{"id":4502,"date":"2026-06-08T10:17:35","date_gmt":"2026-06-08T10:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-persoenlichkeitsverletzung-geldentschaedigung-der-anspruch-auf-schadenersatz-wegen-verletzung-eines-persoenlichkeitsrechtes-ist-nicht-vererblich\/"},"modified":"2026-06-30T10:18:02","modified_gmt":"2026-06-30T10:18:02","slug":"erbrecht-persoenlichkeitsverletzung-geldentschaedigung-der-anspruch-auf-schadenersatz-wegen-verletzung-eines-persoenlichkeitsrechtes-ist-nicht-vererblich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=4502","title":{"rendered":"Erbrecht Pers\u00f6nlichkeitsverletzung Geldentsch\u00e4digung | Der Anspruch auf Schadenersatz wegen Verletzung eines Pers\u00f6nlichkeitsrechtes ist nicht vererblich"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-bgh-urteil-vom-29-04-2014-az-vi-zr-246-12-geldentschadigung-ist-nicht-vererblich\" class=\"wp-block-heading\">BGH \u2013 Urteil vom 29.04.2014 \u2013 Az. VI ZR 246\/12: Geldentsch\u00e4digung ist nicht vererblich<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image4502_cfaefc-e3 size-full advgb-dyn-3b024a6c\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts geht grunds\u00e4tzlich nicht auf die Erben \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Der Bundesgerichtshof stellt klar, dass ein solcher Entsch\u00e4digungsanspruch vor allem der pers\u00f6nlichen Genugtuung des Verletzten dient. Stirbt der Betroffene, bevor der Anspruch erf\u00fcllt oder jedenfalls rechtsh\u00e4ngig geworden ist, k\u00f6nnen seine Erben diesen Anspruch regelm\u00e4\u00dfig nicht weiterverfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erblasser war ein bekannter Entertainer, \u00fcber den eine Zeitschrift mehrfach berichtet hatte. Die Berichte betrafen unter anderem seine Trauer um seine verstorbene Tochter und seinen Gesundheitszustand; der Erblasser sah darin eine Verletzung seines Pers\u00f6nlichkeitsrechts und verlangte mindestens 30.000 Euro Geldentsch\u00e4digung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klage ging einen Tag vor dem Tod des Erblassers beim Landgericht ein, wurde der Beklagten aber erst nach seinem Tod zugestellt. Der Kl\u00e4ger f\u00fchrte den Prozess als Erbe fort, blieb jedoch in den Vorinstanzen erfolglos und verfolgte den Anspruch mit der Revision weiter.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-urteilsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Urteilsgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BGH entschied, dass der geltend gemachte Geldentsch\u00e4digungsanspruch nicht auf den Erben \u00fcbergehen konnte. Zwar handelt es sich um einen Zahlungsanspruch, sein Zweck liegt aber wesentlich in der Genugtuung f\u00fcr die pers\u00f6nlich erlittene Rechtsverletzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht sah auch keinen Versto\u00df gegen \u00a7 1922 BGB oder Art. 3 Abs. 1 GG. Die Universalsukzession erfasst nur vererbliche Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde, und der Anspruch unterscheidet sich aufgrund seiner besonderen Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld. Auch die blo\u00dfe Einreichung der Klage vor dem Tod gen\u00fcgte nicht, weil die Zustellung und damit die Rechtsh\u00e4ngigkeit erst nach dem Tod erfolgte; \u00a7 167 ZPO half dem Kl\u00e4ger insoweit nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-urteil-bgh-urteil-vom-29-04-2014-az-vi-zr-246-12\" class=\"wp-block-heading\">Urteil: BGH \u2013 Urteil vom 29.04.2014 \u2013 Az.: VI ZR 246\/12<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Revision des Kl\u00e4gers gegen den Beschluss des 10. Zivilsenats des Kammergerichts Berlin vom 3. Mai 2012 wird auf seine Kosten zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Tatbestand<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beklagte ist Gesamtrechtsnachfolgerin der H. B. Zeitschriften Verlag KG (im Folgenden ebenfalls: Beklagte), die im Zeitraum von M\u00e4rz 2009 bis August 2010 mehrfach in von ihr herausgegebenen Zeitschriften \u00fcber den bekannten Entertainer P. A. (im Folgenden: Erblasser) berichtete. Gegenstand der Berichte waren unter anderem die Trauer des Erblassers um seine verstorbene Tochter sowie der Gesundheitszustand des Erblassers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hinblick auf die von ihm in diesem Zusammenhang angenommene Verletzung seines Pers\u00f6nlichkeitsrechts nahm der Erblasser die Beklagte auf Zahlung einer