{"id":8815,"date":"2026-06-11T12:11:59","date_gmt":"2026-06-11T12:11:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-balg.de\/erbrecht-handschriftliches-testament-lesbarkeit-ein-handschriftlich-abgefasstes-testament-das-unlesbar-ist-ist-unwirksam-da-nicht-formgerecht\/"},"modified":"2026-07-02T12:12:27","modified_gmt":"2026-07-02T12:12:27","slug":"erbrecht-handschriftliches-testament-lesbarkeit-ein-handschriftlich-abgefasstes-testament-das-unlesbar-ist-ist-unwirksam-da-nicht-formgerecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-balg.de\/?p=8815","title":{"rendered":"Erbrecht | Handschriftliches Testament Lesbarkeit | Ein handschriftlich abgefasstes Testament das unlesbar ist, ist unwirksam da nicht formgerecht"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"h-olg-schleswig-beschluss-vom-16-07-2015-az-3-wx-19-15-unlesbares-testament-ist-formunwirksam\" class=\"wp-block-heading\">OLG Schleswig \u2013 Beschluss vom 16.07.2015 \u2013 Az. 3 Wx 19\/15: Unlesbares Testament ist formunwirksam<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image8815_ee1e2e-f7 size-full advgb-dyn-cf1f16a5\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"h-das-urteil-auf-den-punkt-gebracht\" class=\"wp-block-heading\">Das Urteil auf den Punkt gebracht:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein eigenh\u00e4ndiges Testament ist nur wirksam, wenn der erkl\u00e4rte letzte Wille aus der handschriftlichen Urkunde lesbar hervorgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kern der Entscheidung:<\/strong> Das OLG Schleswig stellt klar, dass Lesbarkeit eine zwingende Voraussetzung eines handschriftlichen Testaments ist. K\u00f6nnen entscheidende Textpassagen auch mit sachverst\u00e4ndiger Hilfe nicht entziffert werden, kann ein m\u00f6glicher Testierwille nicht durch Zeugenaussagen ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-des-sachverhaltes\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Sachverhaltes:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erblasserin war verwitwet und hatte mit ihrem Ehemann zwar letztwillige Verf\u00fcgungen zur Bestattung, aber keine Erbfolgeregelung getroffen. Nach ihrem Tod wurde ihrer Tochter zun\u00e4chst ein Erbschein als gesetzliche Alleinerbin erteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter legte eine fr\u00fchere Pflegekraft ein handschriftliches Schriftst\u00fcck vor, aus dem sie ihre Einsetzung als Alleinerbin herleitete. Das Nachlassgericht zog den urspr\u00fcnglichen Erbschein ein, gelangte nach weiterer Beweisaufnahme aber erneut zu dem Ergebnis, dass die Tochter Alleinerbin sei.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-zusammenfassung-der-beschlussgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung der Beschlussgr\u00fcnde:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OLG Schleswig wies die Beschwerde der Pflegekraft zur\u00fcck. Das Schriftst\u00fcck lie\u00df sich in wesentlichen Teilen nicht sicher lesen; insbesondere blieb unklar, was die Erblasserin der Pflegekraft zuwenden wollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Zeugenvernehmung konnte die fehlende Lesbarkeit nicht ersetzen. Nur der formgerecht schriftlich niedergelegte Wille z\u00e4hlt; au\u00dferhalb der Urkunde liegende Umst\u00e4nde d\u00fcrfen nicht dazu benutzt werden, einen unlesbaren Testamentstext inhaltlich zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-beschluss-olg-schleswig-beschluss-vom-16-07-2015-az-3-wx-19-15\" class=\"wp-block-heading\">Beschluss: OLG Schleswig \u2013 Beschluss vom 16.07.2015 \u2013 Az.: 3 Wx 19\/15<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-tenor-der-entscheidung\" class=\"wp-block-heading\">Tenor der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Beschwerde wird zur\u00fcckgewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Beteiligte zu 2. tr\u00e4gt die Kosten nach einem Gesch\u00e4ftswert von 810.000,00 \u20ac.