{"id":5158,"date":"2026-06-10T07:22:03","date_gmt":"2026-06-10T07:22:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-testament-maschinengeschriebener-teil-2-wx-24914-olg-koeln-verweist-ein-handschriftlich-verfasstes-testament-auf-einen-maschinengeschriebenen-teil-kann-das-gesamte-testament-nichti\/"},"modified":"2026-07-01T07:23:25","modified_gmt":"2026-07-01T07:23:25","slug":"erbrecht-testament-maschinengeschriebener-teil-2-wx-24914-olg-koeln-verweist-ein-handschriftlich-verfasstes-testament-auf-einen-maschinengeschriebenen-teil-kann-das-gesamte-testament-nichti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=5158","title":{"rendered":"Erbrecht Testament maschinengeschriebener Teil &#124; 2 Wx 249\/14 &#8211; OLG K\u00f6ln &#124; Verweist ein handschriftlich verfasstes Testament auf einen maschinengeschriebenen Teil, so kann das gesamte Testament nichtig sein"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-koln-beschluss-vom-06-10-2014-az-2-wx-249-14-maschinenschriftlicher-verweis-macht-testament-unwirksam\" class=\"wp-block-heading\">OLG K\u00f6ln \u2013 Beschluss vom 06.10.2014 \u2013 Az. 2 Wx 249\/14: Maschinenschriftlicher Verweis macht Testament unwirksam<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image5158_2f56b2-1c size-full advgb-dyn-f1cbb95b\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein handschriftliches Testament kann unwirksam sein, wenn der entscheidende Inhalt erst aus einem maschinengeschriebenen Schriftst\u00fcck folgen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das OLG K\u00f6ln stellt klar, dass ein eigenh\u00e4ndiges Testament den wesentlichen letzten Willen selbst erkennen lassen muss. Ein maschinengeschriebener Entwurf kann nur zur Auslegung herangezogen werden, wenn im handschriftlichen Testament bereits ein zumindest angedeuteter Wille enthalten ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erblasser hatte im Laufe der Jahre zahlreiche letztwillige Verf\u00fcgungen errichtet. In einem sp\u00e4teren handschriftlichen Testament erkl\u00e4rte er, eine Notarin habe ihm einen Vorschlag zur Verm\u00f6gensaufteilung gemacht, dem er zustimme und den er akzeptiere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Inhalt dieser Verm\u00f6gensaufteilung ergab sich jedoch im Wesentlichen erst aus einem nicht eigenh\u00e4ndig geschriebenen Entwurf eines notariellen Testaments. Ein Beteiligter beantragte sp\u00e4ter einen Alleinerbschein und berief sich dabei auf diese Verf\u00fcgung; das Nachlassgericht wies den Antrag zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG K\u00f6ln best\u00e4tigte die Zur\u00fcckweisung des Erbscheinsantrags. Das handschriftliche Testament vom 30.11.2012 war insoweit formunwirksam, als es auf den nicht handschriftlichen Vorschlag der Notarin Bezug nahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine solche Bezugnahme ist nur unsch\u00e4dlich, wenn sie lediglich der Erl\u00e4uterung bereits formg\u00fcltig angedeuteter testamentarischer Anordnungen dient. Da sich dem handschriftlichen Teil weder eine Alleinerbeneinsetzung noch der wesentliche Inhalt der Bezugnahme entnehmen lie\u00df, war das Testament insgesamt unwirksam.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-koln-beschluss-vom-06-10-2014-az-2-wx-249-14\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG K\u00f6ln \u2013 Beschluss vom 06.10.2014 \u2013 Az.: 2 Wx 249\/14<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Beschwerde des Beteiligten zu 6) gegen den Beschluss des Amtsgerichts \u2013 Nachlassgerichts \u2013 Rheinbach vom 27.06.2014, 23 VI 169\/13, wird zur\u00fcckgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Beteiligte zu 6) zu tragen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Herr N N2 (im Folgenden: Erblasser) ist am 07.03.2013 verstorben. Er war verwitwet. Seine Ehefrau B N2 ist am 03.01.1993 vorverstorben. Der Erblasser hinterlie\u00df 3 Kinder, die Beteiligten zu 2), 4) und 6), sowie 8 Enkel, die Beteiligten zu 1), 3), 5), 7), 9) bis 12). Der Erblasser errichtete 11 Verf\u00fcgungen von Todes wegen. Durch einen am 27.10.1966 mit seiner Ehefrau geschlossenen Erbvertrag \u2013 UR.Nr. XXXX\/1966 des Notars Dr. T in S \u2013 setzten sich die Eheleute gegenseitig als Erben ein (Bl. 2 f. