, da die Wiederherstellung, d.h.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die R\u00fcck\u00fcbertragung des Grundst\u00fccks wegen des wirksamen Verkaufs nicht m\u00f6glich ist. Der Beklagte hat der Erbengemeinschaft also die Differenz zwischen dem Wert des Verm\u00f6gens, wie es sich ohne das sch\u00e4digende Ereignis darstellen w\u00fcrde, und dem durch das sch\u00e4digende Ereignis verminderten Wert zu ersetzen. (Palandt\/Gr\u00fcneberg, a.a.O., \u00a7 251 Rn. 10). Dies entspricht auch den Grunds\u00e4tzen des Schadenersatzrechtes. Grundregel ist die Naturalrestitution, d.h.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">geschuldet w\u00e4re nach \u00a7 249 BGB eigentlich die R\u00fcckgabe des Grundst\u00fcckes in dem Zustand, in dem es sich jetzt befindet, also mit der im Laufe der Jahre eingetretenen Wertsteigerung. Dies muss sich auch im Anspruch aus \u00a7 251 Abs. 1 BGB widerspiegeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">cc) Der derzeitige Verkehrswert des verkauften Grundbesitzes zum Zeitpunkt der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung bel\u00e4uft sich nach den Feststellungen im vom Senat eingeholten Gutachten des Gutachterausschusses f\u00fcr Grundst\u00fcckswerte in Sachsen Anhalt beim Landesamt \u2026 auf insgesamt 300.800,00 \u20ac. Diesen Feststellungen im insgesamt nachvollziehbaren und plausiblen Gutachten, die auch von keiner der Parteien in Frage gestellt worden sind, folgt der Senat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie k\u00f6nnen der weiteren Schadensberechnung zugrunde gelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dd) Abzuziehen von diesem Betrag ist der der Erbengemeinschaft bereits zugeflossenen Kaufpreis in H\u00f6he von 77.716,37 \u20ac sowie die auf diesen Kaupreisanteil entfallenen Zinsen. Da auf dem Konto gleichzeitig der Pachtertrag aus den Vorjahren angelegt war (17.493,58 \u20ac zum Zeitpunkt 28.12.2001), der der Erbengemeinschaft unabh\u00e4ngig von dem hier streitgegenst\u00e4ndlichen Verkauf zusteht, lassen sich die angefallenen Zinsertr\u00e4ge allerdings nicht komplett dem Kaufpreis zuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der auf den Kaufpreis entfallende Anteil der Zinsen betr\u00e4gt nach der insoweit nachvollziehbaren und plausiblen Berechnung des Kl\u00e4gers im Schriftsatz vom 12.01.2012, nach der 81,63 % der Zinsen den Kaupreisanteil betreffen, 11.746,75 \u20ac. Diese Berechnung, die der Beklagte und der Streithelfer nicht konkret angreifen, kann als Sch\u00e4tzgrundlage (\u00a7 287 ZPO) herangezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abzuziehen sind weiter die auf den Kaufpreis entfallenen Zinsertr\u00e4ge, die seit dem 24.02.2011 erwirtschaftet wurden. Nach dem vom Kl\u00e4ger vorgelegten Schreiben der Rechtsanw\u00e4lte \u2026 vom 04.06.2012 betrug der Kontostand zum 25.05.2012 110.496,48 \u20ac gegen\u00fcber 109.595,88 \u20ac am 24.02.2011, so dass weitere Zinsertr\u00e4ge in H\u00f6he von 900,60 \u20ac angefallen sind. Hiervon entfallen nach der oben genannten Berechnung 81,63 % auf den Kaufpreis, das sind 735,16 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Abzug der genannten Betr\u00e4ge ergibt sich ein ersatzf\u00e4higer Schaden in H\u00f6he 210.601,72 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Der Anspruch ist auch nicht verj\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verj\u00e4hrung des Anspruches richtet sich nach \u00a7\u00a7 195, 199 BGB. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gl\u00e4ubiger von den den Anspruch begr\u00fcndenden Umst\u00e4nden und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrl\u00e4ssigkeit erlangen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Erbengemeinschaft kommt es grunds\u00e4tzlich auf die Kenntnis aller Miterben an (Palandt\/Ellenberger, a.a.O., \u00a7 199, Rn. 26), wobei allerdings auch die Kenntnis des Wissensvertreters ausreichen kann, wenn diesem die Tatsachermittlung zur Durchsetzung eine Anspruchs \u00fcbertragen worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Kl\u00e4ger, ein anderes Mitglied der Erbengemeinschaft oder gar alle Mitglieder vor dem Jahr 2010 die notwendige Kenntnis hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gl\u00e4ubiger muss die Kenntnisse kennen oder grob fahrl\u00e4ssig nicht kennen, die die Voraussetzung der anspruchsbegr\u00fcndenden Norm erf\u00fcllen (Palandt\/Ellenberger, \u00a7 199, Rn. 28). Hierzu geh\u00f6ren bei Schadensersatzanspr\u00fcchen die Pflichtverletzung, der Eintritt des Schadens und die Kenntnis von der eigenen Schadenbetroffenheit. Die Pflichtverletzung liegt vorliegend in dem Verkauf des Grundst\u00fcckes im Jahr 2001.