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 id=\"h-entscheidungsgrunde\" class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Tatbestand Die Beteiligte zu 1. ist das einzige Kind der \u2026 2012 verstorbenen A. Die Beteiligte zu 2. kam als Pflegekraft beruflich und privat in Kontakt zu der Erblasserin. Der Ehemann der Erblasserin, B., ist \u2026 2011 vorverstorben. Die Ehegatten hatten letztwillige Verf\u00fcgungen \u00fcber ihre Bestattung, aber keine Erbfolgeregelung getroffen (Testamentsabschriften Bl. 15 f. d. A.). Dementsprechend ist der Beteiligten zu 1. am 08. November 2012 ein Erbschein als Alleinerbin aufgrund gesetzlicher Erbfolge erteilt worden (Bl. 5 d. A.). Nachdem die Beteiligte zu 2. jedoch ein Schriftst\u00fcck vorgelegt hat, dass die Erblasserin am 06. April 2012 errichtet haben und das ihre, der Beteiligten 2., Einsetzung zur Alleinerbin beinhalten soll, hat das Nachlassgericht den Erbschein als unrichtig eingezogen (Bl. 19 a d. A.). Eine Abschrift des Schriftst\u00fccks befindet sich auf Bl. 5 der Beiakte. Echtheit und Inhalt desselben sowie die Testierf\u00e4higkeit der Erblasserin zum angeblichen Zeitpunkt der Errichtung sind streitig. Umstritten ist auch die Zul\u00e4ssigkeit einer etwaigen Erbeinsetzung der Beteiligten zu 2. Die Beteiligte zu 2. hat behauptet, sie habe das Schriftst\u00fcck von der Zeugin C, einer anderen Pflegekraft der Erblasserin, erhalten. Die Erblasserin habe es im Beisein der Zeugin gefertigt. Sie habe es der Zeugin in einem verschlossenen Umschlag mit den Worten \u00fcbergeben, sie m\u00f6ge ihn nach ihrem Tode \u201emeiner D\u201c geben, die alles bekommen solle. Von der Zeugin habe sie das Schriftst\u00fcck dann erhalten. Das Schriftst\u00fcck sei so zu lesen (Bl. 28 d. A.): \u201eIch, A, vermache alles meiner D, geb. \u2026 Dezember \u2026, A. 06. April 2012\u201c. Zum Zeitpunkt der Errichtung dieses demnach als Testament auszulegenden Schriftst\u00fccks sei die Erblasserin nicht wegen Demenz oder Leseunf\u00e4higkeit testierunf\u00e4hig gewesen. Auch sonst sei das Testament rechtlich unbedenklich. Es versto\u00dfe nicht gegen \u00a7 14 Abs. 5 HeimG, wonach den Mitarbeitern eines Heimes die Entgegennahme geldwerter Leistungen von Heimbewohnern untersagt sei. Das Haus \u201eX\u201c, in dem die Erblasserin und ihr Ehemann gelebt h\u00e4tten, sei kein Heim im Sinne des Heimgesetzes. Die Erblasserin habe sich ohne die f\u00fcr ein Heim kennzeichnende Verpflichtung frei f\u00fcr den Pflegedienst der \u2026 entschieden, bei dem sie, die Beteiligte zu 2., gearbeitet habe. Die Beteiligte zu 1. hat gegen die Einziehung des Erbscheins Beschwerde eingelegt. Sie hat aus den genannten formellen und materiellen Bedenken in Frage gestellt, dass es sich bei dem Schriftst\u00fcck um ein wirksames Testament handele. Das Nachlassgericht hat die Beschwerde gegen die Einziehung des Erbscheins als Antrag auf Erlass eines neuen, dem alten Erbschein inhaltlich entsprechenden Erbscheins ausgelegt. Nach Beweiserhebung \u00fcber die Testierf\u00e4higkeit der Erblasserin durch zeugenschaftliche Vernehmung