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). In einem am 15.06. und 16.06.1990 mit seiner Ehefrau errichteten gemeinschaftlichen handschriftlichen Testament setzten die Eheleute \\\u201cnach unserer beiden Tod\\\u201c ihre 3 Kinder, die Beteiligten zu 2) , 4) und 6), als Erben zu gleichen Teilen ein und trafen umfangreiche Anordnungen bez\u00fcglich einzelner Verm\u00f6gensst\u00e4nde (Bl. 6 ff. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Sie behielten sich in dem Testament vor, dass es von jedem von ihnen jederzeit ge\u00e4ndert oder erg\u00e4nzt werden kann. Am 02.08.1992 erg\u00e4nzte der Erblasser dieses Testament. Am 03.02.1993 und am 07.10.2000 fertigte der Erblasser weitere privatschriftliche Testamente (Bl. 98, 113 d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Am 19.05.2004 schloss der Erblasser mit dem Beteiligten zu 4) einen Erbvertrag \u2013 UR.Nr. XXX\/2004 des Notars O in S -, durch den er alle fr\u00fcheren Verf\u00fcgungen von Todes wegen widerrief und ein Verm\u00e4chtnis zugunsten des Beteiligten zu 4) anordnete (Bl. 75 ff. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Durch notarielles Testament vom 07.12.2004 \u2013 UR.Nr. XXXX\/2004 des Notars O in Rheinbach \u2013 widerrief der Erblasser alle fr\u00fcheren Verf\u00fcgungen von Todes wegen mit Ausnahme des Verm\u00e4chtnisses aus dem Erbvertrag vom 19.05.2004, setzte seine 3 Kinder als Erben zu gleichen Teilen ein und ordnete Verm\u00e4chtnisse, eine Auflage und Testamentsvollstreckung an (Bl. 115 ff. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Am 07.12.2004 errichtete der Erblasser ein weiteres privatschriftliches Testament (Bl. 131 d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Am 17.12.2007 errichtete der Erblasser ein notarielles Testament (UR.Nr. XXXX\/2007 des Notars O in Rheinbach), das u.a. folgenden Inhalt hat: \\\u201c \u2026 II.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Am 19. Mai 2004 habe ich gem\u00e4\u00df A. der Urkunde, UR.Nr. XXX\/2004 des vertretenen Notars, mit meinem Sohn , Herrn K N2, einen Erbvertrag abgeschlossen, durch den ich lediglich ihm ein Verm\u00e4chtnis betreffend \u2026 ausgesetzt habe; des weiteren habe ich zwecks Ausf\u00fchrung des Verm\u00e4chtnisses Testamentsvollstreckung angeordnet. S\u00e4mtliche in dem vorgenannten Erbvertrag ( \u2026 ) enthaltenen Verf\u00fcgungen von Todes wegen, insbesondere das Verm\u00e4chtnis zugunsten meines Sohnes, Herrn K N2, best\u00e4tige ich hiermit.<\/li>\n\n\n\n<li>Alle \u00fcbrigen von mir zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt errichteten Verf\u00fcgungen von Todes wegen widerrufe ich hiermit, insbesondere das Testament, das ich am 7. Dezember 2004 zur Urkunde, UR.-Nr. XXXX\/2004 des vertretenen Notars, errichtet habe.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">III. Zu meinen Erben setze ich ein 1.- zu 1\/3 Anteil \u2013 meine Tochter, Frau B2 H \u2026 2.- zu 1\/3 Anteil \u2013 meinen Sohn Herrn Q N2 \u2026 3.- zu je 1\/12 Anteil \u2013 die vier Kinder meines Sohnes, Herrn K N2, und zwar a) D N2, \u2026 b) M N2, \u2026 c) N3 N2, \u2026 d) C N2, \u2026, gleichviel, ob und welche Pflichtteilsberechtigten bei meinem Tode vorhanden sind.\\\u201c Unter Ziffern IV. bis IX. enth\u00e4lt das Testament vom 17.12.2007 Anordnungen zu Ersatzerben (IV.) und Verm\u00e4chtnissen (V.), Pflichtteilsstrafklauseln (VI.), eine Auflage zur Grabpflege (VII.), die Anordnung der Testamentsvollstreckung (VIII.) und Schlussbestimmungen (IX.). Bez\u00fcglich der weiteren Einzelheiten wird auf den Inhalt des Testaments vom 17.12.2007 Bezug genommen (Bl. 100 ff. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Am 26.03.2009 erkl\u00e4rte der Erblasser den R\u00fccktritt von dem am 19.05.2004 mit dem Beteiligten zu 4) geschlossenen Erbvertrag (UR.Nr. XXX\/2009 des Notars O in S). Ein nur in Kopie vorliegendes eigenh\u00e4ndig geschriebenes und unterschriebenes Testament vom 12.05.2009 hat u.a. folgenden Inhalt (Bl. 129 d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach): \\\u201c \u2026 Ich habe in Rheinbach N4-weg XX ein Reihenhaus f\u00fcr 270.000 \u20ac erworben. Dieses Haus vererbe ich nach meinem Tod an meine 4 Enkelkinder D N2, M N2, N3 N2 und C N2 mit der Auflage, dass die Eheleute K N2 und seine Ehefrau B3 N2 geb. T2 in diesem Haus lebenslang ohne Miete kostenlos wohnen k\u00f6nnen. \u2026\\\u201c Am 03.12.2010 errichtete der Erblasser ein weiteres handgeschriebenes und (mehrfach) unterschriebenes Testament, das u. a. folgenden Inhalt hat (Bl. 71 d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach): \\\u201c \u2026 Q N2 bekommt das Haus in der I-gasse XX S und das Grundst\u00fcck dahinter \u2026 mit allem Drum und Dran mit Inhalt Mobiliar u.s.w. weil er sich um mich k\u00fcmmert und sorgt. Q bekommt das Gesch\u00e4ft u. Haus in S I2-Stra\u00dfe XX mit allem Drum und Dran. Das 3 Familienhaus in den G\u00e4rten 15 bekommt D N2 Tochter von K N2. Das Einfamilienhaus in den G\u00e4rten 15A bekommt M N2 Tochter von K N2. N3 und C N2 bekommen je ein Baugrundst\u00fcck in der E-Stra\u00dfe S \u2026 Weil B2 H geb. N2 sich nicht mehr um mich gek\u00fcmmert hat und von mir schon viel geerbt hat ist sie von weiteren Erben ausgeschlossen. \u2026 Sie hat ja schon viel bekommen. \u2026 PS Weil K in Insolvenz ist kann ich ihm nichts vererben, ich habe aber seine Kinder umso besser bedacht. \u2026\\\u201c Am 30.11.2012 errichtete der Erblasser ein weiteres handgeschriebenes und unterschriebenes Testament, das u. a. folgenden Inhalt hat (Bl. 66 d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach): \\\u201c \u2026 Ich war am 11. Sept. 2012 bei der Notarin Dr. Q2. Diese machte mir einen Vorschlag wie ich mein Verm\u00f6gen aufteilen soll. Diesem Vorschlag stimme ich ausdr\u00fccklich zu, ich akzeptiere diesen. Mit der Ausnahme das meine Tochter B2 H geb. N2 schon gro\u00dfen Teil meines Verm\u00f6gens bekommen hat. Genau nach den W\u00fcnschen meiner Tochter es haben wollte. Sie sich aber nicht an den Notariellen Beschluss \\\u201cVertrag\\\u201c gehalten hat. Daher steht ihr nichts mehr zu. Ihren S\u00f6hnen B4 und K2 erben die beiden Grundst\u00fccke wie Frau Q2 lt. Vorschlag vom 11. Sept. 12 vorgeschlagen hat. \u2026\\\u201c Mit Schreiben vom 09.03.2013 reichte die Notarin Dr. Q2 den Entwurf eines \u00f6ffentlichen Testaments des Erblassers, der am 27.03.2013 vom Nachlassgericht er\u00f6ffnet worden ist, sowie ein von ihr an den Erblasser gerichtetes Schreiben vom 18.11.2012 zur Akte. Bez\u00fcglich der Einzelheiten wird auf den Inhalt des Schreibens vom 09.03.2013, des Schreibens vom 18.11.2012 und des Entwurfs eines \u00f6ffentlichen Testaments Bezug genommen (Bl. 44 ff. d. Beiakte 23 IV 185\/13 des Amtsgerichts Rheinbach). Am 08.04.2013 hat der Beteiligte zu 6) zur Niederschrift des Amtsgerichts Rheinbach die Erteilung eines Erbscheins beantragt, der den Beteiligten zu 6) als Erben zu \u00bd-Anteil und die Beteiligten zu 1), 3), 5) und 7) als Erben zu je 1\/8-Anteil ausweist (Bl. 1 ff. d. A.). Diesen Antrag hat der Beteiligte zu 6) mit Schreiben vom 12.12.2013 zur\u00fcckgenommen (Bl. 43 d. A.). Er hat mit notarieller Urkunde vom 05.12.2013 (UR.Nr. XXXX\/2013 der Notarin Dr. Q2 in S) nunmehr beantragt, ihm einen Alleinerbschein zu erteilen. Bez\u00fcglich der Einzelheiten der Begr\u00fcndung wird auf den Inhalt der notariellen Urkunde Bezug genommen (Bl. 44 ff. d. A.). Die Beteiligte zu 8) ist diesem Antrag entgegengetreten. Das Amtsgericht \u2013 Nachlassgericht \u2013 Rheinbach hat den Antrag auf Erteilung eines Alleinerbscheins des Beteiligten zu 6) vom 05.12.2013 durch Beschluss vom 27.06.2014 \\\u201ckostenpflichtig\\\u201c zur\u00fcckgewiesen (Bl. 131 ff. d. A.). Zur Begr\u00fcndung hat es ausgef\u00fchrt, dass das Testament vom 30.11.2012 formnichtig sei, soweit auf einen nicht vom Erblasser handgeschriebenen Entwurf eines notariellen Testaments Bezug genommen werde. Soweit das Testament vom 30.11.2012 vom Erblasser gefertigt worden sei, sei es im Hinblick auf die Formnichtigkeit im \u00dcbrigen insgesamt gem. \u00a7 2085 BGB unwirksam. Aus den \u00fcbrigen Testamente w\u00fcrde sich eine Alleinerbenstellung des Beteiligten zu 6) nicht ergeben. Bez\u00fcglich der Einzelheiten der Begr\u00fcndung wird auf den Inhalt des Beschlusses vom 27.06.2014 Bezug genommen. Gegen diesen dem Beteiligten zu 6) am 01.07.2014 zugestellten Beschluss richtet sich seine am 01.08.2014 beim Amtsgericht Rheinbach eingegangene Beschwerde vom 31.07.2014 (Bl. 157 ff. d.A.). Der Beteiligte zu 6) beantragt,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1) den Beschluss des Amtsgerichts Rheinbach vom 27.06.2014, 23 VI 169\/13, aufzuheben und 2) das Nachlassgericht anzuweisen, dem Beteiligten zu 6) einen Erbschein zu erteilen, der bezeugt, dass der Erblasser allein von seinem Sohn Q N2 