{"id":8739,"date":"2026-06-10T14:28:40","date_gmt":"2026-06-10T14:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-vorerbschaft-nacherbschaft-wohnungszuweisung-die-anordnung-einer-sogenannten-gestreckten-wohnungszuweisung-kann-als-vor-und-nacherbschaft-ausgelegt-werden\/"},"modified":"2026-07-01T14:30:17","modified_gmt":"2026-07-01T14:30:17","slug":"erbrecht-vorerbschaft-nacherbschaft-wohnungszuweisung-die-anordnung-einer-sogenannten-gestreckten-wohnungszuweisung-kann-als-vor-und-nacherbschaft-ausgelegt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=8739","title":{"rendered":"Erbrecht | Vorerbschaft Nacherbschaft Wohnungszuweisung | Die Anordnung einer sogenannten gestreckten Wohnungszuweisung kann als Vor- und Nacherbschaft ausgelegt werden"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-schleswig-beschluss-vom-23-01-2015-az-3-wx-110-14-wohnungszuweisung-kann-nacherbschaft-begrunden\" class=\"wp-block-heading\">OLG Schleswig \u2013 Beschluss vom 23.01.2015 \u2013 Az. 3 Wx 110\/14: Wohnungszuweisung kann Nacherbschaft begr\u00fcnden<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image8739_6f25f3-ce size-full advgb-dyn-bcd55f16\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gestreckte Wohnungszuweisung in einem Ehegattentestament kann als Anordnung von Vor- und Nacherbschaft auszulegen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das OLG Schleswig stellt klar, dass es nicht auf die Verwendung juristischer Begriffe wie \u201eVorerbe\u201c oder \u201eNacherbe\u201c ankommt. Entscheidend ist, ob die Erblasser erkennbar wollten, dass der wesentliche Nachlass zun\u00e4chst den Kindern und nach deren Tod bestimmten weiteren Personen zuf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eheleute hatten ein gemeinschaftliches Testament errichtet, das sie selbst als \u201eBerliner Testament\u201c bezeichneten. Darin regelten sie, dass nach dem Tod des L\u00e4ngstlebenden ihre beiden Kinder das Erbe erhalten sollten; das Haus mit zwei Wohnungen sollte dabei jeweils einem Kind zugeordnet sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich bestimmten sie, dass nach dem Tod eines Sohnes dessen Tochter die Wohnung erhalten sollte und nach dem Tod des anderen Sohnes drei Cousinen in Amerika dessen Haush\u00e4lfte bekommen sollten. Einer der S\u00f6hne beantragte sp\u00e4ter einen Erbschein, der ihn und den anderen Sohn als unbeschr\u00e4nkte Erben zu je 1\/2 ausweisen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG Schleswig best\u00e4tigte die Ablehnung des Erbscheinsantrags. Nach Auslegung des Testaments waren die beiden S\u00f6hne nicht unbeschr\u00e4nkte Schlusserben, sondern lediglich Vorerben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht grenzte die Regelung von einem Nachverm\u00e4chtnis, einer Auflage und einem blo\u00dfen unverbindlichen Wunsch ab. Weil das Haus den wesentlichen Nachlass bildete und die Erblasser konkret festgelegt hatten, wer nach dem Tod der S\u00f6hne beg\u00fcnstigt sein sollte, lag eine Vor- und Nacherbfolge nahe.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-schleswig-beschluss-vom-23-01-2015-az-3-wx-110-14\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG Schleswig \u2013 Beschluss vom 23.01.2015 \u2013 Az.: 3 Wx 110\/14<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Auslegung der Erbeinsetzung nach dem L\u00e4ngstlebenden in einem privatschriftlichen Ehegattentestament als Anordnung einer Vor- und Nacherbfolge kommt gerade dann in Betracht, wenn der Grundbesitz den wesentlichen Nachlass ausmacht und dieser Grundbesitz nach dem Willen der Eheleute nach dem Tod ihrer als Erben des L\u00e4ngstlebenden eingesetzten Kinder auf dritte Verwandte \u00fcbergehen soll.(Rn.19)<\/li>\n\n\n\n<li>Zur Abgrenzung der Anordnung von Vor- und Nacherbfolge von einem Nachverm\u00e4chtnis gem\u00e4\u00df \u00a7 2177 BGB, einer Auflage gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 1940, 2192 ff BGB und einem blo\u00dfen unverbindlichen Wunsch der Erblasser.