Geldentsch\u00e4digung in H\u00f6he eines Mindestbetrags von 30.000 \u20ac nebst Zinsen in Anspruch. Seine Klage ist beim Landgericht am 11. Februar 2011 eingegangen. Am 12. Februar 2011 verstarb der Erblasser. Im M\u00e4rz 2011 ist die Klage zugestellt worden. Der Kl\u00e4ger f\u00fchrt den Prozess als Erbe fort. In den Vorinstanzen ist die Klage erfolglos geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der vom erkennenden Senat zugelassenen Revision verfolgt der Kl\u00e4ger sein Begehren weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II.Gr\u00fcnde<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Berufungsgericht hat ausgef\u00fchrt, es k\u00f6nne dahinstehen, ob die streitgegenst\u00e4ndlichen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcberhaupt einen Geldentsch\u00e4digungsanspruch zum Ausgleich f\u00fcr erlittene Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen begr\u00fcnden k\u00f6nnten. Denn der Anspruch sei h\u00f6chstpers\u00f6nlicher Natur und deshalb nicht vererblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob dies anders zu beurteilen sei, wenn der Anspruch noch zu Lebzeiten des Verletzten rechtsh\u00e4ngig werde, k\u00f6nne ebenfalls offenbleiben, da die Zustellung der Klage vorliegend erst nach dem Tod des Erblassers erfolgt sei. Aus \u00a7 167 ZPO folge nichts anderes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weder lasse sich der Vorschrift der allgemeine Rechtsgedanke entnehmen, dass zugunsten des Kl\u00e4gers bereits der Eingang der Klage bei Gericht ausreichend sei, wenn die Zustellung \\\u201cdemn\u00e4chst\\\u201c erfolge, noch setze die Vorschrift die Anh\u00e4ngigkeit der Klage mit ihrer Rechtsh\u00e4ngigkeit gleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das angefochtene Urteil h\u00e4lt revisionsrechtlicher Nachpr\u00fcfung stand.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Mit Recht ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass der \u2013 unterstellte \u2013 Geldentsch\u00e4digungsanspruch des Erblassers mangels Vererblichkeit nicht auf den Kl\u00e4ger \u00fcbergehen konnte.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die Frage, ob der Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts vererblich ist, ist h\u00f6chstrichterlich bislang nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt (vgl. Senatsurteil vom 6. Dezember 2005 \u2013 VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 208; BGH, Urteil vom 24. M\u00e4rz 2011 \u2013 IX ZR 180\/10, BGHZ 189, 65 Rn. 39 f.). Im Schrifttum ist die Frage umstritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Reihe von Autoren bejaht die Vererblichkeit (z.B. Soergel\/Beater, BGB, 13. Aufl., Anh. IV \u00a7 823 Rn. 25; Br\u00e4ndel in: G\u00f6tting\/Schertz\/Seitz, Handbuch des Pers\u00f6nlichkeitsrechts, \u00a7 36 Rn. 24; Cronemeyer, AfP 2012, 10 ff.; Dreier\/Specht in Dreier\/Schulze, UrhG, 4. Aufl., KUG \u00a7 22 Rn. 37 und \u00a7\u00a7 33-50 Rn. 21, anders allerdings noch Dreier in der 3. Aufl., KUG \u00a7 33-50 Rn. 21; Fechner, Medienrecht, 14. Aufl., Kap. 4 Rn. 157; Kutschera, AfP 2000, 147, 148 f.; Leipold, Erbrecht , 19. Aufl., Rn. 635 Fn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">51; M\u00fcnchKommBGB\/Rixecker, 6. Aufl., Anhang zu \u00a7 12 Rn. 237 aE). Begr\u00fcndet wird diese Auffassung zun\u00e4chst mit der uneingeschr\u00e4nkten Vererblichkeit des Schmerzensgeldanspruchs seit Aufhebung von \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF zum 1. Juli 1990, aus der entsprechende Konsequenzen auch f\u00fcr den Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts zu ziehen seien (Soergel\/Beater, aaO; Cronemeyer, aaO, 11 f.; Kutschera, aaO).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wird angenommen, die unterschiedliche Behandlung des Schmerzensgeldanspruchs einerseits und des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts andererseits versto\u00dfe gegen Art. 3 Abs. 1 GG (Cronemeyer, aaO, 11; Kutschera, aaO, 148). Andere gehen davon aus, eine unberechtigte Besserstellung des Verletzers durch den Tod des Verletzten vor Leistung des Geldersatzes m\u00fcsse vermieden werden (Dreier\/Specht, aaO, KUG \u00a7 22 Rn. 37).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberdies l\u00f6se sich der auf eine Geldzahlung gerichtete Anspruch mit seiner Entstehung von den ideellen Bestandteilen des Pers\u00f6nlichkeitsrechts (Dreier\/Specht, aaO).