beerbt worden ist. Zur Begr\u00fcndung tr\u00e4gt der Beteiligte zu 6) vor, das Testament vom 30.11.2012 sei nicht formunwirksam. Die Auslegung dieses Testamentes und der vorangegangenen Testamente ergebe, dass er, der Beteiligte zu 6) Alleinerbe des Erblassers sei. Bez\u00fcglich der Einzelheiten der Beschwerdebegr\u00fcndung wird auf den Inhalt des Schriftsatzes vom 31.07.2014 Bezug genommen. Das Amtsgericht \u2013 Nachlassgericht \u2013 Rheinbach hat der Beschwerde durch Beschluss vom 28.08.2014 nicht abgeholfen und die Sache dem Oberlandesgericht K\u00f6ln zur Entscheidung vorgelegt (Bl. 174 d. A.). II. Die zul\u00e4ssige Beschwerde des Beteiligten zu 6) hat in der Sache keinen Erfolg. Das Nachlassgericht hat den Antrag des Beschwerdef\u00fchrers auf Erteilung eines Erbscheins, der ihn als Alleinerben ausweist, zu Recht zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Dabei ist das Nachlassgericht zun\u00e4chst zu Recht davon ausgegangen, dass den vor dem Testament vom 17.12.2007 errichteten Verf\u00fcgungen von Todes wegen keine Bedeutung mehr zukommt. Die Einsetzung seiner Ehefrau im Erbvertrag vom 27.10.1966 ist durch ihr Vorversterben gegenstandslos geworden. Die in dem gemeinschaftlichen Testament vom 15.06.1990 bzw.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">16.06.1990 getroffenen Verf\u00fcgungen waren ausdr\u00fccklich nicht wechselbez\u00fcglich und damit nicht bindend gewollt und sind daher durch die sp\u00e4teren Verf\u00fcgungen von Todes wegen, sp\u00e4testens durch das Testament vom 17.12.2007, gem. \u00a7\u00a7 2253 ff. BGB widerrufen worden. Ebenfalls gem. \u00a7\u00a7 2253 ff. BGB widerrufen wurden die Testamente des Erblassers vom 03.02.1993, 07.10.2010, 07.12.2004 und vom 03.10.2006. Der Erbvertrag vom 19.05.2004, der ohnehin f\u00fcr die Erbfolge nicht von Bedeutung ist, da er ausschlie\u00dflich ein Verm\u00e4chtnis enth\u00e4lt, ist durch R\u00fccktritt vom 26.03.2009, den sich der Erblasser vorbehalten hatte, au\u00dfer Kraft gesetzt worden (\u00a7\u00a7 2293, 2296 BGB). Unter Zugrundelegung des notariellen Testaments vom 17.12.2007 ist der Beschwerdef\u00fchrer nicht Alleinerbe des Erblassers geworden. Denn in diesem Testament hat der Erblasser ausdr\u00fccklich die Beteiligten zu 1) bis 3) sowie 5) bis 7) als seine Erben eingesetzt. Die Erbeinsetzungen durch Testament vom 17.12.2007 sind nicht durch das sp\u00e4tere Testament vom 12.05.2009 widerrufen worden. Denn durch dieses Testament hat der Erblasser lediglich Verm\u00e4chtnisse zugunsten der Beteiligten zu 1), 3), 4), 5), 7) und 8) ausgesetzt. Daf\u00fcr, dass es sich insoweit um Erbeinsetzungen handelt, weil der Erblasser das Wort \\\u201cvererben\\\u201c gew\u00e4hlt hat, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Bei der Auslegung von Testamenten ist gem. \u00a7 133 BGB nicht am buchst\u00e4blichen Sinn zu haften, sondern auf den wirklichen Willen abzustellen. Auch f\u00fcr eine Anwendung des \u00a7 2087 Abs. 1 BGB bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte. Da es sich um einen einzelnen Gegenstand handelt, ist im Zweifel vielmehr von Verm\u00e4chtnissen auszugehen. Dies kann im vorliegenden Verfahren letztlich aber offen bleiben, da der Beschwerdef\u00fchrer auch im Falle der Anwendbarkeit des \u00a7 2087 Abs. 1 BGB bez\u00fcglich der Verf\u00fcgungen im Testament vom 12.05.2009 nicht Alleinerbe des Erblassers w\u00e4re. Der Beschwerdef\u00fchrer ist auch unter weiterer Ber\u00fccksichtigung des Testamentes vom 03.12.2010 nicht Alleinerbe des Erblassers. Geht man zun\u00e4chst vom Wortlaut dieses Testaments aus, hat der Erblasser dadurch nur die Erbeinsetzung der Beteiligten zu 2) ausdr\u00fccklich gem. \u00a7\u00a7 2253, 2254 BGB widerrufen, es aber im \u00dcbrigen bei den Erbeinsetzungen der Beteiligten zu 1), 3), sowie 5) bis 7) belassen. Denn die Zuwendungen einzelner Gegenst\u00e4nde stellen grunds\u00e4tzlich gem. \u00a7 2087 Abs. 2 BGB nur Verm\u00e4chtnisse dar. Sollten allerdings die zugewandten Einzelgegenst\u00e4nde den wesentlichen Nachlass des Erblassers ausgemacht haben, so wie der Beschwerdef\u00fchrer vortr\u00e4gt, k\u00f6nnten diese Zuwendungen gem. \u00a7 2087 Abs. 1 BGB auch Erbeinsetzungen darstellen mit der Folge, dass die Einsetzungen im Testament vom 17.12.2007 gem. \u00a7\u00a7 2253, 2258 Abs. 1 BGB widerrufen worden w\u00e4ren. Dem Antrag des