von \u00c4rzten der Erblasserin und \u00fcber die Lesbarkeit des Schriftst\u00fccks durch Einholung eines schriftlichen und m\u00fcndlichen Gutachtens der Sachverst\u00e4ndigen Y hat es dem Antrag stattgegeben. Die Beteiligte zu 1. sei gesetzliche Erbin nach der Erblasserin geworden, weil das von der Beteiligte zu 2. vorgelegte Schriftst\u00fcck kein wirksames Testament enthalte. Es sei nicht lesbar. Auch die Sachverst\u00e4ndige Y habe es nicht vollst\u00e4ndig entziffern k\u00f6nnen. Die Sachverst\u00e4ndige sei f\u00fcr die Begutachtung besonders qualifiziert, weil sie aufgrund ihrer T\u00e4tigkeit als Schriftsachverst\u00e4ndige mehrj\u00e4hrige Erfahrung im Entziffern von Schriftst\u00fccken habe. Eine Vernehmung der Frau C habe es nicht bedurft. F\u00fcr die Entzifferung der Testamentsurkunde habe allein die Urkunde selbst herangezogen werden d\u00fcrfen. Eine Einbeziehung sonstiger Umst\u00e4nden f\u00fchre zur Umgehung des Formerfordernisses nach \u00a7 2247 BGB. Aus dem entzifferbaren Teil des Schriftst\u00fccks ergebe sich keine Einsetzung der Beteiligten zu 2. zur Allein- oder Miterbin nach der Erblasserin. Aus dem lesbaren Teil ergebe sich nicht einmal, dass es sich tats\u00e4chlich um eine Verf\u00fcgung von Todes wegen handele. Es sei auch nicht eindeutig festzustellen, was genau die Erblasserin \u201evermachen\u201c wolle. Die Beteiligte zu 2. hat Beschwerde eingelegt. Sie r\u00fcgt, dass das Nachlassgericht sich nicht auf das Gutachten der Sachverst\u00e4ndigen Y h\u00e4tte st\u00fctzen d\u00fcrfen. Diese habe selbst erkl\u00e4rt, dass die Erstellung von Lesbarkeitsgutachten nicht zu ihrer Kernkompetenz geh\u00f6re. Es h\u00e4tte deshalb eines weiteren Gutachtens eines f\u00fcr die Beweisfrage ausreichend sachkundigen Sachverst\u00e4ndigen bed\u00fcrft. Auch h\u00e4tte das Nachlassgericht die Zeugin C h\u00f6ren m\u00fcssen. Die Rechtsprechung, auf die das Nachlassgericht seine ablehnende Auffassung st\u00fctze, m\u00fcsse differenziert gesehen werden. Unter Umst\u00e4nden m\u00fcssten auch au\u00dferhalb der Urkunde liegende Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt werden. So sei etwa die Frage, ob der erforderliche Testierwille vorliege, eine Tatfrage und unter Heranziehung aller erheblichen Beweismittel und au\u00dferhalb der Urkunde liegenden Umst\u00e4nde zu w\u00fcrdigen. Der umstrittene Testierwille h\u00e4tte hier durch die Aussage der Zeugin bewiesen werden k\u00f6nnen. Die Beteiligte zu 1. verteidigt den angefochtenen Beschluss. Sie wiederholt zu dem ihre Zweifel an der Wirksamkeit des Testamentes wegen fehlender Lesef\u00e4higkeit der Erblasserin und inhaltlichen Versto\u00dfes gegen das HeimG.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>Das Nachlassgericht hat der Beschwerde nicht abgeholfen.<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Gr\u00fcnde<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet.\nDer Beteiligten zu 1. ist der beantragte Erbschein als gesetzlicher Alleinerbin nach ihrer Mutter zu erteilen, weil eine vorrangige testamentarische Erbfolge nicht feststellbar ist. Sie lie\u00dfe sich nur aus dem Schriftst\u00fcck vom 06. April 2012 herleiten, dass indes den Formerfordernissen eines wirksamen Testaments nicht gen\u00fcgt.\n1. Nach \u00a7 2247 Abs. 1 BGB kann ein Testament durch eine eigenh\u00e4ndig geschriebene und unterschriebene Erkl\u00e4rung errichtet werden. Weitere Formvoraussetzungen f\u00fcr ein eigenh\u00e4ndiges Testament bestehen nicht. Die Urkunde muss weder als Testament \u00fcberschrieben noch von Zeugen mitunterschrieben sein und auch nicht zwingend Tag und Ort der Errichtung nennen (vgl. \u00a7 2247 Abs. 2 BGB). Umso wichtiger ist die Beachtung der einzigen Voraussetzung der Eigenh\u00e4ndigkeit der Errichtung.