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegenauffassung (z.B. Burkhardt in: Wenzel, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 14 Rn. 140; Damm\/Rehbock, Widerruf, Unterlassung und Schadensersatz in den Medien, 3. Aufl., Rn. 1011 ff.; Erman\/N. Klass, BGB, 13. Aufl., Anh. \u00a7 12 Rn. 320; M\u00fcller in: G\u00f6tting\/Schertz\/Seitz, Handbuch des Pers\u00f6nlichkeitsrechts, \u00a7 51 Rn. 28; Soehring in: Soehring\/Hoene, Presserecht, 5. Aufl., \u00a7 32 Rn. 23; L\u00f6ffler\/Steffen, Presserecht, 5. Aufl., LPG \u00a7 6 Rn.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>st\u00fctzt sich auf den Zweck der Geldentsch\u00e4digung, der darin liege, die \u2013 nicht vererblichen (vgl. BGH, Urteile vom 1. Dezember 1999 \u2013 I ZR 49\/97, BGHZ 143, 214, 220 \u2013 Marlene Dietrich; vom 20. M\u00e4rz 1968 \u2013 I ZR 44\/66, BGHZ 50, 133, 137 \u2013 Mephisto) \u2013 ideellen Bestandteile des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts zu sch\u00fctzen (so ausdr\u00fccklich Burkhard, aaO; Steffen, aaO).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter wird darauf verwiesen, die \u00fcberwiegende Genugtuungsfunktion des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs aus Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen und ihr h\u00f6chstpers\u00f6nlicher Bezug zur Individualit\u00e4t des Betroffenen lasse eine Vererblichkeit nicht zu (vgl. Damm\/Rehbock, aaO, Rn. 1012; Erman\/N. Klass, aaO).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die zuletzt genannte Auffassung trifft im Ergebnis zu. Der Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts ist grunds\u00e4tzlich nicht vererblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">aa) Unmittelbar aus der nach wie vor zutreffenden Erkenntnis, dass die ideellen Bestandteile des Pers\u00f6nlichkeitsrechts unaufl\u00f6slich an die Person ihres Tr\u00e4gers gebunden und als h\u00f6chstpers\u00f6nliche Rechte unverzichtbar und unver\u00e4u\u00dferlich, also nicht \u00fcbertragbar und nicht vererblich sind (vgl. BGH, Urteile vom 24. M\u00e4rz 2011 \u2013 IX ZR 180\/10, BGHZ 189, 65 Rn. 38; vom 1. Dezember 1999 \u2013 I ZR 49\/97, BGHZ 143, 214, 220 \u2013 Marlene Dietrich; vom 20.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00e4rz 1968 \u2013 I ZR 44\/66, BGHZ 50, 133, 137 \u2013 Mephisto), ergibt sich dies freilich \u2013 worauf die Revision zutreffend hinweist \u2013 noch nicht. Denn der Geldentsch\u00e4digungsanspruch hat zwar seine Grundlage im Schutzauftrag aus Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. Senatsurteile vom 6. Dezember 2005 \u2013 VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 204 f.; vom 5. Oktober 2004 \u2013 VI ZR 255\/03, BGHZ 160, 298, 302; vom 15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">November 1994 \u2013 VI ZR 56\/94, BGHZ 128, 1, 15; jeweils mwN; BVerfGE 34, 269, 292 \u2013 Soraya) und dient gerade den vom allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht umfassten ideellen Interessen. Als Geldzahlungsanspruch ist er aber nicht selbst Bestandteil des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts (vgl. BGH, Urteil vom 24. M\u00e4rz 2011 \u2013 IX ZR 180\/11, BGHZ 189, 65 Rn. 39 f.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">bb) Die Unvererblichkeit ergibt sich aber aus Natur und Zweck des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass der Anspruch auf Entsch\u00e4digung in Geld f\u00fcr die Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts nicht abtretbar ist. Er hat dies \\\u201caus der entsprechenden Anwendung der Vorschriften, die f\u00fcr die gesetzlich normierten F\u00e4lle ideellen Schadensersatzes gegeben sind\\\u201c, gefolgert. Konkret hat er dabei auf die damals geltenden Regelungen des \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und des \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF abgestellt (Senatsurteil vom 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Februar 1969 \u2013 VI ZR 241\/67, VersR 1969, 519, 521). Die genannten Vorschriften regelten dabei nicht nur die fehlende Abtretbarkeit der Anspr\u00fcche aus \u00a7 847 Abs. 1 Satz 1 BGB aF bzw. \u00a7 1300 Abs. 1 BGB aF, sondern auch ihre grunds\u00e4tzliche Unvererblichkeit. Grund f\u00fcr den Ausschluss von Abtretbarkeit und Vererblichkeit dieser Anspr\u00fcche war, dass sie der Gesetzgeber aufgrund ihres an die Person des Berechtigten gebundenen Charakters f\u00fcr h\u00f6chstpers\u00f6nlich erachtete (vgl. f\u00fcr \u00a7 847 Abs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 Satz 1 BGB aF: Senatsurteile vom 22. Juni 1976 \u2013 VI ZR 167\/75, NJW 1976, 1890; vom 14. M\u00e4rz 1961 \u2013 VI ZR 146\/60, NJW 1961, 1575; f\u00fcr \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF: Palandt\/Lauterbach, BGB, 28. Aufl. 1969, \u00a7 1300 unter 1). Durch die entsprechende Anwendung der Vorschriften des \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und des \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF auf den auch zum damaligen Zeitpunkt bereits aus Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG hergeleiteten (vgl. Senatsurteil vom 19.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">September 1961 \u2013 VI ZR 259\/60, BGHZ 35, 363, 366 ff.) Geldentsch\u00e4digungsanspruch hat der Senat zum Ausdruck gebracht, dass er diesem Anspruch denselben Charakter zumisst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(2) An dieser Einsch\u00e4tzung und der sich daraus ergebenden Unvererblichkeit des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs h\u00e4lt der Senat \u2013 wie bereits im Urteil vom 6. Dezember 2005 (VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 208) zum Ausdruck gebracht \u2013 trotz der inzwischen erfolgten Aufhebung von \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und von \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weder l\u00e4sst sich der Wille des Gesetzgebers feststellen, auch den Geldentsch\u00e4digungsanspruch wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts vererblich auszugestalten (a), noch f\u00fchren Sinn und Zweck des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs unabh\u00e4ngig von einer entsprechenden Entscheidung des Gesetzgebers zur Annahme, der Geldentsch\u00e4digungsanspruch sei heute vererblich (b).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(a) Unmittelbar hat sich der Gesetzgeber mit der Frage der Vererblichkeit des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs bislang nicht befasst. Eine mittelbare Aussage des Gesetzgebers, der Geldentsch\u00e4digungsanspruch sei vererblich, l\u00e4sst sich ebenfalls nicht feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(aa) Entgegen der Auffassung der Revision ergibt sich ein solcher gesetzgeberischer Wille zun\u00e4chst nicht aus der Streichung von \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und entsprechender Vorschriften in anderen Gesetzen durch das Gesetz zur \u00c4nderung des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs und anderer Gesetze vom 14. M\u00e4rz 1990 (BGBl. I, S. 478). Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass der Gesetzgeber hier seine bis dahin und auch sp\u00e4ter (vgl. nur Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur \u00c4nderung schadensersatzrechtlicher Vorschriften, BR-Drucks.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">742\/01, S. 58; ferner Gegen\u00e4u\u00dferung der Bundesregierung zur Stellungnahme des Bundesrates, BT-Drucks. 14\/7752, S. 55) ge\u00fcbte Zur\u00fcckhaltung, den vom erkennenden Senat unmittelbar aus dem Schutzauftrag des Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG hergeleiteten Geldentsch\u00e4digungsanspruch in irgendeiner Weise zu regeln, h\u00e4tte aufgeben und eine Aussage zur Vererblichkeit dieses Anspruchs h\u00e4tte treffen wollen, sind nicht ersichtlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegenteil sollte mit der Streichung von \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und entsprechender Vorschriften im Luftverkehrsgesetz, im Bundesgrenzschutzgesetz sowie im Atomgesetz ein spezifisches Problem im Bereich des Schmerzensgeldes einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Problem lag ausweislich der Gesetzesmaterialien im \\\u201cWettlauf mit der Zeit\\\u201c, dem sich \\\u201cinsbesondere die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen\\\u201c ausgesetzt sahen, wenn sie \\\u201cgerade bei schwersten Verletzungen mit der Folge der Bewusstlosigkeit des Verletzten und akuter Lebensgefahr\\\u201c Schmerzensgeldanspr\u00fcche auch f\u00fcr den Fall des Todes des Verletzten wahren wollten (vgl. Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs und anderer Gesetze, BT-Drucks. 11\/4415, S.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1, 4; Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses zum genannten Gesetzentwurf, BT-Drucks. 