Beteiligten zu 6) w\u00fcrde aber auch eine solche Auslegung des Testamentes vom 03.12.2010 nicht zum Erfolg verhelfen. Denn in diesem Fall w\u00e4ren neben dem Beschwerdef\u00fchrer immer noch die Beteiligten zu 1), 3), 5) und 7) ebenfalls Erben des Erblassers. Au\u00dfer dem Umstand, dass die Beteiligte zu 2) nun nicht mehr erbt (\u00a7 1938 BGB), w\u00fcrde sich abweichend vom Testament vom 17.12.2007 nur die H\u00f6he der Bruchteile der Erben nach dem Wert der durch Testament vom 03.12.2010 zugewandten Einzelgegenst\u00e4nde im Verh\u00e4ltnis zum Gesamtwert des Nachlasses richten. Es kann daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren offen bleiben, ob sich die Erbfolge nach dem Testament vom 17.12.2007 oder nach dem Testament vom 03.12.2010 richtet. Alleinerbe \u2013 wie beantragt \u2013 ist der Beschwerdef\u00fchrer jedenfalls nicht. Alleinerbe ist der Beschwerdef\u00fchrer auch nicht unter weiterer Ber\u00fccksichtigung des Testamentes vom 30.11.2012. Dieses Testament ist nicht wirksam errichtet worden. Soweit der Erblasser in dem Testament vom 30.11.2012 erkl\u00e4rt hat, dass ihm die Notarin Dr. Q2 einen Vorschlag gemacht habe, wie er sein Verm\u00f6gen aufteilen solle, und er diesem Vorschlag zustimme und ihn akzeptiere, entspricht das Testament nicht der Form des \u00a7 2247 BGB, so dass es gem. \u00a7 125 BGB nichtig ist. Denn der Erblasser nimmt damit Bezug auf ein nicht von ihm mit der Hand geschriebenes Schriftst\u00fcck. In einem eigenh\u00e4ndigen Testament kann nicht auf ein mit einer Maschine (Schreibmaschine, Computer, Drucker) geschriebenes Schriftst\u00fcck Bezug genommen werden (BGH Rpfleger 1980, 337; BayObLGZ 1979, 215, 218; BayObLG NJW-RR 1990, 1482 jeweils m.w.N.; Staudinger\/Baumann, BGB, Neubearbeitung 2012, \u00a7 2247 Rn. 71 ff.; Palandt\/Weidlich, BGB, 72. Aufl. 2013, \u00a7 2247 Rn. 8), da der Erblasser hinsichtlich des Inhalts seiner letztwilligen Verf\u00fcgung nur auf eigenh\u00e4ndig von ihm geschriebene Schriftst\u00fccke oder auf \u00f6ffentliche Testamente Bezug nehmen kann (BayObLG NJW-RR 1990, 1481, 1482; OLG Hamm NJW-RR 1991, 1352, 1353 jeweils m.w.N.). Die Bezugnahme auf ein nicht in Testamentsform abgefasstes Schriftst\u00fcck ist nur dann unsch\u00e4dlich, wenn sie lediglich der n\u00e4heren Erl\u00e4uterung testamentarischer Bestimmungen dient, weil es sich dann nur um die Auslegung des bereits formg\u00fcltig erkl\u00e4rten, andeutungsweise erkennbaren Willens handelt (Palandt\/Weidlich, a.a.O.; Staudinger\/Baumann, a.a.O., BGH Rpfleger 1980, 337; OLG Zweibr\u00fccken FamRZ 1989, 900; OLG Hamm FamRZ 2006, 1484; OLG M\u00fcnchen FamRZ 2009, 372). Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass Verf\u00fcgungen von Todes wegen dem Formzwang unterliegen mit der Folge, dass der ermittelte wirkliche Wille des Erblassers formnichtig erkl\u00e4rt ist (\u00a7 125 BGB), wenn er im Testament selbst nicht wenigstens einen unvollkommenen Ausdruck gefunden hat, indem er dort zumindest vage oder versteckt angedeutet ist (Palandt\/Weidlich, a.a.O., \u00a7 2084 Rn. 4; BGHZ 86, 41). Ein Wille des Erblassers, den Beteiligten zu 6) als seinen Alleinerben einzusetzen, findet sich indes in dem vom Erblasser geschriebenen Teil des Testaments vom 30.11.2012 auch nicht andeutungsweise. Es klingt in der formgerechten Erkl\u00e4rung weder an, was in der in Bezug genommenen Erkl\u00e4rung verf\u00fcgt worden sein soll, Erbeinsetzungen, Verm\u00e4chtnisse, Auflagen oder anderes, noch ist andeutungsweise erkennbar, zu wessen Gunsten verf\u00fcgt worden sein soll. Es ist allein erkennbar, dass er seine Tochter, die Beteiligte zu 2), wie schon im Testament vom 03.12.2010 verf\u00fcgt, enterben und ihren S\u00f6hnen, den Beteiligten zu 9) und 12), 2 Grundst\u00fccke zuwenden will. Der weitere Inhalt des in Bezug genommenen formunwirksamen Vorschlags der Notarin Dr. Q2 ist dagegen nicht andeutungsweise aus dem vom Erblasser handgeschriebenen Teil des Testaments vom 30.11.2012 zu entnehmen. Es kommt daher nicht darauf an, ob das, was die Notarin mit Schreiben vom 18.11.2013 zusammengefasst hat und was Inhalt ihres Entwurfs eines weiteren notariellen Testamentes des Erblassers war, dem Willen des Erblassers entsprach. Denn dieser \u2013 etwaige \u2013 Wille des Erblassers ist nicht formwirksam erkl\u00e4rt worden. Es bedarf zu dieser Frage daher nicht der Vernehmung