<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie setzt voraus, dass der erkl\u00e4rte Wille in vollem Umfang aus dem Geschriebenen hervorgeht. Dies schlie\u00dft es nicht aus, bei Auslegungszweifeln Umst\u00e4nde au\u00dferhalb der Urkunde mit einzubeziehen. Auch dann aber bleibt Gegenstand der Auslegung ausschlie\u00dflich der niedergeschriebene Text. Daraus ergibt sich als zwingende Formvoraussetzung die Lesbarkeit der Niederschrift. Ist ein Schriftst\u00fcck jedoch auch mit sachverst\u00e4ndiger Hilfe nicht lesbar, liegt keine formwirksam verlautbarte letztwillige Verf\u00fcgung vor (OLG Hamm, FamRZ 1992, 356; KG NJW-RR 1998, 1298).<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Senat \u2013 Spezialsenat f\u00fcr Nachlassangelegenheiten \u2013 ist trotz langj\u00e4hriger Erfahrung mit der Entzifferung schwer lesbarer letztwilliger Verf\u00fcgungen nicht in der Lage, das Schriftst\u00fcck soweit zu entziffern, dass es einen eindeutigen Inhalt erh\u00e4lt. Er geht mit dem Nachlassgericht davon aus, dass die ersten drei Worte \u201eich A\u201c und die letzten Worte \u201eD geb. \u2026\u201c, gefolgt von der Unterschrift und der Zahlreihe \u201e06.04.12\u201c lauten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Worte weisen die Erblasserin als Erkl\u00e4rende aus und lassen einen Bezug der Erkl\u00e4rung zu der Beteiligten zu 2., die namentlich und mit ihrem Geburtsdatum genannt wird, erkennen. Die letzten vier Zahlen k\u00f6nnten auf den 06. April 2012 als Tag der Niederschrift hinweisen. In der Mitte des Textes verbleiben jedoch einige nicht zweifelsfrei lesbare Worte. Selbst wenn es sich bei den Buchstaben in der linken H\u00e4lfte der zweiten Zeile um ein einziges Wort handeln sollte \u2013 obgleich zwischen dem zweiten und dritten Buchstaben eine L\u00fccke ist \u2013 und dieses Wort als \u201evermache\u201c zu lesen w\u00e4re, bliebe doch eine Ungewissheit wegen der verbleibenden beiden Worte. Selbst wenn festst\u00fcnde, dass die Erblasserin \u2013 sollte das Schriftst\u00fcck von ihr stammen \u2013 der Beteiligten zu 2. etwas \u201evermachen\u201c wollte, bliebe unklar, was genau dies sein sollte. Das Bezugsobjekt des \u201eVermachten\u201c ist nicht lesbar. Der Senat kann die fraglichen Worte weder im Sinne von \u201evermache alles meiner\u201c \u2013 wie es die Beteiligte zu 2. lesen m\u00f6chte \u2013 noch in anderer Weise, die einen eindeutigen Inhalt erg\u00e4be, lesen. Die Ungewissheit \u00fcber den Inhalt des Geschriebenen l\u00e4sst sich nicht unter Zuhilfenahme der Feststellungen, die die vom Nachlassgericht herangezogene Sachverst\u00e4ndige Y getroffen hat, beseitigen. Die Sachverst\u00e4ndige hat zwar das erste der drei umstrittenen Worte als \u201evermache\u201c identifiziert. Wie sie in der m\u00fcndlichen Erl\u00e4uterung ihres Gutachtens n\u00e4her dargelegt hat, hat sie sich hierbei auf einen Vergleich der Linienf\u00fchrung mit der Schreibweise einzelner Buchstaben, die in dem Schriftst\u00fcck mehrfach vorkommen, gest\u00fctzt. Sie hat bei der Identifizierung des Wortes aber den Vorbehalt gemacht, dass einzelne darin vorkommende Buchstaben, insbesondere das \u201ea\u201c und das \u201ec\u201c, schwer gest\u00f6rt seien. Sie sind in der Tat als solche nicht