(Rn.20)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Der am 25. Mai 2014 verstorbene Erblasser unterschrieb am 6. Oktober 2003 ein im \u00dcbrigen offensichtlich von seiner 2004 vorverstorbenen Ehefrau handschriftlich geschriebenes und ebenfalls am 6. Oktober 2003 unterschriebenes Testament mit folgendem Inhalt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMein Berliner Testament . Ich schreibe also das Testament neu, weil ich alleine im Grundbuch eingetragen bin u. mein Mann nicht. Es gilt aber lang lebe, lang erbe. Er hat nach meinem Tode alles geerbt. Die Kinder bekommen nach seinem Tode das Erbe. \u2013 Eher nicht. Das Haus hat 2 Wohnungen, f\u00fcr jedes Kind eine Wohnung. Meine Kinder sind A( ) geb. ( ) B( ).geb. ( ) Ich m\u00f6chte, das seine Tochter ( ) geb. ( ) von B nach seinem Tode die Wohnung bekommt u. nicht seine Frau. Es ist in meinem Sinne, das meine leibliche Enkeltochter die Wohnung bekommt und nicht seine Frau, die erst kurzfristig mein Sohn geheiratet hat. Wenn A stirbt, m\u00f6chte ich das meine Cousinen in Amerika seine Haush\u00e4lfte bekommen. \u2013 C( ) D( ) E( ). P.S. Mein Mann ist geboren am 4.2.27. Geschrieben am 6.10.03 und Unterschrift (Ehefrau) (Ehemann) 6.10.03 PS: Das Erbe mu\u00df aber in Deutschland bleiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Testament hatten der Erblasser und seine Frau gemeinsam am 6. November 2003 als gemeinschaftliches Testament bei dem Amtsgericht Elmshorn in einem Umschlag mit der Aufschrift \u201eUnser Testament\u201c und darunter ihren beiden Unterschriften nebst Datum \u201e6.10.03\u201c zur Aufbewahrung gegeben. Der Beteilige zu 1) beantragte unter dem 13. Juni 2014 die Erteilung eines Erbscheins, wonach der Erblasser aufgrund des zitierten Testaments von ihm und dem Beteiligten zu 2) zu je 1\/2 des Nachlasses beerbt worden sei. Auf den Hinweis des Amtsgerichts, es d\u00fcrfte in dem zitierten Testament die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft zu sehen sein, f\u00fchrte der Beteiligte zu 1) aus, eine solche lasse sich dem Testament nicht entnehmen. Die Formulierung wegen seiner Tochter bzw. der drei Cousinen in Amerika stelle lediglich einen Wunsch der Erblasser dar, indes keine verbindliche Anordnung. Zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung m\u00f6ge die Ehefrau des Beteiligten zu 1) noch als Familienfremde angesehen worden sein, bei Tod des Erblassers sei er \u2013 der Beteiligte zu 1) \u2013 indes mit ihr zw\u00f6lf Jahre verheiratet gewesen. Auch der Beteiligte zu 2) sei im Jahre 2003 erst kurz \u2013 zwei Jahre \u2013 verheiratet und die Ehe zu diesem Zeitpunkt kinderlos gewesen. Auch diese Ehe dauere noch an. Bei Testamentserrichtung sei nicht absehbar gewesen, dass der Beteiligte zu 2) kinderlos bleiben w\u00fcrde. Es spreche jedenfalls alles dagegen, dass die Erblasser Nacherbschaft f\u00fcr Cousinen, die in Amerika leben w\u00fcrden, angeordnet h\u00e4tte und dies etwa auch f\u00fcr den Fall gelten sollte, dass noch Enkel geboren w\u00fcrden. Rechtlich komme eine Nacherbschaft deshalb nicht in Betracht, weil eine Nacherbschaft nicht in einzelne Gegenst\u00e4nde angeordnet werden k\u00f6nne. Weiter sei zu bedenken, dass der Erblasser keine Wohnungen hinterlassen habe. Das im Testament genannte Grundverm\u00f6gen \u2013 das einzige Grundverm\u00f6gen \u2013 bestehe aus zwei Flurst\u00fccken, die mit gesonderten Nummern im Bestandsverzeichnis verzeichnet seien. Tats\u00e4chlich handele es sich aber der Sache nach um ein Grundst\u00fcck mit Garten und bebaut mit einem Wohnhaus, das nicht in Wohnungseigentum aufgeteilt sei. Es w\u00fcrden sich in dem Haus zwar zwei abgeschlossene Wohnungen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe befinden, f\u00fcr die aber keine gesonderten Grundbuchbl\u00e4tter gebildet worden seien. Der Beteiligte zu 1) gab auf Nachfrage des Amtsgerichts an, der Wert des Nachlasses bestehe nahezu ausschlie\u00dflich aus diesem Grundverm\u00f6gen. Mit Beschluss vom 12. September 2014 hat das Amtsgericht den Antrag auf Erteilung eines Erbscheins abgelehnt und zur Begr\u00fcndung ausgef\u00fchrt, nach der allein m\u00f6glichen Auslegung des Testaments h\u00e4tten die Erblasser eine Nacherbschaft im Sinne von \u00a7 2100 BGB angeordnet, auch wenn der Begriff dort nicht verwendet worden sei. Die Erblasser h\u00e4tten sicherstellen wollen, dass die Erbschaft von den Erben nicht nach deren Willen frei weiter vererbt werden d\u00fcrfe. Die Erblasser h\u00e4tten selbst die Nacherben bereits bestimmen wollen. Insoweit handele es sich nicht um eine Auflage im Sinne von \u00a7 2192 BGB. Hier sei von den Erblassern nicht gewollt gewesen, dass die beiden S\u00f6hne die volle und alleinige Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber den Nachlass und die weiter genannten Beg\u00fcnstigten nur einen schuldrechtlichen Anspruch gegen sie h\u00e4tten haben sollen. Vielmehr sei durch die genaue Festlegung der weiter beg\u00fcnstigten Personen und die Ankn\u00fcpfung an den Umstand, dass diese Beg\u00fcnstigten die jeweilige Wohnung nach dem Tode der Erben erhalten sollten, verdeutlicht worden, dass insoweit gerade keine Verf\u00fcgungsgewalt bei