der Notarin als Zeugin. Es ist auch unerheblich, dass der Erblasser Teile der in Bezug genommenen formunwirksamen Erkl\u00e4rung mit handgeschriebenen Vermerken versehen hat. Denn diesen Vermerken kommt kein weiterer \u00fcber den handgeschriebenen Teil hinausgehender Bedeutungswert zu. Zudem fehlt es an der gem. \u00a7 2247 BGB erforderlichen Unterschrift des Erblassers. Das Testament vom 30.11.2012 ist wegen dieses Formmangels gem\u00e4\u00df \u00a7 2085 BGB insgesamt unwirksam, d. h. nicht nur bez\u00fcglich des Teils, der in Bezug genommen worden ist, sondern auch bez\u00fcglich des Teils, der vom Erblasser pers\u00f6nlich handschriftlich gefertigt und unterschrieben worden ist. Denn der in Bezug genommene formunwirksame Teil enthielt die wesentlichen Verf\u00fcgungen des Erblassers, w\u00e4hrend der von ihm gefertigte handgeschriebene Teil blo\u00dfe Erg\u00e4nzungen beinhaltet. Es ist davon auszugehen, dass der Erblasser dieses Testament nur als Ganzes gewollt h\u00e4tte. Insoweit kann auf die \u00fcberzeugende Begr\u00fcndung des Amtsgerichts Rheinbach in seinem Beschluss vom 26.06.2014 Bezug genommen werden. Es bleibt daher dabei, dass sich die Erbfolge entweder nach dem Testament vom 17.12.2007 oder dem Testament vom 03.12.2010 richtet (s.o.). Selbst bei einer unterstellten Wirksamkeit des vom Erblasser geschriebenen und unterschriebenen Teils des Testamentes vom 30.11.2012 h\u00e4tte der Antrag des Beschwerdef\u00fchrers auf Erteilung eines Alleinerbscheins keinen Erfolg. Die Enterbung der Beteiligten zu 2) hatte der Erblasser bereits in seiner Verf\u00fcgung vom 03.12.2010 angeordnet. Dass der Erblasser den Beteiligten zu 9) und 12) zwei Grundst\u00fccke zukommen lassen wollte, ist im vorliegenden Verfahren ebenfalls unerheblich. Es kann daher auch offen bleiben, ob es sich insoweit um Verm\u00e4chtnisse (\u00a7 2087 Abs.2 BGB) oder im Hinblick auf den Wert der Einzelgegenst\u00e4nde um Erbeinsetzungen (\u00a7 2087 Abs. 1 BGB) handeln sollte. Es kann auch offen bleiben, ob in dem handgeschriebenen Teil des Testaments vom 30.11.2012 anklingt, dass der Erblasser mit dieser Verf\u00fcgung alle fr\u00fcheren Verf\u00fcgungen bis auf die Enterbungen der Beteiligten zu 2) und 4) widerrufen wollte \u2013 so der Vortrag des Beschwerdef\u00fchrers \u2013 mit der Folge, dass im \u00dcbrigen die gesetzliche Erbfolge eingreifen w\u00fcrde. Denn auch unter Anwendung der gesetzlichen Erbfolge w\u00e4re der Beschwerdef\u00fchrer selbst dann nicht Alleinerbe des Erblassers, wenn er seine beiden anderen Kinder, die Beteiligten zu 2) und 4), enterbt h\u00e4tte. Denn in diesem Fall w\u00fcrden die jeweiligen Kinder der Beteiligten zu 2) und 4), die Beteiligten zu 1), 3), 5), 7), 9) und 12), gem. \u00a7 1924 Abs. 1 und 3 BGB an deren Stelle treten. Die Enterbung eines Verwandten der ersten drei Ordnungen erstreckt sich in der Regel nicht auf dessen Abk\u00f6mmlinge; diese treten vielmehr an die Stelle des Ausgeschlossenen gem. \u00a7\u00a7 1924 Abs. 3, 1925 Abs. 3, 1926 Abs. 3 BGB, wenn nicht dem Testament im Weg der Auslegung ein anderer Wille des Erblassers zu entnehmen ist (BGH JZ 1959, 444; BayObLG FamRZ 1989, 1006; M\u00fcKo-BGB\/Leipold, 6. Aufl. 2013, \u00a7 1938 Rn. 4, 8; Palandt\/Weidlich, BGB, 72. Aufl. 2013, \u00a7 1938 Rn. 3). Dass der Erblasser auch die Kinder der Beteiligten zu 2) und 4) ausschlie\u00dfen wollte, d. h. die gesamten St\u00e4mme, ist indes nicht anzunehmen. Vielmehr sprechen insbesondere die Testamente vom 17.12.2007, 03.12.2010, aber auch der handschriftliche Teil des Testamentes vom 30.11.2012 gegen eine solche Auslegung, da der Erblasser gerade in diesen Testamenten anstelle der Beteiligten zu 2) und 4) deren Kinder bedacht hat.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Beschwerde hat auch bez\u00fcglich der Kostenentscheidung keinen Erfolg. Zwar ist die Formulierung \\\u201ckostenpflichtig\\\u201c im Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit untunlich, weil sie den Eindruck vermittelt, die Zur\u00fcckweisung des Antrags habe entgegen \u00a7 81 FamFG zwingend zur Folge, dass die Gerichtskosten und die entstandenen au\u00dfergerichtlichen Kosten der Beteiligten vom Antragsteller zu tragen sind. Im vorliegenden Fall entspricht es jedoch billigem Ermessen, die Kosten des Erbscheinsverfahrens gem.