11\/5423, S. 1, 4).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn sich die Reichweite der Gesetzes\u00e4nderung nicht auf die F\u00e4lle schwerster Verletzungen mit der Folge der Bewusstlosigkeit des Verletzten und akuter Lebensgefahr beschr\u00e4nkte, sondern auch leichtere Verletzungen, im Falle des \u00a7 34 Bundesgrenzschutzgesetz sogar Ehrverletzungen einschloss, waren mithin doch gerade die F\u00e4lle schwerster K\u00f6rperverletzungen Grund f\u00fcr die Streichung der Unvererblichkeit der genannten Anspr\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit bezweckte die Gesetzes\u00e4nderung die Beseitigung einer Problemlage, die typischerweise bei Anspr\u00fcchen infolge von K\u00f6rperverletzungen, nicht aber bei Anspr\u00fcchen aufgrund der Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts besteht (vgl. auch Damm\/Rehbock, Widerruf, Unterlassung und Schadensersatz in den Medien, 3. Aufl., Rn. 1012). Dass der Gesetzgeber mit der Streichung unter anderem des \u00a7 847 Abs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 Satz 2 BGB aF nicht alle Anspr\u00fcche auf Ausgleich immaterieller Nachteile f\u00fcr vererblich erkl\u00e4ren wollte, zeigt im \u00dcbrigen auch die Regelung des \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF. Sie wurde bis zur Abschaffung des Kranzgeldes zum 1. Juli 1998 beibehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(bb) Die Aufhebung des \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF im Jahr 1998 l\u00e4sst offensichtlich keinen R\u00fcckschluss auf einen Willen des Gesetzgebers zu, den Geldentsch\u00e4digungsanspruch wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts vererblich auszugestalten. Die Streichung war notwendige Folge der Abschaffung des Kranzgeldes \u00fcberhaupt durch das Gesetz zur Neuordnung des Eheschlie\u00dfungsrechts vom 4. Mai 1998 (BGBl. I, S. 833).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grund f\u00fcr die Abschaffung war die Annahme, das Kranzgeld als solches, nicht seine Unvererblichkeit, sei rechtspolitisch \u00fcberholt (vgl. Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Eheschlie\u00dfungsrechts, BR-Drucks. 79\/96, S. 37).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(b) Entscheidend gegen die Vererblichkeit des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs spricht seine Funktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Zuerkennung einer Geldentsch\u00e4digung im Falle einer schweren Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzung steht regelm\u00e4\u00dfig der Genugtuungsgedanke im Vordergrund (vgl. etwa Senatsbeschluss vom 10. Januar 2006 \u2013 VI ZB 26\/05, VersR 2006, 673 Rn. 16; Senatsurteile vom 6. Dezember 2005 \u2013 VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 206; vom 5. Oktober 2004 \u2013 VI ZR 255\/03, BGHZ 160, 298, 302; vom 15. November 1994 \u2013 VI ZR 56\/94, BGHZ 128, 1, 15; vom 5. Dezember 1995 \u2013 VI ZR 332\/94, VersR 1996, 339, 340; vom 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juni 1974 \u2013 VI ZR 68\/73, VersR 1974, 1080, 1082 \u2013 Fiete Schulze). Da einem Verstorbenen Genugtuung f\u00fcr die Verletzung seiner Pers\u00f6nlichkeit nicht mehr verschafft werden kann, scheidet nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats die Zuerkennung einer Geldentsch\u00e4digung im Falle der Verletzung des postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsschutzes aus (Senatsurteile vom 6. Dezember 2005 \u2013 VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 206 f. mwN; vom 4. Juni 1974 \u2013 VI ZR 68\/73, VersR 1974, 1080, 1082 \u2013 Fiete Schulze).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erfolgt die Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts zwar noch zu Lebzeiten des Verletzten, stirbt dieser aber, bevor sein Entsch\u00e4digungsanspruch erf\u00fcllt worden ist, verliert die mit der Geldentsch\u00e4digung bezweckte Genugtuung regelm\u00e4\u00dfig ebenfalls an Bedeutung. Gr\u00fcnde, vom Fortbestehen des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs \u00fcber den Tod des Verletzten hinaus auszugehen, bestehen unter diesem Gesichtspunkt im Allgemeinen mithin nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von der Revision herangezogene Gedanke der Pr\u00e4vention kann vorliegend zu keiner anderen Beurteilung f\u00fchren. Zwar trifft es zu, dass der Geldentsch\u00e4digungsanspruch auch der Pr\u00e4vention dient (Senatsurteile vom 17. Dezember 2013 \u2013 VI ZR 211\/12, VersR 2014, 381 Rn. 38; vom 6. Dezember 2005 \u2013 VI ZR 265\/04, BGHZ 165, 203, 207 mwN; vom 5. Oktober 2004 \u2013 VI ZR 255\/03, BGHZ 160, 298, 302; M\u00fcller in: G\u00f6tting\/Schertz\/Seitz, Handbuch des Pers\u00f6nlichkeitsrechts, \u00a7 51 Rn. 7, 10; jeweils mwN).