erkennbar und lassen sich allenfalls daraus herleiten, dass die Buchstabenfolge nur auf diese Weise ein sinnvolles Wort erg\u00e4be. Gleichwohl ist die Sachverst\u00e4ndige letztlich mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer richtigen Entzifferung dieses Wortes ausgegangen. Nicht zu entziffern waren auch f\u00fcr sie die beiden anderen Worte. Die letzten beiden Buchstaben des zweiten Wortes in der zweiten Zeile hat die Sachverst\u00e4ndige als \u201ees\u201c erkannt. Hieraus lie\u00dfe sich, so die Sachverst\u00e4ndige sinnvoll das Wort \u201ealles\u201c bilden. Sie hat sich jedoch nicht festlegen wollen, dass die Buchstaben tats\u00e4chlich so zu erg\u00e4nzen seien. Zum einen, so die Sachverst\u00e4ndige, w\u00e4re das Wort falsch, n\u00e4mlich nur mit einem \u201el\u201c, geschrieben. Zum anderen lasse sich der Anfangsbuchstabe nicht sicher lesen; er k\u00f6nne ein \u201ea\u201c, \u201en\u201c oder \u201ew\u201c darstellen. Der Senat erg\u00e4nzt, dass eine weitere Unsicherheit dadurch entsteht, dass der mittlere steile Bogen in der Buchstabenfolge nicht h\u00f6her ist als die restlichen B\u00f6gen und Rundungen des Wortes. Dies erh\u00f6ht die Unsicherheit noch, dass es sich dabei um ein \u201el\u201c handeln k\u00f6nnte. Dies gilt zumal bei einem Blick auf die im Text mehrfach vorkommenden vergleichbaren Buchstaben \u201eh\u201c, \u201et\u201c, \u201eb\u201c, die alle mit mehr oder weniger deutlich ausgepr\u00e4gtem Oberstrich geschrieben sind. Auch das erste Wort in der dritten Zeile blieb f\u00fcr die Sachverst\u00e4ndige \u201ehochproblematisch\u201c. Sie hat es ausdr\u00fccklich nur unter diesem Vorbehalt als das Wort \u201enach\u201c interpretiert. In der Tat ist kaum nachvollziehbar, wie die Rundung am rechten Rand des Schriftzugs zu erkl\u00e4ren w\u00e4re, wenn der letzte Buchstabe ein \u201eh\u201c w\u00e4re. Sie deutet eher auf ein \u201ee\u201c hin. Dass die Beteiligte zu 2. ihrerseits in dem Schriftzug das Wort als \u201emeiner\u201c erkennt, zeigt erst recht die Unsicherheit \u00fcber die zutreffende Lesart.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Weitere Klarheit ist nicht zu gewinnen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die Einholung eines zus\u00e4tzlichen Gutachtens durch einen anderen Sachverst\u00e4ndigen ist weder geboten noch erfolgversprechend. Die Sachverst\u00e4ndige Y ist hinreichend sachkundig, um die Lesbarkeit eines Schriftst\u00fccks wie des vorliegenden beurteilen zu k\u00f6nnen. Ihre Erkl\u00e4rung anl\u00e4sslich ihrer Anh\u00f6rung, die Erstellung von Lesbarkeitsgutachten geh\u00f6re nicht zu ihrer Kernkompetenz, stellt ihre Sachkunde nicht in Zweifel. Ihre Aussage ist vielmehr vor dem Hintergrund zu verstehen, dass ein Schriftsachverst\u00e4ndiger vorrangig mit der Beurteilung der Echtheit von Unterschriften und Schreibleistungen befasst ist. Zur Beurteilung dieser Frage gibt es wissenschaftliche Methoden. Die Entzifferung eines allein wegen seiner Schreibweise schwer oder nicht lesbaren Schriftst\u00fccks beruht hingegen mehr auf der Erfahrung, die sich ein Schriftsachverst\u00e4ndiger durch seine T\u00e4tigkeit aneignet. Auf Weiteres k\u00f6nnte auch ein anderer Sachverst\u00e4ndiger nicht zur\u00fcckgreifen. Insoweit liegt der Fall anders als der vom OLG Hamm entschiedene, auf den die Beteiligte zu 2. verweist (FamRZ 1992, 356). Das OLG Hamm hat die Einholung eines weiteren Gutachtens f\u00fcr notwendig gehalten, nachdem der vom Nachlassgericht beauftragte Sachverst\u00e4ndige