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hiervon hat nach dem hinreichend substantiierten Vortrag des Kl\u00e4gers der Oberstaatsanwalt Sp\u2026 als erstes Mitglied der Erbengemeinschaft erst im Jahr 2010 durch die von ihm angeforderten Unterlagen beim Grundbuchamt H\u2026 erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Erbengemeinschaft diese Kenntnis grob fahrl\u00e4ssig nicht bereits vorher hatte, l\u00e4sst sich nicht feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grob fahrl\u00e4ssig handelt der Gl\u00e4ubiger, wenn seine Unkenntnis darauf beruht, dass er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in ungew\u00f6hnlich grobem Ma\u00dfe verletzt und auch ganz naheliegende \u00dcberlegungen nicht angestellt oder das nicht beachtet hat, was jedem h\u00e4tte einleuchten m\u00fcssen (Palandt\/Ellenberger, a.a.O., \u00a7 199, Rn. 39).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grobe Fahrl\u00e4ssigkeit liegt unter anderem dann vor, wenn der Gesch\u00e4digte, der sich die Kenntnisse in zumutbarer Weise ohne nennenswerte M\u00fche beschaffen k\u00f6nnte, die auf der Hand liegenden Erkenntnism\u00f6glichkeiten nicht ausnutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beklagte und der Streitverk\u00fcndete werfen dem Kl\u00e4ger bzw. der Erbengemeinschaft insoweit vor, sie h\u00e4tten zeitnah f\u00fcr eine Berichtigung des Grundbuches sorgen m\u00fcssen, da der Erblasser bereits im Jahr 1947 verstorben sei. Es h\u00e4tte sich auf aufgedr\u00e4ngt, bei der zust\u00e4ndigen Landwirtschaftsbeh\u00f6rde, dem Landkreis H\u2026, Nachforschungen \u00fcber die Grundst\u00fccke anzustellen. Dann h\u00e4tte man von der Verpachtung und der Anordnung der Abwesenheitspflegschaft erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin, dass der Kl\u00e4ger bzw. die Erbengemeinschaft dies nicht getan habe, liegt aber keine grobe Fahrl\u00e4ssigkeit im Hinblick auf die Kenntnis von der Pflichtverletzung und der Person des Schuldners.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erbengemeinschaft hatte einen Grundbuchauszug, der den Erblasser als letzten eingetragenen Eigent\u00fcmer auswies. Es sind keine Anhaltspunkte daf\u00fcr ersichtlich, dass sie die Bef\u00fcrchtung haben musste, dass sich hieran etwas \u00e4ndert. Es bestand auch keine Verpflichtung, die Erteilung eines Erbscheins zugunsten der Erbengemeinschaft zu forcieren, schon gar nicht, um den Abwesenheitspfleger vor unberechtigten Verf\u00fcgungen \u00fcber das Grundst\u00fcck zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab auch keine Anzeichen daf\u00fcr, dass bei dem Amtsgericht Potsdam eine Abwesenheitspflegschaft mit dem Wirkungskreis \u201eVerkauf \u201e eingerichtet worden sein k\u00f6nnte, so dass die Erbengemeinschaft auch nicht gehalten war, hier\u00fcber Nachforschungen anzustellen. Sie konnte davon ausgehen, dass die Grundst\u00fccke nach wie vor zum Nachlass geh\u00f6rten und sich an den Eigentumsverh\u00e4ltnissen nichts \u00e4ndern w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die im Jahr 2011 erhoben Klage hat demgem\u00e4\u00df die Verj\u00e4hrung gehemmt. Dies gilt auch f\u00fcr die in der Berufungsinstanz erst im Jahr 2014 durch abschlie\u00dfende Bezifferung des endg\u00fcltigen Schadens erfolgte Klageerweiterung. Insoweit war die Hemmung bereits durch die bez\u00fcglich des weitergehenden Schadens erhobene Feststellungklage \u2013 unabh\u00e4ngig vom Bestehen eines Feststellungsinteresses \u2013 gehemmt (\u00a7 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB, vergl. Palandt\/Ellenberger, a.a.O., \u00a7 204, Rn. 2, 5).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e) Der Zinsanspruch beruht auf \u00a7\u00a7 291, 288 Abs. 1 BGB.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 97 Abs. 1, \u00a7 92 Abs. 2, 91 a ZPO, 101 Abs. 1 ZPO.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit die Parteien den Feststellungsantrag \u00fcbereinstimmend f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt haben, waren die Kosten ebenfalls dem Beklagten aufzuerlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Feststellungsantrag war, nachdem der Kl\u00e4ger nach Hinweis des Senates klargestellt hat, dass dieser sich nur auf die bis zum ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt, d.h. den Schluss der m\u00fcndlichen Verhandlung \u00fcber die nicht abschlie\u00dfend bezifferte und bezifferbare Werterh\u00f6hung hinausgehende Wertsteigerung beziehen sollte, urspr\u00fcnglich zul\u00e4ssig und begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung \u00fcber die vorl\u00e4ufige Vollstreckbarkeit beruht auf \u00a7\u00a7 708 Nr. 10, 711 ZPO.