den Erben liegen sollte. Ein schuldrechtlicher Anspruch der Endbeg\u00fcnstigten aus einer Auflage w\u00fcrde ins Leere gehen, wenn die Erben sie etwa bis zu ihrem Tod nicht befolgen und kein eigenes Testament mit entsprechender Bestimmung erstellen oder dieses \u00e4ndern w\u00fcrden. Eine Klage der Letztbeg\u00fcnstigte w\u00e4re dann nicht m\u00f6glich und der Wille der Erblasser umgangen. Es liege insoweit auch nicht etwa nur ein unverbindlicher Wunsch der Erblasser vor. Die Erblasser h\u00e4tten schon durch die Verwendung der \u00dcberschrift \u201eBerliner Testament\u201c deutlich gemacht, dass sie bindende Regelungen \u00fcber ihr Erbe h\u00e4tten treffen wollen. Was die Ausschlie\u00dfung der Schwiegertochter angehe, ergebe sich aus dem Testament kein Hinweis darauf, dass dies hinf\u00e4llig sein solle, wenn die Ehe des Beteiligten zu 1) eine Zeitlang bestehen solle. Das gleiche gelte f\u00fcr die Beg\u00fcnstigung der Cousinen hinsichtlich der Ehe des Beteiligten zu 2). Soweit es kein Wohnungseigentum gebe, sei die Verwendung des Begriffes \u201eWohnung\u201c in dem Testament dahin auszulegen, dass der vorhandene Grundbesitz vererbt werden solle. Deshalb scheide die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft nicht etwa aus, denn der Grundbesitz, \u00fcber den verf\u00fcgt worden sei, stelle den wesentlichen Teil des Verm\u00f6gens dar. Gegen diesen, dem Verfahrensbevollm\u00e4chtigten des Beteiligten zu 1) am 18. September 2014 zugestellten Beschluss haben der Beteiligte zu 2) am 10. Oktober 2014 und der Beteiligte zu 1) am 16. Oktober 2014 Beschwerde eingelegt. Der Beteiligte zu 1) macht geltend: F\u00fcr die Auslegung des Testamentes sei zu bedenken, dass der Erblasser keine Wohnungen hinterlassen habe, sondern nur das im Grundbuch von E( ) Blatt ( ) eingetragene Grundverm\u00f6gen, das mit einem nicht in Wohnungseigentum aufgeteiltem Wohnhaus bebaut sei. Dort gebe es zwar neben den von den Erblassern bewohnten Wohnr\u00e4umen noch eine weitgehend abgeschlossene Wohnung, die fr\u00fcher er, der Beteiligte zu 1), bewohnt habe. Diese Wohnung sei nach seinem Auszug aber nicht weiter vermietet worden, weil sie nach Auffassung der Erblasser offenbar keine abgeschlossene, zur Vermietung an fremde Personen geeignete Wohnung darstelle. Gem\u00e4\u00df dem Wortlaut des Testaments h\u00e4tten die Kinder nach dem Tod des L\u00e4ngstlebenden vom Letztversterbenden \u201edas Erbe\u201c bekommen sollen und mithin alles erben sollen. Insoweit sei es nur der Wunsch der Erblasser gewesen, dass die beiden S\u00f6hne das Haus behalten sollten und nach ihren Vorstellung das Grundverm\u00f6gen in Wohnungseigentum aufteilen sollten. Rechtlich verbindlich angeordnet worden sei das ebensowenig, wie die weiter ge\u00e4u\u00dferten W\u00fcnsche dahingehend, dass die Tochter des Beteiligten zu 1) nach dessen Tod und die Cousinen nach dem Tod des Beteiligten zu 2) die jeweils den Beteiligten zugewiesenen Wohnungen bekommen sollten. Insoweit d\u00fcrfte die Erben aus dem Testament keine Verpflichtung treffen, diesen Wunsch auch umzusetzen. Eine Nacherbfolge in einzelne Gegenst\u00e4nde k\u00f6nne wirksam nicht angeordnet werden. Es liege mithin nur ein unverbindlicher Wunsch vor, ebenso wie der nach der Unterschrift der Erblasser zu lesende und mit \u201eP.S.\u201c gekennzeichnete weitere Wunsch \u201edas Erbe muss aber in Deutschland bleiben\u201c. Der Beteiligte zu 2) begr\u00fcndet seine Beschwerde wie folgt: Es m\u00fcsse ber\u00fccksichtigt werden, dass das Testament von zwei juristischen Laien erstellt worden sei. Bei dem in dem Testament genannten Grundbesitz mit den zwei Wohnungen handele es sich um ein einheitliches Objekt, das rechtlich nicht voneinander getrennt und losgel\u00f6st voneinander vererbt werden k\u00f6nne. Insoweit sei zu erkennen, dass die Erblasser keine genaue Vorstellung von der rechtlichen Situation gehabt h\u00e4tten. Die Vorstellung, dass jede der Wohnungen quasi ein getrenntes Schicksal nehmen solle, sei rechtlich nicht zutreffend. In rechtlicher Hinsicht k\u00f6nnten die beiden S\u00f6hne lediglich eine Erbengemeinschaft bilden, da es um ein einheitliches Grundst\u00fccke gehe. Es entspreche offensichtlich auch nicht dem Willen der Erblasser, dass die Tochter ( ) des Beteiligten zu 1) und die amerikanischen Cousinen in einer Erbengemeinschaft vereinigt werden sollten. Dem Testament seien keine Regelungen f\u00fcr den Fall zu entnehmen, dass der Beteiligte zu 2) noch Abk\u00f6mmlinge bekomme oder adoptiere. Es sei aber lebensfremd davon auszugehen, die Eltern h\u00e4tten den Anteil des