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 81 Abs. 1 S. 1 FamFG dem Beschwerdef\u00fchrer aufzuerlegen. Hierf\u00fcr spricht, dass der Beschwerdef\u00fchrer mit seinem Antrag auf Erteilung eines Alleinerbscheins unterlegen ist. \u00a7 81 Abs. 1 S. 1 FamFG stellt zwar im Gegensatz zum starren Erfolgsprinzip des \u00a7 91 ZPO auf \\\u201cbilliges Ermessen\\\u201c ab. Die Gesetzesbegr\u00fcndung betont allerdings die st\u00e4rkere Ankn\u00fcpfung an die Kostenregeln des Zivilprozessrechts. Es ist daher anders als fr\u00fcher unter der Geltung des \u00a7 13a Abs. 1 S. 1 FGG und \u2013 entgegen der Auffassung des Beschwerdef\u00fchrers \u2013 nicht mehr die Grundregel, dass im Verfahren nach dem FamFG jeder Beteiligte seine au\u00dfergerichtlichen Kosten selbst zu tragen hat (st\u00e4ndige Rechtsprechung des Senats, vgl. etwa Beschl. vom 22.03.2013 \u2013 2 Wx 74\/13; Beschl. vom 13.05.2013 \u2013 2 Wx 147\/13; Beschl. vom 04.06.2013 \u2013 2 Wx 157\/13; ebenso OLG D\u00fcsseldorf FGPrax 2011, 207 [juris-Rz. 12]; OLG M\u00fcnchen FamRZ 2012, 1895; [juris-Rz. 8]; Keidel\/Zimmermann, FamFG, 18. Aufl. 2014, \u00a7 81 Rn. 44). Vielmehr kn\u00fcpft die Anordnung der Kostenerstattung allgemein an das Ergebnis einer stets erforderlichen Billigkeitsabw\u00e4gung an, ohne dass es erforderlich ist, die H\u00fcrde einer Regelwirkung zu \u00fcberwinden. So kann auch die Frage des ObTs oder Unterliegens von ma\u00dfgeblicher Bedeutung sein. Ihr ist umso gr\u00f6\u00dferes Gewicht beizumessen, je eher ein Verfahren einem Streitverfahren nach der ZPO \u00e4hnelt (OLG M\u00fcnchen, a.a.O.; OLG Saarbr\u00fccken, FGPrax 2010, 270 [juris-Rz. 12]; Keidel\/Zimmermann, aaO, Rn. 46, \u00a7 83 Rn. 19). Das Nachlassgericht hat daher zu Recht darauf abgestellt, dass der Beschwerdef\u00fchrer mit seinem Antrag unterlegen ist. III. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 84 FamFG. Die Rechtsbeschwerde ist nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen nicht vorliegen (\u00a7 70 Abs. 2 FamFG). Gesch\u00e4ftswert des Beschwerdeverfahrens: 1.130.000,00 \u20ac (\u00a7 40 Abs. 1 GNotKG) Die Festsetzung des Gesch\u00e4ftswertes beruht auf den Angaben des Notars O vom 21.02.2005 anl\u00e4sslich der Beantragung der amtlichen Verwahrung des notariellen Testamentes vom 07.12.2004 (Bl. 39 d. Beiakte 23 IV 185\/13). IV. Auch wenn es f\u00fcr das vorliegende Verfahren unerheblich ist, weist der Senat im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Verfahren darauf hin, dass Personen, die im Rubrum als Beteiligte aufgef\u00fchrt sind, auch tats\u00e4chlich zu beteiligen sind. Die \u2013 m\u00f6glicherweise durch ein Textverarbeitungsprogramm vorgegebene \u2013 Bezeichnung der Beteiligten als \\\u201cErben\\\u201c ist jedenfalls dann zu vermeiden, wenn die tats\u00e4chlichen Erben noch nicht durch die Erteilung eines Erbscheins festgestellt worden sind. Die Bezeichnung der Beteiligten als \\\u201cVerm\u00e4chtnisnehmer\\\u201c liegt im Verfahren auf Erteilung eines Erbscheins neben der Sache.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id5158_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane5158_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Darf ein handschriftliches Testament auf einen maschinengeschriebenen Entwurf verweisen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich nicht, wenn der wesentliche Inhalt des letzten Willens erst aus dem maschinengeschriebenen Entwurf hervorgeht. Ein eigenh\u00e4ndiges Testament muss den entscheidenden testamentarischen Willen selbst erkennen lassen. Sonst droht Formnichtigkeit.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane5158_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Wann kann ein fremdes Schriftst\u00fcck zur Auslegung herangezogen werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein fremdes oder maschinengeschriebenes Schriftst\u00fcck kann nur helfen, wenn der Wille im handschriftlichen Testament bereits wenigstens angedeutet ist. Dann darf es der n\u00e4heren Erl\u00e4uterung dienen. Fehlt diese Andeutung, kann es den Formmangel nicht heilen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane5158_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war das Testament vom 30.11.2012 unwirksam?