erkl\u00e4rt hatte, dass die Entzifferung von Schriftz\u00fcgen nicht zu seinem eigentlichen Fachgebiet geh\u00f6re. Zum einen aber kamen im dortigen Fall weitere Einschr\u00e4nkungen an der Verwertbarkeit des von dem Sachverst\u00e4ndigen gefundenen Ergebnisses hinzu; insbesondere war eine Beeinflussung durch Zeugenaussagen nicht auszuschlie\u00dfen. Zudem beruhte die Unlesbarkeit des dort streitigen Schriftst\u00fccks nicht nur auf der Schriftf\u00fchrung. Es kam hinzu, dass die Worte zum Teil \u00fcber- und durcheinander geschrieben waren. Nach Auffassung des OLG Hamm war nicht ausschlie\u00dfen, dass ein anderer Sachverst\u00e4ndiger durch weitere Untersuchungen die Abfolge der \u00fcber- und durcheinander geschriebenen Schriftz\u00fcge noch feststellen und dadurch die objektive Lesbarkeit erh\u00f6hen k\u00f6nne. Vergleichbare Fragen stellen sich hier nicht. Im vorliegenden Fall geht es schlicht um die Interpretation eines unleserlich geschriebenen Schriftzuges, die nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen, sondern nur auf Erfahrung im Umgang mit schwer lesbarer Schrift gest\u00fctzt werden kann. Aus dem gleichen Grunde ist der Fall auch nicht mit denjenigen F\u00e4llen vergleichbar, in denen sich der Erblasser einer chiffrierten Schrift bedient hat. In solchen F\u00e4llen bedarf es notwendigen Fachwissens zur Dechiffrierung. Fehlt solches dem gerichtlich beauftragten Sachverst\u00e4ndigen, k\u00f6nnte es doch bei einem anderen Sachverst\u00e4ndigen vorhanden sein. Hier hingegen ist die zu beurteilende Schrift nicht chiffriert. Der Verfasser des Schriftst\u00fccks \u2013 nach dem Vortrag der Beteiligten zu 2. die Erblasserin \u2013 hat sich der g\u00e4ngigen lateinischen Schrift, die vereinzelt Elemente der alten deutschen Schrift aufweist, bedient. Er hat auch keinen Buchstabencode verwendet. Die Unlesbarkeit des Geschriebenen entsteht nicht aus der Unm\u00f6glichkeit der Dechiffrierung, sondern aus der undeutlichen Schreibweise, die allenfalls mit geh\u00f6riger Erfahrung entziffert werden k\u00f6nnte. Diese Erfahrung besitzt die langj\u00e4hrig t\u00e4tige und auch vom Senat schon vielfach beauftragte Sachverst\u00e4ndige. b) Eine Vernehmung der Zeugin C dazu, was die Erblasserin hat erkl\u00e4ren wollen, verbietet sich. Nur der formwirksam verlautbarte Wille der Erblasserin ist ma\u00dfgeblich. Deshalb muss der Inhalt des vom Erblasser Erkl\u00e4rten seinem Wortlaut nach vollst\u00e4ndig aus der Urkunde zu entnehmen sein. Soweit diese unlesbar ist, k\u00f6nnen au\u00dferhalb der Urkunde liegende Umst\u00e4nde und die Aussagen von Zeugen nicht dar\u00fcber hinweghelfen (ganz h. M.; OLG Hamm, FamRZ 1992, 356; KG NJW-RR 1998, 1298, 1299; jew. zu \u00a7 2247 BGB Bauermeister in jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014 Rn. 4; Hagena in M\u00fcKoBGB, 6. Aufl. 2013 Rn. 16; Weidlich in Palandt, 74. Aufl. 2015 Rn. 9; Avenarius in Pr\u00fctting\/Wegen\/Weinreich, 9. Aufl. 2014 Rn. 7; Baumann in Staudinger, Bearb. 