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Revision war nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des \u00a7 543 Abs. 2 ZPO nicht vorliegen. Zu beurteilen war die Frage der Pflichtwidrigkeit des Handelns des Beklagten in einem konkreten Einzelfall.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id4325_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane4325_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wof\u00fcr haftet ein Abwesenheitspfleger?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Abwesenheitspfleger haftet, wenn er gegen seine Pflicht zur treuen und gewissenhaften Amtsf\u00fchrung verst\u00f6\u00dft. Dazu geh\u00f6rt insbesondere, das Verm\u00f6gen des Abwesenden zu sichern, zu erhalten und nicht ohne eigenes F\u00fcrsorgeinteresse zu ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane4325_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reicht die Genehmigung des Gerichts zur Entlastung aus?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Die vormundschaftsgerichtliche Genehmigung entbindet den Pfleger nicht davon, das Gesch\u00e4ft selbst sorgf\u00e4ltig auf Vor- und Nachteile f\u00fcr den Abwesenden zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane4325_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wann darf ein Grundst\u00fcck durch einen Pfleger verkauft werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Verkauf kommt nur in Betracht, wenn er zur ordnungsgem\u00e4\u00dfen Sicherung oder Erhaltung des Verm\u00f6gens erforderlich oder zweckm\u00e4\u00dfig ist. Ein blo\u00dfes Kaufinteresse eines Dritten gen\u00fcgt nicht.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane4325_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Kann ein einzelner Miterbe Schadensersatz f\u00fcr die Erbengemeinschaft verlangen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Nach \u00a7 2039 BGB kann ein Miterbe einen Anspruch der Erbengemeinschaft im eigenen Namen geltend machen, wenn Zahlung an die Erbengemeinschaft verlangt wird.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane4325_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Welche Wertsteigerung ist beim Schaden zu ber\u00fccksichtigen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schaden umfasst die Verm\u00f6genslage, die ohne den pflichtwidrigen Verkauf best\u00fcnde. Deshalb kann auch eine sp\u00e4tere Wertsteigerung des Grundst\u00fccks bis zum ma\u00dfgeblichen Beurteilungszeitpunkt ersatzf\u00e4hig sein.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image320_e7c9a2-58 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id4325_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id4325_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id4325_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid 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F\u00fcr den Erblasser war zuvor ein Abwesenheitspfleger bestellt. Dieser hatte die Ver\u00e4u\u00dferung eines Grundst\u00fcckes des Erblassers veranlasst. Diese Ver\u00e4u\u00dferung erfolgte mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.<br \/>\nEin Mitglied der Erbengemeinschaft machte Schadensersatzforderungen geltend, da es davon ausging, dass der Abwesenheitspfleger mit der Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks die wirtschaftlichen Interessen des Erblassers verletzt hatte. Das Gericht entsprach der Schadensersatzklage.<br \/>\nNach Ansicht des Gerichts w\u00e4re der Abwesenheitspfleger verpflichtet gewesen zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks zweckm\u00e4\u00dfig war. Grunds\u00e4tzlich hat der Abwesenheitspfleger die Aufgabe, das Verm\u00f6gen derjenigen Person, f\u00fcr die er berufen wird, zu erhalten. Die \u00dcberpr\u00fcfung durch das Gericht ergab, dass die Ver\u00e4u\u00dferung der Immobilie diesem Zweck nicht entsprach. Vielmehr entstand dem Verm\u00f6gen des Erblassers durch die Ver\u00e4u\u00dferung der Immobilie durch den Abwesenheitspfleger ein Verm\u00f6gensschaden.