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der handschriftliche Teil verwies auf einen Vorschlag der Notarin, enthielt aber selbst keine ausreichende Erbeinsetzung. Es war nicht erkennbar, welche wesentlichen Verf\u00fcgungen getroffen werden sollten. Deshalb war der ma\u00dfgebliche Wille nicht formwirksam erkl\u00e4rt.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane5158_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Kann ein Testament teilweise wirksam bleiben?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, das ist grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich. Im entschiedenen Fall war das Testament aber insgesamt unwirksam, weil der formunwirksame Teil die wesentlichen Verf\u00fcgungen enthielt. Der handschriftliche Teil war nach Ansicht des Gerichts nur erg\u00e4nzend.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane5158_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Was bedeutet die Entscheidung f\u00fcr eigenh\u00e4ndige Testamente?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ein eigenh\u00e4ndiges Testament errichtet, sollte alle wesentlichen Verf\u00fcgungen vollst\u00e4ndig handschriftlich niederlegen und unterschreiben. Blo\u00dfe Verweise auf Entw\u00fcrfe, Listen oder Computerausdrucke sind gef\u00e4hrlich. Besonders Erbeinsetzungen sollten eindeutig im Testament selbst stehen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image5158_2f56b2-1c .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id5158_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id5158_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id5158_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-bottom:5px solid 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Der Erblasser hatte formwirksam ein handschriftliches Testament errichtet, mit dem er inhaltlich auf den Entwurf eines notariellen Testamentes verwies. Dem handschriftlichen Testament war allerdings eine Erbeneinsetzung nicht zu entnehmen. Diese ergab sich erst aus dem Entwurf des notariellen Testamentes.<br \/>\nGest\u00fctzt auf die beiden Teile der letztwilligen Verf\u00fcgung des Erblassers wurde die Erteilung eines Alleinerbscheins beantragt. Der Antrag wurde vom Nachlassgericht mit Hinweis darauf zur\u00fcckgewiesen, dass sich die Alleinerbenstellung des Antragstellers nicht aus dem handschriftlichen Teil des Testamentes ergibt. Gegen die Entscheidung des Nachlassgerichtes, den beantragten Erbschein nicht zu erteilen, erhob der Antragsteller beim OLG K\u00f6ln Beschwerde.<br \/>\nDas OLG K\u00f6ln half der Beschwerde nicht ab. Das OLG K\u00f6ln kam vielmehr zu dem Ergebnis, dass durch die Verweisung im handschriftlichen Testament auf den maschinengeschriebenen Teil die gesamte letztwillige Verf\u00fcgung des Erblassers unwirksam ist. Das Gericht begr\u00fcndet diese Entscheidung damit, dass dem handschriftlichen Teil des Testamentes die Erbeneinsetzung nicht entnommen werden kann. Der formunwirksame maschinengeschriebenen Teil kann nur dann im Rahmen der Auslegung herangezogen werden, wenn sich aus dem formwirksam Teil des Testamentes Anhaltspunkte f\u00fcr den letzten Willen des Erblassers ergeben. Da dies vorliegend nicht der Fall war, kommt dem maschinengeschriebenen Teil auch im Wege der Auslegung keine Bedeutung zu. Aufgrund des Umstandes, dass dem handschriftlichen Teil des Testamentes keine Anordnungen hinsichtlich der Erbfolge zu entnehmen sind, kommt das Gericht zum Ergebnis, dass die letztwillige Verf\u00fcgung des Erblassers im Ganzen unwirksam ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"qubely_global_settings":"","qubely_interactions":"","_uag_custom_page_level_css":"","advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"categories":[13,19,41],"tags":[],"class_list":["post-5158","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erbrecht","category-erbschein","category-testament"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"acf":[],"qubely_featured_image_url":null,"qubely_author":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"qubely_comment":0,"qubely_category":"<a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=13\" rel=\"category\">Erbrecht<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=19\" rel=\"category\">Erbschein<\/a> <a href=\"https:\/\/ra-balg.de\/?cat=41\" rel=\"category\">Testament<\/a>","qubely_excerpt":"Die Entscheidung des OLG K\u00f6ln besch\u00e4ftigt sich mit einem Testament, das aus 2 Teilen bestand. 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