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pr\u00e4ventionsgedanke vermag die Gew\u00e4hrung einer Geldentsch\u00e4digung \u2013 auch in dem von der Revision vorliegend f\u00fcr gegeben erachteten Fall der Zwangskommerzialisierung \u2013 aber nicht alleine zu tragen (Senatsurteile vom 6. Dezember 2005 aaO mwN; vom 5. M\u00e4rz 1974 \u2013 VI ZR 228\/72, VersR 1974, 756, 758).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies wirkt sich nicht nur \u2013 wie im Falle postmortaler Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen \u2013 auf die Beurteilung der Frage aus, ob der Geldentsch\u00e4digungsanspruch auch unabh\u00e4ngig von seiner Genugtuungsfunktion entstehen kann, sondern auch darauf, ob er \u2013 wie im vorliegend zu beurteilenden Fall \u2013 bei Fortfall dieser Funktion weiterbestehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">cc) Entgegen der Auffassung der Revision verst\u00f6\u00dft die Annahme der Unvererblichkeit des Anspruchs auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts nicht gegen \u00a7 1922 BGB. Denn die von \u00a7 1922 Abs. 1 BGB vorgesehene Universalsukzession ist von vornherein auf die vererblichen Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde beschr\u00e4nkt (vgl. Staudinger\/Marotzke, BGB, Neubearb. 2008, \u00a7 1922 Rn. 53).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dd) Auch der Einwand der Revision, es stelle eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung dar und versto\u00dfe deshalb gegen Art. 3 Abs. 1 GG, wenn der Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung anders als der Anspruch auf Schmerzensgeld und andere Immaterialg\u00fcterrechte nicht vererblich w\u00e4re, geht fehl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar ist Art. 3 Abs. 1 GG dann verletzt, wenn eine Gruppe von Normadressaten im Vergleich zu anderen Normadressaten in wesentlicher Hinsicht anders behandelt wird, obwohl zwischen beiden Gruppen keine Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht bestehen, dass sie die ungleiche Behandlung rechtfertigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch liegt eine solche Grundrechtsverletzung nicht nur dann vor, wenn der Gesetzgeber mehrere Personengruppen ohne hinreichenden sachlichen Grund verschieden behandelt, sondern auch dann, wenn die Gerichte im Wege der Auslegung gesetzlicher Vorschriften zu einer derartigen, dem Gesetzgeber verwehrten Differenzierung gelangen (BVerfG, VersR 2000, 897 mwN). Vorliegend scheitert die Annahme einer Verletzung von Art. 3 Abs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 GG aber daran, dass f\u00fcr die im Hinblick auf die Frage der Vererblichkeit unterschiedliche Behandlung des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs wegen Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts einerseits und des Schmerzensgeldanspruchs sowie anderer Immaterialg\u00fcterrechte andererseits sachliche Gr\u00fcnde bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Unvererblichkeit des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs hat \u2013 wie dargelegt \u2013 ihren Grund letztlich in der Genugtuungsfunktion, die bei ihm im Vergleich zu sonstigen Anspr\u00fcchen auf Ersatz immaterieller Nachteile und gerade auch im Vergleich zum Schmerzensgeldanspruch in besonderem Ma\u00dfe ausgepr\u00e4gt ist (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Januar 2006 \u2013 VI ZB 26\/05, VersR 2006, 673 Rn. 14 ff.; Senatsurteile vom 5. Oktober 2004 \u2013 VI ZR 255\/03, BGHZ 160, 298, 302; vom 26.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">November 1996 \u2013 VI ZR 323\/95, VersR 1997, 325, 327).