Beteiligten zu 2) entfernten Verwandten in Amerika zukommen lassen wollen, obwohl der Sohn m\u00f6glicherweise noch eigene leibliche oder adoptierte Abk\u00f6mmlinge haben w\u00fcrde. H\u00e4tten die Eltern gewusst, welche Konsequenzen die vom Gericht nunmehr angenommene Vor- und Nacherbschaft im Hinblick auf die Bindung der Kinder h\u00e4tten, n\u00e4mlich dahingehend, dass sie das Haus nur gemeinsam nutzen k\u00f6nnten ohne es jedoch ver\u00e4u\u00dfern zu d\u00fcrfen, liege auf der Hand, dass eine solche Anordnung einer Vor- und Nachherrschaft nicht in ihrem Interesse gewesen w\u00e4re. Zudem h\u00e4tten die Eltern um den Zustand des Hauses \u2013 ein \u00e4lteres Haus, das im vorderen Bereich einen Altbau habe, an das die zweite Wohnung angebaut worden sei \u2013 gewusst und auch gewusst, dass dieses Haus ohne Investitionen gar nicht nutzbar gewesen sei, weder f\u00fcr eigene Zwecke noch f\u00fcr eine Vermietung. Wenn aber die Beteiligten \u00fcber die Vor- und Nacherbschaft gebunden seien, mache es \u00fcberhaupt keinen Sinn, dort Gelder zu investieren. Das aber k\u00f6nne nicht ernsthaft im Interesse der Eltern gewesen sein. Deshalb k\u00f6nne die Auslegung nur ergeben, dass die Kinder als Schlusserben mit allen rechtlichen Konsequenzen und juristischen M\u00f6glichkeiten anzusehen seien. Zu ber\u00fccksichtigen sei, dass eine Vor- und Nacherbschaft nicht an einzelnen Gegenst\u00e4nden vorgenommen werden k\u00f6nne. Eine rechtlich richtige Regelung \u00fcber Verm\u00e4chtnisse sei gerade nicht erfolgt. Wenn aber doch eine Vor- und Nacherbschaft angeordnet worden sei, h\u00e4tte dies zur Konsequenz, dass die Kinder die Erbschaft ausschlagen m\u00fcssten, da sie das Objekt gar nicht erhalten k\u00f6nnten. Diese Konsequenz sei von den Eltern nicht ernsthaft ins Kalk\u00fcl gezogen worden. Auch eine Auflage komme aus den genannten Gr\u00fcnden nicht in Betracht. Die von den Eltern getroffenen Regelungen seien lediglich allgemeiner Natur und h\u00e4tten keinen konkreten erbrechtlichen Regelungshintergrund, schon gar keine Bindungswirkung. Das Amtsgericht hat diesen Beschwerden mit begr\u00fcndetem Beschluss vom 25. November 2014 nicht abgeholfen und darauf hingewiesen, dass der h\u00e4lftige Miteigentumsanteil am Grundst\u00fcck Erbgegenstand sein d\u00fcrfte, der jedoch trotzdem der Nacherbschaft unterliege. II. Die nach den \u00a7\u00a7 58 ff. FamFG zul\u00e4ssigen, insbesondere fristgerecht eingelegten Beschwerden haben in der Sache keinen Erfolg, denn das Landgericht hat das hier fragliche gemeinschaftliche Testament des Erblassers und seiner vorverstorbenen Ehefrau zutreffend dahin ausgelegt, dass sich dort die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft im Sinne von \u00a7 2100 BGB findet. Bei dem Testament vom 6. Oktober 2003 handelt es sich \u2013 was die Beschwerdef\u00fchrer auch nicht in Abrede nehmen \u2013 um ein formwirksames gemeinschaftliches Testament der Eheleute im Sinne der \u00a7\u00a7 2165 ff. BGB. Zwar hei\u00dft es in der \u00dcberschrift \u201eMein Berliner Testament\u201c und ist der folgende Text unter Verwendung der \u201eIch-Form\u201c ersichtlich von der vorverstorbenen Ehefrau des Erblassers geschrieben worden. Indes hat der Erblasser dieses Testament mit unterschrieben, haben beide Eheleute das Testament gemeinsam und in einem Umschlag mit der Aufschrift \u201eUnser Testament\u201c ausdr\u00fccklich als gemeinschaftliches Testament (s. Bl. 10 der Testamentsakte, ebenfalls von beiden Eheleuten unterschrieben) dem Amtsgericht zur Aufbewahrung gegeben und deutet auch die Verwendung des Begriffes \u201eBerliner Testament\u201c darauf hin, dass die Eheleute eine gemeinschaftliche Regelung ihres Nachlasses treffen wollten, der im Wesentlichen aus dem im Testament genannten Grundbesitz bestand. Danach haben sie sich mit R\u00fccksicht auf die Formulierung \u201elang lebe, lang erbe\u201c nicht nur gegenseitig zu Erben des L\u00e4ngstlebenden eingesetzt, sondern auch Regelungen f\u00fcr das Erbe nach dem jeweils L\u00e4ngstlebenden gemeinsam getroffen. Insoweit haben die Erblasser \u2013 das Testament ausgelegt nach den \u00a7\u00a7 133, 2084 BGB \u2013 ihre beiden Kinder zu Vorerben zu jeweils \u00bd des Nachlasses und die Tochter des Beteiligten zu 1) \u2013 die Beteiligte zu 3) \u2013 zur Nacherbin zu \u00bd sowie die Beteiligten zu 4) bis 6) zu Nacherben zu je 1\/6 berufen. Die Berufung der beiden Kinder der Erblasser, also der Beteiligten zu 1) und 2), ergibt sich daraus, dass es im Wortlaut des Testamentes hei\u00dft, die Kinder sollten \u201edas Erbe\u201c \u201ebekommen\u201c, und