2012, \u00a7 2247 Rn. 49). Eine andere Auffassung vertritt auch Musielak (in Anmerkung zu OLG Hamm FamRZ 1992, 358) nicht. Auch er hebt ausdr\u00fccklich hervor, dass die fehlende Lesbarkeit einer Urkunde zur Formnichtigkeit der letztwilligen Verf\u00fcgung f\u00fchre. Beweismittel au\u00dferhalb der Urkunde k\u00f6nnten nicht herangezogen werden. Anders sei es nur dann, wenn die Zeichen als solche erkennbar, ihre Bedeutung aber unbekannt sei. Dies k\u00f6nne sich anhand von Umst\u00e4nden au\u00dferhalb der Urkunde kl\u00e4ren lassen (ebd. S. 357 f). Um diese Frage geht es hier aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die weiteren zwischen den Beteiligten umstrittenen Fragen k\u00f6nnen nach allem offenbleiben. Auf die Echtheit des Schriftst\u00fccks kommt es ebenso wenig an wie auf die Testierf\u00e4higkeit der Erblasserin und die rechtliche Zul\u00e4ssigkeit einer Erbeinsetzung der Beteiligten zu 2. Auch der Testierwille der Erblasserin bei Abfassung des Schriftst\u00fccks braucht nicht gekl\u00e4rt zu werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein etwa vorhandener Testierwille k\u00f6nnte nichts daran \u00e4ndern, dass die Erblasserin keine formg\u00fcltige letztwillige Verf\u00fcgung zu Papier gebracht hat.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 84 FamFG. Der Gesch\u00e4ftswert war nach dem \u00a7\u00a7 61, 40 Abs. 1 GNotKG mit dem Wert des Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls unter Abzug der von der Erblasserin herr\u00fchrenden Verbindlichkeiten festzusetzen. Diesen Wert hat der Senat aus einem aktenkundigen Vermerk \u00fcber den der Betreuungsakte zu entnehmenden Wert des Endverm\u00f6gens der Erblasserin entnommen. Von diesem Wert sind \u2013 anders als noch unter Geltung der Kostenordnung \u2013 die Bestattungskosten nicht abzuziehen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-accordion alignnone\"><div class=\"kt-accordion-wrap kt-accordion-id8815_e7e84a-43 kt-accordion-has-5-panes kt-active-pane-0 kt-accordion-block kt-pane-header-alignment-left kt-accodion-icon-style-basic kt-accodion-icon-side-right\" style=\"max-width:none\"><div class=\"kt-accordion-inner-wrap\" data-allow-multiple-open=\"false\" data-start-open=\"none\">\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-1 kt-pane8815_pane-1\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Warum muss ein handschriftliches Testament lesbar sein?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der letzte Wille muss vollst\u00e4ndig aus der handschriftlichen Urkunde hervorgehen. Nur dann ist das Formerfordernis des \u00a7 2247 BGB erf\u00fcllt. Ist der entscheidende Inhalt unlesbar, fehlt eine formwirksam verlautbarte letztwillige Verf\u00fcgung.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-2 kt-pane8815_pane-2\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">K\u00f6nnen Zeugen ein unlesbares Testament erkl\u00e4ren?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Zeugen k\u00f6nnen nicht ersetzen, was in der Urkunde selbst nicht lesbar niedergelegt ist. Ma\u00dfgeblich ist nur der formgerecht schriftlich erkl\u00e4rte Wille des Erblassers.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-3 kt-pane8815_pane-3\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Reicht es aus, wenn einzelne W\u00f6rter lesbar sind?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht unbedingt. Einzelne lesbare W\u00f6rter gen\u00fcgen nicht, wenn daraus keine eindeutige Erbeinsetzung oder sonstige Verf\u00fcgung von Todes wegen folgt. Der Inhalt muss so weit erkennbar sein, dass der Wille rechtlich umgesetzt werden kann.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-4 kt-pane8815_pane-4\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Musste ein weiteres Sachverst\u00e4ndigengutachten eingeholt werden?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Das Gericht hielt die eingesetzte Schriftsachverst\u00e4ndige f\u00fcr ausreichend sachkundig. Da es nur um undeutliche Schreibweise und nicht um eine besondere Chiffre oder technische Analyse ging, war ein weiteres Gutachten nicht erforderlich.