<br \/>\nDer Abwesenheitspfleger war Rechtsanwalt und folglich \u00fcber die Pflichten eines Abwesenheitspfleger in vollem Umfang orientiert. Daher unterstellte das Gericht, dass der Abwesenheitspfleger unschwer in der Lage war, seine Pflichtverletzung zu erkennen. Da der Abwesenheitspfleger verpflichtet war, die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit seiner Verf\u00fcgung selbst zu pr\u00fcfen, kann er den Schadensersatzanspruch Erbengemeinschaft nicht entgegenhalten, dass die Ver\u00e4u\u00dferung der Immobilie vom Vormundschaftsgericht genehmigt wurde. 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Um eine Beratung auf h\u00f6chstem juristischem Niveau zu garantieren, beschr\u00e4nkt sich unsere Kanzlei am exklusiv auf ausgew\u00e4hlte Kernbereiche und verzichtet bewusst auf die \u00dcbernahme fachfremder Mandate. Im Arbeitsrecht erfolgt die hochqualifizierte Betreuung durch eine Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht. Die T\u00e4tigkeit konzentriert sich im Kern auf den K\u00fcndigungsschutz, die Durchf\u00fchrung von K\u00fcndigungsschutzklagen sowie das strategische Verhandeln von Abfindungen. Das Erbrecht wird durch einen Fachanwalt f\u00fcr Erbrecht vertreten. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Erbscheinsverfahren, der rechtlichen Begleitung von Erbengemeinschaften, komplexen Nachlassauseinandersetzungen sowie Fragen der Erbenhaftung. Zudem umfasst unser Spektrum die Durchsetzung oder Abwehr von Pflichtteilsanspr\u00fcchen, Teilungsversteigerungen und die allgemeine erbrechtliche Beratung. 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Weiter ist Rechtsanw\u00e4ltin Willerscheid aufgrund ihrer vormaligen T\u00e4tigkeit als Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Steuerberaterkammer K\u00f6ln auf das Berufsrecht der Steuerberater spezialisiert.","legalName":"Kanzlei Balg und Willerscheid","foundingDate":"1996-03-05","numberOfEmployees":{"@type":"QuantitativeValue","minValue":"1","maxValue":"10"},"address":{"@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4325#local-main-place-address"},"geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"50.965517","longitude":"6.954948099999999"},"telephone":["+49 221 991 40 29"],"openingHoursSpecification":[{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],"opens":"09:00","closes":"18:00"},{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Saturday","Sunday"],"opens":"00:00","closes":"00:00"}],"email":"kanzlei@ra-b-w.de","areaServed":"Rheinland","currenciesAccepted":"\u20ac","paymentAccepted":"Rechnung"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/#\/schema\/person\/47a9212a8f17f7dc8bf70f5579e7b31b","name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","caption":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln"},"description":"Text","sameAs":["https:\/\/ra-balg.de"]},{"@type":"PostalAddress","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4325#local-main-place-address","streetAddress":"Yorckstra\u00dfe 12, (Eckeingang)","addressLocality":"K\u00f6ln","postalCode":"50733","addressRegion":"NRW","addressCountry":"DE"},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4325#local-main-organization-logo","url":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","contentUrl":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","width":240,"height":240,"caption":"Rechtsanw\u00e4lte Balg und Willerscheid | K\u00f6ln"}]},"geo.placename":"K\u00f6ln","geo.position":{"lat":"50.965517","long":"6.954948099999999"},"geo.region":"Deutschland"},"author_meta":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"featured_img":null,"taxonomy_info":{"category":[{"value":25,"label":"Erbengemeinschaft"},{"value":13,"label":"Erbrecht"}]},"featured_image_src_large":false,"author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"comment_info":0,"category_info":[{"term_id":25,"name":"Erbengemeinschaft","slug":"erbengemeinschaft","term_group":0,"term_taxonomy_id":25,"taxonomy":"category","description":"","parent":13,"count":62,"filter":"raw","cat_ID":25,"category_count":62,"category_description":"","cat_name":"Erbengemeinschaft","category_nicename":"erbengemeinschaft","category_parent":13},{"term_id":13,"name":"Erbrecht","slug":"erbrecht","term_group":0,"term_taxonomy_id":13,"taxonomy":"category","description":"","parent":0,"count":643,"filter":"raw","cat_ID":13,"category_count":643,"category_description":"","cat_name":"Erbrecht","category_nicename":"erbrecht","category_parent":0}],"tag_info":false,"uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"qubely_landscape":false,"qubely_portrait":false,"qubely_thumbnail":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Im vorliegenden Fall war nach dem Erbfall eine Erbengemeinschaft entstanden. 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