zwar nach \u201eseinem Tod\u201c und\u201eEher nicht\u201c, womit aus Sicht der Erblasserin der Tod des Erblassers als des Alleinerben nach ihrem unterstellten Vorversterben gemeint war. Eine ausdr\u00fcckliche Bezeichnung der beiden Kinder als Vorerben und der Beteiligten zu 3) bis 6) als Nacherben findet sich in dem Testament zwar nicht. Anerkannt ist aber, dass eine Vor- und Nacherbfolge auch bei fehlender ausdr\u00fccklicher Anordnung angenommen werden kann, wenn sich aus der letztwilligen Verf\u00fcgung der Erblasser durch Auslegung ergibt, dass dies der Sache nach gewollt ist (BayObLG FamRZ 1990, 562 f.; Schneider in jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, \u00a7 2100 Rnr. 11; Palandt\/Weidlich, BGB, 74. Auf. 2015, \u00a7 2100 Rnr. 5). Grunds\u00e4tzlich k\u00e4me hier neben dem Verst\u00e4ndnis als Anordnung einer Vor- und Nacherbfolge auch in Betracht, dass es sich bei den Bestimmungen hinsichtlich der Beteiligten zu 3) bis 6) in dem gemeinschaftlichen Testament lediglich um Auflagen gem\u00e4\u00df den \u00a7\u00a7 1940, 2192 ff. BGB, um Nachverm\u00e4chtnisse im Sinne von \u00a7 2177 BGB oder gar lediglich um unverbindliche W\u00fcnsche der Erblasser handelt. Die Auslegung ergibt jedoch, dass Vor- und Nacherbschaft gemeint und gewollt war. Die Erblasserin erl\u00e4utert zu Beginn des auch von dem Erblasser unterschriebenen Testamentes, sie schreibe das Testament neu \u201eweil ich alleine im Grundbuch eingetragen bin und mein Mann nicht\u201c. Im Folgenden finden sich konkrete Bestimmungen nur hinsichtlich der Immobilie. Sie wird schon nach diesem Inhalt des Testamentes von den Erblassern offensichtlich mit dem \u201eErbe\u201c praktisch gleichgesetzt. Dem entspricht die Erkl\u00e4rung des Beteiligten zu 1) gegen\u00fcber dem Amtsgericht, der Wert des Nachlasses nach dem Erblasser bestehe nahezu ausschlie\u00dflich aus dem fraglichen Grundverm\u00f6gen, bei dem es sich um das in dem Testament angesprochene Grundverm\u00f6gen handele (Bl. 6 d.A.). Deshalb liegt hier gerade in der Zuweisung der in dem Testament beschriebenen zwei Wohnungen des Hauses dahin, dass \u201ef\u00fcr jedes Kind eine Wohnung\u201c bestimmt sein soll, die Erbeinsetzung der beiden S\u00f6hne zu je \u00bd nach dem L\u00e4ngstlebenden. Die Zweifelsregel des \u00a7 2087 Abs. 2 BGB \u2013 wonach auch bei Bezeichnung als Erbe im Zweifel nicht anzunehmen ist, dass Erbe sein soll, wem nur einzelne Gegenst\u00e4nde zugewiesen werden \u2013 kommt dann nicht zur Anwendung, weil in der Zuwendung des Hausgrundst\u00fcckes an die Beteiligten zu 1) und 2) die Verf\u00fcgung \u00fcber das wesentliche Verm\u00f6gen der Erblasser liegt und deshalb \u00a7 2087 Abs. 1 BGB eingreift. Die Eheleute haben auch nach dem Wortlaut des Testamentes\u201edas Haus\u201c ersichtlich mit dem \u201eErbe\u201c und deshalb mit dem Nachlass gleichgesetzt. Daran \u00e4ndert auch die Erl\u00e4uterung dahingehend, dass das Haus zwei Wohnungen habe, \u201ef\u00fcr jedes Kind eine Wohnung\u201c nichts. Es kann hier dahinstehen, ob die Erblasser von einer bereits bestehenden rechtlichen Selbst\u00e4ndigkeit der beiden Wohnungen ausgegangen sind, was mangels Bildung von Wohnungseigentum nicht richtig gewesen w\u00e4re. Ihr letzter Wille muss insoweit nach den \u00a7\u00a7 133, 2084 BGB jedenfalls dahin ausgelegt werden, dass beide S\u00f6hne Erben nach dem L\u00e4ngerlebenden zu je \u00bd werden sollten, wovon gerade auch die beiden Beschwerdef\u00fchrer ausgehen. Ist nach dem Verst\u00e4ndnis der Erblasser aber das Haus der wesentliche Nachlass und damit \u201edas Erbe\u201c, dann kann in ihrer im Testament nachfolgenden Formulierung, sie m\u00f6chten, dass nach dem Tod ihres Sohnes B dessen Tochter ( ) die eine Wohnung bekomme und nach dem Tod des Sohnes A die drei Cousinen in Amerika die andere Haush\u00e4lfte, kein Nachverm\u00e4chtnis im Sinne des \u00a7 2177 BGB gesehen werden. Ist n\u00e4mlich die Zuwendung eines Hausgrundst\u00fccks als Erbeinsetzung und entgegen der Zweifelsregel des \u00a7 2087 Abs. 2 BGBnicht als Verm\u00e4chtnis zu verstehen, was wegen \u00a7 2087 Abs. 1 BGB m\u00f6glich ist, erscheint folgerichtig, dass in dem weiteren Erblasserwunsch, dieses Hausgrundst\u00fcck sollten nach dem Tode der zun\u00e4chst berufenen Erben bestimmte andere Personen \u2013 im vorliegenden Fall die Enkelin und die Cousinen \u2013 erhalten, kein (Nach-)Verm\u00e4chtnis sondern ebenfalls eine Erbeinsetzung und zwar die als Nacherbe liegt (BayObLG FamRZ 1990, 562 f., bei juris Rnr. 20). Auch die Auslegung als Auflage im Sinne von \u00a7 2192 BGB scheidet