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-kadence-pane kt-accordion-pane kt-accordion-pane-5 kt-pane8815_pane-5\"><div class=\"kt-accordion-header-wrap\"><button class=\"kt-blocks-accordion-header kt-acccordion-button-label-show\" type=\"button\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title-wrap\"><span class=\"kt-blocks-accordion-title\">Was bedeutet die Entscheidung f\u00fcr Erbscheinsverfahren?<\/span><\/span><span class=\"kt-blocks-accordion-icon-trigger\"><\/span><\/button><\/div><div class=\"kt-accordion-panel kt-accordion-panel-hidden\"><div class=\"kt-accordion-panel-inner\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann eine testamentarische Erbfolge wegen Unlesbarkeit nicht festgestellt werden, bleibt es bei der gesetzlichen Erbfolge oder einer anderen wirksamen Verf\u00fcgung. Das Nachlassgericht darf keinen Erbschein auf Grundlage eines unlesbaren Schriftst\u00fccks erteilen. Die Beweislast kann nicht durch blo\u00dfe Behauptungen ersetzt werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<style class=\"advgb-styles-renderer\">.kb-image8815_ee1e2e-f7 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}.kt-accordion-id8815_e7e84a-43 .kt-accordion-inner-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:0px;}.kt-accordion-id8815_e7e84a-43 .kt-accordion-panel-inner{border-top:0px solid transparent;border-right:0px solid transparent;border-bottom:0px solid transparent;padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kt-accordion-id8815_e7e84a-43 > .kt-accordion-inner-wrap > .wp-block-kadence-pane > .kt-accordion-header-wrap > .kt-blocks-accordion-header{border-top:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-right:5px solid var(--theme-palette-color-8, #ffffff);border-bottom:5px solid 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Die Erbfolge f\u00fcr den Fall des Todes des Letztversterbenden der beiden Eheleute war nicht im Testament geregelt. Nachdem die Erblasserin verstarb, beantragte deren Tochter einen Alleinerbschein. Der Erbschein wurde erteilt.<br \/>\nNach Erteilung des Erbscheins wurde ein handschriftliches Testament der Erblasserin gefunden. Die vormalige Pflegekraft der Erblasserin leitete aus diesem Testament ein eigenes Erbrecht ab und beantragte die Einziehung des Erbscheins. Das Nachlassgericht zog den Erbschein im Weiteren ein und erteilte einen neuen Erbschein, aus dem erneut die Tochter der Erblasserin als Alleinerbin hervorging.<br \/>\nGegen die Erteilung des neuen Erbscheins wandte sich die Pflegekraft. Das OLG Schleswig wies die Beschwerde zur\u00fcck.<br \/>\nTrotz der Beauftragung eines Schriftsachverst\u00e4ndigen waren entscheidende Passagen des Testamentes nicht lesbar, da die Schrift so undeutlich war, dass sie nicht entziffert werden konnte. Aufgrund der undeutlichen Handschrift der Erblasserin konnte nicht festgestellt werden, ob und wer zum Erben eingesetzt werden sollte. Das OLG Schleswig kam zu dem Schluss, dass ein formwirksam errichtetes handschriftliches Testament voraussetzt, dass es lesbar ist. Fehlt es an dieser Voraussetzung, ist das Testament nicht formwirksam errichtet. Dies f\u00fchrt zu Unwirksamkeit des Testamentes. Da das aufgefundene handschriftliche Testament somit unwirksam war, musste der Tochter erneut einen Alleinerbschein erteilt werden, da sie die gesetzliche Erbin der Erblasserin war. 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