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit die Revision auf die Vererblichkeit des Urheberrechts nach \u00a7 28 Abs. 1 UrhG verweist, die sich nicht nur auf die verm\u00f6gensrechtlichen Elemente des Urheberrechts, sondern auch auf das Urheberpers\u00f6nlichkeitsrecht bezieht (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 2013 \u2013 I ZR 28\/12, WRP 2014, 68 Rn. 25 \u2013 Beuys-Aktion; Schulze in Dreier\/Schulze, UrhG 4. Aufl., \u00a7 28 Rn. 2), ist ihr zuzugeben, dass das Urheberpers\u00f6nlichkeitsrecht insoweit anders behandelt wird als das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ungleichbehandlung hat ihren sachlichen Grund aber darin, dass das Urheberpers\u00f6nlichkeitsrecht so mit den verm\u00f6gensrechtlichen Elementen des Urheberrechts verflochten ist, dass sie sich nicht voneinander trennen lassen (vgl. Schulze, aaO), und sich das Urheberpers\u00f6nlichkeitsrecht gerade hierin vom allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der unterschiedlichen Ausgestaltung des Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechts als vererbliches und des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts als grunds\u00e4tzlich unvererbliches Recht liegt zugleich ein (weiterer) sachlicher Grund f\u00fcr die insoweit unterschiedliche Behandlung auch des Anspruchs auf Ersatz immaterieller Sch\u00e4den bei Verletzung des Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechts (\u00a7 97 Abs. 2 Satz 4 UrhG) einerseits und des Geldentsch\u00e4digungsanspruchs wegen Verletzung des (allgemeinen) Pers\u00f6nlichkeitsrechts andererseits.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Entsch\u00e4digungsanspr\u00fcche sind mit dem Rechtsgut, dessen Verletzung sie entspringen, eng verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Entgegen der hilfsweise ge\u00e4u\u00dferten Auffassung der Revision wurde der \u2013 unterstellte \u2013 Geldentsch\u00e4digungsanspruch vorliegend auch nicht deshalb vererblich, weil er noch zu Lebzeiten des Erblassers anh\u00e4ngig gemacht wurde. Denn die blo\u00dfe Anh\u00e4ngigkeit einer auf Geldentsch\u00e4digung gerichteten Klage \u00e4ndert nichts daran, dass die von der Geldentsch\u00e4digung bezweckte Genugtuung mit dem Tod des Verletzten an Bedeutung verliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob \u2013 wie dies etwa \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und \u00a7 1300 Abs. 2 BGB aF f\u00fcr die Anspr\u00fcche auf Schmerzens- bzw. Kranzgeld vorgesehen haben \u2013 anderes gilt, wenn der Geldentsch\u00e4digungsanspruch rechtsh\u00e4ngig geworden ist, kann offenbleiben. Denn die Klage wurde der Beklagten erst nach dem Tod des Erblassers zugestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus \u00a7 167 ZPO ergibt sich nichts anderes. Die dort angeordnete R\u00fcckwirkung beschr\u00e4nkt sich \u2013 verfassungsrechtlich unbedenklich \u2013 auf F\u00e4lle, in denen durch die Zustellung eine laufende Frist gewahrt oder die Verj\u00e4hrung neu beginnen oder gehemmt werden soll. F\u00fcr sonstige Wirkungen der Zustellung gilt sie hingegen nicht (allg. M.; vgl. z.B. BGH, Beschluss vom 22. Juli 2010 \u2013 V ZB 178\/09, NJW 2011, 528 Rn. 8 mwN; Urteil vom 21. April 1982 \u2013 IVb ZR 696\/80, NJW 1982, 1812, 1813; Z\u00f6ller\/Greger, ZPO, 30.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufl., \u00a7 167 Rn. 4; M\u00fcnchKommZPO\/H\u00e4ublein, 4. Aufl., \u00a7 167 Rn. 6). Zu diesen sonstigen Wirkungen z\u00e4hlen insbesondere rechtsbegr\u00fcndende und rechtsverst\u00e4rkende Folgen, die die Vorschriften des materiellen Rechts an die Rechtsh\u00e4ngigkeit und damit an die Zustellung der Klageschrift kn\u00fcpfen (BGH, Beschluss vom 22. Juli 2010 \u2013 V ZB 178\/09, aaO Rn. 9; Z\u00f6ller\/Greger, aaO). F\u00fcr \u00a7 847 Abs. 1 Satz 2 Halbs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 BGB aF hat auch der erkennende Senat eine Anwendung solcher Vorschriften wiederholt abgelehnt, die zur Fristwahrung die Wirkung der Zustellung auf den Zeitpunkt der Einreichung zur\u00fcckbeziehen (vgl. Senatsurteile vom 22. Juni 1976 \u2013 VI ZR 167\/75, NJW 1976, 1890 f.; vom 10. Oktober 1961 \u2013 VI ZR 40\/61, NJW 1961, 2347; vom 14. M\u00e4rz 1961 \u2013 VI ZR 146\/60, NJW 1961, 1575 f.; Palandt\/Thomas, BGB, 49. Aufl. 1990, \u00a7 847 unter 5 c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durchgreifende Gr\u00fcnde daf\u00fcr, diese st\u00e4ndige h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung aufzugeben, werden von der Revision nicht aufgezeigt und sind auch sonst nicht ersichtlich.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die von der Revision erhobenen Verfahrensr\u00fcgen hat der Senat gepr\u00fcft und nicht f\u00fcr durchgreifend erachtet (\u00a7 564 ZPO).