hinsichtlich der Bestimmungen betreffend die Beteiligten zu 3) bis 6) aus. In dem Ehegattentestament ist n\u00e4mlich bestimmt, dass die Beteiligte zu 3) die eine\u201eWohnung\u201c nach dem Tode ihres Vaters bekommen soll und die Beteiligten zu 4) bis 6) die andere \u201eHaush\u00e4lfte\u201cnach dem Tode des Beteiligten zu 2). W\u00fcrde es sich dabei um eine Auflage handeln, m\u00fcsste diese dahin verstanden werden, dass die beiden S\u00f6hne ihrerseits entsprechend zu Gunsten der Beteiligten zu 3) bis 6) testieren sollten. Indes ist eine Auflage, ein bestimmtes Testament zu errichten, gem\u00e4\u00df \u00a7 134 BGB nichtig, denn sie verst\u00f6\u00dft inhaltlich gegen den Grundsatz der Testierfreiheit (BayObLG FamRZ 1986, 608 ff., bei juris Rnr. 32; Palandt\/Weidlich, aaO., \u00a7 2302 Rnr. 3 \u2013 entsprechende Anwendung von \u00a7 2302 BGB). Gem\u00e4\u00df \u00a7 2084 BGB ist aber bei verschiedenen Auslegungsm\u00f6glichkeiten im Zweifel diejenige vorzuziehen, bei welcher die Verf\u00fcgung Erfolg haben k\u00f6nnte. Insoweit bietet sich hier die Auslegung als Nacherbfolge an. Entgegen der Auffassung der beiden Beschwerdef\u00fchrer k\u00f6nnen die Bestimmungen betreffend die Beteiligten zu 3) bis 6) in dem fraglichen Testament auch nicht als blo\u00dfe unverbindliche W\u00fcnsche der Erblasser verstanden werden. Etwas anderes ergibt sich nicht bereits aus der Formulierung \u201eich m\u00f6chte\u201c. Denn mit einer solchen Formulierung in einem ausdr\u00fccklich als Testament bezeichneten Dokument kann ersichtlich gerade ein verbindlicher letzter Wille zum Ausdruck gebracht werden. Gegen einen unverbindlichen Wunsch spricht der Umstand, dass im Testament konkret begr\u00fcndet wird, warum gerade nach dem Tod des Beteiligten zu 1) der ihm zugedachte Erbteil an die Enkeltochter fallen soll. Die Erblasser f\u00fchren n\u00e4mlich aus, dass sie nicht wollen, dass diese Wohnung an die Ehefrau des Beteiligten zu 1) geht, \u201edie erst kurzfristig meinen Sohn geheiratet hat\u201c. Es gibt keinen Hinweis in dem Testament darauf, dass dies aber f\u00fcr den Fall einer bestimmten Dauer der Ehe anders geregelt sein solle. Hinsichtlich der Beteiligten zu 4) bis 6) deutet zudem der Umstand, dass ihre Adressen genau angegeben worden sind, auf eine verbindlich gewollte Regelung der Erblasser hin. Der Beteiligte zu 2) war zu diesem Zeitpunkt bereits 52 Jahre alt, so dass die M\u00f6glichkeit, er k\u00f6nne noch leibliche oder adoptierte Kinder bekommen, nicht eben sehr nahe lag. Indes kann die Berufung der Cousinen als Nacherben nach dem im Testierzeitpunkt kinderlosen Beteiligten zu 2) ohne Weiteres dahin verstanden werden, dass die drei Cousinen als Nacherben nur f\u00fcr den Fall eingesetzt sind, dass der Beteiligte zu 2) ohne Nachkommenschaft stirbt. Dies entspricht gerade der gesetzlichen Zweifelsregelung in \u00a7 2107 BGB. Entgegen der Auffassung des Beteiligten zu 2) spricht deshalb der Umstand, dass er im Zeitpunkt der Abfassung des Testamentes im Jahre 2003 jedenfalls m\u00f6glicherweise noch Kinder bekommen konnte, durchaus nicht gegen eine verbindlich gewollte letztwillige Regelung der Erblasser zu Gunsten der Beteiligten zu 4) bis 6). Das Amtsgericht hat im \u00dcbrigen zu Recht ausgef\u00fchrt, es sei von den Erblassern durch die genaue Festlegung der weiter beg\u00fcnstigten Personen und die Ankn\u00fcpfung an den Umstand, dass diese Beg\u00fcnstigten die jeweilige Wohnung nach dem Tode der Erben erhalten sollten, verdeutlicht worden, dass insoweit gerade keine Verf\u00fcgungsgewalt bei den Erben liegen sollte. Die Beschwerdef\u00fchrer machen geltend, bei einem Verst\u00e4ndnis der Verf\u00fcgung als Begr\u00fcndung von Vor- und Nacherbfolge w\u00e4re das Erbe f\u00fcr sie aber praktisch wertlos, weil sie das Grundst\u00fcck dann nicht ver\u00e4u\u00dfern k\u00f6nnten und f\u00fcr eine Vermietung zuvor in eine Immobilie investieren m\u00fcssten, die nach ihrem Tod aber den Beteiligten zu 3) bis 6) geh\u00f6ren sollte. Indes ist aus dem Testament gerade die Vorstellung der Erblasser ersichtlich, die zwei Wohnungen ihrer Immobilie (als des wesentlichen Nachlasswertes) sollten nach dem Tod des L\u00e4ngerlebenden von ihnen jeweils einerseits von dem Beteiligten zu 1) und andererseits von den Beteiligten zu 2) \u00fcbernommen werden und nach deren Tod dann von der Beteiligten zu 3) einerseits bzw. den Beteiligten zu 4) bis 6) andererseits. Die im Testament niedergelegten \u00dcberlegungen der Erblasser waren nach dem Wortlaut nicht davon bestimmt, dass das Grundverm\u00f6gen nach dem Tod des L\u00e4ngerlebenden von den Beteiligten zu 1) und 2) ver\u00e4u\u00dfert werden sollte. Soweit eine Nutzung zum Eigengebrauch f\u00fcr die Beteiligten zu 1) und 2) nicht in Betracht kommt, ist nicht recht nachvollziehbar, warum dann \u2013 wenngleich zwischenzeitlich Investitionen notwendig sein m\u00f6gen \u2013 eine auf l\u00e4ngere Sicht wirtschaftlich sinnvolle und auch ertragreiche Nutzung im Wege der Vermietung nicht m\u00f6glich sein sollte. Angesichts des Testamentsinhaltes und der dort zum Ausdruck gebrachten Vorstellung der Erblasser, dass das Immobilienverm\u00f6gen letztlich nach dem Tod ihrer beiden S\u00f6hne auf die Beteiligten zu 3) bis 6) \u00fcbergehen sollte, haben sich jedenfalls die Erblasser im Jahre 2003 bei Abfassung des Testamentes \u2013 und allein das ist entscheidend \u2013 nicht ersichtlich vorgestellt, eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung des Immobilienverm\u00f6gens durch ihre beiden S\u00f6hne bis zu deren Tod sei ohne Ver\u00e4u\u00dferung der Immobilie nicht m\u00f6glich. Nicht feststellen l\u00e4sst sich, dass die Erblasser im Testierzeitpunkt die (nicht fernliegende) sp\u00e4tere Notwendigkeit von Investitionen ihrer beiden S\u00f6hne als Vorerben zur wirtschaftlich sinnvollen Nutzung der Immobilie tats\u00e4chlich nicht bedacht haben sollten, so dass eine erg\u00e4nzende Auslegung im Sinne des Begehrens der Beschwerdef\u00fchrer nicht in Betracht kommen kann. Entgegen der Auffassung beider Beteiligter steht der Annahme der Anordnung einer Vor- und Nacherbfolge auch nicht entgegen, dass allerdings grunds\u00e4tzlich eine Nacherbfolge nur in einzelne Gegenst\u00e4nde des Nachlasses nicht m\u00f6glich ist (Palandt\/Weidlich, aao., \u00a7 2100 Rnr. 2). Gerade anders verh\u00e4lt es sich n\u00e4mlich dann, wenn die fragliche Anordnung einen Grundbesitz betrifft, der im Wesentlichen den Nachlass ausmacht. Eine Auslegung als Nacherbfolge kommt gerade dann in Betracht, wenn ein Grundbesitz, der im Wesentlichen den Nachlass ausmacht, von den zun\u00e4chst eingesetzten Erben nach deren Tod an bestimmte andere Personen \u00fcbergehen soll (BayObLG FamRZ 1990, 562 f.; BayObLG FamRZ 1986, 608 ff.; Palandt\/Weidlich, aaO., \u00a7 2100 Rnr. 6; Schneider in jurisPK-BGB, aaO., \u00a7 2100 Rnr. 11). Gerade so liegt der Fall aber auch hier. Das Amtsgericht hat das Ehegattentestament deshalb richtig dahin ausgelegt, dass die Beteiligten zu 1) und 2) lediglich als Vorerben nach dem Erblasser berufen sind und nicht als uneingeschr\u00e4nkte Schlusserben. Der Erbscheinsantrag des Beteiligten zu 1), der die angeordnete Vor- und Nacherbfolge nicht ber\u00fccksichtigt, war deshalb abzulehnen. Die Beschwerde der Beteiligten zu 1) und 2) kann mithin keinen Erfolg haben. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7 84 FamFG. Der Gesch\u00e4ftswert f\u00fcr das Beschwerdeverfahren bestimmt sich nach den \u00a7\u00a7 61, 40 GNotKG in H\u00f6he des in dem Erbscheinsantrag angegebenen Nachlasswertes von 160.000 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id8739_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane8739_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Kann eine Wohnungszuweisung eine Nacherbschaft begr\u00fcnden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Wenn das Haus den wesentlichen Nachlass bildet und nach dem Tod der zun\u00e4chst Bedachten bestimmten weiteren Personen zufallen soll, kann dies als Vor- und Nacherbschaft auszulegen sein. Entscheidend ist der erkennbare Wille der Erblasser.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane8739_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">M\u00fcssen die Begriffe Vorerbe und Nacherbe im Testament stehen?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Eine Vor- und Nacherbschaft kann auch ohne diese Begriffe angeordnet sein. Das Testament wird danach ausgelegt, was die Erblasser der Sache nach regeln wollten.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane8739_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum war es kein blo\u00dfer unverbindlicher Wunsch?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erblasser hatten konkrete Personen benannt und die Weitergabe nach dem Tod der S\u00f6hne begr\u00fcndet. Au\u00dferdem stand die Regelung in einem ausdr\u00fccklich als Testament bezeichneten Dokument. Das sprach f\u00fcr einen verbindlichen letzten Willen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane8739_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Kann Nacherbschaft nur f\u00fcr einzelne Nachlassgegenst\u00e4nde angeordnet werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich ist eine Nacherbfolge nur f\u00fcr einzelne Gegenst\u00e4nde nicht m\u00f6glich. Anders kann es aber liegen, wenn der betroffene Grundbesitz nahezu den gesamten Nachlass ausmacht. Dann kann die Zuweisung des Hauses als Erbeinsetzung verstanden werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane8739_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum wurde der Erbscheinsantrag abgelehnt?