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id4502_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane4502_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">K\u00f6nnen Erben eine Geldentsch\u00e4digung wegen Pers\u00f6nlichkeitsverletzung verlangen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich nein. Nach dieser Entscheidung ist der Anspruch auf Geldentsch\u00e4digung wegen Verletzung des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts nicht vererblich, wenn der Betroffene stirbt, bevor der Anspruch auf ihn \u00fcbergehen kann.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane4502_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum ist der Anspruch nicht vererblich?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BGH stellt auf den Zweck der Geldentsch\u00e4digung ab. Sie soll vor allem dem verletzten Menschen pers\u00f6nlich Genugtuung verschaffen; nach seinem Tod kann dieser Zweck regelm\u00e4\u00dfig nicht mehr erreicht werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane4502_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reicht es, wenn die Klage vor dem Tod eingereicht wurde?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, jedenfalls die blo\u00dfe Einreichung der Klage gen\u00fcgte hier nicht. Die Klage wurde erst nach dem Tod zugestellt; damit war der Anspruch zu Lebzeiten noch nicht rechtsh\u00e4ngig geworden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane4502_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Ist das anders als beim Schmerzensgeld?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Der BGH behandelt die Geldentsch\u00e4digung wegen Pers\u00f6nlichkeitsverletzung anders als den Schmerzensgeldanspruch. Grund daf\u00fcr ist die besonders starke pers\u00f6nliche Genugtuungsfunktion des Anspruchs bei Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane4502_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Welche Bedeutung hat das Urteil f\u00fcr Erben?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erben k\u00f6nnen nicht ohne Weiteres Geldentsch\u00e4digungsanspr\u00fcche wegen Pers\u00f6nlichkeitsverletzungen des Verstorbenen fortsetzen. Sie sollten genau pr\u00fcfen, ob der Anspruch bereits zu Lebzeiten rechtlich gesichert war oder ob er mit dem Tod des Betroffenen untergegangen ist.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image4502_cfaefc-e3 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id4502_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id4502_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id4502_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid 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Nach Klageerhebung verstarb der Erblasser. Die Erben nahmen das Verfahren auf und verfolgten die Schadensersatzforderungen des Erblassers aufgrund der Verletzung der Pers\u00f6nlichkeitsrechte des Erblassers weiter. Die Klage wurde abgewiesen.<br \/>\nDer Bundesgerichtshof kommt zu dem Ergebnis, dass Schadensersatzforderungen wegen der Verletzung von Pers\u00f6nlichkeitsrechten nicht vererblich sind. Die Forderungen aus der Verletzung von Pers\u00f6nlichkeitsrechten k\u00f6nnen daher nur vom Erblasser selbst verfolgt werden. Verstirbt der Erblasser, bevor die Schadensersatzforderungen wegen der Verletzung der Pers\u00f6nlichkeitsrechte tituliert wurden, k\u00f6nnen die Erben die Schadensersatzforderungen nicht weiter verfolgen. Mit dem Tod des Erblassers gehen die Anspr\u00fcche aus der Verletzung der Pers\u00f6nlichkeitsrechte des Erblassers unter. 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Um eine Beratung auf h\u00f6chstem juristischem Niveau zu garantieren, beschr\u00e4nkt sich unsere Kanzlei am exklusiv auf ausgew\u00e4hlte Kernbereiche und verzichtet bewusst auf die \u00dcbernahme fachfremder Mandate. Im Arbeitsrecht erfolgt die hochqualifizierte Betreuung durch eine Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht. Die T\u00e4tigkeit konzentriert sich im Kern auf den K\u00fcndigungsschutz, die Durchf\u00fchrung von K\u00fcndigungsschutzklagen sowie das strategische Verhandeln von Abfindungen. Das Erbrecht wird durch einen Fachanwalt f\u00fcr Erbrecht vertreten. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Erbscheinsverfahren, der rechtlichen Begleitung von Erbengemeinschaften, komplexen Nachlassauseinandersetzungen sowie Fragen der Erbenhaftung. Zudem umfasst unser Spektrum die Durchsetzung oder Abwehr von Pflichtteilsanspr\u00fcchen, Teilungsversteigerungen und die allgemeine erbrechtliche Beratung. 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