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der beantragte Erbschein sollte die beiden S\u00f6hne als unbeschr\u00e4nkte Erben zu je 1\/2 ausweisen. Nach der Auslegung des Gerichts waren sie aber nur Vorerben. Weil der Antrag die angeordnete Nacherbfolge nicht ber\u00fccksichtigte, war er zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image8739_6f25f3-ce .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id8739_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id8739_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id8739_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, 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Weiter ist Rechtsanw\u00e4ltin Willerscheid aufgrund ihrer vormaligen T\u00e4tigkeit als Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Steuerberaterkammer K\u00f6ln auf das Berufsrecht der Steuerberater spezialisiert.","legalName":"Kanzlei Balg und Willerscheid","foundingDate":"1996-03-05","numberOfEmployees":{"@type":"QuantitativeValue","minValue":"1","maxValue":"10"},"address":{"@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=8739#local-main-place-address"},"geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"50.965517","longitude":"6.954948099999999"},"telephone":["+49 221 991 40 29"],"openingHoursSpecification":[{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],"opens":"09:00","closes":"18:00"},{"@type":"OpeningHoursSpecification","dayOfWeek":["Saturday","Sunday"],"opens":"00:00","closes":"00:00"}],"email":"kanzlei@ra-b-w.de","areaServed":"Rheinland","currenciesAccepted":"\u20ac","paymentAccepted":"Rechnung"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/#\/schema\/person\/47a9212a8f17f7dc8bf70f5579e7b31b","name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ed4f62689902275b27a9b61b35408d71a072ed4324c6c89926045c31c0592bac?s=96&d=blank&r=g","caption":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln"},"description":"Text","sameAs":["https:\/\/ra-balg.de"]},{"@type":"PostalAddress","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=8739#local-main-place-address","streetAddress":"Yorckstra\u00dfe 12, (Eckeingang)","addressLocality":"K\u00f6ln","postalCode":"50733","addressRegion":"NRW","addressCountry":"DE"},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=8739#local-main-organization-logo","url":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","contentUrl":"https:\/\/ra-balg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b-w-rechtsanwaelte-logo-400px-e1770369175183.webp","width":240,"height":240,"caption":"Rechtsanw\u00e4lte Balg und Willerscheid | K\u00f6ln"}]},"geo.placename":"K\u00f6ln","geo.position":{"lat":"50.965517","long":"6.954948099999999"},"geo.region":"Deutschland"},"author_meta":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"featured_img":null,"taxonomy_info":{"category":[{"value":13,"label":"Erbrecht"},{"value":21,"label":"Vor- und Nacherbschaft"}]},"featured_image_src_large":false,"author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"comment_info":0,"category_info":[{"term_id":13,"name":"Erbrecht","slug":"erbrecht","term_group":0,"term_taxonomy_id":13,"taxonomy":"category","description":"","parent":0,"count":643,"filter":"raw","cat_ID":13,"category_count":643,"category_description":"","cat_name":"Erbrecht","category_nicename":"erbrecht","category_parent":0},{"term_id":21,"name":"Vor- und Nacherbschaft","slug":"vor-und-nacherbschaft","term_group":0,"term_taxonomy_id":21,"taxonomy":"category","description":"","parent":13,"count":22,"filter":"raw","cat_ID":21,"category_count":22,"category_description":"","cat_name":"Vor- und Nacherbschaft","category_nicename":"vor-und-nacherbschaft","category_parent":13}],"tag_info":false,"uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"qubely_landscape":false,"qubely_portrait":false,"qubely_thumbnail":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Rechtsanwalt Detlev Balg - K\u00f6ln","author_link":"#"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Die Anordnung einer sogenannten gestreckten Wohnungszuweisung kann als Vor- und Nacherbschaft ausgelegt werden. 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